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Sinkender Insulinbedarf nach Gewichtsreduktion

  • Livian

    Rang: Gast
    am 28.03.2014 23:53:56
    Hallo zusammen,

    ich habe eine Frage zu der ich noch keine "wissenschaftlich begründete" Antwort für mich gefunden habe.

    Und zwar habe ich einmal sehr stark abgenommen und musste dabei immer wieder meinen Insulinbedarf nach unten anpassen. Jetzt frage ich mich, wie lässt sich das denn begründen? Klar kommt ab einem gewissen Punkt eben dieselbe Menge Insulin auf eine viel geringere Körpermasse. Aber lässt sich der gesunkene Bedarf auch wirklich dadurch erklären, oder sind es vielmehr andere Stoffwechselprozesse, die durch das Abnehmen verbessert sind und das die Begründung ist? Ich denke mir nur so, durch das Abnehmen an sich sollte die Blutmenge im Körper doch trotzdem nicht nach unten gehen, so dass dadurch die Insulinkonzentration im Blut höher ist und so irgendwie stärker auf die vorhandene Glucose wirkt. Oder ist genau das die Begründung?

    Vielleicht kann mir hier jemand helfen die richtige Erklärung dafür zu finden. Würde mich schon mal interessieren
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 972
    Beiträge: 5074
    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 29.03.2014 08:51:59
    Hallo Livian,

    mit der Menge des Blutes hat das herzlich wenig zu tun, da bist du ganz schön auf dem Holzweg. Das Blut verteilt nur Glukose und Insulin im Körper. Entscheidend ist, wie viel vom Darm bzw. von der BSD davon ins Blut gegeben wird, wie viel die Zellen sich davon rausnehmen und was sie damit machen. Die Konzentration von Glukose und Insulin im Blut wird vom Körper unabhängig von der Menge relativ konstant gehalten.

    Wenn du dich wirklich dafür interessierst, dann wirst du an vielen Stellen etwas dazu lesen können. Das wichtigste Stichwort ist "Insulinresistenz". Ebenfalls äußerst interessant ist in diesem Zusammenhang die nichtalkoholische Fettleber NAFL als wahrscheinliche Ursache der IR. In dieser Richtung findest du auch Erklärungen dafür, wie du deinen Stoffwechsel mit der Abnahme bzw. mit der Genesung deiner Leber wieder einigermaßen normalisieren konntest.

    Viel Erfolg beim Recherchieren, Rainer
    Bearbeitet von User am 29.03.2014 08:55:49. Grund: .
  • Gast

    Rang: Gast
    am 29.03.2014 11:45:03
    Gast schrieb:

    ... habe ich einmal sehr stark abgenommen und musste dabei immer wieder meinen Insulinbedarf nach unten anpassen. Jetzt frage ich mich, wie lässt sich das denn begründen? ...


    Deine Überlegungen sind schon richtig.
    Um Insulinbedarfe zu vergleichen wird das Verhältnis IE je kg Gewicht über 24h benutzt, da weniger Körpermasse auch weniger Insulin benötigt.
    Das ließe sich aus verschiedenen Aspekten näher beleuchten, aber vereinfacht gesagt, es ist halt einfach so.

    Ein anderer Punkt ist, dass mit dem Abbau überschüssiger Fettmasse auch ein günstigeres Verhältnis zwischen energiespeichernden und -verbrauchenden Zellen entsteht (Fett- vs. Muskulaturzellen).

    Wenn dann noch ein Trainingseffekt durch Bewegung hinzukommt, steigt die Anzahl der Mitochondrien (Verbrennungsöfen in den Muskelzellen), so dass auch mehr freie Fettsäuren insulinunabhängig verbrannt werden können. Nicht verbrannte Fettsäurenspiegel in den Zellen hemmen kräftig die Verbrennung der Glucose. Diese Hemmung benötigt deutlich erhöhte Insulinmengen zum Ausgleich, um die Glucoseverbrennung halbwegs im Gleichgewicht zu halten.

    Und schon sind wir somit bei dem, was auch Basistherapie beim Typ 2 Diabtes genannt wird:

    Weniger Fettmasse (= Ernährung)
    und
    mehr Energieverbauch (=Bewegung)
    ergibt
    weniger Insulinbedarf.

    Also viel Erfolg bei erneuten Anläufen zur Gewichtsreduktion!

    Gruß
    Joa



    Klar kommt ab einem gewissen Punkt eben dieselbe Menge Insulin auf eine viel geringere Körpermasse. Aber lässt sich der gesunkene Bedarf auch wirklich dadurch erklären, oder sind es vielmehr andere Stoffwechselprozesse, die durch das Abnehmen verbessert sind und das die Begründung ist? Ich denke mir nur so, durch das Abnehmen an sich sollte die Blutmenge im Körper doch trotzdem nicht nach unten gehen, so dass dadurch die Insulinkonzentration im Blut höher ist und so irgendwie stärker auf die vorhandene Glucose wirkt. Oder ist genau das die Begründung?

    Vielleicht kann mir hier jemand helfen die richtige Erklärung dafür zu finden. Würde mich schon mal interessieren[/quote]
  • Heinz

    Rang: Gast
    am 04.07.2014 12:42:20
    Ich habe eine RNY Magenbypass OP, am 2.5.2014 erhalten.
    eines sogenannte metabolische Op in KH Sachsenhausen

    bedeutet seit OP kein Insulin mehr gespritzt
    Bluthoch druck ist weg
    Blutfette in Ordnung
    nur die Schlafapnoe habe ich noch zu ca. 50%

    der Darm stellt sich um, Insulin wird besser verwertet, Insulin Resistenz somit auch erledigt.
    34 kg in 10 Wochen abgenommen, weitere 30kg sollen folgen.
    Früher 28IE Lantus und 6IE Novorapid/BE gespritzt - jetzt geheilt
    Kein Metformin etc..

    Alle mit der selben OP haben am Tag vor der OP das letzte mal gespritzt.
    Jedenfalls ist jetzt 99% des Magens weg und 2m Dünndarm umgeleitet.
    Statt Insulin jetzt 1 x monatlich B12 iv. und täglich Doppelte Vitamindosis..

    Alter HBA1C 7,4 am OP Tag 7,0, Ziel ist 5,8!!!
    bin aber weiter im Diabetes programm mit der Hoffnung das dies endgültig ist,
    es könnte sein, das ich in 8 Jahren wieder Metformin nehmen müßte.
    Wenn dann ist ein Zukünftiger wiederkehrender Diabetes wesentlich geringer...

    Heinz
  • Gast

    Rang: Gast
    am 04.07.2014 12:51:04
    Du hattest am Tag der OP einen HbA1c von 7,0 und die Diabetes-Behandlung wurde sofort abgesetzt? Das kann ich mir nicht vorstellen, es macht auch keinen Sinn.

    Ansonsten träum weiter, das Leben mit einem Magenbypass ist kein Zuckerschlecken. Und was in 8 Jahren ist, weißt du sowieso nicht.
  • Gast

    Rang: Gast
    am 04.07.2014 21:26:56
    Das nach einem Magenbypass der Diabetes weg sein kann ist doch bekannt !
  • Gast

    Rang: Gast
    am 04.07.2014 21:54:36
    Gast schrieb:
    Das nach einem Magenbypass der Diabetes weg sein kann ist doch bekannt !



    Bei HbA1c 7,0 ist er aber nicht weg.
  • Kato01

    Rang: Gast
    am 05.07.2014 07:46:41
    Richtig- das dauert etwas bis der Sinkt (3 Monate ca )doch alle anderen kurzzeitwerte sind eventuell ohne Medis ok.- Gesund-
    Viel. meinte er das.?!
    Bearbeitet von User am 05.07.2014 07:49:55. Grund: Korr.
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
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    Beiträge: 8857
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 05.07.2014 16:37:28
    Moinmoin,

    Typ2 und Insulinresistenz lassen sich nicht einfach mit Gewicht und Körperfett-Anteil erklären. Denn immer dann, wenn wieder ein schwergewichtiger Diabetes mit meistens deutlich mehr als HBA1c 7 oder 7,5 im Rahmen von etwa 7 Tagen nach ner bariatrischen OP (übrigens egal welche) einen erstaunlich weit verbesserten bis nahezu gesunden Glukose- UND INSULIN-Verlauf präsentiert, hat diese fette & faule Insulinresistenz-Erklärung einen Platten.

    Und seit 2005 lässt sich da noch einer drauf setzen. Denn da hat es die erste kleine Studie im offiziell anerkannten Format mit VLCD (Very Low Caloric Diet) mit ca. 600-800kcal am Tag gegeben, in der schwergewichtige Typ2er statt der OP gleich so wenig gegessen haben, wie nach der OP noch möglich. Und sie haben im Wochenrahmen die selben Glukose- und Insulin-Ergebnisse produziert, wie die Operierten. Schon lange bevor all die Fettkilos abgeschmozen sind, die der Insulinwirkung angeblich Widerstand leisten, und lange bevor die Muskelpakete zugewachsen sind, die die zuviele Glukose schon mit ihrem Grundumsatz verbrauchen sollen.

    NEIN, damit ist der Diabetes nicht weg, auch wenn das oft so verkauft wird. Denn keiner der erfolgreichen Absolventen hat damit bislang einen nichtdiabetischen Zuckerwasser-Test (OGTT) geschafft. Weil damit aber häufiger über Monate und Jahre ohne Zuckermedis ein fast gesunder Zustand erhalten werden kann, vor allem auch mit KH-armem Essen & Trinken, hat der einen vielversprechenden eigenen Namen bekommen, Remission.
    Als völlständige Remission gilt, wenn ohne alle Zuckermedis ein Jahr lang morgens nüchtern 100 und besser gemessen werden und HBA1c 6 und besser.

    Bisdann, Jürgen