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Metformin reduzieren?
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am 04.11.2014 18:53:10
Hallo an Alle,
ich habe meinen Langzeitzucker von 6,3 auf 5,7 reduziert. Der neue Wert entstand ca. 3 Wochen nach Beginn meiner Diät. (Der langsam steigende Wert hat mir die Augen geöffnet.)
Momentan nehme ich 2x 1000 Metformin.
Nun ist es so, dass ich durch meine KH-arme Diät einen morgendlichen BZ von 100 und tagsüber (sofern ich nicht mit Süssem zuschlage) einen max. BZ von 125 erreiche. Vor dem Mittagessen teilweise 90-95.
Die BZ-Werte spielen morgens nicht mehr verrückt, tagsüber wie gesagt auch toll.
Mein Selbsttest mit Traubenzucker ergab:
zu Beginn meiner Diät:
200 nach 6 Stück Traubenzucker - nach 2 Std. 146
letzte Woche:
170 nach 6 Stück Traubenzucker - nach 2 Std. 125.
Da hier viele Langzeitgeplagte wie ich sind, ist nun meine Frage an Euch, ob ich nicht
anfangen könnte 2x 500 Metformin zu nehmen.
Natürlich werde ich auch mit meinem Arzt noch reden, aber Ärzte sind schon manchmal
sehr zögerlich wenn es um reduzieren von Medikamenten geht.
Und da ich mich gerade mit diversen Büchern rumschlage bin ich gar nicht mehr so sicher
ob diese hohe Dosierung wirklich notwendig ist.
Was ist Eure Meinung (kein Ersatz für Arzt natürlich)?
LG
Heidi
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am 04.11.2014 22:00:01
Gratuliere dir zu deinen Werten, welche nebst Ernährungsmassnahmen offenbar unter Metformin entstanden sind. Deine Frage ist berechtigt, doch ist ein Forum keinesfalls dazu geeignet, medikamentöse Umstellungen und/oder Anpassungen vorzunehmen.
Besprich doch eine allfällige Reduktion des Metformins mit deinem Arzt. Falls er mit einer Reduktion zögerlich sein sollte, kann er dir dies sicher entsprechend begründen.2 Benutzer dankten für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 05.11.2014 10:05:46
Natürlich ist das eine Sache, die du gemeinsam mit deinem Arzt klären mußt, aber ich kann dir meine Erfahrungen schildern.
Ich nehme 2 x 1000 Metformin, zusätzlich zu meinem Insulin. Ich hatte schon Operationen, bei denen ich das Metformin kurzfristig absetzen mußte und ich habe festgestellt, daß die Wirkung von Metformin auf den BZ nicht zu unterschätzen ist. Meine Werte wurden merklich schlechter. Manche glauben, daß Metformin nicht viel taugt, weil es nicht teuer ist. Das ist ein Irrtum.
Aber wie gesagt, sprich mit deinem Arzt.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 05.11.2014 12:49:44
Hallo Heidi,
meinem Glückwunsch zu dem guten 5,7er HbA1c. :=)
Die 3 Wochen Diät können allerdings auf den Wert noch keinen sehr großen Einfluss gehabt haben, weil das HbA1c innerhalb von 8...10 Wochen gebildet wird. Wahrscheinlich hast du auch vorher schon einiges richtig gemacht.
Selbstverständlich bist du berechtigt, dich über deine Behandlung und die Medikamente schlau zu machen und diese Frage hier im Forum zu stellen. Genauso wie jeder angemeldete User hier berechtigt ist, dir darauf mit seinen Erfahrungen zu antworten. Lass dich von Diabeti nicht irritieren. Er preist hier ständig seine Vorstellungen von einem Wissensmonopol für Ärzte an, die absolut nicht mehr in unser Jahrhundert passt. Überlies am besten einfach die Beiträge von ihm und von seinen Unterstützern, die nichts zur Klärung deiner Frage beitragen.
Ich würde, so wie Erika es empfiehlt, das Metformin zumindest zur Zeit auch nicht reduzieren oder weglassen. Das Metformin wirkt sehr stark auf die Nüchternwerte. Wenn du es reduzierst, wird der NBZ wahrscheinlich nach oben gehen. Ich halte einen Nüchternwert um die 100 und niedriger für erstrebenswert. Mit weniger Metformin wirst du das wahrscheinlich nicht halten können. Da Metformin ein sehr sicheres Medikament ist, dass von vielen Diabetikern bereits über viele Jahre genommen wird, kann ich dir die weitere Einnahme wirklich empfehlen.
Wenn du es trotzdem ausprobieren willst, dann musst du unbedingt beachten, dass das Metformin einige Tage nachwirkt. Um auf der sicheren Seite zu sein, solltest du erst die Werte nach einer Woche mit den alten Werten vergleichen. Die 2*500 mg sind übrigens eine Dosis, von der keine allzu große Wirkung mehr ausgeht. Sollte diese Reduzierung wirklich zu keiner Verschlechterung der Werte führen, dann könntest du in einem zweiten Schritt auch gleich ausprobieren, wie es ganz ohne Metformin aussieht.
LG Rainer
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am 05.11.2014 12:53:52
Danke Euch.
Mir ist natürlich schon klar, dass ich nicht auf Metformin verzichten kann.
Ich dachte nur - vielleicht gibt es ein paar Mitglieder hier, die ihre Dosis merklich
reduzieren konnten, mit Rücksicht auf den Diabetes u. den Folgekrankheiten.
Ich muss noch mal nachlesen in dem Buch von Dr. Worm "Die Stopfleber".
Da geht es irgendwie darum, dass nach einer gewissen Abnahme das Metformin
den Fettabbau eher hindert als fördert. Aber wie gesagt, ich muss noch einmal
nachlesen.
Je mehr ich mich intensiver mit dem Thema beschäftige um so mehr merke
ich wie komplex das Thema Diabetes ist. Und das man sich nicht auf
Metformin und Insulin "ausruhen" sollte.
Bearbeitet von User am 05.11.2014 12:55:41. Grund: Vergessen -
am 05.11.2014 13:09:11
heidi69 schrieb:
Ich muss noch mal nachlesen in dem Buch von Dr. Worm "Die Stopfleber".
Da geht es irgendwie darum, dass nach einer gewissen Abnahme das Metformin
den Fettabbau eher hindert als fördert. Aber wie gesagt, ich muss noch einmal
nachlesen.
Hallo Heidi,
an so eine Stelle kann ich mich nicht erinnern. Wenn du etwas findest, dann sag mir bitte mal, wo und in welchem Zusammenhang das in dem Buch beschrieben wird.
Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, wie Metformin den Fettabbau behindern sollte. Es gibt auch mehrere Berichte, bei denen die Abnahme trotz intensivem Sport und KH-reduzierter Ernährung erst mit Metformin in Gang gekommen ist. Wenn du abnehmen willst, dann hilft dir das Metformin eventuell auch dabei ein bisschen, behindern wird es die Abnahme aber nicht.
LG Rainer
Bearbeitet von User am 05.11.2014 15:35:34. Grund: . -
am 05.11.2014 15:07:50
Moin Heidi,
dann auch noch meine 2 Cents an Sach-Infofür Deine Entscheidung: Metformin kann bei uns Typ2 sogar bei völlig gesunden BZ-Werten noch hilfreich sein.
Denn mit unserem Regeldefekt liefert unsere Leber typ2-typisch beständig mehr Glukose aus, als gebraucht wird, und dazu muss dann immer auch entsprechend mehr Insulin ausgeliefert werden, damit der BZ möglichst gesund gehalten werden kann. Und diese beständig höhere Insulin-Anforderung auch schon bei völlig gesundem BZ gilt als auf die Dauer krankhaft überlastend für die Insulin produzierenden Beta-Zellen.
Metformin bremst mit seiner Hauptwirkung einfach die Glukose-Ausgabe der Leber und kann damit bei uns Typ2 sogar bei völlig gesundem Nüchtern-BZ im Bereich von 70-90mg/dl hilfreich sein und die Beta-Zellen schonen helfen.
Bisdann, Jürgen
….....................................................................................................................
Dank an die Medizin, die ihr Wissen längst demokratisch mit uns allen teilt ;)2 Benutzer dankten für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 05.11.2014 16:01:49
Ach bin ich froh mal auf Menschen zu treffen die Ahnung haben.
Es ist unglaublich schwer im Net erfahrende Diabetiker zu treffen die offen und ehrlich sind.
@Jürgen.
Ich glaube genau das war der Punkt in dem Buch. Hab's nur durcheinander gebracht.
Dadurch, dass Metformin die Glukose-Ausgabe der Leber bremst, kann die Leber nicht richtig entfetten.
Sprich: bremst man die Glukose-Ausgabe, speichert die Leber Glukose ein.
Schlagt mich nicht gleich tot, ich muss wirklich noch mal nachlesen heute Abend.
1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 05.11.2014 19:51:11
Rainer schrieb:
Lass dich von Diabeti nicht irritieren. Er preist hier ständig seine Vorstellungen von einem Wissensmonopol für Ärzte an, die absolut nicht mehr in unser Jahrhundert passt.
Wer verunsichert in diesem Forum permanent User mit seinen inkompetenten Ferndiagnosen und absolut anmassenden Therapieempfehlungen?
Auch wenn das Wissensmonopol nicht den Ärzten vorbehalten ist, sind dies doch die Fachpersonen zur Diagnosestellung und für therapeutische Massnahmen.
Eigenständigkeit des Patienten bedeutet nicht, dass sie einen Rainer brauchen, welcher anstelle des Arztes sich als Diabetologe aufspielt und so Behandlungsempfehlungen abgibt.
Lebst du in einem Wahn, dass du dich durch Ärzte dermassen konkurrenziert fühlst?5 Benutzer dankten für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 06.11.2014 09:10:10
Hallo Heidi,
am Ende darfst du natürlich selbst entscheiden, ob du Diabetis veralteten Ansichten teilst, oder ob du den eingschlagenen Weg weiter gehst. Wenn du dich über deinen Diabetes und über Metformin so gut wie möglich informieren willst, dann ist das absolut kein Wahnsinn und du machst damit auch deiner Ärztin keine unzulässige Konkurrenz. Du legst damit den Grundstein für eure Zusammenarbeit und die gemeinsame Entscheidung über die optimale Therapie für deinen Diabetes.
Genau so soll das Arzt-Patienten-Verhältnis heutzutage auch aussehen. Die Ärzte haben dafür den neuen Fachbegriff Adhärenz geprägt. Der soll die früher geforderte Compliance, der blinde Gehorsam des Patienten gegenüber dem Arzt, ablösen. Ich kann dich nur ermutigen, deinen Weg weiter zu gehen und bei deiner Therapie mitentscheiden zu wollen. Das ist kein Wahnsinn, das ist sehr vernünftig und hilft dir, deinen Diabetes langfristig gut im Griff zu behalten.
LG Rainer
Bearbeitet von User am 06.11.2014 09:11:54. Grund: .1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.