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C-Peptid steigt wieder???
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Astrid
Rang: Gastam 04.03.2009 14:13:55
War heute bei meinem Diabetologen und wir waren beide ziemlich erstaunt, daß mein c-peptid-Wert von 0,01 auf 0,4 ( kein Schreibfehler, das gleiche Labor )
gestiegen ist. Wie kann das sein? Hat jemand ähnliches erlebt?
Der Diabetologe meinte es gibt auch Zwischenformen wie Diabetes Typ 2a oder sowas, und ich solle jetzt einfach mal das Basal-Insulin weglassen ( spritze morgens und abends je 6 IE Levemir ). Habe da ein bißchen "Schiß" davor, da ich irgendwo hier im Forum gelesen hab´, daß dann die BSD überstrapaziert wird. Hat das schonmal jemand probiert?
Kurzinfo:
bin 44 Jahre, weibl. schlank sportlich, Mai´08 wurde ganz klar Diabetes Typ 1 diagnostiziert, Hba1c ist nach anfänglichen 14,0 seit August´08 immer zwischen 6,3 -6,5
über Erfahrungen von Anderen würde ich mich freuen
mfg von Astrid -
klausdn
Rang: Gastam 04.03.2009 14:31:35
hallo astrid,
der sondertyp ist nicht 2a(das ist der veraltete ausdruck für schlanke 2er) sondern typ 1-lada ,
und was du ev hast,- einmal ist auch beim lada eine geringe remission möglich, zweitens hängt c-peptid stark vom zeitpunkt der blutentnahme, dem aktuellen bz, dem aktuellen be-status, ab.
grundsätzlich würde ich den auslaßversuch mit levemir erstmal am tage testen, denn da hast du kontrollmöglichkeit.
außer du hast nächtliche hypos,
ich hatte vor jahren mal etwas ähnliches, da brauchte ich "nur abends" kein bolusinsulin - war herrlich - leider zu früh gefreut, nach 5 tagen wars vorbei, und das schlagartig ! also vorsicht solche phasen sind extrem unzuverlässig.
mfg. klaus von klausdn -
Jürgen
Rang: Gastam 04.03.2009 14:51:11
1. Nahezu jeder Typ1 macht mit der Normalisierung seines BZ die Erfahrung, dass die eigene Insulinproduktion wieder ein Stück munterer wird, und es gibt wohl auch einige Programme in der Welt, die gezielt damit arbeiten.
2. Bei der selben Betazell-Kapazität bekommt man bei 2 Versuchen mit 2 verschiedenen Ausgangs-BZs selbstverständlich verschiedene C-Peptid-Werte, beim höheren eben einen höheren, weil mehr BZ ja auch mehr Insulin provoziert. Dass sich Deine Inselzellleistung verbessert hat, kann aus dem größeren C--Peptid-Wert also nur geschlossen werden, wenn der BZ dabei kleiner oder gleich wie beim ersten Test war. von Jürgen -
Astrid
Rang: Gastam 04.03.2009 17:36:00
Danke erstmal, also an den Essgewohnheiten und der IE-Anzahl, dem BE-Faktor und dem Hba1C-Wert hat sich ja im letzten halben Jahr fast nichts verändert.
Das einzig Unangenehme, daß ich bei der ganzen Sache habe ist das extreme Stoffgewechsel nach den Mahlzeiten, zB. Mittagessen:
vorher BZ 120 ( 5 IE Liprolog, Be-Faktor 1:1)
nach 3 Std. BZ zw. 110- 140, nach 6 Std. 170 ( da wirkt das Eiweiß, wie ich von Klaus inzwischen erfahren hab´), dannach wieder abflauend, gegen 22.00 Uhr BZ 120.
Aber nach dem Essen, hab´ich die ersten 2 Std. alle 20 Min. meinen BZ gemessen, da ich immer so "erschossen war" nach dem Essen:
Und das kam raus ( in 20min-Abständen nach dem Essen):
BZ 38, BZ 140, Bz 102, BZ 178 und nach drei Std. wieder 120.
Ihr könnt Euch vorstellen, daß ich nach dem Essen mit nix anderem zu kämpfen habe, als mit meinem Stoffwechsel.
von Astrid -
kati
Rang: Gastam 04.03.2009 18:34:30
Hallo Astrid.
Mir sind zwei Sachen aufgefallen, die eine Erklärung für dein Befinden nach dem Essen sein könnten.
1. BZ 38 (Hypo) und 2. der rasche Anstieg auf 140 innerhalb von 20 Min.
Das ist anstrengend für den Körper.
Wie wär's wenn du erst nach dem Essen spritzen würdest? Idealerweise mit gleichem Ausgangswert (+/- 10%) und vergleichbarer Mahlzeit.
Dann messen und mit den von dir gennanten Werten vergleichen. Vielleicht fühlst du dich dann besser...
Gruss Kati -
klausdn
Rang: Gastam 04.03.2009 18:38:41
hall astrid,
sprich doch mal mit dem doc, ob du nicht mal versuchst mit einem normalinsulin solche abschwung/aufschwung/abschwung ausgleichen kannst.
denn anscheinend ist das liprolog/humalog schneller als deine verdauung(falls du einen sea einhälst)
und wirkt allem anschein nicht lange genug.
dafür reicht der versuch mit dem reservepen und einer amp aus dem praxisfundus. du wärst nicht die erste mit drei insulinen. - beisp chinaman, da spritze ich vorher normal , bis wir da sind usw ist der sea erreicht, zuhause wird dann ev wieder korrigiert, wenn man das essen etwas einteilt die kh(reis) die knaller(soßen)
etwas dosiert, kommt man mit wenig korrektur aus.
und spart das spritzen vor ort.
mfg. klaus von klausdn -
Astrid
Rang: Gastam 04.03.2009 19:43:20
Hallo Kati, ich spritze fast immer nach dem Essen. Die Wirkung von Liprolog merke ich nach weniger als einer Minute nach dem Spritzen ( da fängt es an mit den "Fledermäusen" vor den Augen ).
Ich ernähre mich, bzw. probiere mich gesund zu ernähren, esse vorwiegend Dinkelprodukte und Gemüse, Vollkornbrote und Obst und viel Soja. Ich hab´auch so den Eindruck, daß die langsamer in den Blutzucker gehen, als das Insulin.
Doch auch mit einem Ess-Spritz-Abstand bleibt diese extrem geballte Insulinwirkung, die ich übrigens schon seit Beginn der Insulintherapie habe.
Falls ich mich nach dem Essen auch noch bewegen muß ( kommt ja vor, daß ich arbeite ), wird das sehr anstrengend. Inzwischen verzichte ich beim Arbeiten auf das Essen, ist besser so... von Astrid -
Astrid
Rang: Gastam 04.03.2009 23:15:38
Hallo Klaus,
meinst du mit Normalinsulin Schweineinsulin? Oder auf jeden Fall kein Synthetisches?
Nach der Diagnose letzten Mai war ich fast 4 Wochen in der Diabetes-Klinik Bad Nauheim zur Einstellung und Schulung.
Am Anfang habe ich kein synthetisches Insulin bekommen, sie haben 3 verschiedene getestet. Nach einer Woche hatten sie es dick, meine Werte waren trotz hoher Dosierung ( mehr als 20 IE pro Mahlzeit und nachts noch ein paarmal Korrektur kaum unter 400 zu kriegen.
Dann wurde ich umgestellt auf Levemir und Liprolog, und nach einem Tag hatte ich normale Werte und das mit ganz wenig IE.
Dabei ist es dann eben geblieben. War mir auch recht. Aber ich frag´mal meinen Diadoc wegen einem dritten Insulin. Er will mir auch immer eine Pumpe aufschwätzen und verschreibt mir auch sonst alles was ich brauche, der hat scheinbar noch kein Budget-Problem.
Klaus kennst du Anke eigentlich persönlich?
mfg:-) von Astrid -
thomas2002
Rang: Gastam 05.03.2009 02:35:22
gruß nach hg.
klausdn ist unser ladaspezialist. was ich noch nicht gelesen habe, ist remissionsphase aka kurzzeitige erholungsphase.
normalinsulin ist ein mahlzeitinsulin, welches auch tierisch sein kann, üblicherweise aber identisch mit menschlichem insulin mit etwas verzögerter wirkung, jedoch kein analogon, manchmal in biochemischen reaktoren produziert.
anke ist wohl unser dauertroll. sobald der name erscheint einfach auf durchzug schalten.
btw pumpe. nehmen, nicht fragen. google mal dr teupe bad mergentheim - althausen von thomas2002 -
klausdn
Rang: Gastam 05.03.2009 11:40:43
hallo,
thomas , ein lada ist ein stinknormaler t1, bei dem nur die autoimmunreaktion in schüben/langsamer verläuft,
weshalb sollte der keine remission haben?
astrid , ein normalinsulin ist unabhängig von der herstellung/herkunft immer normalinsulin.
zz in d zugelassen sind zwei herstellungsverfahren.
a. gentechnisches insulin mit hilfe von e. coli (aventis/lilly), mit hilfe von saccaromyces cerevisae(novo nordisk)
b. die alte nn variante austausch einer aminosäure bei schweineinsulin um humaninsulin zu erhalten(ratiopharm)
alle anderen insuline schwein/rind haben in d zz keine zulassung und werden nur in begründeten sonderfällen von der kasse erstattet. trotzdem sind diese auch sofern nicht verzögert normalinsuline.
verschreiben muß sowas kein arzt denn er hat garantiert irgendein ni imkühlschrank zum probieren.
trotzdem solltest du dem doc schon mal auf den zahn fühlen.
1. er kann dir eine pumpe verschreiben, das heißt noch lange nicht daß die kk diese bewilligt
2. wenn du, wie er sagte, auf die basis verzichten sollst, ist eine pumpe sinnlos=funktionsunfähig, ohne basis geht der katheter zu.
mfg. klaus von klausdn -
Astrid
Rang: Gastam 05.03.2009 13:30:46
Ah, ok wieder was gelernt, ist schon eine umfangreiche Materie, und ihr werft manchmal mit Fachausdrücken und Abkürzungen um euch.
Ja das stimmt, der Dia-Doc hat den Schrank voll mit dem ganzen Kram, deswegen hab´ich alles schon doppelt und dreifach.
Noch mal zu dem c-peptid. Der Wert zeigt doch die körpereigene Insulin-Produktion an und somit auch die Anzahl der verbliebenen Betazellen. Bei Typ 1 werden diese doch von körpereigenen Abwehrzellen zerstört und sind dann weg, oder? Nach und nach.
Wenn mein c-peptid nachdem er 9 Monate praktisch platt war ( 0,01 ) jetzt auf einmal 0,4 ( also 40x höher ist ) beträgt, müßte ich doch auch neue Betazellen bekommen haben, oder nicht?
mfg von Astrid -
Anke
Rang: Gastam 05.03.2009 13:36:42
C-Peptid steigt wieder??? Ist wie mit dem DAX und nur Broker interessiert das -ist nicht überlebenswichtig ! von Anke -
klausdn.
Rang: Gastam 05.03.2009 13:54:44
hallo astrid ,
ein einzelner c-peptidwert sagt praktisch überhaupt nichts aus, ohne die dazugehörigen bz werte und ein zweiter nach be zufuhr. daher wird er von vielen docs auch nicht gerne gemacht denn er kostet budget, und verleitet wie bei dir zu spekulationen.
meist wird er jetzt gemacht um zu prüfen ob noch genug eigenproduktion vorhanden ist, als grundlage für zb byetta.
daß 0,4 vierzigmal soviel ist wie 0,01 ist schon richtig (rechnnerisch) ob solche werte der wirklichkeit entsprechen ist recht zweifelhaft.
mfg. klaus von klausdn. -
rr
Rang: Gastam 05.03.2009 15:20:11
Ein klarer Fall für die Indikation einer Insulinpumpentherapie.
Kleine Basalraten, hohe Insulinempfindlichkeit, LADA mit wechselnder Eigensekretion.
Bei richtiger Begründung des diadocs sind die Aussichten für eine Genehmigung in der Regel gut.
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thomas2002
Rang: Gastam 06.03.2009 01:32:33
klaus, meinte, daß ich remissionsphase nicht in diesem thread gelesen habe.
astrid, die remissionsphase ist die lösung deines problems. durch fremdinsulin werden die verbliebenen betazellen etwas geschont, und können eine zeit lang etwas zuverlässiger arbeiten. von thomas2002 -
Astrid
Rang: Gastam 06.03.2009 14:34:25
Erstmal danke, ich hab´nochmal gegoogelt und tatsächlich sagt der c-peptid wohl nur was über die Aktivität der Betazellen aus, nichts über die Anzahl, schade, dachte mir wären neue gewachsen :-(
Eine Remissionsphase hab´ich nie bemerkt, seit mir Levemir und Liprolog verabreicht wurde ist der BZ-Verlauf, sowie die gesamte Insulin-Menge und der Hba1C fast langweilig gleich. Ich hab´nur diese extremen Schwankungen nach dem Essen.
Daß das Basal-Insulin bei mir nach 15min den Bz senkt ist vermutlich nur halb richtig, der Diadoc meinte, " da fühlt sich die BSD dann irgendwie daran erinnert, daß sie auch Insulin produzieren kann und es ist dann mein eigenes Insulin, daß ich kurz nach der Gabe vom Basal merke.
Meine KK ( DAK ) würde mir sofort eine Pumpe bewilligen, aber in meiner Schulung waren zwei Pumpenträger und ich fand das gar nicht so praktisch, und diese ständige Nadel im Bauch, die man ja auch öfters am Tag wechseln muß, und nachts?
Aber ich laß´mal das Levemir weg ab Montag und wir sehen, was passiert
mfg von Astrid -
Daniela
Rang: Gastam 08.03.2009 21:47:54
Hallo Astrid,
Depot weglassen, halte ich für nicht angebracht. Weniger oder Insulinpumpe sind wirklich die Lösung. Insulin weglassen bedeutet Insulinmangel, auch wenn das C-Peptid jetzt einmal höher war (besser ist es basal zu testen, ein Einzelwert ist unsinnig..).
Ja, eine Pumpe ist nervig, manchmal geht es aber nicht anders. ich habe die Animas IR1200, die wird auch für Kinder verwendet weil sie sehr wenig Insulin abgeben kann.
Möglicherweise kannst Du die Remission mit einer Leihpumpe leben, denn eine Remission geht leider vorüber.. Ohne Insulin in der Nacht besteht das Risiko des absoluten Insulinmangels, der kann dann die Remission abbrechen, bzw. andauernde erhöhte Werte zur Folge haben.
Spritze bitte weniger und miss häufiger in der Nacht, reduziere das Depot bis Du in den Normbereich kommst. Depot muss 2 Tage gleich bleiben, da die Wirkung von Depotinsulin sich auf 2 Tage auswirken kann. Um sicher zu gehen also nur alle 2 Tage die Dosis ändern und nicht täglich.
So, wünsch Dir dafür viel Erfolg und Grüße, Daniela -
Astrid
Rang: Gastam 08.03.2009 22:29:53
Hallo Daniela,
ich hab´auch ein bißchen Schiß mit dem Basal weglassen. Einen Basalratentest hab´ich schon gemacht, war ok. Es geht nur um die starken Schwankungen nach dem Essen. Kann ich denn jetzt noch eine Remission bekommen, 10 Monate nach Beginn der Insulintherapie? Der Diadoc meint nein, oder unwahrscheinlich.Der C-Peptid war ja 9 Monate fast platt und jetzt auf einmal 40x so hoch, schon komisch.
Naja, nichts ist unmöglich bei Diabetes. Ich hab´ja auch mit einer Schildrüsen-Unterfunktion abgenommen.
Ich kann das Basal-Insulin für den Anfang ja morgens weglassen. Meine Eigeninsulin-Produktion hängt sich an das Basal-Insulin dran, deshalb sinkt mein BZ 15 min nach dem Spritzen vom Basal, was ja eigentlich laut Wirkprofil nicht sein kann, also muß es körpereigenes sein.
Mal sehen, ob ich mich morgen traue
mfg von Astrid -
Iris
Rang: Gastam 17.03.2009 12:25:08
Hallo Astrid!
Habe seit fast 1 Jahr Diabetes Typ I.
Bei mir ist es beim Abendessen ähnlich wie bei dir. Wenn ich den gesamten Bolus gleich spritzen würde dann würde ich ca. 1 Std. nach dem Essen unterzuckern und ca. 3 Std. nach dem Essen wäre der BZ zu hoch. Das ist derzeit (seit ca. 2 Monaten) bei jedem Abendessen so, auch bei schnellen Kohlenhydraten.
Ich habe allerdings seit Oktober die Insulinpumpe und kann das Problem somit mit dem Dualen Bolus sehr gut lösen. Ich habe auch zuerst Zweifel daran gehabt, ob ich die Pumpe will od. nicht, bin mittlerweile aber voll zufrieden damit und würde sie nie mehr hergeben.
Liebe Grüße Iris -
Astrid
Rang: Gastam 18.03.2009 16:56:25
Hallo Iris,
ich hab´das jetzt anders gelöst:
1. ich sprtize das Levemir morgens mind. 2 Std. später ( dann fällt die Wirkspitze nicht mit dem Mittagessen und dem Essensinsulin zusammen )
2. spritze das Levemir jetzt in den Bauch, habe es immer so seitlich in den Hintern gespritzt und irgendwo hier gelesen, daß es da schlechter wirkt. Oberschenkel tut mir weh, da ist zu wenig Fleisch.
3. habe festgestellt, daß ich unheimlich auf Fett reagiere ( oder besser gesagt, daß Insulin reagiert nicht so gut, wenn ich viel Fett esse ). Mußte ja nie auf Kalorien achten und hab´dann nebenbei viel Käse und Nüsse und dunkle Schokolade gegessen.
Wenn ich diese drei Sachen beachte, spare ich viel Insulin und mein BZ ist für mich dann leichter zu berechnen.
Mit dem Basal ganz weglassen, hab´ich mich immer noch nicht getraut :::::::
Mein Diadoc meinte es gäbe Typ 1er, die nur Bolus spritzen, aber habe jetzt schon oft gelesen, daß es die ß-Zellen sehr strapaziert, wenn man sowas ausprobiert.
mfg von Astrid -
Daniela
Rang: Gastam 19.03.2009 22:51:30
Hallo Astrid,
super :-)
Ich denke jeder findet seinen Weg.
Dass Du mit Fetten Probleme hast, zeugt davon, dass Du zuwenig Insulin hast.
Bei Typ 2ern läuft das alles etwas anders.
Weiterhin viel Erfolg und liebe Grüße,
Daniela