Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.

Verzweifle so langsam

  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 5
    Mitglied seit: 15.01.2015
    am 16.01.2015 13:42:17
    Hallo ihr lieben,
    wo fange ich an? Hatte ja schon bei meiner Vorstellung erwähnt, das ich 2004 SS Diabetis mit Insulin hatte. Ging wieder weg, dann 2009 wieder SSD welcher aber blieb mit Schilddrüsenunterfunktion und Anemie. Wurde auf Tabletten gesetzt. Wurde letztes Jahr 2014 auf Insulin umgestellt (nicht eingestellt, gibt es in Spanien nicht. Musste selber mit klar werden). Hatte zwischen 2012/13 25 abgenommen (super). Jedoch fand ich mich dann doch zuuu dünn mit 60kg bei 1,63kg (ganz eingefallen und schlaffe Haut). Ich hatte soo viel abgenommen (2mon=15kg, Rest langsamer immer dünner). Als man mich auf Insulin (Apidra/SoloStar 3mal am Tag & Lantus für die Nacht) fing ich an zuzunehmen. Bekam auch mehr Hunger. Am Anfang fand ich´s gut, da ich wieder besser aussah aber als ich die 70gk Grenze überschritt, fand ich´s komisch und ging nicht mehr auf die Waage, bis die alten Klamottten wieder so gut wie passte, fiel ich vom Glauben ab. Sch.... 80kg :-((
    Dann kommt nun mein Problem: Ich weiss nicht wie man richtig spritzen muss (wieviel bei welchem Essen) ich sollte bei 4 anfangen und wenn 2 Tage lang zu hoch dann um 2 erhöhen. Aber ich esse ja nicht jeden Tag das Gleiche. Habe oft nachts Unterz. und auch tags. MEin BZ geht auch hoch, wenn ich Probleme/Stress habe. bekomme seit 2 Tagen den BZ nicht runter. Hab schon mal, dass er vor dem Essen höher ist, aber dann nach dem Essen wieder normal. Mit den Tabletten hab ich nie so hohen Zucker gehabt. Habe keine Ahnung von KH zählen, bekomme zwischen den Mahlzeiten oft nix runter oder bekomme heisshunger. Was kann man dann essen? Bei zu hohem BZ zwischen den Mahlzeiten, wie bekommt man den runter?
    -Könnt ihr mir erklären wie das alles geht (so dass ich das verstehe)
    -Was/wieviel darf/sollte ich essen? Gibt es Rezepte (Anregungen)?
    -Bekomme ich die kgs wieder runter?
    Ich danke euch von Herzem, allein dass ihr meine nervige Story lest und mir sogar helfen wollt/könnt.
    Von unseren Endocrinologen kann ich keine grosse Aufklärung verlangen. Man bekommt einen 1200 kalorien Plan und fertig. Da ich Deutsche in Spanien lebend bin, stehen da nur span. Essen drauf. Ich mache deutsches Essen.
    so genug. Ich hoffe uaf Hilfe und Aufklärung. Hatte mich versucht durch Forumdurchlesen schlau zu machen, aber alle Fälle sind unterschiedlich.
    LG Carmen
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 84
    Mitglied seit: 14.05.2014
    am 16.01.2015 15:10:48
    lachuchi schrieb:
    .................................. Hatte mich versucht durch Forumdurchlesen schlau zu machen, aber alle Fälle sind unterschiedlich.
    LG Carmen



    Hallo, Carmen.

    Genau so ist es. Darum würde ich, anstatt auf Rat und Therapie- und Handlungsanweisungen in einem Forum zu hoffen, von denen man nicht weiss, wer das ist und was der tatsächlich weiss, der sie gibt, auf jeden Fall einen Fachmann konsultieren.

    Und wenn das in Spanien nicht geht (kann ich mir z.B. in den deutschen Rentnerhochburgen, wo es jede Menge Diabetespatienten gibt, nicht vorstellen. Da gibt es ganz sicher deutsche Ärzte.), macht es Sinn, die Reisekosten nach Deutschland auf sich zu nehmen und einen Diabetologen aufzusuchen (vorher Termin machen)

    Ich will und kann nichts zur Quailtät und Unterschieden zwischen deutschen und spanischen Ärzten sagen, weil ich es nicht beurteilen kann, aber bei einer so erklärungsbedüftigen Therapie und einer so komplexen Krankheit, wie dem Diabetes, macht es schon Sinn, zumindestens in seiner Muttersprache (ich kann nicht beurteilen, wie Euer spanisch ist) in die Handhabung und die Zusammenhänge eingewiesen zu werden.

    The art of medicine consists in amusing the patient while nature cures the disease.
    Voltaire
  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 5
    Mitglied seit: 15.01.2015
    am 16.01.2015 16:46:36
    Hallo,
    spreche perfektes spanisch, lebe seit 26 Jahren hier. Hier wo ich wohne, gibt es 1. keine deutschen Ärzte, 2. selbst auf Gran Canaria wo ich 10 Jahre gelebt habe gibt es keine deutschen Diabetikspezialisten. Und mal so eben nach Deutschland zu einem Deutschen Spezialist ist absolut nicht möglich. 1. Übernimmt das unsere Krankenkasse nicht (auch wenn wir Privatpatienten sind) 2. kann ich mir das nicht leisten. Sehe selbst meine Geschwister nur über Skype.
    Komisch nur dass auf meine Fragen, die auch nicht viel anders sind keine Antworten gibt, oder Rat, um mich wenigstens etwas zu leiten. Bei anderen gab es ja auch viele Antworten. Ich kann wohl auch abschätzen was totaler Schwachsinn ist und was sein könnte. Allein die Frage wie man die Broteinheiten handelt und wieviel man daraufhin spritzen soll dürfte nicht schwer für INSULINER zu beantworten sein.
    Oder mir sagen welche Lebensmittel ich zu mir nehmen sollte.
    Die Heinis die hier schreiben hab ich auch schon durchschaut.
    LG Carmen
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8853
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 16.01.2015 17:03:06
    Moin Carmen,

    10 INSULINER müssen für die völlig gleiche Scheibe Brot 10 verschiedene Mengen Apidra spritzen. Und u.U. auch noch morgens und abends verschieden. Da ist aber kein medizinischer Hokuspokus dran, sondern was bei einem selbst wie funktioniert, kann man am besten selbst raus finden.

    Einfachster Anfang ist vor dem Essen messen und Deine Probierdosis Apidra Einheiten spritzen und das Brot dann essen und dann in Halbstunden-Schritten messen, wie Dein Blutzucker erst deutlich und dann weniger ansteigt und dann zu sinken beginnt. Und wo er nicht mehr sinkt oder sogar wieder ansteigt, hat die Dosis Apidra zu wirken aufgehört, die Du vor dem Essen gespritzt hast.

    Wenn Dein BZ dann etwa so ist wie vor dem Essen, hat die Dosis gepasst. Wenn der BZ dann deutlich niedriger als vor dem Essen ist, brauchst Du eben weniger Insulin für so ein Brot.
    Wenn der BZ höher als vor dem Essen ausläuft, brauchst Du halt mehr. Und dieses Weniger oder Mehr kannst Du auch wieder nur austesten, indem Du die Dosis für so ein Brot beim nächsten Essen verringerst bzw. erhöhst und das Spiel eben so oft wiederholst, bis Insulinmenge und so 1 Brot zueinander passen.
    Recht normal ist, dass Du für 2 Scheiben von dem Brot wahrscheinlich die doppelte und für 3 wahrscheinlich die dreifache Menge Apidra brauchst. Aber nur von DEM Brot. Wenn Du ein anderes nimmst, kann Dir die Dosis für das erste nur einen Anhalt geben, und Du musst dann wieder messen, wie's hin kommt.

    Die Scheibe Brot steht hier als Beispiel für ne Sorte und Menge KHs, die Du einigermaßen täglich isst. Und das Test-Beispiel wiederholst Du halt mit allen KHs, die Du häufiger isst. In nem Monat bist Du damit einigermaßen durch und kannst dann auch bei Dingen, die Du noch nicht genau ausgetestet hast, sehr viel zutreffender als heute abschätzen, wie viel Apidra Du dafür brauchst :)

    Auch wenn es 24 Stunden einigermaßen gleichmäßig wirkt, spritze ich mein Lantus mit jeweils meiner halben Tagesdosis morgens und abends. Hat den Vorteil, dass es nicht um alles-oder-nichts sondern nur um die Hälfte geht, wenn ich meistens abends irgendwann gegen 10 einfach nicht mehr sagen kann, ob ich das Lantus für die Nacht schon gespritzt hab oder nicht und das halt im Zweifel raus lasse ;)

    Daumendrück, Jürgen
     2 Benutzer dankten für diesen Nützlichen Beitrag.
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 84
    Mitglied seit: 14.05.2014
    am 16.01.2015 17:06:43
    lachuchi schrieb:
    Hallo,
    spreche perfektes spanisch, lebe seit 26 Jahren hier. Hier wo ich wohne, gibt es 1. keine deutschen Ärzte, 2. selbst auf Gran Canaria wo ich 10 Jahre gelebt habe gibt es keine deutschen Diabetikspezialisten. Und mal so eben nach Deutschland zu einem Deutschen Spezialist ist absolut nicht möglich. 1. Übernimmt das unsere Krankenkasse nicht (auch wenn wir Privatpatienten sind) 2. kann ich mir das nicht leisten. Sehe selbst meine Geschwister nur über Skype.
    Komisch nur dass auf meine Fragen, die auch nicht viel anders sind keine Antworten gibt, oder Rat, um mich wenigstens etwas zu leiten. Bei anderen gab es ja auch viele Antworten. Ich kann wohl auch abschätzen was totaler Schwachsinn ist und was sein könnte. Allein die Frage wie man die Broteinheiten handelt und wieviel man daraufhin spritzen soll dürfte nicht schwer für INSULINER zu beantworten sein.
    Oder mir sagen welche Lebensmittel ich zu mir nehmen sollte.
    Die Heinis die hier schreiben hab ich auch schon durchschaut.
    LG Carmen



    Ja, dann..........................

    Viel Erfolg.

    The art of medicine consists in amusing the patient while nature cures the disease.
    Voltaire
  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 5
    Mitglied seit: 15.01.2015
    am 16.01.2015 17:34:48
    Vielen Dank Jürgen,
    das ist ja schon mal ein Anfang um einen Rythmus zu bekommen.
    Nach welcher Zeit sollte das Ergebnis "gleich" sein, 2 Std?
    Wieso soll man vorher spritzen? Oft isst man dann doch mehr oder evntl. sogar weniger wie gedacht.
    Was sollte man zwischendurch essen (muss man überhaupt was essen)?
    Und das Lantus, wenn ich z:B. bis jetzt abends 20 spritzte, jetzt mal mit 10 morgens und 10 abends versuchen?
    Danke nochmals
    LG Carmen
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 200
    Mitglied seit: 01.01.2014
    am 16.01.2015 17:41:10
    .
    Bearbeitet von User am 03.02.2016 01:44:09. Grund: .
     2 Benutzer dankten für diesen Nützlichen Beitrag.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 200
    Mitglied seit: 01.01.2014
    am 16.01.2015 17:56:21
    .
    Bearbeitet von User am 03.02.2016 01:44:21. Grund: .
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8853
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 16.01.2015 18:20:31
    Moin Carmen,

    Du kannst Deinem Apidra nicht befehlen, wie schnell und wie lange es bei Dir wirken soll. Du kannst nur so systematisch wie beschrieben rausfinden, wie schnell und wie lange es das bei Dir tatsächlich macht.

    Konkretes Beispiel: Vor nem halben Jahr haben wir zu 2 INSULINERn beim Familienkaffee nebeneinander gesessen und 2 gleiche Stücke Apfelkuchen gegessen. Der Kollege hat nur 3 Einheiten Apidra dafür gespritzt und 2 Stunden später vor dem Abendessen schon wieder seinen BZ um 100, während ich 14 Einheiten gespritzt hatte und meiner da noch bei 160 war und ohne weiteres Essen erst so zwischen 19 und 20 Uhr wieder bei meinen 80 ausgelaufen ist.

    Weil das Apidra in größeren Mengen bei mir eher 4 Stunden braucht, bis es ausgewirkt hat, esse ich zum Abend eher weniger und vor allem nach 20 Uhr überhaupt keine KHs mehr.

    Bisdann, Jürgen
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8853
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 16.01.2015 18:25:50
    Moin Poth,

    wenn Du Tresiba täglich spritzt, ist das das selbe Prinzip, wie wenn Du Lantus halbtäglich spritzt. Und um nen Pieks wollen wir doch hier nicht feilschen, oder? An Buffet-Tagen komm ich locker auf 10-12 Apidra-Piekse. Meinst Du, dass da noch einen Unterschied macht, ob da dann noch 1 oder 2 Piekse für Lantus dazu kommen?

    Bisdann, Jürgen
  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 5
    Mitglied seit: 15.01.2015
    am 16.01.2015 18:32:36
    Wenn ich das richtig verstehe, soll ich jedesmal wenn ich was esse (Torte/Kuchen, Brötchen ähnliches) spritzen? Auch wenn ich absolut keine schnellen KHs esse?
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8853
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 16.01.2015 20:00:16
    Vielleicht schaust Du mal hier? Je besser wir mit Diabetes diesen Verlauf nachzustellen schaffen, desto gesünder leben wir :)
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 200
    Mitglied seit: 01.01.2014
    am 16.01.2015 22:16:41
    .
    Bearbeitet von User am 03.02.2016 01:44:40. Grund: .
  • DM1Diabetes

    Rang: Gast
    am 17.01.2015 15:25:54
    Hallo Carmen,

    du hast sicherlich mehr Erfahrung mit Deinem Diabetes als es Dir jetzt erscheint. Wir können Dir eventuell helfen, wenn du uns einige Daten zur Verfügung stellst. In der Konventionelle Insulintherapie (CT) gibt es einen Spritzplan und einen Essensplan. Wenn Du uns beides zur Verfügung stellst könnten wir die derzeitigen Faktoren berechnen. Alternativ kannst du auch aufschreiben wie viele Kohlehydrate Du morgens isst und wie viel Einheiten Insulin gespritzt werden, welcher Blutzuckerwert ist gemessen worden? Das selbe für Mittags und Abends: Daraus kann man sicher einiges errechnen.

    Falls Du das noch nicht hast kann ich Dir als Insulinpflichtgier Diabetiker aber einige Tips zu strukturieren und Datensammeln geben.
    1. Besorge Dir eine Küchenwaage und ein Diabetikertagebuch. In den Tagebuch sollte das Datum, die Uhrzeit, der Blutzucker, die Mahlzeit, die Menge an Insulin, Ob du Sport gemacht hast (was für einen Sport und wie lange), auch Stress kann eingetragen werden, stehen .
    Das Tagebuch kann auf Papier geführt werden oder auch elektronisch. Es gibt auch Diabetiker Tagebücher als apps für Smartphones (z.B. DiabetesConnect http://www.diabetesconnect.de/ , SiDiary http://www.sidiary.de/download-sidiary-103.asp?IDSprache=1&idMenu=4 )
    2. Besorge Dir eine Kalorien oder Kohlehydrattabelle oder Buch (Ich Persönlich bin mit dem Buch Kalorien Mundgerecht sehr zufrieden. Es gibt aber auch Tabellen im Internet z.B. http://www.gemeinsam-geht-es-leichter.de/de/leichterimalltag/betabelle/page.html oder http://www.lebensmittel-tabelle.de/Gruppe_3.html

    Der individueller Faktor hängt von verschiedenen Faktoren ab z.B von Tageszeit, Stress (lässt die Blutzuckerwerte um ca. 30-50 % steigen und eben auch den Insulinbedarf), Fieber, oder körperliche Aktivität (Sport senkt den Blutzuckerwert um ca 30-50% und eben auch den Insulinbedarf) usw. ab. Deswegen haben Insulinpflichtige Diabetiker meist auch verschiedene Faktoren. Ich habe Morgens einen anderen Faktor als Mittags und Abends einen anderen als Mittags und Morgens. Am besten bestimmt man, als ungeübte/r DiabetikerIn diesen Faktor gemeinsam mit dem Diabetes Team (Diabetologin/Dabetisassistentin). By the way, die Karnkenkassenkarte eines EU Landes gilt auch in allen anderen EU-Staaten. Sollte Du mal in Deutschland sein lass Dich mal hier von einem Diabetologen einstellen Da ich neu eingestellt bin und ich es noch frisch im Hinterkopf habe versuche Ich mal den Weg zu beschreiben.

    Zu beginn erst einmal ein paar Begriffe und Abkürzungen, die gut geschulte Diabetiker verwenden: 

    Ich bin ein wenig Oldschool und rechne noch in Broteinheiten(BE). Eine Broteinheit sind 12g Kohlehydrate. Für 4 Broteinheiten sind also 48g Kohlehydrate nötig (12g Kohlehydrate * 4 = 48g Kohlehydrate) Kohlehydrate. Wenn ich also 4 Broteinheiten Bauernbrot essen möchte dann brauche ich 100 g Bauernbrot. Dafür habe ich in der Tabelle http://www.lebensmittel-tabelle.de/Gruppe_3.html nachgeschaut und gesehen das 100 g Bauernbrot 47g Kohlehydrate enthält. 47/12= 3,9 Broteinheiten (BE), aufgerundet 4 BE. 4 BE Pommes sind ca. 150g Pommes. 4 BE gekochte Nudeln sind ca 250 g gekochte Nudeln usw. Heute rechnen viele mit Kohlenhydrateinheiten (KE) statt mit Broteinheiten (BE). 1 Kohlehydrateinheit entspricht 10 g Kohlehydrate. Du solltest dich auf eine der beiden Einheiten Festlegen und erst einmal nur mit dieser Einheit rechnen.

    Um den Mahlzeitenfaktor (Bolus) zu ermitteln sollte erst festgelegt werden ob mit KE oder BE gerechnet wird. Hat man sich einmal festgelegt sollte diese Einheit auch durchgängig eingehalten werden um eine Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Ein Diabetikertagebuch (mit Uhrzeit/ Blutzuckerwert/ Mahlzeit (in BE oder KH)/ Einheiten Insulin und eventuell Korrekturinsulin) erleichtert die Übersicht. Es sollte nur der Faktor einer Mahlzeit verändert werden und dann 3 bis 4 Tage beobachten was passiert bevor weiter an den individuellen BE Faktor rumgeschraubt wird. 

    Wird davon ausgegangen dass 1 BE 1,5 I.E. entspricht dann wird zum Beispiel zu einem Frühstück mit 100g Bauernbrot 6 Einheiten Insulin injiziert. 100 g Bauernbrot enthalten ca. 47g Kohlehydrate/ 12 = 3,9 BE aufgerundet 4 BE. 4 BE * 1,5 Einheit Insulin = 6 Einheiten Insulin. Sollte es zu keiner Unterzuckerungen kommen wird zum Mitbergessen der Blutzucker gemessen. Liegt er im Zielbereich und wiederholt sich dass in den nächsten 2 bis 3 Tagen ist 1,5 IE/BE der Faktor für das Frühstück. Sind die Blutzuckerwerte an mehreren Tagen zum Mittag oberhalb des Zielbereiches und muss deshalb eine Korrektur gesprizt werden, dann muss morgens mehr gesprizt werden z.B. 1,75 I.E./BE (bei dem Beispiel mit dem 4 BE zum Frühstück sind das dann 7 Einheiten Insulin. 4 BE * 1,75 = 7 Einheiten Insulin) Unterzuckert man an mehreren Tagen muss weniger injiziert werden z.B. 0,5 I.E. pro BE (bei den Beispiel mit dem 4 BE zum Frühstück sind es 2 Einheiten Insulin. 4 BE *0,5= 2 Einheiten Insulin). Das wird so lange wiederholt bis der richtige Faktor feststeht. Danach wird der Faktor einer andere Mahlzeit z.B Mittag- oder Abendessen, nach dem gleichen Prinzip, verändert.Mit ein wenig Übung und Unterstützung ist das ganze gar nicht so kompliziert und ermöglicht ein fast normales Leben.

    Bearbeitet von User am 17.01.2015 15:32:05. Grund: Vertippt