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Verzweifle so langsam
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am 16.01.2015 18:32:36
Wenn ich das richtig verstehe, soll ich jedesmal wenn ich was esse (Torte/Kuchen, Brötchen ähnliches) spritzen? Auch wenn ich absolut keine schnellen KHs esse?
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am 16.01.2015 20:00:16
Vielleicht schaust Du mal hier? Je besser wir mit Diabetes diesen Verlauf nachzustellen schaffen, desto gesünder leben wir :) -
am 16.01.2015 22:16:41
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Bearbeitet von User am 03.02.2016 01:44:40. Grund: . -
DM1Diabetes
Rang: Gastam 17.01.2015 15:25:54
Hallo Carmen,
du hast sicherlich mehr Erfahrung mit Deinem Diabetes als es Dir jetzt erscheint. Wir können Dir eventuell helfen, wenn du uns einige Daten zur Verfügung stellst. In der Konventionelle Insulintherapie (CT) gibt es einen Spritzplan und einen Essensplan. Wenn Du uns beides zur Verfügung stellst könnten wir die derzeitigen Faktoren berechnen. Alternativ kannst du auch aufschreiben wie viele Kohlehydrate Du morgens isst und wie viel Einheiten Insulin gespritzt werden, welcher Blutzuckerwert ist gemessen worden? Das selbe für Mittags und Abends: Daraus kann man sicher einiges errechnen.
Falls Du das noch nicht hast kann ich Dir als Insulinpflichtgier Diabetiker aber einige Tips zu strukturieren und Datensammeln geben.
1. Besorge Dir eine Küchenwaage und ein Diabetikertagebuch. In den Tagebuch sollte das Datum, die Uhrzeit, der Blutzucker, die Mahlzeit, die Menge an Insulin, Ob du Sport gemacht hast (was für einen Sport und wie lange), auch Stress kann eingetragen werden, stehen .
Das Tagebuch kann auf Papier geführt werden oder auch elektronisch. Es gibt auch Diabetiker Tagebücher als apps für Smartphones (z.B. DiabetesConnect http://www.diabetesconnect.de/ , SiDiary http://www.sidiary.de/download-sidiary-103.asp?IDSprache=1&idMenu=4 )
2. Besorge Dir eine Kalorien oder Kohlehydrattabelle oder Buch (Ich Persönlich bin mit dem Buch Kalorien Mundgerecht sehr zufrieden. Es gibt aber auch Tabellen im Internet z.B. http://www.gemeinsam-geht-es-leichter.de/de/leichterimalltag/betabelle/page.html oder http://www.lebensmittel-tabelle.de/Gruppe_3.html
Der individueller Faktor hängt von verschiedenen Faktoren ab z.B von Tageszeit, Stress (lässt die Blutzuckerwerte um ca. 30-50 % steigen und eben auch den Insulinbedarf), Fieber, oder körperliche Aktivität (Sport senkt den Blutzuckerwert um ca 30-50% und eben auch den Insulinbedarf) usw. ab. Deswegen haben Insulinpflichtige Diabetiker meist auch verschiedene Faktoren. Ich habe Morgens einen anderen Faktor als Mittags und Abends einen anderen als Mittags und Morgens. Am besten bestimmt man, als ungeübte/r DiabetikerIn diesen Faktor gemeinsam mit dem Diabetes Team (Diabetologin/Dabetisassistentin). By the way, die Karnkenkassenkarte eines EU Landes gilt auch in allen anderen EU-Staaten. Sollte Du mal in Deutschland sein lass Dich mal hier von einem Diabetologen einstellen Da ich neu eingestellt bin und ich es noch frisch im Hinterkopf habe versuche Ich mal den Weg zu beschreiben.
Zu beginn erst einmal ein paar Begriffe und Abkürzungen, die gut geschulte Diabetiker verwenden:
Ich bin ein wenig Oldschool und rechne noch in Broteinheiten(BE). Eine Broteinheit sind 12g Kohlehydrate. Für 4 Broteinheiten sind also 48g Kohlehydrate nötig (12g Kohlehydrate * 4 = 48g Kohlehydrate) Kohlehydrate. Wenn ich also 4 Broteinheiten Bauernbrot essen möchte dann brauche ich 100 g Bauernbrot. Dafür habe ich in der Tabelle http://www.lebensmittel-tabelle.de/Gruppe_3.html nachgeschaut und gesehen das 100 g Bauernbrot 47g Kohlehydrate enthält. 47/12= 3,9 Broteinheiten (BE), aufgerundet 4 BE. 4 BE Pommes sind ca. 150g Pommes. 4 BE gekochte Nudeln sind ca 250 g gekochte Nudeln usw. Heute rechnen viele mit Kohlenhydrateinheiten (KE) statt mit Broteinheiten (BE). 1 Kohlehydrateinheit entspricht 10 g Kohlehydrate. Du solltest dich auf eine der beiden Einheiten Festlegen und erst einmal nur mit dieser Einheit rechnen.
Um den Mahlzeitenfaktor (Bolus) zu ermitteln sollte erst festgelegt werden ob mit KE oder BE gerechnet wird. Hat man sich einmal festgelegt sollte diese Einheit auch durchgängig eingehalten werden um eine Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Ein Diabetikertagebuch (mit Uhrzeit/ Blutzuckerwert/ Mahlzeit (in BE oder KH)/ Einheiten Insulin und eventuell Korrekturinsulin) erleichtert die Übersicht. Es sollte nur der Faktor einer Mahlzeit verändert werden und dann 3 bis 4 Tage beobachten was passiert bevor weiter an den individuellen BE Faktor rumgeschraubt wird.
Wird davon ausgegangen dass 1 BE 1,5 I.E. entspricht dann wird zum Beispiel zu einem Frühstück mit 100g Bauernbrot 6 Einheiten Insulin injiziert. 100 g Bauernbrot enthalten ca. 47g Kohlehydrate/ 12 = 3,9 BE aufgerundet 4 BE. 4 BE * 1,5 Einheit Insulin = 6 Einheiten Insulin. Sollte es zu keiner Unterzuckerungen kommen wird zum Mitbergessen der Blutzucker gemessen. Liegt er im Zielbereich und wiederholt sich dass in den nächsten 2 bis 3 Tagen ist 1,5 IE/BE der Faktor für das Frühstück. Sind die Blutzuckerwerte an mehreren Tagen zum Mittag oberhalb des Zielbereiches und muss deshalb eine Korrektur gesprizt werden, dann muss morgens mehr gesprizt werden z.B. 1,75 I.E./BE (bei dem Beispiel mit dem 4 BE zum Frühstück sind das dann 7 Einheiten Insulin. 4 BE * 1,75 = 7 Einheiten Insulin) Unterzuckert man an mehreren Tagen muss weniger injiziert werden z.B. 0,5 I.E. pro BE (bei den Beispiel mit dem 4 BE zum Frühstück sind es 2 Einheiten Insulin. 4 BE *0,5= 2 Einheiten Insulin). Das wird so lange wiederholt bis der richtige Faktor feststeht. Danach wird der Faktor einer andere Mahlzeit z.B Mittag- oder Abendessen, nach dem gleichen Prinzip, verändert.Mit ein wenig Übung und Unterstützung ist das ganze gar nicht so kompliziert und ermöglicht ein fast normales Leben.
Bearbeitet von User am 17.01.2015 15:32:05. Grund: Vertippt