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Wirkt Metformin bei mir nicht?

  • Matthias

    Rang: Gast
    am 30.10.2010 13:51:08
    Hallo zusammen,

    im Rahmen einer Blutuntersuchung wurde bei mir vor ca. 6 Wochen ein relativ hoher Nüchternblutzucker festgestellt.
    Daraufhin wurden zwei Glukosetoleranztests durchgeführt, die beide nicht sehr gut ausgefallen sind.
    Danach wurden dann noch die C-Peptide, der Hba1-Wert und irgendwelche Antikörper bestimmt, die den Diabetestyp diagnostizieren.

    Jedenfalls hat mein Arzt danach gesagt, es wäre Typ 2.
    Da der Hba1-Wert bei 5,7 lag muss sich der Diabetes erst vor kurzem entwickelt haben.

    Ich bin 33, um die 1,70 und wiege um die 84Kg, daher wurde mir Metformin verschrieben, welches ich nun seit etwa 5 Wochen einnehme.
    Bin inzwischen auch bei der Höchstdosis von 3gr, die Tabletten nehme ich immer nach der Hauptmahlzeit ein.

    Na ja, ich bin seitdem immer fleissig am Blutzucker messen, auch wenn mein Arzt gesagt hat, daß ich das als Typ2-Diabetiker nicht so oft zu messen bräuchte.

    Vom Gefühl her wirkt Metformin so gut wie gar nicht auf den BZ.
    Im Schnitt liege ich zwischen 120-140 mg/dl.
    Ich habe eine Woche vor der Einnahme von Metformin gemessen und hatte fast identische Werte.

    Besonders der Nüchternblutzucker ist immer enorm hoch, heute morgen z.B. 147 mg/dl.
    Obwohl ich 11 Stunden lang nichts gegessen habe.

    Mir drängt sich der Eindruck auf, daß Metformin nicht zu wirken scheint (ausser die Nebenwirkungen!), oder das ich vielleicht doch eine andere Form von Diabetes habe?
    Hat jemand einen Rat?
    Selbstverständlich werde ich kommende Woche auch mal meinen Arzt zu Rate ziehen.
    von Matthias
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 30.10.2010 18:20:44
    Moin Matthias,

    zu Deinem ansteigenden Nüchtern-BZ:
    Vom täglichen Gesamtumsatz an Blutzucker kommt bei DGE-gesunder Ernährung nur etwa eine Hälfte extern direkt durch die Futterluke, während die andere Hälfte intern von Leber und Nieren dazu gegeben wird. Und schon auf dem Weg zum Typ2
    1. steigt die interne Ausgabe immer häufiger immer höher über den notwendigen Rahmen hinaus an,
    2. entwickeln die Insulin produzierenden Beta-Zellen eine sogenannte Sekretionsstarre und reagieren immer weniger auf den Glukose-Anreiz zur Insulin-Ausgabe und
    3. nimmt die Anzahl der funktionierenden Beta-Zellen im Vergleich zu der eines Gesunden gleichen Geschlechts und Alters und BMI schon deutlich ab.

    Gegen morgen werden zudem turnusmäßig eine Reihe von Hormonen ausgeschüttet, mit denen der BZ ansteigt, wenn nicht entsprechend mehr Insulin ausgegeben wird.
    Alles Gründe, die den morgentlichen Nüchtern-BZ unserem direkten Einfluss weitgehend entziehen. Und viele von uns erleben, wie ihr Nüchtern-BZ langsam wieder sinkt, wenn sie die 1-Stunden-Anstiege mit dem Essen gesund begrenzen.

    Mit seiner Hauptwirkung behindert Metformin die interne Zuckerausgabe (1.) - um bis zur Hälfte, schreibt ein Hersteller, aber nicht zur Hälfte von welcher tatsächlichen Größe. Alle übrigen dem Metformin zugeschriebenen Wirkungen hab ich noch nirgendwo in irgend einer Weise größenmäßig spezifiziert gefunden.
    Allerdings kenne ich Metformin als ein Medikament, das am besten mit gleichmäßiger Verteilung über den Tag wirkt. Vielleicht hast Du damit noch eine Verbesserungsmöglichkeit.

    Bisdann, Jürgen
  • Daniela

    Rang: Gast
    am 30.10.2010 22:42:56
    Hallo,

    "Mir drängt sich der Eindruck auf, daß Metformin nicht zu wirken scheint (ausser die Nebenwirkungen!), oder das ich vielleicht doch eine andere Form von Diabetes habe?"

    Könnte mir vorstellen, dass Du wirklich einen anderen typ Diabetes hast.
    Hat Dein Arzt auch nach MODY-Typen gesucht?
    Es gibt MODY, die Insulin brauchen und MODY, die kein Insulin brauchen.
    Außerdem, nach WAS für Antikörper hat Dein Arzt geguckt, da gibts nen paar...

    LG, Daniela
  • Lilo

    Rang: Gast
    am 01.11.2010 13:16:21
    Hi Matthias,

    3 g Metformin? Vom Arzt verordnet? Vom Hausarzt? Im Beipackzettel steht zwar drin, Max.dosis 3g, aber jeDer Diabetologe plädiert für maximal 2 g täglich, nicht mehr.

    Du schreibst, du bist fleißig am Messen? Aber davon ändern sich keine BZ-Werte.

    Mich würde interessieren, was du an deiner Ernährung jetzt anders machst?

    Oder wurde Metformin verordnet und die Tablette solls jetzt richten?

    von Lilo
  • Matthias

    Rang: Gast
    am 01.11.2010 17:07:44
    Hallo,

    ich bedanke mich für die höchst interessanten Antworten!

    @Daniela
    Ich werde speziell beim nächsten Arztbesuch wegen diesen Mody-Typen mal nach haken!
    Da mein GammaGT-Wert recht hoch ist, könnte das ein Indiz sein?

    Ich weiss gerade den Namen der Antikörper nicht, es ging aber darum, ob es ein Typ1-Diabetes sein könnten, wenn ich richtig informiert bin handelt es sich ja hierbei um eine Autoimmunerkrankung in deren Verlauf der Körper die Inselzellen zerstört mit Hilfe dieser Antikörper.

    @Lilo

    Ja, 3gr, immer zum Essen.
    Aber vielleicht steige ich eigenständig mal auf 2gr um?

    Zur Essensumstellung:
    Ein großer Esser war ich eigentlich nie, ich esse nicht mal wirklich viel Süßigkeiten.
    Trotz meines Gewichtes habe ich nur einen KFA von 20%.
    Ich betreibe Kraftsport und bin daher relativ muskulös.
    Und nein, ich habe noch nie und werde niemals verbotene Substanzen zum Muskelaufbau benutzen!

    Ich dachte auch immer, daß ich mich relativ gesund ernähre :
    Morgens z.B. oft Magerquark mit Haferflocken und Rosinen oder Kirschen bzw. Himbeeren.
    Mittags in der Kantine halt was es gibt mit Betonung auf Gemüse, Pudding oder Sonstiges zum Nachtisch gibt es selten bis gar nicht.
    Abends ernähre ich mich meistens proteinreich, d.h. Roggenbrot mit Pute, manchmal aber auch n bissl fettiger, d.h. Wurst oder Camembert, oft aber auch Lachs.
    Ich achte darauf überwiegend unbehandelte Produkte zu essen, z.B. NAturjoghurt als behandelter Fruchtjoghurt.

    Kalorientechnisch liege ich meistens so um den Kalorienwert von 2700 Kalorien, wie ich hier nach gerechnet habe, und dabei habe ich noch nicht einmal meine sportlichen Aktivitäten eingerechnet:
    https://www.uni-hohenheim.de/wwwin140/info/interaktives/energiebed.htm

    Das einzige was ich mir ganz gerne gegönnt habe ist das allabendliche Glas Rotwein oder auch mal zwei oder ein Bier.
    Ab und an mal 70%tige Schokolade.

    Den Alkohol lasse ich momentan weg, da er mir mit dem Metformin inzwischen nicht mehr schmeckt, mich sogar geradezu anekelt..
    Eine Unterzuckerung durch Alkohol und Metformin fand bei mir aber auch nicht statt.

    Für mich ist der Diabetes unerklärlich, es kann nur genetische Ursachen haben, da mein Opa und meine Oma väterlicherseits Diabetes hatten.

    Das Einzige was meinen BZ wirklich gut senkt ist Ausdauertraining, was ich halt nicht so gerne mache, ich bewege lieber schwere Gewichte, was den BZ aber nur mässig senkt. von Matthias
  • thomas2002

    Rang: Gast
    am 01.11.2010 21:21:08
    zu den werten, 120-140 mg in der spitze sind zwar auffällige werte, jedoch "fachoffiziell" kein dm.

    bei deinem lebensstiel habe ich persöhnlich bedenken, was die diagnose dm 2 betrifft. frage den doc, ob er auf dm 1 oder lada untersucht hat. lasse dir die laborwerte außdrucken. waren die c-peptid-werte höher als üblich?

    frage hausarzt oDer Diabetologe. ha können einen dm erkennen, wenn sie ihn sehen mehr nicht. mit oder ohne überweisung direkt zum diadoc. von thomas2002
  • Lilo

    Rang: Gast
    am 02.11.2010 13:49:29
    Lieber Matthias, ich danke dir für deine ausführlichen Angaben.

    mhhh, also ich seh da auch erst mal nix Falsches an den Fressalien. Du könntest klar die 3 auf 2 mg runterdrehen, von dir aus oder nach Absprache mit einem Diabetologen, den ich dir auf jeden Fall empfehlen würde. Mir hat mal Der Diabetologe gesagt, es wäre wurscht, ob man Metformin mit dem Futter oder irgendwann nimmt, weil das auf das Eseen direkt keinen Einfluss hätte sondern nur auf die Zuckerproduktion der Leber...(Man möge mir bitte wiedersprechen, wenns nicht so ist..)

    Zur Gamma-GT.

    Eine hohe GTT kann verschiedene Ursachen haben. 2 kann ich dir benennen, die 3. schließe ich jetzt mal bei dir aus.

    Also.
    Ursache 1 kann eine Hepatitis in deiner Kinder- oder Jugendzeit sein.

    2. Ursache 2 kann eine Langzeiteinnahme von Schmerzmedikamenten oder anderen Medikamenten sein, deren Nebenwirkungen sich auf Niere und Leber beziehen, z.B. nach einem Verkehrsunfall.

    Ursache 3: Eine hohe GTT kann auch das Ergebnis langanhaltenden Alkoholkonsums sein.

    Die Ursache für den hohen GTT-Wert würde ich auch direkt mit dem Diabetologen bereden und auf jeden Fall abklären lassen.
    Durch Labor bzw. lass mal deine Leber durch ein CT schieben.

    Es gibt sicher noch andere Ursachen, aber die kenne ich jetzt nicht.

    Zum Sporteln: Du hast völlig richtig erkannt, dass der BZ eher sinkt bei einem Ausdauersport. Da gibts direkte Anhaltspunkte für die Pulsfrequenz, die sagt, wann Sporteln noch ausgewogen ist und somit der Bz sinkt und ab wann die zu hoch ist, der Sport als Stress definiert wird oder Anstrengung und somit der BZ sogar steigen kann.

    Jürgen, gab es bei Diabetesinfo nicht darüber ne Debatte? Ich find den link nicht mehr...

    BZ senkendes Sporteln sollte also SO sein, dass man sich dabei noch unterhalten kann, sprich Walken oder Schwimmen.

    Auf jeden Fall: Diabetologe und immer eine Kopie der Laborwerte geben lassen.
    Gutes Gelingen.


    von Lilo
  • Daniela

    Rang: Gast
    am 08.11.2010 21:33:48
    Hallo Lilo,


    "Zum Sporteln: Du hast völlig richtig erkannt, dass der BZ eher sinkt bei einem Ausdauersport. Da gibts direkte Anhaltspunkte für die Pulsfrequenz, die sagt, wann Sporteln noch ausgewogen ist und somit der Bz sinkt und ab wann die zu hoch ist, der Sport als Stress definiert wird oder Anstrengung und somit der BZ sogar steigen kann."

    Schön formuliert :-)
    Hinzu kommt noch der Sauerstoffgehalt der Luft, wer also Sport in Höhen macht, muss mit anderen Reaktionen rechnen - aber das nur so nebenbei..

    LG, Daniela
  • thomas2002

    Rang: Gast
    am 08.11.2010 22:59:43
    hallo lilo, daniela, war da nicht etwas mit einer pulsfrequenz um die 140? von thomas2002
  • Gast

    Rang: Gast
    am 28.05.2014 11:55:58
    Wieso so viel Metformin bei einem HbA1c Wert von 5,7??? Gehe zu einem Diabetologen. Das ist noch kein Diabetes.
  • Gast

    Rang: Gast
    am 28.05.2014 12:44:53
    1. weshalb nicht ? nbz über 126mg/dl
    2. ist der thread schon 4 jahre alt.
  • Gast

    Rang: Gast
    am 28.05.2014 15:35:08
    Gast schrieb:
    Wieso so viel Metformin bei einem HbA1c Wert von 5,7??? Gehe zu einem Diabetologen. Das ist noch kein Diabetes.



    Na da hast Du aber lange gesucht um einen Beitrag zu finden , der 4 Jahre alt ist und wo der hba1c eigentlich nicht zu dem NBZ passt. Entweder ist dies ein absoluter Außnahmefall oder es hat sich ein schneller 1er Diabetes entwickelt................warum bist Du eigentlich derart heiss darauf den Leuten verkaufen zu wollen dass ein hba1c nicht zur Diagnose genutzt werden kann? Das ist mir echt ein Rätsel.
    (etwa purea?) und danach antwortest Du auch noch selbst darauf (mein Gott)
    Es ist schon in seltenen Fällen vorgekommen das bei der Diagnose hba1c und NBZ nicht zusammengepasst haben, aber das sind absolute Einzelfälle (Hämoglobinopathien, Eisenmangel Krankheiten, Stress, nüchtern, uhrzeit etc.) und wenn dir das nicht passt dann melde den Fall doch der ddg, dann kann die ihn bearbeiten und wird in Zukunft auf den hba1c in der Diagnose verzichten. Du hast doch wirklich nen Verfolgungswahn.

    Gruß Michael
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Beiträge: 5074
    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 28.05.2014 16:57:53
    Es passt aber leider als Gegenbeispiel überhaupt nicht. Nach den Leitlinien der DDG ist ein HbA1c ab 5,7 nicht genügend aussagefähig, so dass weitere BZ-Werte zur Diagnose herangezogen werden müssen.

    Außerdem musste vor Einführung der Leitlinie das Messverfahren weiter standardisiert werden, damit wirklich bei jedem Labor das Gleiche rauskommt. Vor dieser Standardisierung gab es von Labor zu Labor erhebliche Unterschiede.
  • Gast

    Rang: Gast
    am 28.05.2014 17:17:47
    Hi Rainer aber bei 5,7 wird wohl kein NBZ von 140 stehen
    Gruß Michael
  • Gast

    Rang: Gast
    am 28.05.2014 19:15:44
    bei einem unbehandelten sicher nicht
  • Gast

    Rang: Gast
    am 28.05.2014 23:06:30
    Natürlich hat man bei einem unbehandelten Diabetes bei einem Nüchternblutzucker von 140 keinen hba1c von unter 5,7, dass wäre wohl unlogisch.
    Gruß Mathis