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mein mann hat diabetes und wir haben viele fragen

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    Mitglied seit: 09.03.2015
    am 16.03.2015 16:27:38
    guten tag zusammen,
    ich hoffe, es geht in Ordnung wenn ich für meinen mann schreibe!?
    Krankheit in der Partnerschaft heisst ja auch zusammenstehen, zusammen nach Lösungen suchen.
    Ich bin übrigens auch chronisch krank.

    Mein Mann hat seit 2 Jahren Diabetes 2. Er ist in Behandlung und war auch letztes Jahr in einem klinischen Aufenthalt, wo es mehr oder minder um Aufklärung ging. Ansich recht gut, aber nach der Zweit wird man dort nicht weiterbehandelt.
    Nun ist er in Behandlung beim Hausarzt, der auch Diabetologe ist.

    Aber irgendwie kommen wir nicht weiter, so denken wir. Er nimmt morgens und Abends VELMETIA 50/1000,/ Forxiga 10, morgens/ und morgen und Abends die insulin spritze Lantus (7/14).

    Die gemessenen Werte sind morgens immer so um 145,158,149,124, auch mal nur 111. der Langzeittwert ist: hba1: 8.2

    In der Ernährung denke ich , passen wir sehr auf und ja, hier und da gibts auch mal obst, schokolade oder kuchen.

    aber wie weit kann man hier noch hochdosieren? und macht das Sinn? Sollte man hier noch eine zweite Meinung einholen.

    Jetzt kommt noch dazu, dass der Bauch meines Mannes enorm angeschwolen ist. Die Einstichstellen sehen immer so aus, als ob das ganzeIinsulin noch im Gewebe ist, weil es harte knubbelige Flächen sind. Der Doc meinte nur: "Oje, das ist aber nicht gut" ... und das wars.

    Wie ihr seht, sind hier einige Fragen und ich hoffe, dass ich hier den Anfang finde, endlich Licht ins dunkle zu bringen.

    Erstmal vielen Dank und herzliche Grüße, maren

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    am 16.03.2015 18:02:47
    Habt ihr für das Spritzen mal ausprobiert, ob es im Oberschenkel besser geht? Wenn das Insulin nicht wie vorgesehen im Blut ankommt, dann kann es auch nicht richtig wirken.

    Man könnte das Lantus vielleicht noch ein bisschen höher nehmen. Aber eigentlich ist seine Kombitherapie so ziemlich ausgereizt. Wenn er bessere BZ-Werte und einen besseren HbA1c haben will, dann ist eine Insulintherapie mit Langzeit- und Mahlzeitinsulin sinnvoll. Da müsst ihr am Anfang eine ganze Menge lernen, aber der Aufwand lohnt sich.

    LG Rainer
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    am 16.03.2015 18:50:03
    Hallo Maren,

    sprecht den Arzt mal darauf an, ob dein Mann die richtige Nadellänge hat? Evtl. braucht er längere, oder auch kürzere...

    Falls das nicht der Weg ist, schaut mal auf www.spritze-ohne-nadel.de den INJEX kann ich sehr empfehlen, all meine Spritz- und Nadelprobleme sind gelöst...

    Alles Gute euch Beiden!
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    am 17.03.2015 13:02:34
    Hallo,
    schonmal vielen Dank für dei Antworten :))

    Die Sache mit dem Injek hört sich auch recht gut an und liest sich auch gut. Ich habe schonmal gestöbert.

    Oja, das Spritzen nach den Mahlzeiten wäre schon recht doof. Naja, aber was ist bei Krankheiten schon schön. Irgendwie wollen wir das vermeiden, solange wir nicht wissen, woran es sonst noch liegen kann, dass die BZ werte noch immer nicht im Rahmen sind.

    Welcher Wert ist den bei einem Zuckerkranken erstrebenswert? Die Werte eines gesunden sind doch sicher nicht zu erreichen, oder?

    liebe grüße-maren
  • ferrato

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    am 17.03.2015 13:45:39
    Hallo Maren,

    das Mahlzeiteninsulin würde man vor der Mahlzeit spritzen. (Nur zur Richtigstellung)

    Das Lantus ist auch aufgrund seiner flachen Wirkkurve auch nicht geeignet, BZ Spitzen zu senken. Es dient nur der Deckung des Grundbedarfs, den der Körper immer braucht.
    Möglicherweise ist die Kombi-Therapie tatsächlich ausgereizt, das solltet Ihr aber auf jeden Fall mit dem Diabetologen klären. Mit diesem werdet Ihr auch Zielwerte definieren, die auch erreichbar sind. Auch wenn das hier im Forum gelegentlich mal anders behauptet wird, hast Du auf jeden Fall recht. Als Diabetiker wird man niemals die BZ Verläufe eines Gesunden erreichen. Aber man kann sich das Ziel setzen, möglichst nahe heranzukommen. Es geht ja auch primär um die Verhütung von Spätfolgen und das gelingt um so einfacher, je besser die Einstellung ist.
    Zu dem Injek kann ich leider nichts beitragen, den kenne ich nicht. Aber wenn die medikamentöse Therapie nicht mehr funktioniert, wäre meiner Meinung nach eine ICT (Basisinsulin zur Grundversorgung und kurzwirksames Insulin zum Essen) die beste Therapie. Klar, man muss da einiges lernen, aber man ist danach in der Lebensführung wesentlich freier und ist z.B. nicht an bestimmte Essenszeiten oder Mengen gebunden.

    Aber nochmal: Die Art der Therapie muss mit dem Diabetologen besprochen werden.

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    am 17.03.2015 14:09:20
    Hallo Maren,

    was erstrebenswert ist, ist ehr individuell. Die Ärzte sehen das auch unterschiedlich. Mein Diabetologe sagt, alles unter 7 ist 1A...weiß nicht, ob man das verallgemeinern kann...

    @ferrato...der INJEX ist lediglich eine andere Art, das Insulin unter die Haut zu bringen, was und wieviel du damit spritzt, ist egal. Ich habe ihn wegen der knubbeligen Stellen am Bauch von Marens Mann angesprochen...ich zumindest habe sowas nicht mehr, seit ich den Injex habe...
  • ferrato

    Rang: Gast
    am 17.03.2015 14:33:48
    Klar, ich hab mir den Link angeschaut. Ich wollte bloß sagen, dass ich ihn nie benutzt habe und deshalb diesbezüglich auch nichts sagen kann. Ich hatte zum Glück nie Probleme mit dem Pen.
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    am 17.03.2015 22:52:12
    maren63 schrieb:
    Welcher Wert ist den bei einem Zuckerkranken erstrebenswert?

    Hallo Maren,

    das HbA1c von 8,2% ist aus meiner Sicht auf jeden Fall zu hoch. Es ist nicht so schlimm, dass ganz schnell was passieren muss, aber langfristig sollte der Wert schon noch etwas besser werden. Ein gutes Ziel wäre unter 7.

    Noch ein paar Worte zur Therapie von deinem Mann, damit ihr richtig einschätzen könnt, wo er steht. Bei Typ2-Diabetikern reicht Velmetia 50/1000 häufig jahrelang aus, um den Diabetes gut im Griff zu behalten. Da das bei deinem Mann offentsichtlich nicht mehr genügt, hat er Forxiga dazu bekommen, ebenfalls in der maximalen Dosis. Beide Medikamente senken den BZ nach den Mahlzeiten. Als zusätzliche Unterstützung spritzt er Basalinsulin. Das wirkt nicht direkt auf den BZ nach den Mahlzeiten. Es stellt gewissermaßen das Insulin bereit, was als Basis ohne Essen benötigt wird.

    Wenn das Basalinsulin richtig wirkt, hat es natürlich auch einen Einfluß auf den gesamten BZ-Verlauf. Deshalb solltet ihr euch erst mal darum bemühen, dass es auch wirklich wie vorgesehen im Blut ankommt. Vielleicht ist auch noch eine gewisse Erhöhung der Dosis möglich. Aber wenn es nicht ausreicht, dann sind die Möglichkeiten wirklich ausgereizt. Dann bleib echt nur noch Insulin auch für die Mahlzeiten. Das ist nicht so schlimm, wie es sich jetzt anhört und hätte auch Vorteile. Macht euch einfach schon mal mit dem Gedanken vertraut, dass das auf deinen Mann zukommen könnte. Eine andere Möglichkeit wäre noch die Reduzierung der KH. Aber das müsste dein Mann wirklich wollen, sonst ist es von vornherein zum Scheitern verurteilt.

    Probiert erst mal alles aus, um die richtige Technik und die richtige Dosis für das Basalinsulin zu finden. Ich drück die Daumen, dass das klappt und adas es ausreicht.

    LG, auch an deinen Mann, Rainer
  • ferrato

    Rang: Gast
    am 17.03.2015 23:27:45
    Hallo Maren,

    Rainer schrieb:
    .....Eine andere Möglichkeit wäre noch die Reduzierung der KH. ....



    Dabei solltest Du aber berücksichtigen, dass eine Reduzierug der Kohlehydrate nicht den Empfehlungen der DDG (Deutsche Diabetes Gesellschaft) in ihren Leitlinien zur Behandlung des TYP 2 Diabetes entspricht.
    Denn dies läuft auf eine LowCarb Diät hinaus, welche von Ernährungsfachleuten als zumindest kritisch eingestuft wird.


    Bearbeitet von User am 17.03.2015 23:28:52. Grund: Korrektur
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    am 18.03.2015 17:26:59
    Rainer schrieb:
    maren63 schrieb:
    Welcher Wert ist den bei einem Zuckerkranken erstrebenswert?


    das HbA1c von 8,2% ist aus meiner Sicht auf jeden Fall zu hoch. Es ist nicht so schlimm, dass ganz schnell was passieren muss, aber langfristig sollte der Wert schon noch etwas besser werden. Ein gutes Ziel wäre unter 7.



    Das sehe ich auch so! Mein Ziel ist 7,5 und wenn alles gut läuft unter 7. Ende Januar hatte ich einen HbA1c von 9,7% und bin seitdem wieder am joggen ('ne 1/2 Stunde täglich). Die Werte haben sich verbessert, bin momentan auf ca. 8,0 runter. Das richtige Ergebniss wird sich aber erst im Mai zeigen, wenn ich wieder zur Blutabnahme muss. Ich schreibe das nur mal so als Motivation...ein wenig Sport täglich und weniger Süssigkeiten, Pommes und ähnliches. Wenn die BetaZellen noch mindestens zu 50% funktionieren, klappt das auch :)
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    am 18.03.2015 18:13:00
    maren
    Wie ihr seht, sind hier einige Fragen und ich hoffe, dass ich hier den Anfang finde, endlich Licht ins dunkle zu bringen.

    hallo maren!

    lese dich doch bitte mal hier ein: "diabetesinfo.de"
    dann weiter "Einsteiger" dann "Grundlagen"
    hier wird vieles sehr gut beschrieben.

    viele grüße Wolle.
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    am 19.03.2015 15:07:39
    Ihr Lieben,
    habt schon mal ganz lieben Dank für die Antworten und Tips :))
    Toll, wenn man nicht ganz alleine ist und schon die Antworten und das Team einen motiviert.

    In der Ernährung sind wir schon sehr vorsichtig. Das liegt aber auch daran, dass mein Mann vor vilen Jahren mehrere Pankreas Entzündungen hatte.

    Wir hatten, als mein Mann im Krankenhaus zur Diabetiker Schulung war, ein paar (ehrliche) Tage aufgeschrieben, wie die Ernährung so aussieht.

    Von der Ernährung, bis auf den abendlichen Wein, waren sie tatsächlich sehr begeistert. Was mir allerdings komisch vorkommt, nach dem Krankenhaus haben wir dann auch die letzten Sünden eingestellt.
    Ich meine das jetzt nicht streberhaft ;). Z.b. genossen wir abends beim Fernsehen immer Eis oder selbstgemachten Quark ohne Zucker nur mit Früchten, die Wochenendschokolade viel weg und als Obst gibts es fast nur noch Äpfel------------------- jedoch ändert sich der Wert nicht.

    Und da ist wirklich die Frage, ob das Insulin wirklich ankommt. Irgendwie ist das unser grösster Verdacht.

    Der Injekt klingt wirklich gut. Das wird mein Mann nochmal mit dem Arzt besprechen.

    liebe grüße-maren
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    am 19.03.2015 15:29:18
    Hallo maren63,

    erstmal Glückwunsch zur ernährungsumstellung, wobei ich nichts gegen ein abendliches Glas Wein zu sagen wüsste, aber egal.

    Was der abendliche genuss von Obst, in eurem Fall Apfel, betrifft müsst ihr euch im klaren sein, dass auch hier Kohlenhydrate zu sich genommen werden (100 g Apfel ~ 1 BE). Im Zweifel, zusammen mit eurem Arzt, die Basaldosis (Lantus) erhöhen.

    Ansonsten findest du eine Kohlenhydratübersicht hier.

    Kann mir mal bitte jemand erläutern, warum man Lantus in zwei Dosen aufteilt? Bei einer durchschnittlichen Wirkzeit von 24 Stunden ist es doch sinnvoller eine volle Dosis (abends?) zu ein und derselben Uhrzeit zu spritzen. Dann hat man ggf. eine erhöhte Wirksamkeit in den ersten Stunden und kommt, trotz KH-Einnahme (Apfel) auf einen besseren NBZ? Oder seh ich da was falsch?

    Sir Terry Pratchett (*28. April 1948 - † 12. März 2015) ... R.I.P.
    Bearbeitet von User am 19.03.2015 15:30:00. Grund: Link
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    am 26.04.2015 14:59:43
    Hallo,
    ich würde gerne nochmal auf INJEX zu sprechen kommen.
    mein mann hat nun einen termin zusätzlich zum hausarzt (unter anderem auch in der diabetologie bewandert) bei einem diabetologen.
    der hausarzt kannte nichts von injex. mein mann möchte dies aber unbedingt. Der Diabetologe wird das bestimmt kennen.
    meine frage hierzu ist, ich habe ein wenig im internet gefahndet und der injex ist irgendwie so gar nicht verbreitet. es gibt wohl nicht viele, die das anwenden. das fand ich seltsam.

    liebe grüße--maren
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    am 26.04.2015 15:14:05
    Hallo Maren,

    ja das stimmt, der INJEX ist in Deutschland wenig verbreitet. Das ist halt so, wie es in Deutschland immer mit neuen innovativen Produkten ist - was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht. Auch mein Diabetologe kennt/kannte ihn nicht und kann sich auch gar nicht vorstellen, dass er was taugt. Zum Glück verschreibt er mir alles, was ich brauche.

    Ruf am Besten mal in Berlin an und lass dich beraten. Ich hatte damals mit einem Herrn Dambon (oder so ähnlich) gesprochen, er hat mich wirklich gut beraten. Er hat mir gesagt, was genau auf dem Rezept stehen muss, damit die Krankenkasse den Injex bezahlt.

    Ich kann ihn wirklich uneingeschränkt empfehlen, für mich ist er echt ein Segen. Ich wüsste nicht, wo ich ohne das Ding täglich die Überwindung hernehmen sollte, mir selbst eine Nadel in die Haut zu stechen...

    Liebe Grüße und euch einen schönen Rest-Sonntag!
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    am 27.04.2015 15:08:18
    Vielen Dank für die Antwort, liebe Zuckerle!
    Wir werden gerne in Berlin anrufen und uns auch nochmal ermutigen lassen.

    Dir wünsche ich viel Gesundheit und immer einen tollen Blutzuckerspiegel ;))


    Maren