Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.
Insulinresistenz
-
am 27.02.2016 09:51:12 | IP (Hash): 940839658
Hallo,
ich bin der Rainer, habe seit ca. 3 Jahren einen Kortison induzierten Diabetes mellitus Typ 2. Anfangs bekam ich keine Medis, dann aber ging es los mit 1x Metformin 1000mg, später 2x. Die Werte des HbA1c lagen in der Regel zwischen 6,3 – 6,6. Damit ganz zufrieden, interessierte mich mein Diabetes nicht sehr, war für mich zweitrangig, da ich an einer chronischen Darmentzündung leide und diese Erkrankung für mich im Vordergrund stand (daher auch die Kortisonbehandlung; ist immer mal nötig).
Nun haben sich die Werte aber verschlechtert, der Langzeitwert liegt bei 7,4. Ich nehme jetzt noch 2x 0,5mg Repaglinid. Damit haben sich jedenfalls die täglichen Messergebnisse gebessert. Ich bin jetzt auch bei einer Diabetologin untergekommen, eine Diabetesschulung beginnt Mitte März.
Jetzt aber zu meiner Frage. Beim Diabetes Typ 2 besteht ja nicht nur die Unfähigkeit der Bauchspeicheldrüse genügend Insulin zur Verfügung zu stellen, sondern auch noch eine verminderte Aufnahmefähigkeit der Körperzellen für das Insulin. Wie sieht es denn mit der Insulinresistenz der Zellen aus? Die schreitet doch voran. Heißt das nicht, dass irgendwann Ende Gelände ist, und die Zellen überhaupt kein Insulin mehr aufnehmen können und auch Insulin spritzen nichts mehr bringt?
Grüße
Rainer
-
am 27.02.2016 10:33:37 | IP (Hash): 1046747328
Der Teufel macht immer auf einen Haufen - wer das Pech hat, für eine Plage regelmäßiger größere Mengen Cortison zu brauchen, bekommt meistens weitere Plagen dazu, z.B. Diabetes nach Art des Typ2, also langsam fortschreitend. Dazu schreitet dann auch die Medikation immer weiter fort bis - meistens nach so etwa 8-10 Jahren - hin zum Insulin aus dem Pen und da häufig auch zu mit der Zeit immer mehr.
Klar dass die Piekserei aus Deiner Anfangs-Perspektive abschreckt, aber alle Langzeit-Typ2-Erfahrung sagt, dass Insulin das einzige Medi ist, mit dem wir unseren Blutzucker wirklich gezielter steuern und in seinem Verlauf begrenzen können.
----------------------------------------------
Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
Bearbeitet von User am 27.02.2016 10:36:03. Grund: Ergänzung2 Benutzer dankten für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 27.02.2016 13:18:40 | IP (Hash): 940839658
Hallo Jürgen,
Danke für Deine Antwort. Eventuell muss ich jetzt schneller ran als Insulin, als gedacht. Die Diabetologin sagte mir, dass Repaglinid ab April nicht mehr verordnet werden darf und sie vielleicht die Medikation mit Insulin weiterführen wird. Schau' n wir mal ...
Gruß
Rainer -
am 27.02.2016 19:22:46 | IP (Hash): 235632636
raincaper schrieb:
Jetzt aber zu meiner Frage. Beim Diabetes Typ 2 besteht ja nicht nur die Unfähigkeit der Bauchspeicheldrüse genügend Insulin zur Verfügung zu stellen, sondern auch noch eine verminderte Aufnahmefähigkeit der Körperzellen für das Insulin. Wie sieht es denn mit der Insulinresistenz der Zellen aus? Die schreitet doch voran. Heißt das nicht, dass irgendwann Ende Gelände ist, und die Zellen überhaupt kein Insulin mehr aufnehmen können und auch Insulin spritzen nichts mehr bringt?
Hallo Namensvetter Rainer,
da hast du eine falsche Vorstellung. Häufig ist bei Typ 2ern Insulinresistenz bei ihrem Diabetes dabei und oft ist das dann auch die Ursache für die Diabetesentwicklung. Der höhere BZ beim Diabetes sorgt aber nur dafür, dass immer mehr Betazellen gekillt werden. Die Insulinresistenz kann ziemlich unabhägig von der BZ-Führung abgebaut oder bei ungeeignetem Verhalten auch verstärkt werden.
Bei dir ist vielleicht eine Insulinresistenz vorhanden oder auch nicht, aber sie ist nicht die Ursache von deinem Diabetes. Die Ursache ist bei dir eindeutig das Kortison. Wenn bei dir einen IR vorhanden ist, dann verstärkt sie sich auf keinen Fall automatisch und du brauchst keinen Angst zu haben, dass irgendwann nicht einmal mehr das gespritzte Insulin wirkt.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Repaglinid vom Markt genommen wird. Zumindest nicht so, dass nicht auch andere gleichwertige Glinide zur Verfügung stehen. Da hast du bestimmt etwas falsch verstanden. Aber Repaglinid ist nicht gerade ein besonders gutes Medikament. Da kannst du dich eher freuen, wenn du auf Insulin umsteigen darfst.
Beste Grüße, Rainer1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 27.02.2016 19:44:08 | IP (Hash): 940839658
Hallo Rainer,
vielen Dank für Deine Antwort, die mit tatsächlich meine Sorge zwecks steigender Insulinresistenz hat nehmen können.
Schönes Restwochenende
Rainer
P.S.
Zwecks Medikamente, die vom deutschen Markt sollen, habe ich mal gegoogelt. Hier der Link zur Liste:
http://www.ema.europa.eu/docs/en_GB/document_library/Other/2015/01/WC500180894.pdf -
am 27.02.2016 20:26:02 | IP (Hash): 235632636
Du hast recht, es geht ja dabei um diese spannende Geschichte:
www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2015/12/08/der-lange-kampf-um-die-glinide
Gut, dass deine Ärztin nicht auf einen Sulfonylharnstoff zurück geht, sondern auf Insulin umstellen will. -
am 28.02.2016 09:46:30 | IP (Hash): 940839658
Hallo,
was ist an den Sulfonylharnstoffen nicht gut? Gelesen habe ich, dass man bei Einnahme dieser Medis an Gewicht zulegt, wie wohl bei den Gliniden auch.
"Der lange Kampf um die Glinide" ist ein interessanter Bericht.
Gruß
Rainer -
am 28.02.2016 11:28:04 | IP (Hash): 1056998475
Wo der Blutzucker das Gaspedal für die Insulinausgabe ist, aber erst so richtig ab 100mg/dl aufwärts, sind die SHs der Turbo, und zwar andauernd volle Pulle ohne Rücksicht auf den jeweiligen tatsächlichen Bedarf.
Als ich die in 1991 mit meiner Diagnose verordnet bekam, hab ich meinen Dok gefragt, wie das denn zusammen passen könnte: Er hatte mir meinen Typ2 als Überforderung meiner Beta-Zellen erklärt, und nun sollten die mit dem Medi noch mehr überfordert werden? Naund? War die Antwort. In 8-10 Jahren sind die eh hin, und dann müssen Sie eh Insulin spritzen.
Gewicht legen wir immer dann besonders eifrig zu, wenn wir infolge unserer Medis zu Zeiten mehr Insulin im Blut haben, als wir eigentlich brauchen. Also z.B. zwischen den Mahlzeiten, wenn der Blutzucker nach dem Abarbeiten vom letzten Essen ohne weitere Medi-Wirkung bei 80-100 bliebe, das Medi aber weiter Richtung 60 senkt. Dann fühlen wir Hunger, obwohl wir nicht wirklich welchen haben, und essen mehr, als wir eigentlich müssten oder wollten :(
----------------------------------------------
Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 28.02.2016 15:20:38 | IP (Hash): 940839658
Hallo,
habe verstanden. Dann wäre eine angemessene Dosis Insulin wohl tatsächlich besser ...
Schönen Restsonntag
Rainer