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HbA1c von 11,1 bis 11,4 seit Monaten - Hautprobleme - Alkoholiker
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am 30.07.2016 16:57:45 | IP (Hash): 1219098639
Moin, Moin,
mein Nachbar Andreas bereitet mir Probleme. Er ist Alkoholiker und nicht mehr therapierbar. (Mehrere Entzüge und stationäre Rehamaßnahmen. Nun hat er Diabetes und bekommt Metformin 1000 mg mittags und ein Präparat Xigduo..5/1000, was er zweimal täglich nehmen muss.
Der HbA1c ist seit Monaten entgleist. Seine Allgemeinärztin, selber trockene Alkoholikerin (kein Witz), behandelt ihn auf Diabetes Typ II. In meinen Augen ist bei ihm keine Besserung in Sicht, da er trotz zwei Schulungen zu viele Kohlenhydrate zu sich nimmt und die Ernährungskunde nicht versteht/verstehen will.
Nun kommen unangenehme Hautausschläge im Gesicht dazu. Kennt jemand das von Euch? Bislang habe ich Einfluss auf Andreas. Er ging immer bereitwillig zu den Entzügen.
Nun meine Frage. Sind mehrere Monate Tabletteneinnahme, wie von mir vorher aufgeführt, mit den HbA1c Werten zu akzeptieren oder müssen andere Dinge heute erfolgen?
Liebe Grüße
Rolf
Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. -
am 30.07.2016 18:03:30 | IP (Hash): 348689951
Hallo Rolf,
die Antwort wird dir sicherlich auch klar sein, du willst sie nur noch mal bestätigt haben. Sie lautet:
Nein, solche hohen HbA1c über längere Zeit können nicht akzeptiert werden. Für mich sieht es fast so aus, als würde seine Ärztin davon ausgehen, dass er sich sowieso bald totgesoffen hat und dass der Diabetes in dem Fall keine Rolle mehr spielt.
Ich würde dringend den Gang zu Diabetologen empfehlen. Es ist bestimmt nicht einfach, die richtige Diabetes-Therapie für einen Alkoholiker zu finden, aber ein Diabetologe sollte es auf jeden Fall bis auf Werte um 8,0 schaffen. Die meisten Diabetologen gehen übrigens davon aus, dass mehr als 2000mg Metformin nicht mehr nützen. Dazu gibt es verlässliche Studien. Wenn jemand versucht, mit 3000mg (2000mg aus Xigduo) den Diabetes zu therapieren, dann kommt das meistens von Hausärzten. Ob Metformin zusammen mit dem ständig vorhandenen Alkoholspiegel überhaupt etwas bringt, ist fraglich. Dass der SGTL2-Hemmer (von Xigduo) es alleine nicht schafft, ist verständlich. Dass allerdings trotz dem Medikament so hohe HbA1c rauskommen, ist außergewöhnlich und hängt wahrscheinlich irgendwie mit dem Alkoholkonsum zusammen. Ein Diabetologe wird nach alternativen Möglichkeiten suchen und ganz bestimmt auch etwas effektiveres finden.
Beste Grüße, Rainer
Bearbeitet von User am 30.07.2016 18:06:35. Grund: . -
am 30.07.2016 19:38:00 | IP (Hash): 1624912313
Der HBA1c-Wert hat noch ne Menge Luft nach oben. In weiten Teilen der Welt gilt 8-10 als völlig ausreichende Behandlung und unter erschwerten Bedingungen bis 12 als tolerabel. Du beschreibst erschwerte Bedingungen und musst dabei berücksichtigen, dass niemand wegen eines noch so hohen Blutzuckers plötzlich bewusstlos oder gar tot um fällt.
Aber bewusstlos infolge zu niedrigen Blutzuckers ist normal. Normal inzwischen auch, dass diese Bewusstlosigkeit allgemein nächst dem Ableben gesehen wird.
Wenn der Betroffene also im Suff bewusstlos oder gar tot um fällt und ein BZ unter 100 gemessen wird, muss der Arzt, der die Zuckereinstellung zu verantworten hat, u.U. Rede und Antwort stehen und klar machen, dass mit seiner Behandlung ein Absinken des BZ unter 100 nicht einmal theoretisch möglich war. Praktisch also kaum unter 200.
Klar verschlechtert der viel höher als gesunde Blutzucker seine GesaMTSituation. Aber auch wenn der Mann ein naher Familienangehöriger von mir wäre, würde ich keinen Arzt dazu überreden wollen, seinen HBA1c unter 10 einzustellen :(
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung. -
am 30.07.2016 22:33:09 | IP (Hash): 1219098639
Moin, Moin Rainer,
Andreas ist mir ein wenig ans Herz gewachsen, wenn ich das mal so salopp ausdrücken kann.
Er ist aus Kasachstan nach Deutschland gekommen und hier ist alles den Bach runter gegangen. Er war dort der Deutsche und hier ist er der Ausländer. Belastet durch 2 Kriege, in denen er Menschen hat töten müssen, die Ehe ging kaputt, der Arbeitgeber entließ ihn wegen Auftragsmangel, die Kinder wandten sich ab und das ließ ihn endgültig zerbrechen.
Ich hatte gehofft das Insulin vielleicht ein Weg für ihn sei den Diabetes in den Griff zu bekommen. Die Ärztin ist Hausärztin und ich werde sie bitten ihn an einem Diabetologen zu überweisen.
Danke für die Antwort Rainer!
Liebe Grüße
Rolf
Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. -
am 30.07.2016 22:36:24 | IP (Hash): 1219098639
Moin, Moin hit_Jürgen,
ich bin zwar selber Diabetiker aber ich musste mich nie um meine Werte kümmern, da diese immer im Bereich HbA1c unter 7 lagen. Das mit der "Luft" bis 12 wusste ich nicht.
Dir auch herzlichen Dank!
Liebe Grüße
Rolf
Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. -
Elfe
Rang: Gastam 31.07.2016 00:58:17 | IP (Hash): 2070452940
Hallo Rolf,
daß dieses Krankheitsbild keineswegs einer Hausärztin überlassen bleiben darf, sind wir einig.
In der beschriebenen Situation wäre auch ein stationärer Aufenthalt in einer Klinik angebracht in Abteilung 'Innere Medizin'. Dort wird ein Grundcheck erstellt über Blutwerte, Ultraschall etc.
Wie sieht's aus um die Organe, wie können die HbA1c-Werte gesenkt - Diabetes behandelt werden.
Bei weiteren Fragen werden auf direktem Wege innerhalb der Klinik Fachärzte mit einbezogen wie Hautarzt und Psychologe (wg. Kummer, Sucht). Die Ergebnisse werden zusammengefasst und an den Hausarzt berichtet. Die Weiterbehandlung nach Klinik-Empfehlung wird dann abgegeben.
Die Weiterbehandlung bei einem Diabetologen mit allen Unterlagen bleibt dabei unbenommen.
Arzt-/Klinik-Suche bei dir vor Ort
z.B. über http://www.jameda.de/arztsuche/
- Bei 'Was' kann man nach Diabetologie Arzt oder Diabetologie Klinik unterscheiden
Mit besten Grüßen
Elfe
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am 31.07.2016 05:27:28 | IP (Hash): 1736918947
Moin, Moin Elfe,
auch Dir zuerst einmal herzlichen Dank für Deine Zuschrift. Deinen Rat hinblicklich des Wechsels zur Diabetologin hatte ich schon im letzten Jahr umgesetzt. Leider ist diese Ärztin 40 km von uns entfernt,
was natürlich Problematiken mit sich bringt, da Andreas im ALG II Bezug steht und das Geld knapp ist. Er war einmal dort und unterließ es dann sie weiter zu kontaktieren.
Ich werde ihm jetzt eine Klinik aussuchen, die sowohl eine neurologische, psychiatrische, wie auch eine internistische Station hat um die Problematik der Psyche anzugehen, die in meinen Augen eine zentrale Bedeutung hat. Ich vermute als Laie eine Persönlichkeitsstörung und Depressionen als zentrales Element seines Verhaltens.
Liebe Grüße
Rolf
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am 31.07.2016 13:17:05 | IP (Hash): 1845766194
Das Christliche Krankenhaus Quakenbrück wäre da eine geeignete Adresse.
http://www.ckq-gmbh.de/startseite/
http://www.diabeteszentrum-quakenbrueck.de/psychosoziales/ -
am 31.07.2016 16:29:31 | IP (Hash): 1736918947
Moin, Moin Heike OV,
zuerst einmal herzlichen Dank für Deine Zuschrift. Von Brunsbüttel bis Quakenbrück sind es rund 300 km. Deshalb suche ich die Kombination Diabetes, Neurologie und Psychiatrie mehr in der Nähe.
Trotz allem behalte ich die Adresse gespeichert um eventuell darauf zu reagieren.
Liebe Grüße
Rolf
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Elfe
Rang: Gastam 01.08.2016 01:28:39 | IP (Hash): 2070452940
Lighthouse schrieb:
Ich werde ihm jetzt eine Klinik aussuchen, die sowohl eine neurologische, psychiatrische, wie auch eine internistische Station hat um die Problematik der Psyche anzugehen, die in meinen Augen eine zentrale Bedeutung hat. Ich vermute als Laie eine Persönlichkeitsstörung und Depressionen als zentrales Element seines Verhaltens.
Hallo Rolf,
da Du ja selber Deine Stadt nennst -
aus weiter Entfernung - nur über das Suchportal - erscheint mit bei Dir vor Ort die Westenküstenklinik gut geeignet:
https://www.westkuestenklinikum.de/index.php?id=50 - Innere Medizin
Tagesklinik Psychiatrie ist dort auch:
https://www.westkuestenklinikum.de/index.php?id=53
Da Du aber vor Ort wohnst, hast Du auch andere Möglichkeiten (Presse vor Ort z.B.), diese Klinik einschätzen zu können.
Mit besten Grüßen
Elfe
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am 01.08.2016 12:23:35 | IP (Hash): 1455800154
Moin, Moin Elfe,
Offenheit im Leben ist mein Grundprinzip und ich bin nie schlecht damit gefahren. Die Westküstenklinik in Brunsbüttel wäre nicht geeignet, da die Komponenten Neurologie und Psychiatrie nur über eine niedergelassene Fachärztin mit versorgt werden könnten, die aber beruflich total überlaufen ist. Ich bin selber bei ihr in Behandlung wegen meiner PNP und kenne die Problematiken der Praxis. Die Ärztin "liebe" ich geradezu.
Geeigneter wäre die Westküstenklinik in Heide aber da ist mein Problem. Andreas geht dorthin zur Entgiftung und die Klinik hat die weitere Behandlung, was den Alkohol angeht abgelehnt. Notfall und Entgiftung ja aber ansonsten keine Weiterbehandlung. Deswegen denke ich da eher an Itzehoe, Pinneberg oder Elmshorn. Er ist gerade bei der Hausärztin zur Besprechung, die ab der kommenden Woche für 4 Wochen im Urlaub ist. Ich melde mich erneut.
LG Rolf
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am 01.08.2016 23:26:29 | IP (Hash): 1535178309
Hallo Rolf,
ich möche noch eine Frage und eine Bemerkung nachschieben.
Die Frage:
Denkst du, dass Andreas das Xigduo einigermaßen regelmä0ig nimmt. Ein SGLT-2-Hemmer dürfte wahrscheinlich wirklich ein geeignetes Medikament sein, bei dem z.B. die von Jürgen geäußerten Bedenken überhaupt keine Rolle spielen. Aber bei regelmäßiger Einnahme müsste eiigentlich ein besseres Ergebnis rauskommen. Vielleicht wäre das ein guter Ansatzpunk um ihn zu unterstützen.
Die Bemerkung:
Du schätzt ein, dass sein Alkoholproblem nicht mehr therapierbar ist und ich kann mir vorstellen, dass du das sehr gut einschätzen kannst. Wenn dem so ist, dann bringt es nicht viel, wenn ihm der Alkohol weggenommen und eine Diabetestherapie ohne Alkohol gewählt wird. Sinnvoller wäre dann eine Diabeteseinstellung, die zusammen mit dem regelmäßigen Alkoholkonsum funktioniert. Du müsstest also einen Arzt oder eine Einrichtung finden, die sich darauf einlässt. Ich kann mir vorstellen, dass das keine leichte Aufgabe ist.
Beste Grüße, Rainer
Bearbeitet von User am 01.08.2016 23:29:19. Grund: . -
am 02.08.2016 05:38:30 | IP (Hash): 1886365740
Moin, Moin Rainer,
Danke Dir für Deine Zuschrift. Ich halte Andreas für therapierbar aber nicht die Westküstenklinik, Heide, die ihn in seiner Trinkerkarriere behandelte. Dort hat man in meinen Augen auch alles getan, wie Entgiftungen und 2 durchgeführte Maßnahmen von 6 Monaten GesaMTDauer (4 + 2 Monate). in der AHG Klinik, Lübeck. Weiterhin bemühte sich Andreas über die Diakonie, Meldorf einen Weg zu suchen, der ihm aber auch verwehrt wurde. nun bliebe nur noch sein "Abgang" in ein Heim nach Auskunft der Klinik.
Meine Kritik ist das die Therapien in den Kliniken nicht passen oder miteinander verlinkt sind. Man kann Andreas oder andere Menschen nicht therapieren in dem man ihnen den Alkohol wegnimmt, wenn man die Seele nicht mit therapiert. Er wird damit nicht fertig in den Kriegen der sowjetischen Armee zum Töten missbraucht worden zu sein gleichzeitig ein unerwünschter Ausländer im "eigenen Land" zu sein. nachdem er nach Deutschland kam wurde er hier zum Russen. Als dann noch die Ehe kaputt ging erfolgte der Abstieg.
Ich bemängele die Zusammenarbeit der einzelnen Fachärzte. Ohne Aufarbeitung seiner seelischen Traumata kein Erfolg beim Alkohol. Daran scheitert der Ansatz. Nur muss ich mich um meine Dinge kümmern und kann nicht der Therapeut anderer Menschen sein.
Liebe Grüße
Rolf
Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.