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Überrascht und Ratlos
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Dibein
Rang: Gastam 30.12.2016 22:37:54 | IP (Hash): 2013383824
Hallo Zusammen,
Ich bin seit Ende November 2016 Insulinpflichtiger Typ 2 Diabetiker. Ich habe nach einer Kurzeinweisung durch den Hausarzt angefangen Basalinsulin (Lantus) zu spritzen. In den ersten 14 Tagen geschah zunächst mal nichts. Ich war bei 40 IE 1x täglich. Dann begann sich der BZ einzupendeln und ich lag mit auf 36 IE reduzierten und einem zwischenzeitlichen Besuch beim Diabetologen über den Zeitraum von 24 Stunden zwischen 95 (nüchtern) und Spitzen nach dem Essen bei 140 die sich auch recht schnell wieder auf um die 100 reduzierten. Das alles spielte sich bei sehr geregeltem und ordentlich reduzierten Essgewohnheiten ab. Nun habe ich seit zwei Tagen das Problem das der BZ nach dem Essen auf bis zu 190 steigt und ich auch die entsprechenden Hyperglykämie Anzeichen habe. Schweißausbruch, Herzrasen, Unwohlsein, Durst etc.. Das Ganze ist für "vom Gefühl her" für ca. 45 Minuten bis 1 Stunde extrem unangenehm. Gemessen beginnt der BZ nach einer bis eineinhalb Stunden auf ca. 170 zu sinken. Nach einer weiteren Stunde bin ich dann bei einmal bei einem BZ von 90 und völlig im Ar***. Dieses Erlebnis hatte ich heute als ich nüchtern und ausnahmsweise beim Bäcker vor dem Einkauf eine Schnitte Schwarzbrot mit Putenbrust und einen ungesüßten Milchkaffee hatte. Und somit weniger BE als ich zuhause frühstücke. Das waren ca. 2 BE beim Bäcker.
Haute nach dem Abendessen ähnliches Werte nur nicht ganz so extrem. Ich landete nach dem Essen bei einem BZ von 177, der dann nach 1 Stunde auf 150 und zwei weiteren auf 116.
Da ich erst im Januar mit der Schulung beginnen kann und ich natürlich weder meinen Hausarzt noch meinen Diabetologen im Moment erreiche frage ich mich was ich tun kann um diese extremen Spitzen zumindest bis ich mit dem Diabetologen sprechen konnte zu vermeiden. Macht es Sinn Lantus statt in einer Dosis am Abend auf vielleicht zwei Injektionen zu verteilen? Logisch, ich kann natürlich bis zum 2. Januar in Askese leben aber wirklich Spaß macht das nicht.
Kann ich irgendwas tun wenn ich merke dass ich Anzeichen einer Hyperglykämie bemerke und durch Messung bestätigt sehe außer das auszusitzen?
Ich habe beeindruckendes Übergewicht das ich derzeit schon tapfer und mit Erfolg reduziere. Die ersten 8 Kg in vier Wochen mussten schon dran glauben. Ich nehme zu dem Mahlzeiten morgens und abends 1000mg Metformin.
Hat jemand einen Tipp? Wird mir Der Diabetologe auch noch Bolus Insulin aufs Auge drücken, sodass ich auch mal weniger geregelt Essen kann? Nicht falsch verstehen. Ich will mich nicht der Völlerei hingeben und das dann irgendwie mit Insulin korrigieren. Ich kann da schon sehr diszipliniert sein. Aber ich will auch MAL..einen Burger Essen ohne gleich anschließend Panik schieben zu müssen.
LG
Dirk
Bearbeitet von User am 30.12.2016 22:40:05. Grund: Korrektur -
am 31.12.2016 13:00:00 | IP (Hash): 309139860
Lantus soll pro Stunde 1/24 Deiner Tagesdosis wirksam werden lassen und damit Deinen Basal-/Grundbedarf optimal so abdecken, dass Deine BZ-Kurve ohne Essen über den Tag schön waagerecht in der Höhe verläuft, die Du mit der jeweiligen Dosis schaffst. Essen bedeutet immer so ab ner halben Stunde nach dem Einverleiben einen ansteigenden Insulinbedarf, und dafür spritzen wir normal zusätzlich zum Basal- ein Kurzzeit-Insulin.
Wie ich Deine Schilderung verstehe, hat Deine körpereigene Blutzucker-Automatik mit der Entlastung durch das Lantus noch einige Zeit ganz brauchbar für Deine Mahlzeiten funktioniert und macht es jetzt wohl nicht mehr. Oder Du bist KH-mäßig mutiger geworden?
Was Du mit Überzucker beschreibst, sind die normalen Erscheinungen mit Unterzucker, also unter 50mg/dl. Die meisten von uns merken BZs über 200-300 eher nicht und werden eher träge und schläfrig, wenn das die normale Höhe in 10 und mehr von 24 Stunden ist.
Ich kenne nur wenige, die ihr Befinden mit über gesund ansteigendem Blutzucker wie Du beschreiben. Die haben dann irgendeine Diabetes-Sonderform. Und sie schützen sich vor dem miesen Befinden halt, indem sie sich mit dem Einverleiben so verhalten, dass ihr Blutzucker in der Spitze unter der Grenze bleibt, über der sie sich mies fühlen. Also z.B. nach diesem Rezept http://phlaunt.com/diabetes/DeutschMgDlFlyer.pdf
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung. -
am 31.12.2016 13:12:28 | IP (Hash): 459633150
Hallo Dirk,
ich glaube, du lässt dich unnötig verrückt machen. Solche Hyperglykämieanzeichen, wie du sie beschreibst und ganz bestimmt auch irgendwo im Internet gefunden hast, gibt es bei BZ-Werten bis 200 nicht. Nehmen wir z.B. mal das Anzeichen Durst. Der kann tatsächlich bei hohem BZ entstehen und zwar dadurch, dass BZ bei längerem Verbleib über der Nierenschwelle (ca. 180) zu vermehrtem Wasserlassen und nachfolgen auch zu Durst führt. Um diesen Kreislauf in Gang zu setzen reichen aber keine kurzzeitigen Ausflüge des BZ bis 190 aus.
Der Diabetologe oder die Schulung werden dich auch in dieser Richtung kein Stück weiter bringen, weil kurzzeitige hohe BZ-Spitzen häufig als unschädlich betrachtet werden. Du solltest allerdings auch keine Furcht vor Mahlzeitinsulin haben. Wenn du gelernt hast, die Dosis richtig zu berechnen, dann kannst du eben auch mal einen Burger essen ohne gleich Panik schieben zu müssen. Aber auch mit Mahlzeitinsulin wirst du kaum solche kurzzeitigen BZ-Spitzen vermeiden können.
Verstehe mich bitte richtig, ich will nicht sagen, dass du spinnst. Ich glaube dir gerne, dass du dir große Sorgen machst und dass sich diese Sorgen auch körperlich auswirken. Die Sorgen sind aber bei solchen Werten relativ unbegründet. Vielleicht geht es dir wieder besser, wenn du dir das bewusst machst. Ich hoffe, dass dir hier noch ein paar andere bestätigen, dass solche postprandialen Werte bei Diabetikern normal bzw. sogar gut sind. In der Schulung und beim nächsten Termin bei deinem Diabetolige wirst du das bestimmt auch bestätigt bekommen.
Beste Grüße, Rainer -
Cracktros
Rang: Gastam 31.12.2016 13:55:06 | IP (Hash): 630510341
[quote=Dirk B.;86049]Hallo Z
Hat jemand einen Tipp? Wird mir Der Diabetologe auch noch Bolus Insulin aufs Auge drücken, sodass ich auch mal weniger geregelt Essen kann? Nicht falsch verstehen. Ich will mich nicht der Völlerei hingeben und das dann irgendwie mit Insulin korrigieren. Ich kann da schon sehr diszipliniert sein. Aber ich will auch MAL..einen Burger Essen ohne gleich anschließend Panik schieben zu müssen.
LG
Dirk
[/quote]
Ein Hamburger bei MC Donalds hat Grad mal 2,5 BE (soviel wie ein Brötchen), selbst ein BigMac hat nur 3,5 BE (soviel wie 2 düne Brot-Scheiben ). Allerdings hat ein BigMac, durch das viele Fett, gleich 509 Kcal. Wenn Du es also bei einen Burger belässt und keine Pommes, Cola oder Eis usw dazukommen, du die Kalorien woanders einspartst, dürfte es eher das geringste Problem sein.
Bearbeitet von User am 31.12.2016 13:57:14. Grund: Vertippt -
Dibein
Rang: Gastam 31.12.2016 15:34:20 | IP (Hash): 57192966
Der Zustand den ich geschildert habe war für mich in den letzten Monaten vor dem Arztbesuch relativ normal (Ständige Schweißausbrüche, Harndrang wie ein Pony, abgespannt etc.). Da war ich nüchtern bei einem BZ von 400 mit einem HBA1C von 12,2. Das ganze wurde für mich spürbar besser in dem Moment als das Basalinsulin zu wirken begann und der BZ, so wie Jürgen es beschrieb, eine recht unspektakuläre Linie mit einigen werten um die 140 nach dem Essen darstellte und ich die beschriebenen Symptome gar nicht mehr wahrnahm. Schwitzen nur dann wenn ich bei "winterlichen" 12° Plus in der Winterjacke zu Fuß unterwegs bin und dann auch in einem annehmbaren Rahmen. Völlig normalen Harndrang etc.. (Schilddrüse ist o.K., Herz ebenso, Blutdruck ist gut eingestellt).
Ich hätte das was mir da Gestern unterwegs passiert ist wahrscheinlich auch nicht in der Form bemerkt wenn ich zuhause auf der Couch gesessen hätte. Aber ich war wirklich von einer auf die andere Sekunde Schweißgebadet (und das Wort beschreibt den Zustand recht gut) und der Puls war soweit ich ihn tasten konnte bei so um die 90.
@Rainer: Sicher habe ich im Rahmen meiner Diagnose geschaut was passiert wenn der Zucker stark ansteigt/absinkt. Ich kann mir auch gut vorstellen das man, gerade als unerfahrener Diabetiker gerne mal BZ misst einen hohen Wert feststellt und sich dann um Symptome bemüht. Ich war allerdings von den Symptomen überrascht und hätte das auch abgetan wenn es nur der Schweißausbruch im warmen Laden gewesen wäre. aber die Kombination hatte mich dazu veranlasst einfach mal mitten im Laden zu messen.
Aber ich stimme zu. Ich war halt ein wenig überrascht da in den letzten 3 Wochen alles lief wie bei einem Länderspiel und nun habe ich diese Ausreißer auf einmal nach jeder Mahlzeit ohne dass ich in der Bäckerei den Zuckerguss von allen Berlinern geschleckt habe.;) Damit will ich sagen dass ich beim Essen eigentlich recht artig bin und mich an meinen Plan halte.
Ich werde also mal die Schulung abwarten. nach McDonalds steht mir im Moment eh nicht der Sinn. Das sollte aber einfach als Beispiel dienen. Ich möchte ja wenn ich mit Freunden unterwegs ist auch mal im Rahmen seiner Möglichkeiten sündigen dürfen. Und mich danach trotzdem noch wohlfühlen.
Ich hoffe zwar immer dass ich kein Hypochonder werde aber im Moment verunsichert mich der Umstand das Diabetes doch sehr viel stärker meinen Alltag bestimmt als ich das für möglich hielt.
Ich wünsche euch einen guten Rutsch ins neue Jahr
LG
Dirk
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am 31.12.2016 17:15:46 | IP (Hash): 1332046388
Hi!
Hypochonder wirst Du nicht!
Ich kenne einige INSULINER, die ab und an solche Sympome haben! Ich kenne das vor einer Erkältung (da steigt dann auch der Insulinbedarf etwas an).
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am 31.12.2016 17:23:34 | IP (Hash): 309139860
Den Harndrang gibt es, weil die Nieren die Glukose aus dem Primärharn über 160-180 nicht mehr in den Kreislauf zurück filtern, sondern in die Blase weiter leiten, und weil dabei 1 Teil Glukose 5 Teile Wasser mitnimmt. Will natürlich wieder nachgefüllt werden.
Die weitaus meisten Betroffenen sind mit 400 einfach nur den ganzen Tag mehr oder weniger schlapp. Mir sind z.B. damals nach spätestens ner Stunde Autofahren schlicht die Augen zugefallen. Nix Schwitzen oder Herzklabastern. Und an Deiner Stelle würde ich damit noch mal den Dok löchern. Nicht dass da noch ne weitere Baustelle besteht und nur deswegen nicht beachtet wird, weil Du das für die Folge von hohem BZ hältst.
Normal wäre, dass Du noch ein Bolus-Insulin dazu bekommst, wenn Dein Dok nicht für 2er mehr auf Tabletten steht und wenn Du ihm nicht deutlich sagst, dass Du lieber mitdenkst und weniger Pillen schluckst. Wenn er Pillen bevorzugt, wird er mit dem üblichen Gewichtszuwachs gegen Insulin argumentieren und gewinnen, wenn Du ihm nicht damit widersprichst, dass Du weißt, dass der Organismus mit dem zusätzlichen Insulin zum besseren Futterverwerter wird und dass INSULINER die Waage halt beachten müssen.
Von vornherein wichtig: Bislang kommt kein Insulin aus Pen oder Pumpe so schnell zur Wirkung, wie gegessene und vor allem getrunkene Kohlenhydrate. Deswegen hat der Blutzucker immer die Tendenz, schneller auf die Spitze zu kommen, als das Insulin die verhindern kann. Dafür kann man das Spritzen zeitlich vorziehen (nicht einfach so, sondern nach und nach an den optimalen Zeitpunkt testen) oder/und das Essen auf wenigstens 2 Portionen mit ner Stunde dazwischen aufteilen oder/und sich direkt nach dem Essen wenigstens ne halbe Stunde Bewegung verschaffen oder/und den Anteil von Stärke-KHs am Essen veringern oder/und systematisch weitere Optionen probieren. Daumendrück
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung. -
Dibein
Rang: Gastam 31.12.2016 21:52:52 | IP (Hash): 57192966
Ich denke da der Hausarzt der mir die ersten Medikamente verordnet hat (Metformin und Lantus) da eh nicht sein Fachgebiet sieht und ich da eher auf die Diabetologin setze. Die Schulung geht in der zweiten Januar Woche los. Ich werde am Montag mal da vorsprechen und meine Probleme schildern. Ich denke das ich bis dahin deinen Rat annehme und zusehe das ich die KH solange noch weiter zurückschraube. und versuche die zugenommenen KH schon mal ein wenig durch Bewegung zu verbrennen.
Ich danke dir für die ausführliche Erklärung und kann das ganze akut zunächst mal etwas entspannter sehen. -
Dibein
Rang: Gastam 31.12.2016 22:02:55 | IP (Hash): 57192966
TypEinser schrieb:
Hi!
Hypochonder wirst Du nicht!
Ich kenne einige INSULINER, die ab und an solche Sympome haben! Ich kenne das vor einer Erkältung (da steigt dann auch der Insulinbedarf etwas an).
Ein leichter Schnupfen ist aktuell zwar vorhanden aber kann sich der schon so auswirken das der BZ nach dem Essen im vergleich zu den Wochen vorher so "stark" ansteigt?
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am 31.12.2016 22:15:46 | IP (Hash): 459633150
Dirk_B. schrieb:
Ein leichter Schnupfen ist aktuell zwar vorhanden aber kann sich der schon so auswirken das der BZ nach dem Essen im vergleich zu den Wochen vorher so "stark" ansteigt?
Ja, so "stark" kann er schon bei der kleinsten Erkältung oder bei Entzündung ansteigen. Interessant ist auch die Beobachtung, dass der BZ oft schon ansteigt, bevor man etwas von der Erkältung selbst merkt.
Das "stark" habe ich absichtlich auch in Gänsefüßchen gestzt, weil der Anstieg bei dir nicht wirklich stark ist.
Gute Besserung und entspanne dich, Rainer
Bearbeitet von User am 31.12.2016 22:16:15. Grund: . -
Dibein
Rang: Gastam 01.01.2017 13:06:33 | IP (Hash): 1292201181
hjt_Jürgen schrieb:
...... Also z.B. nach diesem Rezept http://phlaunt.com/diabetes/DeutschMgDlFlyer.pdf
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
Das finde ich interessant. Ich denke ich werde das gleich mal umsetzen. -
Dibein
Rang: Gastam 04.01.2017 10:51:46 | IP (Hash): 1863237858
Rainer schrieb:
Dirk_B. schrieb:
Ein leichter Schnupfen ist aktuell zwar vorhanden aber kann sich der schon so auswirken das der BZ nach dem Essen im vergleich zu den Wochen vorher so "stark" ansteigt?
Ja, so "stark" kann er schon bei der kleinsten Erkältung oder bei Entzündung ansteigen. Interessant ist auch die Beobachtung, dass der BZ oft schon ansteigt, bevor man etwas von der Erkältung selbst merkt.
Das "stark" habe ich absichtlich auch in Gänsefüßchen gestzt, weil der Anstieg bei dir nicht wirklich stark ist.
Gute Besserung und entspanne dich, Rainer
Wie nicht anders erwartet hat dass die Diabetologin das so auch bestätigt. Sie sagte das der BZ nach dem Essen um bis zu 100 ansteigen kann/darf wenn er dann nach 1-2 Stunden wieder sichtbar absinkt. Und das war ja der Fall. Somit haken dran!
Nun hatte ich in der letzten Nacht gegen 04:00 einen BZ von 74. Ich habe dann zur Sicherheit ein Plättchen Traubenzucker gegessen und war nach 30min bei einem BZ von 120. Um 06:00 beim Aufstehen war es dann allerdings wieder ein BZ von 84.
Dazu Fragen: Wenn ich jetzt um 04:00 nicht reagiert hätte wäre der BZ dann weiter gesunken oder wäre er irgendwann von alleine auch ohne Zufuhr von Glukose wieder gestiegen? Ich spritze unverändert 36IE Lantus um 18:00 am Abend und nehme Morgens und abends 1000mg Metformion. Ich hatte den Tag über relativ wenig gegessen und das wenige auch mit recht wenig KH.
Was mach ich nun? Die Diabetologin nerven? Lantus reduzieren? Oder einfach mal die nächste Nacht abwarten ob sich das wiederholt.
Da ich Unterzuckerung gar nicht kenne (bisher war immer zu viel da;) ) - bemerkt man das in der Nacht wenn man Gefahr läuft in einen Hypo zur rutschen und wird erfahrungsgemäß wach oder steht am Morgen gleich der Herr mit dem schwarzen Hoodie und der Sense an der Bettkante und sagt "mitkommen"?
Macht das Sinn wenn ich meine Diabetologin auf eine andere Form der Therapie anspreche? Ich habe das Gefühl das BOT da recht statisch ist und mir relativ wenig Spielraum lässt wenn ich meinen Tagesablauf nicht starr regeln will oder kann.
Würde ich das Basalinsulin reduzieren wenn ich zusätzlich zu den Mahlzeiten Bolus spritzen würde. Anstelle Basal recht hoch dosiert und Metformin morgens und abends? Von was hängt die Therapieform in erster Linie ab? Macht eine alternative überhaupt Sinn oder ist BOT das kleinere Übel?
Bearbeitet von User am 04.01.2017 10:53:02. Grund: Korr. -
am 04.01.2017 12:13:11 | IP (Hash): 417723915
Hallo Dirk,
wenn du erst seit November die Diagnose Diabetes hast, musst du dir noch ein Bisschen Zeit lassen, bis sich alles einpendelt.
Warum spritzt du das Langzeitinsulin schon um 18.00 Uhr? Ich kenne es so, dass man das um 22.00 Uhr spritzt, oder eben früher, falls ich schon vor 22.00 Uhr ins Bett gehe, was mein Diabetologe aber nicht für gut befindet. Mir allerdings ist es egal, mir ist mein Nachtschlaf heilig. Ich käme auch nie auf die Idee, nachts meinen Blutzucker zu messen, da schlafe ich und sonst gar nichts.
Es kommt im Übrigen höchst selten vor, dass ein Typ-2-Diabetiker in den Unterzucker gerät, das verhindert schon das Metformin.
Ergo: Hab Geduld und versuche ein Bisschen mehr Gelassenheit in deinen Diabetes zu bringen! -
am 04.01.2017 13:15:26 | IP (Hash): 1016729480
Mit Diabetes wissen unsere Ärzte, auch die besten, und wir nur, was den Blutzucker erhöhen und was ihn senken kann. Wieviel von was um wie viele mg/dl oder mmol/l in welcher Zeit kann individuell um Welten verschieden sein.
Was bei jedem von uns da am besten passt, kann nur jeder von uns selbst mit systematischer Beobachtung herausfinden.
Das gilt auch für den Bereich des Unterzuckers. Definiert ist der ab 50mg/dl abwärts, wobei in den meisten aller Fälle erst bei 30-20 das Licht ausgeht. Vorübergehend!
Ab etwa 70mg/dl lassen sich manchmal schon Ausgleichs-Reaktionen des Organismus messen, die für die vermehrte Glukose-Ausgabe der Leber und damit dafür sorgen, dass der BZ nicht weiter sinkt und wieder ansteigt.
Metformin würde diesen Ausgleich behindern, zusammen mit Insulin aus dem Pen also eher für eine Unterzuckerung sorgen, als eine verhindern. Mit Metformin erleidet eher keine Untezuckerung, wer zusätzlich keine zuckersenkende Medi nimmt.
Mit 36 IE Lantus zum Schlafengehen hab ich mich 2mal kurz nach Mitternacht ins kranke Haus geschossen. Beim 2. mal so genau protokolliert, dass ich Google gefragt hab, und der hat mir lantus lows ausgegeben und damit zusammen mit den Kommentaren das Spiegelbild meiner Erfahrungen.
Teile seitdem meine Tagesdosis auf morgens und abends und spritze Lantus IMMER mit ner Stunde Luft zum Autofahren und Schlafengehen. Und nein, ich glaube nicht, dass die Fehlwirkung auf das Treffen eines Blutgefäßes zurückgeführt werden kann, denn dafür hab ich mit Apidra sehr viel mehr Möglichkeiten und NOCH NIE eine so plötzliche Apidra-Wirkung bemerkt.
Auch mit 18 IE Lantus hab ich dann noch ab und zu mal so schnelle Wirkungen erlebt und die dann schlicht aufgegessen. Inzwischen reicht mir sehr viel weniger Lantus, aktuell 2x8 IE, und mit der Größenordnung - seit gut 3 Jahren - hatte ich noch kein so plötzliches Wirkereignis.
Deine 74 mg/dl waren noch kein Unterzucker. Ob Dein BZ da noch weiter gesunken oder da geblieben oder einfach so wieder angestiegen wäre, kann Dir niemand sagen, auch der beste Dok nicht. So etwas kannst Du nur mit systematischem Testen eben bei Dir selbst rausfinden - oder indem Du bei Deinem Dok ein CGM leihst. Ein Gerät zur kontinuierlichen Messung. Damit kannst Du immer sehen, wie Dein BZ in den Stunden zuvor verlaufen ist, auch in der Nacht, ohne dass Du dafür den Wecker stellen musst. Nur gut möglich, dass der Dok von Dir für die Sensoren kassieren will.
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung. -
Dibein
Rang: Gastam 04.01.2017 13:54:18 | IP (Hash): 1863237858
Zuckerle schrieb:
Hallo Dirk,
wenn du erst seit November die Diagnose Diabetes hast, musst du dir noch ein Bisschen Zeit lassen, bis sich alles einpendelt.
Warum spritzt du das Langzeitinsulin schon um 18.00 Uhr? Ich kenne es so, dass man das um 22.00 Uhr spritzt, oder eben früher, falls ich schon vor 22.00 Uhr ins Bett gehe, was mein Diabetologe aber nicht für gut befindet. Mir allerdings ist es egal, mir ist mein Nachtschlaf heilig. Ich käme auch nie auf die Idee, nachts meinen Blutzucker zu messen, da schlafe ich und sonst gar nichts.
Es kommt im Übrigen höchst selten vor, dass ein Typ-2-Diabetiker in den Unterzucker gerät, das verhindert schon das Metformin.
Ergo: Hab Geduld und versuche ein Bisschen mehr Gelassenheit in deinen Diabetes zu bringen!
Ich dachte letztlich das ist "nicht so wichtig" wann am Abend ich das spritze?
Mich irritiert im Moment nur die Unregelmäßigkeit: Nach dem ich meine offensichtliche Resistenz überwunden hatte habe ich eine schöne ausgeglichene Linie mit meinem BZ gehabt. Dann die schon zu beginn des Freds beschriebenen Ausreicher nach oben die mir auch gut erklärt wurden und nun von einem Tag auf den anderen geht es runter.
Na mal schauen, am Montag beginnt die Schulung ich denke das ich da sicher das eine oder andere lernen werde. -
Dibein
Rang: Gastam 04.01.2017 14:26:20 | IP (Hash): 1863237858
hjt_Jürgen schrieb:
Das gilt auch für den Bereich des Unterzuckers. Definiert ist der ab 50mg/dl abwärts, wobei in den meisten aller Fälle erst bei 30-20 das Licht ausgeht. Vorübergehend!
Ab etwa 70mg/dl lassen sich manchmal schon Ausgleichs-Reaktionen des Organismus messen, die für die vermehrte Glukose-Ausgabe der Leber und damit dafür sorgen, dass der BZ nicht weiter sinkt und wieder ansteigt.
Der Grund warum ich mitten in der Nacht gemessen habe war hat das ich mitten in der Nacht mit einem Schlag hellwach war. Seit ich nicht mehr alle 2 Stunden aufs Klo muss schlafe ich eigentlich wie ein, wenn auch großes, Baby. Ich fühlte mich auch nicht schlecht, habe aber trotzdem mal einfach gemessen und war dann schon überrascht das ich bei 74 war und habe dann nur überlegt wenn ich jetzt noch 2 - 4 Stunden schlafe geht der BZ dann noch weiter runter bevor ich Frühstücke oder nicht.
hjt_Jürgen schrieb:
Metformin würde diesen Ausgleich behindern, zusammen mit Insulin aus dem Pen also eher für eine Unterzuckerung sorgen, als eine verhindern. Mit Metformin erleidet eher keine Untezuckerung, wer zusätzlich keine zuckersenkende Medi nimmt.
Also die Funktion von Metformin ist mir noch nicht wirklich klar. Ich hatte das so verstanden das die Aufnahme von KH aus der Nahrung durch Metformin reduziert wird. Daraus würde ich schließen: Ich versuche schon weiger KH zu essen, reduziere das noch durch Metformin. Also insgesamt weniger KH die in Glukose umgewandelt werden. Reduziere ich nun das Insulin von 36IE auf ??IE dann komme ich aber spätestens dann in die Bredullie wenn ich mich entscheide mal wieder Lecker Essen zu gehen. Was ich auch nicht so richtig verstehe ist das Zusammenspiel von Basal und Bolus
hjt_Jürgen schrieb:
Mit 36 IE Lantus zum Schlafengehen hab ich mich 2mal kurz nach Mitternacht ins kranke Haus geschossen. Beim 2. mal so genau protokolliert, dass ich Google gefragt hab, und der hat mir lantus lows ausgegeben und damit zusammen mit den Kommentaren das Spiegelbild meiner Erfahrungen.
Teile seitdem meine Tagesdosis auf morgens und abends und spritze Lantus IMMER mit ner Stunde Luft zum Autofahren und Schlafengehen.....
Das Aufteilen der Lantus IEs wäre auch mein Gedanke. Aber da fehlt mir ganz sicher die Erfahrung um zu entscheiden ob das geht. Im Moment tendiere ich dazu das einfach mal auszuprobieren.
hjt_Jürgen schrieb:
..... Nur gut möglich, dass der Dok von Dir für die Sensoren kassieren will.
Ich spreche mal mit dem Dok. Da jetzt erstmal Lohnfortzahlung ansteht muss ich da schon ein wenig schauen. :(
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.[/quote] -
am 04.01.2017 15:05:05 | IP (Hash): 1016729480
Metformin bremst in seiner Hauptwirkung die Glukose-Ausgabe der Leber. - Normal fährt die auch mit der Neuaufnahme von KHs=Glukose zurück, bis die abgeschlossen ist. Mit der Fehlsteuerung beim gut ausgebildeten Typ2 pflegt die Leber stattdessen zur neu gegessenen auch noch ne Schüppe vom gespeicherten oder/und selbstgemachten dazu zu legen. Metformin bremst alle Leberausgabe und damit auch diese und damit auch indirekt vom BZ-Anstieg mit dem Essen. Mit der Verarbeitung von Glukose hat Metformin allenfall sehr randmäßig zu tun.
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am 04.01.2017 16:41:46 | IP (Hash): 417723915
hjt_Jürgen schrieb:
Metformin bremst in seiner Hauptwirkung die Glukose-Ausgabe der Leber. - Normal fährt die auch mit der Neuaufnahme von KHs=Glukose zurück, bis die abgeschlossen ist. Mit der Fehlsteuerung beim gut ausgebildeten Typ2 pflegt die Leber stattdessen zur neu gegessenen auch noch ne Schüppe vom gespeicherten oder/und selbstgemachten dazu zu legen. Metformin bremst alle Leberausgabe und damit auch diese und damit auch indirekt vom BZ-Anstieg mit dem Essen. Mit der Verarbeitung von Glukose hat Metformin allenfall sehr randmäßig zu tun.
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
Sorry Jürgen, aber auch bei mehrmaligem Lesen bin ich nicht in der Lage, deine Schachtelsätze zu verstehen :-(
Was meinst du denn mit "gut ausgebildeten Typ2"?
@Dirk, das Metformin ist auch, bzw. hauptsächlich dafür da, deine Insulinresistenz zu verbessern. Aber bald hast du ja deine Schulung und bist dann schlauer....bis dahin versuche dich in Gelassenheit... -
Dibein
Rang: Gastam 04.01.2017 17:01:18 | IP (Hash): 1863237858
Ich habe deinen Bericht zu deinem Lantus Erlebnis bei omneda.de von 2009 gelesen. Schon Krass. Was gäbe es für Gründe (außer dem Beipackzettel und der Meinung de Arztes) die Injektionen NICHT aufzuteilen?
Ich habe schon mehrfach gelesen das einige Lantus auf 2 Injektionen aufteilen. Ich möchte das noch ein wenig bei mir beobachten und dann entscheiden ob ich das aufteile oder mit dem Dok. spreche um die Dosis vielleicht generell zu reduzieren. -
Dibein
Rang: Gastam 04.01.2017 17:39:54 | IP (Hash): 1863237858
@Zuckerle
Danke für deine Antwort. Ich sehe das ganze schon mit einer gewissen Gelassenheit. Ich suche einen Weg der mir die meiste Flexibilität erlaubt. Ich versuche schon im Vorlauf zur Schulung irgendwie das zusammenspiel von Ernährung, Bewegung und Medikamenten zu verstehen. Ich will mir das alles auch gerne alles vom Arzt erklären lassen und ich denke das ich auch eine gute Diabetologie gefunden habe. Ich lege aber auch Wert auf die Meinung der Menschen die schon Jahre oder gar Jahrzehnte mit der Diabetes leben und praktische Erfahrungen haben. Ich weiß z.B. wenn ich meinem Hausarzt gesagt hätte das ich einen BZ von unter 80 hatte dann würde der mich sofort von Insulin auf Kamillentee umstellen.;)
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Cracktros
Rang: Gastam 04.01.2017 18:43:37 | IP (Hash): 1250162692
[quote=Dirk B.;86163]I Schon Krass. Was gäbe es für Gründe (außer dem Beipackzettel und der Meinung de Arztes) die Injektionen NICHT aufzuteilen?
Ich habe schon mehrfach gelesen das einige Lantus auf 2 Injektionen aufteilen. I.[/quote]
Warum es nicht gern gesehen wird, wenn Lantus gesplittet wird?
Lantus ist ein Insulin mit einer Wirkdauer von ca 24 h. Allerdings wird diese Wirkungsdauer erst erreicht, wenn eine gewisse Menge Lantus injiziert wird. Das Splitte kann dazu führen, dass nur noch so wenig gespritzt wird, dass die Wirkdauer (von 24 h) nicht erreicht werden kann.
Für den Fall dass jemand über - 24 h - unterschiedlichen Insulinbedarf hat, gibt es andere Basalinsuline, die auch eine andere Wirkkurve - und eine kürzere Wirkdauer - zeigen. -
am 05.01.2017 00:02:51 | IP (Hash): 2114105592
Das Lantus hat nur eine knappe 24h Wirkdauer ( kann auch bei manchen nur
23h sein ). Deshalb zu splitten alle 12h macht eigentlich Sinn und zwar selbst
wenn jede einzelne 1/2 Dosis vielleicht nur 18h wirkt wegen dem kleineren
Volumen, hat es mit der Überschneidung von vielleicht 6h immer noch ein
besseres Kontinuum.
( Das Lantus sollte eine Wirkdauer von 28h haben mit den letzten 4h den Abfall
während das neugespritzte 4h braucht um seine effektive Dosis zu erreichen. )
Wenn man die Wirkung im Diagramm sieht, dann hat es zwischen 18h und 24h
einen ziemlichen Abfall in der Dosis beim Lantus.
Unser Arzt hatte uns sogar erwähnt, dass wenn es keine Umstände
machen würde, es besser wäre das Lantus alle 12h zu spritzen und
beim Lantus Packzettel ist diese Möglichkeit auch erwähnt, aber wir
hatten dann das Lantus immer nur Abends 7 Uhr gespritzt.
Wir hatten das Lantus, aber nun das Tresiba wo das keine Rolle mehr
spielt auch wenn man es alle 24h normalerweise spritzt, da man dieses wenn
es sein muss sogar nur alle 48h spritzen kann weil die Wirkdauer als wesentlich
länger um 42h ist und man deshalb die volle Wirkung erst nach der dritten
Spritze vom dritten Tag an hat und das heisst, dass man dann auch 3
Überschneidungen hat mit perfektem Kontinuum resultierend.
Manche beanstanden, dass es deswegen bei der Einstellung zeitaufwendiger
ist da man nur alle 4 Tage eine Anpassung vornehmen könne, aber hier
muss erwähnt werden, dass man beim Basal-Insulin sowieso nur eine
Veränderung pro Woche machen sollte damit der Metabolismus genügend
Zeit hat sich definitiv auf die Veränderung neu einzustellen.
Metabolismus Anpassungen können 3-5 Tage dauern.
.
Bearbeitet von User am 05.01.2017 01:21:49. Grund: . -
Elfe
Rang: Gastam 05.01.2017 00:16:02 | IP (Hash): 546227330
Stimmt so nicht.
Tresiba baut sich über 3 d auf, muß dennoch 1 x in 24 h gespritzt werden.
Lediglich nach 3 d am 4. Tag anhand der Nüchternwerte kann eine Anpassung erfolgen, wohlgemerkt der täglichen Dosis. -
am 05.01.2017 00:23:55 | IP (Hash): 2114105592
Elfe
Before Du etwas als stimmt nicht deklarierst, dann solltest Du besser vorher die Tresiba
Publikation von Prof. Dr. Marc Donath genau lesen.
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Elfe
Rang: Gastam 05.01.2017 00:37:05 | IP (Hash): 546227330
Das hatten wir schon.
Und ich hatte dir ChrisP dieses Zitat genannt
http://www.medicalforum.ch/docs/smf/2013/48/de/smf-01718.pdf
Selber lesen: Seite 1 Spalte 2
"Den Patienten wird weiterhin empfohlen, sich täglich möglichst immer
zur gleichen Tageszeit Insulin zu injizieren." ...
Bei mir nicht nur Theorie sondern Praxis.