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Diabetesschulung, wie geht es euch dabei ?

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    am 25.08.2017 17:46:51 | IP (Hash): 281723792
    :-( ich fand die Schulung eine Katastrophe (Ernährungsberatung für Prä)!

    Die Frau hätte gleich sagen können: Alles, was lecker sein könnte, darfst Du nicht essen. Nur klebriges Vollkornbrot, Fleisch, ab und zu mal ne Kartoffel, keine Möhren, da zu süss, ganz wenig Obst.

    Da sind mir echt die Tränen gekommen! Außerdem hieß es immer "weniger essen", dabei bin ich schon schlank und zu dem Zeitpunkt war ich schwanger - man sollte ja nicht Diäten in der Schwangerschaft! Am Ende war es nur noch eine halbe Scheibe Brot zum Frühstück (ich aß sonst drei, bin keineswegs übergewichtig). Habe nur "normal" zugenommen in der Schwangerschaft und hatte 3 Wochen nach der Geburt auch alle Kilos wieder runter - die Diabetes ist aber geblieben bisher :-(

    Dann kamen noch so tolle Tipps wie "Blaubeeren essen" - die sind nur leider sauteuer! Und "kochen", was meine Lebenssituation mit 2 schlecht bezahlten Jobs und Kindern nicht zulässt. Ich finde es echt eine Frechheit, dass die sich kein bißchen auf die Lebenssituation des Patienten einstellen. Den einzigen Tipp, den ich umsetzen kann und tue, ist öfter mal Scharfes zu essen.

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    am 25.08.2017 18:18:35 | IP (Hash): 1234584551
    Meine Schulung damals bestand aus Papptellern, die nach den darauf abgebildeten BEs geschätzt werden sollten. Dazu gaaanz wichtig aus den vielen BEs, erst kurz- dann langwirksame, für gegen ne drohende oder am Ende sogar schon eingetretene Hypo und Vorsichtsmaßnahmen vor Fußverletzungen.

    Einstellungen wurden nicht diskutiert, auch nicht generell oder im Ansatz, denn die waren auf Nachfrage Angelegenheit des Arztes.

    Erwarten würde ich heute wenigstens die Info, dass die Einstellungen durch den Arzt in erster Linie so was wie ne ausreichende Anfangs-Basiseinstellung ist, die jeder Mensch mit Diabetes für sich an seinen Alltag anpassen und optimieren kann. Und dazu die Info, wie das Anpassen und Optimieren funktioniert.

    ----------------------------------------------
    Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
    Bearbeitet von User am 25.08.2017 18:20:01. Grund: Ergänzung
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    am 25.08.2017 19:14:22 | IP (Hash): 688584431
    ophi schrieb:
    :-( ich fand die Schulung eine Katastrophe (Ernährungsberatung für Prä)!

    Die Frau hätte gleich sagen können: Alles, was lecker sein könnte, darfst Du nicht essen. Nur klebriges Vollkornbrot, Fleisch, ab und zu mal ne Kartoffel, keine Möhren, da zu süss, ganz wenig Obst.

    Da sind mir echt die Tränen gekommen! Außerdem hieß es immer "weniger essen", dabei bin ich schon schlank und zu dem Zeitpunkt war ich schwanger - man sollte ja nicht Diäten in der Schwangerschaft! Am Ende war es nur noch eine halbe Scheibe Brot zum Frühstück (ich aß sonst drei, bin keineswegs übergewichtig). Habe nur "normal" zugenommen in der Schwangerschaft und hatte 3 Wochen nach der Geburt auch alle Kilos wieder runter - die Diabetes ist aber geblieben bisher :-(

    Dann kamen noch so tolle Tipps wie "Blaubeeren essen" - die sind nur leider sauteuer! Und "kochen", was meine Lebenssituation mit 2 schlecht bezahlten Jobs und Kindern nicht zulässt. Ich finde es echt eine Frechheit, dass die sich kein bißchen auf die Lebenssituation des Patienten einstellen. Den einzigen Tipp, den ich umsetzen kann und tue, ist öfter mal Scharfes zu essen.




    Na dass nenne ich mal eine wirklich vermasselte Schulung. Ich war zwar nie Schwanger wegen meinen XY Chromosomen, aber ich weiß, dass Frauen gerade in der Schwangerschaft außergewöhnliche Gelüste haben.

    Grundsatz den ich in meiner ersten Schulung ( nicht da wo ich heute bin ) lernte :

    Ein Diabetiker darf essen was er will, er soll aber verdammt gut wissen wie und wie viel er spritzen muss, und den Spritz - Ess Abstand einhalten.
    Das hätte man dir auch sagen können, für 9 Monate Schwangerschaft kommen die Nachteile dieses Systems nämlich nicht zu tragen.

    Die langfristigen Nachteile sind Gewichtszunahme. :(
    ( Ich schreibe aus Erfahrung)
    Bei 9 Monaten Schwangerschaft muss man eine schwangere nicht so unter Druck setzen.

    Leider scheint sich bei dir der Diabetes manifestiert zu haben.
    Das heißt aber immer noch nicht, dass du leben musst wie ein Asket. Ich habe mich persönlich für LC entschieden, eben weil Gewicht ++ und es wirkt.

    Bei Normalgewicht kannst du dich auch ausgewogen ernähren, d.h die leckere Pizza, Spaghetti, das Eis sind dir gegönnt und kein Problem, es soll halt nicht deine Hauptnahrungsquelle sein, und wie gesagt wissen wie viel KH enthalten sind. Dafür gibt es Apps, die sind zwar nicht allwissend, geben aber einen recht guten überblick.

    Alles gute !
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    am 25.08.2017 19:28:04 | IP (Hash): 688584431
    hjt_Jürgen schrieb:
    Meine Schulung damals bestand aus Papptellern, die nach den darauf abgebildeten BEs geschätzt werden sollten. Dazu gaaanz wichtig aus den vielen BEs, erst kurz- dann langwirksame, für gegen ne drohende oder am Ende sogar schon eingetretene Hypo und Vorsichtsmaßnahmen vor Fußverletzungen.

    Einstellungen wurden nicht diskutiert, auch nicht generell oder im Ansatz, denn die waren auf Nachfrage Angelegenheit des Arztes.

    Erwarten würde ich heute wenigstens die Info, dass die Einstellungen durch den Arzt in erster Linie so was wie ne ausreichende Anfangs-Basiseinstellung ist, die jeder Mensch mit Diabetes für sich an seinen Alltag anpassen und optimieren kann. Und dazu die Info, wie das Anpassen und Optimieren funktioniert.

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    Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.



    Ja, da wo ich jetzt bin sind die genauso merkwürdig drauf. Meine erste Schulung bestand ebenfalls daraus die BE / KH einzuschätzen, niemals Alkohol zu trinken usw. Aber wir lernten uns selbst einzustellen was Basal betrifft, den Faktor für Bolus selbst zu ermitteln.
    Die meinten lapidar, je früher wir das lernen, umso leichter ist es.
    Hat wirklich funktioniert.
    Aber auch dieses " jetzt gilt es KH futtern bei Hypo".
    Schon klar, kein Arzt will sich da irgendwie in Gefahr bringen einem Patient zu wenig verordnet zu haben.
    Aber für alle in der Schulung war das zuviel. Bei Typ II kann das gut gehen die haben Eigeninsulin.
    Man behandelt eine Hypo heutzutage nicht mehr mit KH futtern auf 289, bei anderen waren es über 400.( hab nur 2/3 des Traubenzucker gegessen)
    Ich wusste das wird schief gehen :(

    Die Diabetologen sprechen oft Diabetiker das wissen um ihren eigenen Körper ab.
    Es gibt keinen Einheitsbrei.
  • Elfe

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    am 25.08.2017 19:42:27 | IP (Hash): 810832016
    Hallo Heliflieger,

    hatte bisher zwei Schulungen:
    Grundschulung ICT und Hypo
    bei derselben Referentin, spult nur ihre Folienvorträge ab °~°.

    Und - was interessiert die das Geschwätz von gestern - wurde Hypo in beiden Schulungen per Wert anders gesetzt.
    Im Grundkurs 70 mg/dl, Drama bei 50 mg/dl 'mit kurzem Zeitfenster' zum einwerfen von jede Menge Zucker plus eine langwirkende Zusatz-BE. (Bei dann 300 mg/dl zu landen ist dann plausibel.)
    Hypokurs setzt einen Grenzwert von 60 mg/dl, und wie man vorher einen beginnenden Unterzucker per Anzeichen erfühlen kann.

    Habe mir das Schulungsbuch für zuhause gekauft, zum Nachschlagen
    https://www.buecher.de/shop/fachbuecher/gut-leben-mit-typ-1-diabetes/jaeckle-renate-hirsch-axel-dreyer-manfred/products_products/detail/prod_id/29934675/
    Unterlagen zum Hypo-Kurs gibt's auch online anzusehen
    http://www.hypos.de/index.php?SID=190

    Als LADA hatte ich als älterer Frischling Gelegenheit, mit den Kursteilnehmern (seit Jugend schon Typ 1) zu sprechen. Fand ich persönlich sehr beruhigend: 'Halb so wild' als Kommentar zum Vortrag :-)

    Gruß Elfe
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Mitglied seit: 18.08.2017
    am 26.08.2017 09:06:38 | IP (Hash): 688584431
    Elfe schrieb:
    Hallo Heliflieger,

    hatte bisher zwei Schulungen:
    Grundschulung ICT und Hypo
    bei derselben Referentin, spult nur ihre Folienvorträge ab °~°.

    Und - was interessiert die das Geschwätz von gestern - wurde Hypo in beiden Schulungen per Wert anders gesetzt.
    Im Grundkurs 70 mg/dl, Drama bei 50 mg/dl 'mit kurzem Zeitfenster' zum einwerfen von jede Menge Zucker plus eine langwirkende Zusatz-BE. (Bei dann 300 mg/dl zu landen ist dann plausibel.)
    Hypokurs setzt einen Grenzwert von 60 mg/dl, und wie man vorher einen beginnenden Unterzucker per Anzeichen erfühlen kann.

    Habe mir das Schulungsbuch für zuhause gekauft, zum Nachschlagen
    https://www.buecher.de/shop/fachbuecher/gut-leben-mit-typ-1-diabetes/jaeckle-renate-hirsch-axel-dreyer-manfred/products_products/detail/prod_id/29934675/
    Unterlagen zum Hypo-Kurs gibt's auch online anzusehen
    http://www.hypos.de/index.php?SID=190

    Als LADA hatte ich als älterer Frischling Gelegenheit, mit den Kursteilnehmern (seit Jugend schon Typ 1) zu sprechen. Fand ich persönlich sehr beruhigend: 'Halb so wild' als Kommentar zum Vortrag :-)

    Gruß Elfe



    Ja, kenne das, fast identisch. :(

    Gleicher Dozent, andere Aussagen weil Unterlagen anders.
    Und das mit der Hypo erkennen war bei mir anfänglich unmöglich, ich lebte wohl schon so lange mit Hyperglykämie, das ich Hypo Anzeichen bei 120 mg/ dl bekam. Frag ja keinen Dozent wie das kommt, das ist dann "Einbildung"
    Inzwischen ist eher das Gegenteil der Fall, ich merke ne Hypo erst unter 70 aber über 60 mg / dl, hatte aber auch schon "Low"

    Bei "Low" bin ich auch nicht zimperlich bei KH, das ist wirklich nicht spaßig.
    Aber bei BZ 65 in Panik zu verfallen mit Unmengen KH ist kontraproduktiv.
    ( bei mir, ich will andere nicht davon abhalten )
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    am 26.08.2017 11:35:19 | IP (Hash): 566868218
    Hab meine beste INSULINER-Schulung mit nem Typ1 Arbeitskollegen erfahren, der damals gerade als einer der ersten Humalog nutzte und damit so passend für einen Marsriegel spritzen konnte, dass seine Spitze danach unter 160 blieb und sein BZ nach 2 Stunden wieder bei um 100 auslief. Klar hab ich das auch geschafft - mit ner halben Stunde SEA und entsprechend mehr IEs Alt - und mit noch 2-3 weiteren Mars und über gut 6 Stunden, also praktisch den Tag gezogen.

    Hab das damals erst auf das Alt geschoben, aber kann es heute mit Apidra noch genauso nachbauen, halt mit 4-5 Stunden, und wahrscheinlich auch mit dem neuen Fiasp, dann vielleicht 3-4 Stunden. Denn als 2er brauche ich von jedem Insulin mehr IEs pro BE als ein 1er, UND der Wirkverlauf von jedem Insulin ist bei uns 2ern flacher und länger.
    Bescheide mich für den Alltagsbetrieb deswegen halt mit so viel kleineren KH-Portionen, dass mein BZ damit meine Spitze bei 140-160 nicht überschreitet und ohne Nachessen wieder bei 80-100 ausläuft :)

    Weiß von KEINER Schulung, in der so ne BZ-Steuerung auch nur angesprochen wird.


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    am 26.08.2017 18:31:36 | IP (Hash): 688584431
    hjt_Jürgen schrieb:
    Hab meine beste INSULINER-Schulung mit nem Typ1 Arbeitskollegen erfahren, der damals gerade als einer der ersten Humalog nutzte und damit so passend für einen Marsriegel spritzen konnte, dass seine Spitze danach unter 160 blieb und sein BZ nach 2 Stunden wieder bei um 100 auslief. Klar hab ich das auch geschafft - mit ner halben Stunde SEA und entsprechend mehr IEs Alt - und mit noch 2-3 weiteren Mars und über gut 6 Stunden, also praktisch den Tag gezogen.

    Hab das damals erst auf das Alt geschoben, aber kann es heute mit Apidra noch genauso nachbauen, halt mit 4-5 Stunden, und wahrscheinlich auch mit dem neuen Fiasp, dann vielleicht 3-4 Stunden. Denn als 2er brauche ich von jedem Insulin mehr IEs pro BE als ein 1er, UND der Wirkverlauf von jedem Insulin ist bei uns 2ern flacher und länger.
    Bescheide mich für den Alltagsbetrieb deswegen halt mit so viel kleineren KH-Portionen, dass mein BZ damit meine Spitze bei 140-160 nicht überschreitet und ohne Nachessen wieder bei 80-100 ausläuft :)

    Weiß von KEINER Schulung, in der so ne BZ-Steuerung auch nur angesprochen wird.


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    Das liegt aber nicht an der Schulung, sondern er hat Glück, dass sein Körper die KH nicht so schnell aufnimmt.

    Beispiel wie ich sowas mache, kein Marsriegel essen :)
    Spaß beiseite, wenn ich eingeladen bin und es gibt Kuchen, lasse ich mir ein Stück geben, und hebe es auf dem Teller kurz hoch, so um das Gewicht abzuschätzen. Ein Blick ins Handy verrät mir wieviel BE in zum Beispiel 100 g Käsekuchen im Mittel enthalten sind.

    Ich spritze die erforderliche Dosis, und warte bis der BZ so bei 70 ist.
    Dann futtere ich das Stück. So komme ich nicht über einen pp wert von 130.

    Bei einem Marsriegel würde das so nicht gehen, da komme auch ich weit über 180, er sinkt zwar bald wieder, aber die KH schießen schneller ins Blut als das Insulin wirkt. ( hohe KH Dichte)
    Ich kann mich nicht bis auf "Low" fallen lassen um das abzufangen.


    Zu der Verallgemeinerung , T1 braucht wenig Insulin, T2 viel.
    Ein übergewichtiger T1 kann auch eine Insulinresistenz bekommen. Ich merke das an meinem Verbrauch, mit jedem Kilo mehr brauchte ich mehr Insulin, sicher nur Bruchteile von den 300 IE, aber trotzdem mehr.


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    am 26.08.2017 19:10:03 | IP (Hash): 1400677933
    Heliflieger
    Hast Du ein CGM-System um zu sehen wann 70mg/dl ist ?

    .
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    am 26.08.2017 19:42:22 | IP (Hash): 688584431
    Adhka schrieb:
    Heliflieger
    Hast Du ein CGM-System um zu sehen wann 70mg/dl ist ?

    .



    FGM, FreeStyle libre, aber zusätzlich ne Smartwatch 3 mit Glimp, da reicht es die Uhr an den Sensor zu halten.