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Blutzuckerspitzen nach den Mahlzeiten
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am 30.10.2017 19:50:22 | IP (Hash): 989658136
Hallo,
ich habe Diabetes Typ II und werde momentan mit Tabletten und Basalinsulin (Lantus) behandelt. Damit sieht mein Tagesprofil sehr gut aus: meist unter 100 nüchtern und meist nicht über 120 zwei Stunden nach der Mahlzeit. Nur ist letzteres ja ein Zeitpunkt, an dem der Blutzuckeranstieg durch die Mahlzeit schon wieder abgeklungen sein soll.
Meine Frage ist: wie lange nach einer Mahlzeit mit reichlich Kohlehydraten und eher hohem glyämischen Index ist in der Regel die Spitze des Blutzuckeranstiegs erreicht, und wie hoch sollte der dann erreichte Wert höchstens sein?
Viele Grüße
Frankie-13 -
am 30.10.2017 19:56:12 | IP (Hash): 849251743
das interessiert mich auch!! denn ich habe 2 Stunden nach dem Essen meist auch gute Werte um die 120-140, aber 1 Stunde danach oft deutlich über 140 (beim Frühstück 1 Stunde danach z.B. um die 180, obwohl ich mir den Magen wirklich nicht total vollschlage und nach Möglichkeit Vollkornprodukte esse). -
am 01.11.2017 17:26:51 | IP (Hash): 1697385510
ich pushe den Beitrag mal :-) -
am 01.11.2017 17:50:11 | IP (Hash): 688584431
ophi schrieb:
das interessiert mich auch!! denn ich habe 2 Stunden nach dem Essen meist auch gute Werte um die 120-140, aber 1 Stunde danach oft deutlich über 140 (beim Frühstück 1 Stunde danach z.B. um die 180, obwohl ich mir den Magen wirklich nicht total vollschlage und nach Möglichkeit Vollkornprodukte esse).
Und was ist darauf ? Honig, Nutella oder Marmelade ? -
am 01.11.2017 18:33:26 | IP (Hash): 1697385510
nein, leider nicht :-D (leider zweifach, einmal, weil ich genau das sehr gerne gegessen habe, aber auch, weil ich dann ja wüsste, woher die hohen werte kommen):
ich esse getoastetes vollkornbrot mit käse und wurst (gewichtsprobleme habe ich nicht, würde gerne vegetarisch leben, aber seit "prädiabetes" bleibt einfach zu wenig erlaubtes übrig, daher dann doch wieder fleisch). ich brauche aber schon mindestens 3 scheiben, um in den tag zu starten.
manchmal, nicht täglich ein klein wenig Joghurt dazu (alpro vanille, ganz ohne Geschmack mag ich joghurt nicht), ganz selten ei, wenn, dann aber nur das eiweiß eines hart gekochten eis. immer cappucchino (must have - aber den ungesüssten, den ich mit süssstoff bearbeite und mit caro Landkaffee verlängere).
manchmal ersetze ich das Vollkornbrot durch mehrkornbrot, was die werte nicht ändert. bei Weißbrot habe ich schlechtere werte. -
am 01.11.2017 19:01:40 | IP (Hash): 688584431
ophi schrieb:
nein, leider nicht :-D (leider zweifach, einmal, weil ich genau das sehr gerne gegessen habe, aber auch, weil ich dann ja wüsste, woher die hohen werte kommen):
ich esse getoastetes vollkornbrot mit käse und wurst (gewichtsprobleme habe ich nicht, würde gerne vegetarisch leben, aber seit "prädiabetes" bleibt einfach zu wenig erlaubtes übrig, daher dann doch wieder fleisch). ich brauche aber schon mindestens 3 scheiben, um in den tag zu starten.
manchmal, nicht täglich ein klein wenig Joghurt dazu (alpro vanille, ganz ohne Geschmack mag ich joghurt nicht), ganz selten ei, wenn, dann aber nur das eiweiß eines hart gekochten eis. immer cappucchino (must have - aber den ungesüssten, den ich mit süssstoff bearbeite und mit caro Landkaffee verlängere).
manchmal ersetze ich das Vollkornbrot durch mehrkornbrot, was die werte nicht ändert. bei Weißbrot habe ich schlechterewerte.
Lach nicht, Nutella als Brotbelag ist besser als Marmelade oder Honig, fast schon gut.
Hast du die Zutatenliste deines Brotes mal angesehen ? Ist da Malzzucker drinnen ? Macht man oft für die schöne Farbe.
Bei einem "guten " Vollkornbrot müsste der BZ - Max nach 2 - 4 Stunden sein. -
Elfe
Rang: Gastam 02.11.2017 19:21:56 | IP (Hash): 996396308
Hallo Frankie,
sind super Werte, die du angibst.
Lt. Literatur soll der BZ bei 2ern nach 2 h bei 140 - 160 mg/dl liegen.
Bereits mit Mahlzeiteninsulin und ich als 1er wohlgemerkt, wird mehr auf die Verdaulichkeit von Mahlzeiten und BZ-Spitzen eingegangen.
Je nach dem, wie Mahlzeiten zusammengestellt werden, neben KH auch Eiweiß- und Fettanteil wichtig, ist der 2 h-Wert viel zu früh.
3 - 4 h wäre da realistischer,
z.B. Vollkornbrot mit Leberwurst, Steak mit Pommes, Pizza, ... .
'Schnelle' Kohlenhydrate kannst du durchaus kombinieren, das diese nicht gar so schnell in die Blutbahn gelangen.
Hoher Wert sollte 180 mg/dl möglichst nicht übersteigen.
Das ist die sogenannte Nierenschwelle.
Ab da wird überschüssiger Zucker über die Nieren in den Urin ausgeschieden.
Jenseits der selbst gemessenen BZ-Werte zeigt der Langzeit/HbA1c-Wert (Arzt), wie sich diese wirklich ausgewirkt haben.
Gruß Elfe
Bearbeitet von User am 02.11.2017 19:24:39. Grund: Korrrektur Schreibfehler -
am 02.11.2017 20:27:15 | IP (Hash): 767359371
Literatur und Praxis: Dass die T2 Fehlsteuerung mit höherem BZ für noch mehr Glukoseausgabe und für die beständige receptor-down-regulation sorgt, also für die therapeutische Verstärkung der Insulinresistenz, und damit für eine beständig sehr hohe Belastung der Insulinausgabe, ist zwar seit Jahrzehnten in der Literatur bekannt, wird aber in der Praxis der Behandlung bis heute in keiner Weise berücksichtigt. Diese Berücksichtigung würde allerdings die Diabetologie auf den Kopf stellen, denn sie würde für die normale T2-Behandlung so enge BZ-Grenzen wie heute nur für den Schwangerschafts-Diabetes üblich setzen.
Für alle, die lästerhaft mitdenken: Medi- und Apparate-mäßig würde dafür bei rechtzeitiger Diagnose und Anleitung Hans Laubers Messen+Essen+Bewegen mit dem ausdrücklichen Hinweis völlig reichen, dass der Regeldefekt zu seinem gesunden Ausgleich die bewusste Auswahl und Portionierung vom Essen und überdurchschnittlich viel Bewegung braucht.
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung. -
am 02.11.2017 22:22:38 | IP (Hash): 515039836
Elfe schrieb:
Hallo Frankie,
sind super Werte, die du angibst.
Lt. Literatur soll der BZ bei 2ern nach 2 h bei 140 - 160 mg/dl liegen.
Die 2-Stunden-Werte sehen bei mir wirklich gut aus.
Elfe schrieb:
Hoher Wert sollte 180 mg/dl möglichst nicht übersteigen.
Das ist die sogenannte Nierenschwelle.
Ab da wird überschüssiger Zucker über die Nieren in den Urin ausgeschieden.
Allerdings habe ich mal testweise 30 und 60 Minuten nach einigen Mahlzeiten gemessen. Diese Werte haben mich dann doch ein bisschen geschockt: sie lagen bei 180 bis über 200.
Ich glaube, ich muss mit meinem Diabetologen doch mal das Thema "Schnelles Mahlzeiten-Insulin" diskutieren...
Gruß Frankie-13
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Elfe
Rang: Gastam 03.11.2017 18:29:12 | IP (Hash): 996396308
Hallo Frankie,
du hattest im Eingangsbeitrag geschrieben, daß du 'reichlich Kohlenhydrate mit hohem glykämischen Index' isst.
Je nach dem, was denn das ist, sind die hohen BZ-Werte nach 0,5/1 h mit 180 - 200 mg/dl nicht verwunderlich.
Daß du dennoch in kurzer Zeit nach 2 h wieder um 120 mg/dl liegst, ist doch klasse.
Daran siehst du, daß deine Einstellung mit Tabletten und Lantus passt.
Du könntest etwas besser deine Mahlzeiten zusammenstellen und schnelle Kohlenhydrate mit was anderem zum verlangsamen kombinieren, wie Ballaststoffe, Fett und Eiweiß und auch Lebensmittel mit mittel/niedrigem glykämischen Index berücksichtigen.
Dann ist der Anfangsanstieg nicht so stark und nach 1-2-3 h könntest du testweise messen.
Sehe bei dir eigentlich keinen Grund für schnelles Mahlzeiten-Insulin.
Ist übrigens auch kein Freibrief, um schnelle Kohlenhydrate pur zu essen.
Die sind dann auch zu meiden, ggfs. muss sogar ein Spritz-Ess-Abstand eingehalten werden u.a.m..
Mit angepasster Ernährung hast du noch genügend Möglichkeiten, den BZ positiv zu beeinflussen, ohne dich schon mit den Regeln zum Mahlzeiteninsulin befassen zu müssen. Sei froh :-)
Gruß Elfe
Bearbeitet von User am 03.11.2017 18:32:01. Grund: Ergänzung Text -
am 04.11.2017 11:10:40 | IP (Hash): 1943946227
Elfe schrieb:
Hallo Frankie,
du hattest im Eingangsbeitrag geschrieben, daß du 'reichlich Kohlenhydrate mit hohem glykämischen Index' isst.
Je nach dem, was denn das ist, sind die hohen BZ-Werte nach 0,5/1 h mit 180 - 200 mg/dl nicht verwunderlich.
Daß du dennoch in kurzer Zeit nach 2 h wieder um 120 mg/dl liegst, ist doch klasse.
Daran siehst du, daß deine Einstellung mit Tabletten und Lantus passt.
Du könntest etwas besser deine Mahlzeiten zusammenstellen und schnelle Kohlenhydrate mit was anderem zum verlangsamen kombinieren, wie Ballaststoffe, Fett und Eiweiß und auch Lebensmittel mit mittel/niedrigem glykämischen Index berücksichtigen.
Dann ist der Anfangsanstieg nicht so stark und nach 1-2-3 h könntest du testweise messen.
Sehe bei dir eigentlich keinen Grund für schnelles Mahlzeiten-Insulin.
Ist übrigens auch kein Freibrief, um schnelle Kohlenhydrate pur zu essen.
Die sind dann auch zu meiden, ggfs. muss sogar ein Spritz-Ess-Abstand eingehalten werden u.a.m..
Mit angepasster Ernährung hast du noch genügend Möglichkeiten, den BZ positiv zu beeinflussen, ohne dich schon mit den Regeln zum Mahlzeiteninsulin befassen zu müssen. Sei froh :-)
Gruß Elfe
Hallo Elfe,
vielen Dank für Deine ausführliche Antwort.
Natürlich ist das mit den 'reichlich Kohlenhydraten mit hohem glykämischen Index' bei mir eher die Ausnahme. Aber genau nach den (wenigen) Mahlzeiten dieser Art habe ich mal die Probemessungen gemacht. Gewundert habe mich die hohen Werte allerdings doch...
Meine üblichen Mahlzeiten sehen etwas anders aus: zwar auch Kohlehydrate, aber weniger und dann eher solche mit niedrigem Glyx. Ich werde jetzt mal ein paar 30-/60-Minuten-Messungen nach eben solchen Mahlzeiten machen und bin guter Hoffnung, dass die Blutzuckerspitzen dann geringer ausfallen. Wenn das so ist, werde ich eher noch mal an der Ernährungsschraube drehen, als meinem Diabetologen zu einem verfrühten Zeitpunkt eine ICT vorzuschlagen. Wie du schon richtig sagst, sind ja meine übrigen Werte o. k. und zeigen eine generell gute Einstellung.
Vielleicht hast du mich jetzt vor einem blöden Fehler bewahrt… :-)
Viele Grüße
Frankie-13
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Elfe
Rang: Gastam 04.11.2017 17:46:43 | IP (Hash): 547640094
Hallo Frankie,
würde das nicht unbedingt als Fehler ansehen, mit deinem Diabetologen über ICT zu sprechen,
nur als verfrüht.
ICT ist zumindest lästig: Möglichst genau KH einschätzen, Insulinfaktoren über den Tag unterschiedlich - muss ausprobiert werden, Wirkungsdauer des Insulins mit Mahlzeit abstimmen ...
Kann im übrigen den allgemeinen 2 h-Messwert für 2er gar nicht nachvollziehen.
Ist schon ein Unterschied, ob nur ein Apfel pur gegessen wird oder Nudeln mit reichlich Gulasch z.B..
Sinnvolle Messzeit variiert da eigentlich zwischen 1 - 3 h.
Guter Ratgeber ist da auch das eigene Bauch- = Sättigungs-Gefühl.
Gruß Elfe -
am 04.11.2017 18:19:44 | IP (Hash): 1592333920
hallo, bin gerade etwas verzweifelt..
gestern habe ich 2 h nach vollkornfrühstück gemessen: 125.
heute 1 h nach frühstück mit Vollkornbrot UND Mischbrot: 135, 2h danach 95. soweit so gut.
danach war ich lange unterwegs und MEGAhungrig, wert 79.
daraufhin habe ich etwas Mischbrot mit käse (weniger als eine scheibe), ein wenig bulgursalat (etwa 8 Teelöffen) und ein wenig Chips gegessen (fett ist ja nicht mein Problem, im Gegenteil, soll ja die KH-Aufnahme mildern), sowie etwas Cappucchino getrunken - NICHT VIEL. hatte noch richtig hunger und bin danach einkaufen gegangen in der annahme, jetzt richtig futtern zu können... ich messe: 169 (ca 1-1,5 stunde nach essen)!!!
dabei habe ich wirklich nicht viel gegessen und auch nichts schlimmes, keine schokolade, keine Marmelade. Auf Cappuchino kann ich nicht verzichten, den liebe ich. gesüsst wurde mit süssstoff.
und es ist nachmittag/abend, normalerweise habe ich da immer gute werte gehabt.
bin total fertig mit den nerven. wird der Diabetes immer schlimmer?? und ich hab noch sooo hunger.. und darf jetzt wohl nichts essen ausser vielleicht ne Tomate oder scheiss fleisch ohne beilage oder Sauce, was ich total hasse aber in letzter zeit dauernd esse um satt zu werden :-((
wie kann denn SO WENIG essen meinen BZ um fast 100 erhöhen?
kann es daran liegen, dass ich SEHR hungrig/nüchtern war seit vielen stunden? in einer ähnlichen Situation hat eine minikugel eis meinen BZ mal von 67 auf 140 gebracht....
Bearbeitet von User am 04.11.2017 18:57:25. Grund: ergänzung -
am 04.11.2017 18:54:52 | IP (Hash): 1908664155
Dass die selbe Menge KHs mit der Zeit immer höheren BZ machen und zum Einhalten vom gesunden BZ früher oder später Medis und auch davon mit den Jahren immer mehr brauchen, ist die geltende fachoffizielle T2 Sicht.
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung. -
am 04.11.2017 18:58:38 | IP (Hash): 1592333920
aber ich habe doch erst seit wenigen Monaten prädiabetes?! und diäte seitdem, sprich habe mein essen KOMPLETT umgestellt...
kann es daran liegen, dass ich auf sehr nüchternen magen gegessen habe? in einer vergleichbaren Situation hatte eine minikugel eis meinen bz mal stark erhöht... -
am 04.11.2017 19:36:18 | IP (Hash): 559297626
ophi schrieb:
kann es daran liegen, dass ich auf sehr nüchternen magen gegessen habe?
Ja, das hat sehr wahrscheinlich bei dir starke Auswirkungen. Die BZ-Werte werden bestimmt nicht so hoch, wenn du besonders am Anfang langsam isst oder sogar 1/4 Stunde vor der Mahlzeit schon einen kleinen Snack nimmst. Dann wird bei dir schon Insulin freigesetzt, dass die Mahlzeit dann gebührend empfangen kann. Du solltest dir allerdings über die 169mg/dl nicht so viel Sorgen machen. Selbst wenn deine Z-Ziele niedriger liegen, machen wenige Ausnahmen überhaupt nichts aus, damit kann dein Körper gut umgehen.
Wenn du besser und langanhaltend satt werden willst, dann wird dir nichts anderes übrig bleiben, als dich mit mehr Fett anzufreunden. Da es von gesundem Olivenöl bis zu gut schmekender und auch sehr gesunden Butter viele unterschiedliche Öle und Fette gibt, wird bestimmt auch für dich etwas dabei sein, wenn du intensiv genug suchst und testest.
Alles Gute, Rainer -
am 04.11.2017 19:42:08 | IP (Hash): 1908664155
Trotz aller Studien mit vielen tausend TeilnehmerInnen ist bislang keine allgemeingültige Entwicklung des T2 entdeckt. Es sieht vielmehr alles nach jeder Menge individueller Einzelfälle aus. Da kann also jeder Betroffene nur für sich selbst austesten, was jeweils aktuell bei ihm wie funktioniert. Und das umso aussagekräftiger, je systematisicher und umfassender. Also statt viel oder wenig genau wie viele usw.
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung. -
am 05.11.2017 13:25:34 | IP (Hash): 537464786
Hallo Elfe,
Elfe schrieb:
würde das nicht unbedingt als Fehler ansehen, mit deinem Diabetologen über ICT zu sprechen, nur als verfrüht.
Nun ja, es ist bei mir halt auch so, dass ich meine Mahlzeiten nicht so sehr regelmäßig einnehme und dass die Mahlzeiten sich auch bezüglich des Kohlehydratgehaltes stark unterscheiden. Und da hatte ich halt gedacht, dass eine ICT mir da mehr Freiheiten verleiht. Dass auch eine ICT kein Freibrief für eine ungesunde Ernährung ist, ist mir schon bewusst... :-)
Elfe schrieb:
ICT ist zumindest lästig: Möglichst genau KH einschätzen, Insulinfaktoren über den Tag unterschiedlich - muss ausprobiert werden, Wirkungsdauer des Insulins mit Mahlzeit abstimmen ...
Klar, eine BOT ist natürlich einfacher durchzuführen. Da ich aber von Anfang an gelernt habe, regelmäßig zu messen, zu dokumentieren und auszuprobieren, wäre der zusätzliche Aufwand im Prinzip nur das Berechnen der Kohlenhydrate und das Spritzen des Mahlzeiteninsulins. Lästig zwar, aber wie ich finde, zu schaffen.
Elfe schrieb:
Kann im übrigen den allgemeinen 2 h-Messwert für 2er gar nicht nachvollziehen.
Ist schon ein Unterschied, ob nur ein Apfel pur gegessen wird oder Nudeln mit reichlich Gulasch z.B..
Sinnvolle Messzeit variiert da eigentlich zwischen 1 - 3 h.
Guter Ratgeber ist da auch das eigene Bauch- = Sättigungs-Gefühl.
Ja, ich habe diese 2-Stunden-Messregel auch schon in Zweifel gezogen. Gerade wo doch immer wieder betont wird, dass es nicht nur ein hoher Durchschnittswert ist, der die Gefahr von Folgeerkrankungen birgt, sondern eben auch die Blutzuckerspitzen nach den Mahlzeiten. Daher auch meine Versuchsmessungen nach 60 und 90 Minuten.
Viele Grüße Frankie-13 -
Elfe
Rang: Gastam 05.11.2017 18:24:57 | IP (Hash): 547640094
Hallo Frankie,
sehe persönlich kurzzeitige 0,5 - 1h BZ-Werte über 180 mg/dl als nicht so schlimm an.
Habe diese als 1er auch und länger (trotz redlichem Bemühen*) , zeigt sich allerdings nicht im HbA1c-Wert - Verzuckerung der Blutkörperchen ist erst nach Stunden stabil.
Ist allerdings (nur) ein Indikator für schädliche Wirkung von hohem Blutzucker.
Du hattest an anderer Stelle hier im Forum geschrieben, daß dich bereits eine PNP plagt.
Das wäre schon ein Grund, um mit deinem Arzt über eine ICT zu sprechen.
Allerdings ist es bei einer ICT-Behandlung so, daß man nicht sogleich auf hohe Werte reagieren kann, sondern die Wirkung des Mahlzeiteninsulins abwarten muss.
Bei meinem sind das mindestens 3 h*, bevor ich korrigieren darf mit Korrektureinheit(en).
Sonst Gefahr von Unterzucker durch Überlagerung der Insulingaben.
Ich selber habe allerdings kein eigenes Insulin mehr.
Du schon, was wohl auch noch ausreichend wirkt, nachdem was du so an Werten angegeben hast.
Gruß Elfe -
am 06.11.2017 22:43:06 | IP (Hash): 1559102721
Elfe schrieb:
Du hattest an anderer Stelle hier im Forum geschrieben, daß dich bereits eine PNP plagt.
Das wäre schon ein Grund, um mit deinem Arzt über eine ICT zu sprechen.
Hallo Elfe,
meinen Arzt brauchte ich gar nicht mehr anzusprechen. Schon während der 1. Stunde meiner Schulung eröffnete mir heute die Diabetesberaterin, dass sie mein Basalinsulin (Lantus) zurückfahren und mir stattdessen ein Mahlzeiteninsulin zusätzlich geben möchte. Ich spritze also ab sofort nur noch einmal täglich zur Nacht 10 Einheiten Lantus, und vor jeder Mahlzeit gibt es je nach Messergebnis zwischen 3 und 10 Einheiten Humalog. Das Einschätzen der BE/KE sowie Korrekturregeln bleiben erst mal noch außen vor, also noch keine „echte“ ICT. Das soll aber folgen, wenn ich in der Schulung das große Einmaleins der ICT erlernt habe. Im übrigen wurden mir meine guten Messergebnisse heute durch den HBA1C-Wert bestätigt. Er liegt bei 5,8.
Viele Grüße
Frankie-13 -
Elfe
Rang: Gastam 07.11.2017 23:50:52 | IP (Hash): 33641383
Hallo Frankie,
Glückwunsch zum guten Langzeitwert :-)
Wünsche dir gutes Gelingen zur ICT-light.
Da das ganze noch nicht so genau ist, möchte ich dir raten, Traubenzucker dabei zu haben, falls Mahlzeiteninsulin zuviel war und du dann BZ-mäßig zu tief liegst (die Gelehrten streiten sich zwischen 50 - 70 mg/dl zur Unterzuckerdefinition), dennoch handeln bei 70 z.B. im Straßenverkehr wäre schon gut.
ICT ist auch mit dem kleinen Einmaleins und einfacher Dreisatz ganz gut zu bewältigen.
Insulineinheiten werden auf KHs berechnet.
Hinzu kommt, daß die Insulinempfindlichkeit über den Tag berücksichtigt wird über sogenannte IE/BE-Faktoren.
Morgens und abends wird mehr Insulin benötigt als mittags oder nachts, hängt mit dem Biorhythmus zusammen.
Korrekturregel bedeutet, um wieviel mit einer Einheit Insulin der Blutzucker gesenkt werden kann.
Bisher hast du bei deinen berichteten kurzzeitigen 180-200 Werten dazu keine Veranlassung (Anfangswert wäre Senkung um 50 mg/dl, meiner ist schon lange 40 mg/dl, also Vorsicht).
Du hast auch geschrieben, daß das Lantus reduziert wird.
Gut wäre, wenn du so früh zu abend isst, daß du die Wirkung des Mahlzeiteninsulins zum Abendessen noch vor Schlafengehen überprüfen kannst.
Ob Lantusmenge passt, wäre zuerst am Nüchternwert zu erkennen.
Viele Grüße
Elfe -
am 08.11.2017 22:01:30 | IP (Hash): 1269022253
Elfe schrieb:
Glückwunsch zum guten Langzeitwert :-)
Wünsche dir gutes Gelingen zur ICT-light.
Danke! :-)
Elfe schrieb:
Du hast auch geschrieben, daß das Lantus reduziert wird.
Gut wäre, wenn du so früh zu abend isst, daß du die Wirkung des Mahlzeiteninsulins zum Abendessen noch vor Schlafengehen überprüfen kannst.
Ob Lantusmenge passt, wäre zuerst am Nüchternwert zu erkennen.
Vielen Dank für die guten Tipps! Die Menge an Lantus passt leider noch nicht. Hatte ich vorher (mit 2 × 15 Einheiten Lantus) Nüchternwerte zwischen 90 und 105, liegen Sie jetzt bei 130-135, was mir deutlich zu hoch ist. Morgen habe ich den nächsten Schulungstermin und damit die Möglichkeit, der Diabetesberaterin eine Erhöhung des abendlichen Lantus vorzuschlagen.
Die Werte 2 Stunden nach den Mahlzeiten haben sich dagegen im Vergleich zum bisherigen Therapieschema noch einmal leicht verbessert. Bei Kontrollmessungen 60 und 90 Minuten nach den Mahlzeiten konnte ich diese hohen Spitzen nicht mehr feststellen. Bei maximal 150 war Ende der Fahnenstange. Also eine eindeutige Verbesserung gegenüber vorher – bis auf die wahrscheinlich zu geringe Abendmenge Lantus.
Viele Grüße
Frankie-13
Bearbeitet von User am 08.11.2017 22:03:35. Grund: Vertippt!1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 09.11.2017 10:24:12 | IP (Hash): 1116918151
Finde DEINEN Lantus-Dosierung-Vorschlag SUPER und deńke, dass Du damit Deine BZ-Führerschein-Prüfung bestanden hast :)
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.