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torsten - neuzugang mit hba1c von 10,6
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am 24.11.2024 01:13:17 | IP (Hash): 1531505263
Gut so!
Und wie ernährst du dich jetzt?
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DM2 in Remission ohne Medikamente 😎 -
am 24.11.2024 03:49:15 | IP (Hash): 1350751116
Henrie schrieb:
Gut so!
Und wie ernährst du dich jetzt?
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DM2 in Remission ohne Medikamente 😎
Ich mach es mir mal einfach, mit einem Post, den ich zu meinem dreijährigen mit Duabetes abgesetzt habe:
Kurzes Vorwort:
Es hat als der radikalste Schritt in meinem Leben begonnen, denn ich war bereit, mit liebgewordenen Gewohnheiten zu brechen, letztlich erscheint es mir heute als Kleinigkeit mit alles verändernder Wirkung.
torsten1973 schrieb:
Was nützt das ganze Mutmachen ohne konkrete Wissensvermittlung.
Kleiner Service von mir: ich habe aus meinem Thread der vergangenen 3 Jahre die wesentlichen Erkenntnisse rausgezogen.
Voila, - das sind sie:
Nichts hat mein Leben so umgekrempelt wie diese Diagnose.
Hab mir ganz viel Ernährungswissen angeeignet.
Hab ein paar "Kleinigkeiten" bei der Ernährung geändert und es geht mir so gut wie nie im Leben.
Mit Ernährung hab ich eine gute Routine gefunden. Die deutlichsten Unterschiede zu früher:
- viel mehr Gemüse. Zu Beginn jeder Mahlzeit.
- keine Angst vor Essig und Öl und vor Nüssen.
- mein liebgewordenes Müsli aus Haferflocken, Mandeln, Zimt, Joghurt und viel Obst.
- ich kann Vollkornbrot von Körnerbrot unterscheiden.
- Nie wieder gesüßte Getränke.
Nach monatelangem durchsuchen des Internet bin ich nun auf eine wirklich gute Site gekommen, die viel grundlegende Bildung zum Thema Ernährung vermittelt.
https://workshopernaehrung.de/ernaehrungskurs/
Mein Speiseplan seit kurz nach Diagnose, nochmal frisch überarbeitet:
morgens.
- kaffee
- mind. eine handvoll gemüse vorweg
- müsli aus haferflocken, haferkleie, nüssen, 2 stück obst, zimt, abwechselnd fettarmer oder normaler joghurt
ich habe keine angst vor rosinen oder bananen, aber höchstens jeden 2. tag
mittag
- alles, was ich gern esse, aber mit kleiner oder keiner portion kohlehydrate
- bei nudeln (sehr gewöhnungsbedürftig) oder reis immer vollkornprodukte
- hülsenfrüchte (linsensuppe, schwarze oder rote bohnen im salat)
- auch wenn es gekochtes gemüse gibt:
dazu noch rohkost, öfter blattgemüse, gerne mit z.B. orangen, nüssen zum süßen, gute öle (raps, olive, leinsamen, walnuss)
essenspause von mind. 5 stunden
nachmitrags
- gar nix, bei bedarf nüsse, ne möhre, apfel
- irgendwann will ich zum 5-uhr-tee zurückkehren (mit 1 einzigen keks)
abends
- 1...2 scheiben vollkornbrot,
(manchmal selbst gebacken, gepimpt mit buchweizen, haferkleie, leinsamen, kürbiskernen, kurkuma, kreuzkümmel, koriander)
- vegetarischer aufstrich (gern selbstgemacht), käse, manchmal fisch
- salat von mittag oder rohes gemüse
- apfel oder orange als nachtisch
essenspause von mind. 13 stunden
den ganzen tag immer genügend wasser in reichweite.
hätte ich früher auf einen menschen geblickt, der sich verhält und ernährt, wie ich es mir im letzten jahr angewöhnt habe, so hätte ich das als extrem oder gar gefährlich empfunden.
denn ich meinte ja, mich moderat und ausgeglichen zu ernähren.
Für mich war das Denken um Ernährung vorrangig von der Frage nach ausreichender Nährstoff- (gemeint war Energie-)Versorgung geprägt. Und ich hielt es für das richtige Maß, dabei auf den Körper zu hören.
Essen nur um sich satt zu fühlen mit vorwiegend Ballaststoffen war für mich ein wahrscheinlich sehr ungesunder Trick, dass Hungergefühl zu täuschen und sich wichtige Nahrung vorzuenthalten.
So falsch kann man liegen.
Die Fehler von früher:
Von dem Wissen, das ich heute befolge war mir
1/8
bis dahin völlig unbekannt
(Insulinresistenz, dass nicht jedes Körnerbrötchen Vollkorn ist)
1/4
sowohl die Regel wie auch die Warnung davor und die gegensätzliche Behauptung begegnet.
(ob Butter gesünder ist oder Margarine, dass Zimt und Mandel regelmäßig verzehrt nicht giftig sind,
dass Nüsse nicht viel zu fett sind)
1/4
als pseudowissenschaftlicher Unsinn begegnet.
(Kampfbegriffe wie Industriezucker, leere Kalorien)
eine Anekdote: die vokabel "vollwertkost" hatte ich so interpretiert, dass damit ideologisch aufgeladen weiß gemacht werden soll, dass dieses zeugs doch den gleichen wert habe wie richtiges essen.
1/8
durchaus bekannt, habs aber falsch verstanden und entsprechend falsch umgesetzt.
(dass selbstzubereitetes möglichst weniger Zucker enthält,
dass Mittelmeerdiät nix mit großen Portionen Nudeln zu tun hat,
dass Apfelschorle nicht besser ist als Cola)
1/8
wohl gewusst, aber nicht die finanziellen mittel zur Umsetzung gehabt
(Beerenobst, Vollkornmehl, hab viele Sachen als Schatz gehütet anstatt sie zu futtern)
was ich heute esse, wäre früher der absolute luxus gewesen.
1/8
was ich tatsächlich richtig gemacht habe...
(no Fast Food, no Alk, beginne Mahlzeiten mit Gemüse, jeden tag etliche kilometer mit dem fahrrad)
die wenigen erkenntnisse, die übriggeblieben sind:
- ernährung bringt ca. 80...90%, bewegung 10...20% des erfolges,
- vollkorn ist zwar absolut richtig, aber die gewohnheit an brot und nudeln an sich ist falsch.
- die nordamerikanischen ernährungsempfehlungen mit dem bild von 50% gemüse auf dem teller habens gebracht.
- der mensch braucht bei weitem nicht so viel energiehaltige nahrung, als wie es viele von zu hause aus gelernt haben, weglassen ist nicht gefährlich, sondern gesund.
Kleiner Nachtrag: die Bewegung nach der Mahlzeit.
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ehemaliger Diabetiker
Bearbeitet von User am 24.11.2024 04:36:27. Grund: rechtschreipunk -
am 19.12.2024 18:09:29 | IP (Hash): 68936405
hba1c = 6,2%
nicht gerade was ich mir wünsche...
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ehemaliger Diabetiker -
am 19.12.2024 18:19:59 | IP (Hash): 1966222646
Die Enttäuschung kann ich mir vorstellen. Aber wenn du mal ne Woche um ne Stunde nach deinen Mahlzeiten deine BZ-Spitzen misst, wirst du schnell sehen, wie du sie selbst produzierst - und für den Frühjahrstest abstellen kannst. Daumendrück.
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Gestartet mit mehr als HbA1c 15,5 in 01.1991, ärztlich eingestellt Basal-Bolus ab 1998 mit Hba1c um 7 und um 140 IE/Tag Insulin. Gegen vielfachen ärztlichen Rat seit 2002 mit wenigen Ausnahmen 7/24 zwischen 60 und 140 mg/dl und HbA1c um 5 mit aktuell um 20 IE/Tag Insulin. - Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein bester Gesundheits-Coach :) -
am 20.12.2024 16:49:19 | IP (Hash): 962711103
torsten1973 schrieb:
hba1c = 6,2%
nicht gerade was ich mir wünsche...
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ehemaliger Diabetiker
Hallo Torsten,
ich will dir nicht zu nahe treten, aber aus meiner Sicht solltest du das "ehemaliger Diabetiker" lieber vergessen. Ich gehöre zwar nicht zu denen, die eine Heilung von Typ2-Diabetes für unmöglich halten, aber so etwas dürfte relativ selten vorkommen. Bei dir sieht die Entwicklung wie eine ganz normale Verschärfung aus. Die wird wahrscheinlich eine ganze Weile langsam vor sich gehen und dann irgendwann mit einem größerem Sprung ansteigen.
Mit deinen guten 6,2% kannst du ruhig noch ein paar Quartale abwarten, ob es wirklich eine Verschärfung oder nur ein Aurutscher ist. Aber irgendawann stehst du sehr wahrscheinlich vor der Entscheidung, dass du etwas unternehmen musst. Da du deine Ernährung schon gut diabetesgeeignet eingerichtet hast, wirst du daran wahrscheinlich nicht mehr viel ändern wollen. In diesem Fall bleibt die nur die Möglichkeit, deine BSD mit geeigneten Medikamenten zu unterstützen. Sieh das auf keinen Fall als Versagen, wenn du z.B. Metformin dazu nimmst. Wenn du damit zusammen mit deinen Anstrenungen zu Ernährung und Bewegung deinen Diabetes langfristig gut im Griff behalten kannst, kannst du zufrieden und stolz auf deine Leistung sein.
Alles Gute, Rainer
____
Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 20.12.2024 16:49:58. Grund: BBCode1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 22.12.2024 13:15:29 | IP (Hash): 1802570480
noch sehe ich das anders.
ich habe die letzten jahre im ausnahmezustand gelebt.
wohnen an 4 orten.
immmer vor ortswechsel alles aufessen.
chauffeur spielen statt wandern oder radfahren.
zum essen fahren und reste von gegenüber aufessen.
mit meiner mutter nochn eis, nochn likör.
todesfall.
wohnung mit vorräten an wurst und kuchen leer essen.
immmer vor ortswechsel alles aufessen.
adrenalin.
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ehemaliger Diabetiker -
am 23.12.2024 10:17:04 | IP (Hash): 315440231
Hallo Torsten,
als Stoffwechselgesunder bzw. als wirklich geheilter Diabetiker hättest du diese Sachen aber ohne Probleme überstanden.
Wenn du dich ehrlich als das sehen würdest, was du bist, nämlich als "Diabetiker in Remission", dann wäre es dir bestimmt leichter gefallen, etwas mehr von den übriggebliebenen Vorräten, die dir nicht guttun, wegzuschmeißen.
Ich drück dir die Daumen, dass du die Remission noch lange halten kannst. Mit HbA1c-Werten um 6,0% kann das bestimmt klappen. Wenn du nicht in diesem Bereich bleiben kannst, 6,2% gehört dazu, dann solltest du lieber über medikamentöse Unterstützung nachdenken.
Weiter viel Erfolg, Rainer
____
Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 23.12.2024 18:20:45. Grund: BBCode -
am 05.02.2025 21:43:51 | IP (Hash): 1562440661
mein leben biegt nun wieder in geregelte bahnen ein.
mit einem lebendgewicht zurück im zielbereich.
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ehemaliger Diabetiker -
am 10.02.2025 16:14:59 | IP (Hash): 80783133
Hallo Torsten,
ich bin sehr beeindruckt, wie gut du deine Ernährung umgestellt hast und sowohl dein Gewicht, als auch deinen Diabetes in den Griff bekommen hast.
Bin auch gespannt, ob es dir gelingt, den Zucker in diesem Bereich zu halten. Falls nicht, könntest du die KH noch etwas reduzieren und dafür mehr Eiweiß und Fette essen.
Alles Gute dir weiterhin! Katrin -
am 24.03.2025 08:51:13 | IP (Hash): 1853228340
mist
hba1c = 6,2
cholesterin auch leicht erhöht.
dabei bin ich, was das gewicht betrifft, wieder auf der zielgeraden.
die vielen süßigkeiten und wurst, die ich geerbt habe, sind bald aufgegessen...
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ehemaliger Diabetiker