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Diabetes Typ2 - BZ Messung 2h nach Essen?

  • Udo

    Rang: Gast
    am 04.12.2008 15:57:54
    Hallo,

    ich habe erst seit kurzem diabetes - bin also noch relativ unerfahren. Meine Frage: Mein Arzt sagt ich solle 2h nach essen messen. Da habe ich im schnitt immer so zwischen 130 - 140. Das wäre gerade noch so Ok meint er. Nun habe ich aber der neugier halber mehrmals schon 1h stunde nach dem essen gemessen. Und siehe da: Ich hatte jedes mal zwischen 165 - 185. Ist das nicht viel zu hoch. Warum sagt mein Arzt ich solle erst 2h nach dem essen messen. Hätte ich mich daran gehalten wäre mir nie aufgefallen, dass mein BZ viel zu hoch ist. Kann jemand bitte etwas dazu sagen. Sind die werte 1h nach dem essen zu vernachlässigen? was denn nun?

    Grüße, Udo
  • Grünkohl

    Rang: Gast
    am 04.12.2008 16:13:44
    keine ahnung, aber unser star-diabeteker jürgen
    wird dir sicher einen schönen 140-120-100-vers dazu schreiben und der weiß es besser als jeder arzt oder andere diabeteker
  • Michael

    Rang: Gast
    am 04.12.2008 16:46:26
    ganz Unrecht scheint Jürgen aber nicht zu haben.....

    aber mal ne andere Frage...anhand welcher Kriterien wurde bei Dir ( Threadstarter ) Diabetes festgestellt von Michael
  • Rainer

    Rang: Gast
    am 04.12.2008 16:49:54
    Hallo Udo,

    ich schließe mich den Empfehlungen von Jürgen an, 140-120-100 mg/dl 1-2-3 h nach der Mahlzeit als Zielwerte zu betrachten. Diese Werte schützen dich mit hoher Wahrscheinlichkeit vor einem Fortschreiten des Diabetes, weil es Werte sind, die auch bei gesunden auftreten.

    Ob du uns glaubst oder deinem Arzt und Mr. Anonym Gehör schenkst, das ist allein deine Entscheidung. Bedenke aber, wenn sich in etlichen Jahren herausstellt, dass nach 1 Stunde auch 160 gereicht hätten, dann hast du dich lediglich ein bischen zu viel bemüht. Wenn sich aber die 140 als obere Grenze herausstellen sollte und du deinem Arzt geglaubt hast, dann zuckt der nur mit den Schultern und beruft sich auf unzureichende wissenschaftlichen Erkenntnisse. Mit den Folgeerkrankungen, die dann schon eingetreten sein können, musst du allein fertig werden.

    Gruß Rainer
  • Michael

    Rang: Gast
    am 04.12.2008 17:30:17
    ist denn Diabetes schon bekannt??

    Hallo...wir fliegen ins Weltall und die Wissenschaft kann noch nicht mal vernüftige Grenzwerte festlegen?????? von Michael
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 04.12.2008 18:02:15
    Moin Themenstarter,

    die 2 Stunden sind in der Diabetologie gute alte Pipi-Tradition. Das heißt, sie stammen aus der Zeit, als alle Selbsttest und auch die in den normalen Arztpraxen noch mit Urinteststreifen erfolgten. Und bis sich der Zucker aus einem Stärke=Glukose-Input durch Magen und Darm und Kreislauf und Nieren bewegt hat, so dass nennenswert davon im Urin nachgewiesen werden kann, vergehen halt 2 Stunden.

    Um wenigstens eine grobe Vergleichbarkeit zu erhalten, hat man damals schon in kranken Häusern mit Labor auch etwa diese Zeit eingehalten und sie mit den veränderten Messmöglichkeiten (ab Mitte 1980 etwa mit solchen Streifen-Geräten, wie wir sie heute nutzen) einfach beibehalten.
    Und weil niedrigere BZ-Verläufe schwieriger herzustellen und noch schwieriger zu verordnen sind und ja auch dann nicht direkt weh tun, wenn sie in irgend einer Zukunft mal nen Zeh abfaulen lassen, werden von Ärzten allgemein eher höhere Werte empfohlen und von Betroffenen begrüßt.

    Zudem gilt Diabetes als Krankheit, die sich eh mit der Zeit verschlimmert. Alle großen Studien weisen das so aus. Studien, die belegen, dass bei gesund geführtem BZ keine Verschlimmerung erfolg, gibt es nicht. Denn bislang gilt in der Diabetologie, dass für Diabetiker ein gesund geführter BZ unmöglich sei. Das trifft selbstverständlich zu, wenn man als BZ-Führung die ärztliche Einstellung mit morgens-mittags-abends nach verordnetem Schema nimmt.
    Wenn man dagegen selbst dafür sorgt, dass der eigene BZ 140-120-100 mg/dl 1-2-3 Stunden nach jedem Essen nicht überschreitet, ist das alles keine Hexerei. Nur lässt sich das eben nicht studienmäßig doppelt blind verpacken :-(

    Bisdann, Jürgen
  • thomas2002

    Rang: Gast
    am 04.12.2008 18:05:41
    die wissenschaft sagt uns, dass die warscheinlichkeit, mit der wir folgekrankheiten bekommen ab einem bestimmten wert nicht sprunghaft steigt, sondern nur, dass mit dem bz die warscheinlichkeit steigt. daher die empfehlung, so normnahe wie möglich. von thomas2002
  • Michael

    Rang: Gast
    am 04.12.2008 19:14:27
    nochmal an den Threadstarter...wie wurde die Diabetes bei dir diagnostiziert....mit welchen Werten? von Michael
  • Udo

    Rang: Gast
    am 04.12.2008 21:32:14
    Diabetes wurde diagnostiziert nachdem ich bei einem Freund nur so zum spass einen 215er BZ gemessen habe. Danach bin ich zum arzt und der hat Blut abgenommen. Vom Labor kam dann Rückmeldung >>> hba1 von 6,4. Medikament nehme ich noch keins. Also heute Mittag habe ich ind er Kantine ein Schnitzel mit Pommes und als nachtisch einen Capuchino mit einem halben teelöfel zucker und einem Keks dazu verdrückt. Nach einer Stunden hatte ich dann BZ 184.

    Was denkt ihr. Sollte ich ein Medikament nehmen? Oder geht das noch so?

    Gruß, Udo
  • Krawehl

    Rang: Gast
    am 04.12.2008 21:43:10
    Medikament brauchst Du wahrscheinlich noch keins. Die 184 kommen von den Pommes. Selbst wenn Du einen ganzen Teelöffel Zucker und zwei Kekse gegessen hättest, dafür aber keine Pommes, wäre das Ergebnis vermutlich besser ausgefallen.

    Wenn Du wirklich Typ 2 bist, lass einfach mal ne zeitlang Kartoffeln (auch Pommes), Brot, Reis und Nudeln zu den Mahlzeiten weg. Und mit Süsskram auch äußerst sparsam umgehen.
    Deine Werte dürften sich dann deutlich verbessern. Vor allem die 1-2h Std Werte.

    Viel Erfolg von Krawehl