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Starker Blutzuckeranstieg direkt nach den Mahlzeiten
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am 08.03.2018 15:35:53 | IP (Hash): 2076206209
Widerspruch:
Wenn der BZ bei nem Typ2 in spe anfängt, über die völlig gesunden Obergrenzen hinaus anzusteigen beginnt, also Anfang Prädiabetes, setzt der am Tag ein Vielfaches der Insulinmenge um, die bei einem vergleichbaren gesunden Menschen und auch bei einem vergleichbaren Typ1 für den selben BZ für das selbe Futter fällig wird.
Mit der Begrenzung des BZ auf den völlig gesunden Rahmen (wie Vorgaben für ne Schwangerschaft) können Betroffene ihren Insulinumsatz sehr weit normalisieren und ihre Betas erheblich entlasten.
UND ich bin mir sicher, dass jemand, der seinen Prädiabetes so gezielt zurück dreht, dann auch wieder sehr viel spontaner eine sehr viel größere Futterauswahl genießen kann, ohne dass sein BZ gleich wieder zu Höhenflügen aufbricht. DAS halte ich für ein seeehr lohnenswertes Ziel.
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung. -
am 08.03.2018 15:36:11 | IP (Hash): 1861549108
TypEinser schrieb:
hjt_Jürgen schrieb:
[
Grundlage von solcher Pro-Aktivität ist systematisches Beobachen, Erfassen, Messen und fortlaufendes Auswerten über mehrere Jahre - und das Aushalten vom Gespött richtiger Diabetiker.
Einspruch!
Man kann durchaus seinen Blutzucker ab und an testen und daraus Schlüsse ziehen,
Gefährlich wird das ganze, wenn man dabei fast durchdreht!
Was bleibt denn, wenn man krampfhaft auf steigende Werte wartet und darüber die Lebensqualität rapide sinkt?
Ich wage die Behauptung, dass man eher Diagnosegrenzen überschreitet wenn man sich täglich diesem Stress aussetzt.
Dazu kommt: Wer in der Familie keine bis wenige T2er hat, der hat auch mit ein paar Kilos mehr nur eine geringe Chance auf T2 – wer beide Omis und Opis als "schwere Diabetiker" kennt, wird garantiert einen T2 entwickeln. Auch mit 10 x 10.000 Schritten und Oatmeal bis der Arzt sagt: T2.
Es gilt vom Prädiabetiker über den Metforminer bis hin zum Insulinpflichtigen T2 und der "Königsklasse" T1 (wer hat das eigentlich erfunden? ;)) immer das gleiche:
Wer misst, muss auch wissen was er da misst und dann die richtigen Entscheidungen ableiten können.
Ein Umstand, den die Neu-Tester hier im Forum gerne auch nach einiger Lernzeit ignorieren.
Warum auch nicht, auch "gestandene Diabetiker" haben da manchmal so ihre Schwierigkeiten ;-)
Ist denn Diabetes so stark genetisch determiniert? Das würde ich mich irgendwie beruhigen, weil ich mir aufgrund meiner Ernährung in der Vergangenheit, wo ich im Prinzip anstatt Cola Wasser getrunken habe, gerade Vorwürfe mache...
Auf der anderen Seite - wie kann es sein, dass die Diabetes 2 Zahlen in letzter Zeit so explodieren? Es muss doch wohl auch eine Umweltkomponente geben, oder?
Schonmal vielen Dank -
am 08.03.2018 15:40:42 | IP (Hash): 1861549108
hjt_Jürgen schrieb:
Couldntthinkofaname schrieb:
D.h. mit meinen Werten habe ich doch eigentlich ein Problem oder?
180 nach 45 min sind ja deutlich höher als 140 oder nicht?
Als sehr gutes/scharfes Behandlungsergebnis für INSULINER gilt nüchtern und vor den Mahlzeiten 80-120 und in der Stundenspitze nach dem Essen unter 200. Geht offenbar bei Dir noch völlig ohne Medis, und damit bist Du praktisch vor den allermeisten zuckerbedingten Schäden sicher.
Auf der anderen Seite kann ich Insuliner beobachten, wie ich für meinen Grundbedarf und für die selbe Menge KHs weniger Insulin brauche, wenn ich die Ausflüge meines BZ nach dem Essen auf meistens 140 und weniger begrenze. Ich erkläre mir das damit, dass ich Typ2 halt nicht einfach nur wie Typ1 das fehlende Insulin ersetzen muss, sondern in einen Prozess eingreife, der vorrangig eben nicht von zu wenig Insulin, sondern von ner mehr oder weniger übermäßigen Glukose-Ausgabe gekennzeichnet ist und dass sich diese übermäßige Ausgabe mit zunehmendem BZ eben verstärkt und mit gesund normalem verringert.
Von daher würde ich mich an Deiner Stelle mit Essen&Trinken und Bewegen so verhalten, dass mein BZ halt meistens in der Spitze danach unter 140 bleibt. Das Problem kannst Du mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf dem bewährten Weg mit systematischem Trial & Success lösen. Daumendrück :)
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
Ich werde morgen und übermorgen mal messen: Blutzucker nach Müsli mit und ohne Sport.
Schonmal vielen Dank für die Info, zum Arzt zu gehen würde stand jetzt ja nicht viel bringen..
1 Frage hätte ich noch: Abgesehen von davon, dass Leute mit diesen Glukosespitzen langfristig im Schnitt eher Diabetes 2 entwickeln..sind die Zuckerspitzen bereits an sich schädlich für den Körper?
Mfg -
am 08.03.2018 15:48:56 | IP (Hash): 1559317493
Couldntthinkofaname schrieb:
1 Frage hätte ich noch: Abgesehen von davon, dass Leute mit diesen Glukosespitzen langfristig im Schnitt eher Diabetes 2 entwickeln..sind die Zuckerspitzen bereits an sich schädlich für den Körper?
Das einzige was du beachten musst: du darfst nicht jeden Morgen auf nüchternen Magen die oGTT-Lösung mit 75g Traubenzucker trinken.
Bei vernünftigen normalem Essen treten die Spitzen gar nicht auf. Deshalb brauchst dfu dir auch keine Gedanken darüber zu machen, ob sie dir schaden können.
Bearbeitet von User am 08.03.2018 15:50:05. Grund: . -
am 08.03.2018 16:01:54 | IP (Hash): 2108455638
hjt_Jürgen schrieb:
Wenn der BZ bei nem Typ2 in spe anfängt,
......
Mit der Begrenzung des BZ auf den völlig gesunden Rahmen (wie Vorgaben für ne Schwangerschaft) können Betroffene ihren Insulinumsatz sehr weit normalisieren und ihre Betas erheblich entlasten.
UND ich bin mir sicher, dass jemand, der seinen Prädiabetes so gezielt zurück dreht, dann auch wieder sehr viel spontaner eine sehr viel größere Futterauswahl genießen kann, ohne dass sein BZ gleich wieder zu Höhenflügen aufbricht. DAS halte ich für ein seeehr lohnenswertes Ziel.
Soweit die Theorie.
ABER:
Noch weiß keiner, wie genau der T2 entsteht und funktioniert!
Und ich kenne eine Dame, die seit Jahren beim Chinamann regelmäßig die 250 knackt und dennoch ist weit und breit kein Dia in Sicht.
Gewiss können T2b einiges über Ernährung und Diät regeln, aber hier im Forum sind die Fragenden dann ja wohl eher Richtung Prädia/T2a. Und da wird das ganze schon schwieriger. Ob Logi da eine Wunderwaffe ist? Keine Ahnung, wenn die Leber massig Glukose streut und die Glukoneogenese gut funktioniert misst man vielleicht keine Spitzen nach üblicher Zeiteinteilung... die kriegt man dann ja nun erst später.
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am 08.03.2018 16:06:27 | IP (Hash): 2108455638
Couldntthinkofaname schrieb:
Auf der anderen Seite - wie kann es sein, dass die Diabetes 2 Zahlen in letzter Zeit so explodieren? Es muss doch wohl auch eine Umweltkomponente geben, oder?
Schonmal vielen Dank
Eine Umweltkomponente ist erstmal der Überfluss an weitverarbeiteten Lebensmitteln.
Dazu kommt: Wir werden im Schnitt immer älter und man hat viel bessere Diagnostische Mittel.
Sprich: Noch vor 40 Jahren blieb ein "Alterzucker" oft unbemerkt und man starb an einem Folgeschaden.
Außerdem nahm man "das bisschen Zucker" nicht so ernst.
Die genetische Veranlagung ist bei T2 deutlich höher als bei T1.
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am 08.03.2018 16:48:13 | IP (Hash): 2076206209
ALLES gilt als erblich, was über mehrere Generationen nacheinander beobachtet wird. Vor allem dann, wenn man KEINE eindeutige Ursache dafür haftbar machen kann. Klar scheint dem die munter explodierende Verfielfachung der Betroffenenzahlen ein bisschen zu widersprechen, denn demnach müssten ja Typ2 besonders viele Nachkommen haben. Und interessant ist ja auch, dass der Typ1 PROZENTUAL in ähnlicher Rate zunimmt. Also nix Ty2 schneller zunehmend, sondern schlicht nur insgesamt mehr, und die Zahlen erschlagen halt.
75g Glukose sind ganze 6BE, also sowas wie 3 Scheiben Brot. 2 normale Brötchen können schon mehr sein, ebenso ne Schüssel von manchem Müsli. Insofern also keineswegs ne außerordentliche Menge.
Und klar, wenn man die passenden eigenen Mengen raus gefunden hat und sich dran hält, braucht man nur noch ausreichend häufig dafür zu messen, dass man in der Spur bleibt. Mancher braucht das täglich, mancher andere wöchentlich und wieder jemand anderes kommt mit 1mal im Monat oder 1mal im halben Jahr aus.
Augenärzte und Nierenärzte raten bei vorgeschädigten Organen zu maximal gesunden BZ-Spitzen. Aber herzlich wenig spricht dafür, dass man sich solche Schäden schon im prädiabetischen Bereich einhandelt.
Und selbst dann würde ich die Angst davor nicht als so guten Antrieb für mein Leben in der gesunden Spur sehen, sondern das ganze als Sport: Einfach mal schauen, wie lange meine leicht defekte Automatik mit etwas manueller und kopfueller Unterstützung völlig ohne Medis gesund funktionier? Und wie lange ich das durchhalte? Mit Medis kann schließlich jeder ;)
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Bearbeitet von User am 08.03.2018 16:51:02. Grund: Ergänzung -
am 08.03.2018 19:08:31 | IP (Hash): 1559317493
hjt_Jürgen schrieb:
75g Glukose sind ganze 6BE, also sowas wie 3 Scheiben Brot. 2 normale Brötchen können schon mehr sein, ebenso ne Schüssel von manchem Müsli. Insofern also keineswegs ne außerordentliche Menge.
Eigentlich müsstest du wissen, dass die 75g Glukose auf leeren Magen innerhalb von 5 Minuten getrunken eine besonders hohe Belastung für die BZ-Automatik ist. Die Belastung in keiner Weise vergleichbar damit, dass man 3 Scheiben Brot oder 2 Brötchen isst. Selbst eine Schüssel Müsli wird man nicht in 5 Minuten hinterstürzen und einige Ballaststoffe sind selbst bei mager belegten Weißbrotscheiben dabei. Die 6 BE der so getrunkenen Glukoselösung kommen ein ganzes Stück schneller und konzentrierter im Blut an, als 6 BE aus Brotchen oder Müsli.
Wenn die BSD wie bei dir fast kein Insulin mehr ausgeben kann, dann spielt das wahrscheinlich kaum noch eine große Rolle. Der BZ steigt dann eben nicht in 45, sondern erst nach 75 Minuten aber am Ende genauso hoch an. Das ist doch aber nicht mit der BZ-Reaktion bei stoffwechselgesunden oder bei Leuten mit leichter Störung zu vergleichen. Du weißt genau, wie die BZ-Regelung in den 2 Phasen abläuft und wie wichtig es ist, wie viel Glukose in welcher Zeit ankommt. Insofern ist die Belastung mit der oGTT-Lösung besonders hohe Belastung, wie sie beim normalen Essen nur selten auftreten dürfte. -
am 08.03.2018 19:19:13 | IP (Hash): 2076206209
Rainer schrieb:
Wenn die BSD wie bei dir fast kein Insulin mehr ausgeben kann, dann spielt das wahrscheinlich kaum noch eine große Rolle. Der BZ steigt dann eben nicht in 45, sondern erst nach 75 Minuten aber am Ende genauso hoch an. Das ist doch aber nicht mit der BZ-Reaktion bei stoffwechselgesunden oder bei Leuten mit leichter Störung zu vergleichen. Du weißt genau, wie die BZ-Regelung in den 2 Phasen abläuft und wie wichtig es ist, wie viel Glukose in welcher Zeit ankommt. Insofern ist die Belastung mit der oGTT-Lösung besonders hohe Belastung, wie sie beim normalen Essen nur selten auftreten dürfte.
Also bei mir mit weniger Insulin und ohne Erstantwort steigt der BZ langsamer an, also bei Leuten mit Erstantwort und mehr Insulin???
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung. -
am 30.06.2018 14:20:28 | IP (Hash): 1458264582
gibt n interessate studien zu dem thema und dem Blutzucker Wert 1h nach dem essen bei gesunden patienten:
Einmal aus Ulm:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2769652/#__ffn_sectitle
hier erklärt von einem dänischen professor mit powerpoint:
https://www.diabetes-symposium.org/index.php?menu=view&id=322#
hier die 2 wichtigsten grafiken:
Werte beim OGTT:
https://i.imgur.com/Y7w981o.jpg
Im Schnitt bei 140 nach 1h, nie höher als 160
Werte nach 1h nach einer Mahlzeit:
https://i.imgur.com/VlTrLtj.jpg
blutzucker wert war im schnit 1h nach dem essen bei 120, es gibt aber abweichung bis hin zu 160. Am höchsten war der Wert 1h nach dem Frühstück