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Starker Blutzuckeranstieg direkt nach den Mahlzeiten
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am 07.03.2018 10:57:48 | IP (Hash): 1861549108
Moin,
nach dem Essen werde kribbelt/zuckt es oft in meinen Muskeln und ich fühle mich oft müde - ich also hin zum Arzt, natürlich wurde nichts gefunden. U.a. wurde der nüchtern Blutzucker getestet und der war "top". Zudem bin ich relativ jung und schlank - allerdings war ich ein paar Jahre zuvor auch schon gut fett, aber naja.
Jedenfalls habe ich mir jetzt aus Eigenregie so ein Blutzuckergerät besorgt und die Nüchternwerte sind immer top. Dann habe ich mal nach dem Essen gemessen und auf einmal sehe ich da Werte von 8-9mmol.
Daraufhin habe ich mir diesen Traubensaft besorgt und den OGGT selber durchgeführt:
Ergebnisse mmol/l :
Nüchtern: 4,5
30min später: 7.1
45 min später: 10,3 !
1 stunde später: 9.5
1 Stunde 15 min später: 8.7
1.55 Stunden später: 6.9
Nachtrag: nach 3 Stunden liegt mein Wert bei 3.8
Also nach den offiziellen Kriterien wäre ja bei mir alles in Ordnung, obwohl die Blutzuckerwerte in den ersten 1,5 Stunden alles andere als normal sind, oder? Was ist eure Meinung?
MfG
Bearbeitet von User am 07.03.2018 11:30:49. Grund: Nachtrag -
am 07.03.2018 11:03:11 | IP (Hash): 2108455638
Couldntthinkofaname schrieb:
Daraufhin habe ich mir diesen Traubensaft besorgt und den OGGT selber durchgeführt:
Ergebnisse mmol/l :
Hi!
Du hast da jetzt ein "Test"-Ergebnis... mit einem Testgerät für zuhause.
Das sagt nun überhaupt nichts aus!
Wenn Du Dir jetzt massive Sorgen machst hilft da nur ein Besuch beim Hausarzt.
Übrigens: Müde wird man bei hohem Blutzucker... den hast Du selbst mit der ungenauen Testkiste nicht gemessen... -
am 07.03.2018 11:13:41 | IP (Hash): 1861549108
Moin,
Angeblich kommen gesunde in der Regel nicht über 140 oder nicht? Man liest hier ja öfters von dieser 140/120/100 Regel. Alles darüber hinaus kann eventuell schon Schäden verursachen?
http://mobile.dudasite.com/site/phlaunt1?url=http%3A%2F%2Fwww.phlaunt.com%2Fdiabetes%2F16422495.php&utm_referrer=#2751
Ist es außerdem nicht schädlich, wenn der Blutzuckerspiegel innerhalb kurzer Zeit so steigt? Von 4.5 auf über 10 in 45min?
Oder bin ich gerade im Hypochonder/googelt-zu-viel Modus?
Bei meinem Hausarzt wurde glaube ich übrigens auch nur mit so einem normalen Gerät gemessen (Stich in Finger und dann auf den Teststtreifen).
Bearbeitet von User am 07.03.2018 11:17:25. Grund: Nachtrag -
am 07.03.2018 12:06:52 | IP (Hash): 2108455638
Ja, Dr. Google kann einen schon in den Wahn treiben.
Fakt ist: Schnelle KH können auch NICHT-Diabetiker mal auf 180 bringen. Und das in kurzer Zeit.
Stich in Finger und dann Testen mit Teststreifen beim Arzt ist ja OK. Wenn der Dok ECHTE Messergebnisse möchte kommt er auch nicht um's Labor herum...
Dazu kommt: Der Doc hat da ganz andere Kisten, an die kommst Du so ohne weiteres gar nicht ran.
Eine Diagnose kann Dir eh nur ein Arzt ausstellen – allerdings sieht das in Sachen Zuckerkrank dann für Dich nicht so aus. -
am 07.03.2018 18:10:14 | IP (Hash): 315168162
Interessant, was Diabetes so alles machen können soll. Ab und zu doch auch mal was neues, denn Kribbeln und Zucken nach dem Essen war so weit ich mich hier erinnern kann, noch nicht dabei ;)
Müde und schlapp ja, aber meistens bei 24/7 10mmol/l und mehr. Der Bereich, in dem Du Deinen BZ gemessen hast, gilt bei INSULINERn als sehr gute Einstellung völlig ohne irgendwelche Symptome.
Ja, ich weiß von einer Person (aus vielen hundert, die ich kennen gelernt habe), die sich bei BZs über 8mmol/l mies fühlt. Seit sie das raus gefunden hat, isst und trinkt sie halt nur solche Portionen, nach denen ihr BZ in der Spitze eben unter 8 bleibt, und gut is :)
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung. -
Cracktros
Rang: Gastam 07.03.2018 19:26:41 | IP (Hash): 1744877765
Couldntthinkofaname schrieb:
Moin,
Also nach den offiziellen Kriterien wäre ja bei mir alles in Ordnung, obwohl die Blutzuckerwerte in den ersten 1,5 Stunden alles andere als normal sind, oder? Was ist eure Meinung?
MfG
Moin,
da verspüre ich doch ein leichtes Kribbeln in den Fingern der mich zwingt meinen Senf dazu abzugeben:
1. die zertierten Werte verlangen zwingend standardisierte Analysemethoden, die im Privathaushalt nicht erwartet werden. (Siehe oben).
2. Die zitierten Werte "140/120/100 " entsprechen einer Standadtnahrung die nicht mit Traubensaft vergleichbar ist. Und einem definiertem Zeitraum; morgens zwischen 7 und 10 Uhr.
3. Die Aussage "Angeblich kommen gesunde in der Regel nicht über 140 oder nicht?" ist, aufgrund deiner Testumgebung, Testgeräte und deinem Testablauf nicht eindeutig universell replizierbar. -
Dibein
Rang: Gastam 07.03.2018 21:49:11 | IP (Hash): 1468086696
Also meine Diabetologin hat sich wie alle in der Praxis mal so ein Libre an den Arm getakert. Und alle in der Praxis habe da diverse Selbstversuche gemacht. Und laut ihrer Aussage erreichen die meisten der Nichtdabetiker der Praxis auch kurz aber intensiv 200ter Werte wenn sie sich einen klassischem Zuckerschock unterwerfen und sich viel ganz schnelle KHs verschaffen. Aber gesehen habe ich diese Werte nicht.
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Zuckerkrank -
am 07.03.2018 22:18:40 | IP (Hash): 315168162
1. Sorry, aber schnell ansteigenden BZ als Zuckerschock bezeichnen, halte ich für völlig fehlleitende Theatralik.
2. Habe mehrere nahezu senkrechte Libre-Anstiege auf 250 und darüber direkt mit dem Lesegerät-Fingerpieks nachgemessen - Piekswerte um 140-160: Beim schnellen Anstieg geht die Libre-Software gewaltig vor!
3. Habe mehrere OGTTs bei Stoffwechselgesunden hospitieren dürfen: Kein Stunndenwert über 140, mehrere bei 120, einer sogar bei 110.
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung. -
Dibein
Rang: Gastam 08.03.2018 08:37:13 | IP (Hash): 1468086696
ja völlig recht. Wie konnte ich bei einem massiven Einsatz von schnellen KH das Wort Zuckerschock verwenden. Vielleicht hätte ich von einem "Zuckerschock" schreiben sollen.
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Zuckerkrank -
Michael74
Rang: Gastam 08.03.2018 09:18:01 | IP (Hash): 2016488047
Mein sohn hatte nach einem unfall auf der intensivstation werte um 200,hat er jetzt nach jürgens definition eines stoffwechselgesunden auch eine störung -
am 08.03.2018 09:43:53 | IP (Hash): 2076206209
Seeehr gut verstanden: die unmittelbare Reaktion eines Organismus auf einen Unfall in Notaufnahmegrößenordnung ist selbstverständlich der eines OGTT oder dem Einverleiben eines Baguette gleichzusetzen ;)
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 08.03.2018 09:56:57 | IP (Hash): 1861549108
hjt_Jürgen schrieb:
1. Sorry, aber schnell ansteigenden BZ als Zuckerschock bezeichnen, halte ich für völlig fehlleitende Theatralik.
2. Habe mehrere nahezu senkrechte Libre-Anstiege auf 250 und darüber direkt mit dem Lesegerät-Fingerpieks nachgemessen - Piekswerte um 140-160: Beim schnellen Anstieg geht die Libre-Software gewaltig vor!
3. Habe mehrere OGTTs bei Stoffwechselgesunden hospitieren dürfen: Kein Stunndenwert über 140, mehrere bei 120, einer sogar bei 110.
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
D.h. mit meinen Werten habe ich doch eigentlich ein Problem oder?
180 nach 45 min sind ja deutlich höher als 140 oder nicht? -
Michael74
Rang: Gastam 08.03.2018 10:37:10 | IP (Hash): 2016488047
hjt_Jürgen schrieb:
Seeehr gut verstanden: die unmittelbare Reaktion eines Organismus auf einen Unfall in Notaufnahmegrößenordnung ist selbstverständlich der eines OGTT oder dem Einverleiben eines Baguette gleichzusetzen ;)
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
Dann verstehe ich nicht dass überall steht das phsychischer stress oder auch körperlicher stress den blutzucker bei gesunden auch unglaublich ansteigen lassen können -
am 08.03.2018 11:14:40 | IP (Hash): 2108455638
Michael74 schrieb:
hjt_Jürgen schrieb:
Seeehr gut verstanden: die unmittelbare Reaktion eines Organismus auf einen Unfall in Notaufnahmegrößenordnung ist selbstverständlich der eines OGTT oder dem Einverleiben eines Baguette gleichzusetzen ;)
Dann verstehe ich nicht dass überall steht das phsychischer stress oder auch körperlicher stress den blutzucker bei gesunden auch unglaublich ansteigen lassen können
Was gibt es denn daran nicht zu verstehen?
Michael74 schrieb:
Mein sohn hatte nach einem unfall auf der intensivstation werte um 200,hat er jetzt nach jürgens definition eines stoffwechselgesunden auch eine störung
Und – ist Dein Sohn jetzt Zuckerkrank? Hat da jemand gesagt, klarer Fall, T2?
Liebe Michaela, lass Dir das ganze doch bitte mal Stück für Stück von einer Diabetesberaterin erklären.
Du bist schon so lange hier im Forum unterwegs – aber dazugelernt hast Du rein gar nichts. Schade. -
am 08.03.2018 11:50:19 | IP (Hash): 2076206209
Couldntthinkofaname schrieb:
D.h. mit meinen Werten habe ich doch eigentlich ein Problem oder?
180 nach 45 min sind ja deutlich höher als 140 oder nicht?
Als sehr gutes/scharfes Behandlungsergebnis für INSULINER gilt nüchtern und vor den Mahlzeiten 80-120 und in der Stundenspitze nach dem Essen unter 200. Geht offenbar bei Dir noch völlig ohne Medis, und damit bist Du praktisch vor den allermeisten zuckerbedingten Schäden sicher.
Auf der anderen Seite kann ich Insuliner beobachten, wie ich für meinen Grundbedarf und für die selbe Menge KHs weniger Insulin brauche, wenn ich die Ausflüge meines BZ nach dem Essen auf meistens 140 und weniger begrenze. Ich erkläre mir das damit, dass ich Typ2 halt nicht einfach nur wie Typ1 das fehlende Insulin ersetzen muss, sondern in einen Prozess eingreife, der vorrangig eben nicht von zu wenig Insulin, sondern von ner mehr oder weniger übermäßigen Glukose-Ausgabe gekennzeichnet ist und dass sich diese übermäßige Ausgabe mit zunehmendem BZ eben verstärkt und mit gesund normalem verringert.
Von daher würde ich mich an Deiner Stelle mit Essen&Trinken und Bewegen so verhalten, dass mein BZ halt meistens in der Spitze danach unter 140 bleibt. Das Problem kannst Du mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf dem bewährten Weg mit systematischem Trial & Success lösen. Daumendrück :)
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am 08.03.2018 12:18:06 | IP (Hash): 1861549108
hjt_Jürgen schrieb:
Couldntthinkofaname schrieb:
D.h. mit meinen Werten habe ich doch eigentlich ein Problem oder?
180 nach 45 min sind ja deutlich höher als 140 oder nicht?
Als sehr gutes/scharfes Behandlungsergebnis für INSULINER gilt nüchtern und vor den Mahlzeiten 80-120 und in der Stundenspitze nach dem Essen unter 200. Geht offenbar bei Dir noch völlig ohne Medis, und damit bist Du praktisch vor den allermeisten zuckerbedingten Schäden sicher.
Auf der anderen Seite kann ich Insuliner beobachten, wie ich für meinen Grundbedarf und für die selbe Menge KHs weniger Insulin brauche, wenn ich die Ausflüge meines BZ nach dem Essen auf meistens 140 und weniger begrenze. Ich erkläre mir das damit, dass ich Typ2 halt nicht einfach nur wie Typ1 das fehlende Insulin ersetzen muss, sondern in einen Prozess eingreife, der vorrangig eben nicht von zu wenig Insulin, sondern von ner mehr oder weniger übermäßigen Glukose-Ausgabe gekennzeichnet ist und dass sich diese übermäßige Ausgabe mit zunehmendem BZ eben verstärkt und mit gesund normalem verringert.
Von daher würde ich mich an Deiner Stelle mit Essen&Trinken und Bewegen so verhalten, dass mein BZ halt meistens in der Spitze danach unter 140 bleibt. Das Problem kannst Du mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf dem bewährten Weg mit systematischem Trial & Success lösen. Daumendrück :)
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
Wow, wenn ich dich aber richtig verstehe, dann ist meine Blutzuckerregulation aber nicht mehr ok, oder?
Da bei mir bislang nichts in die Richtung diagnostiziert wurde, ist das gerade ein kleiner Schock für mich.
Zumal ich aktuell mich auch sehr bewusst ernähre und 88kg bei 1.93 bin, d.h. nicht fett bin, eher im Gegenteil. Weiter Abnehmen möchte ich eigentlich nicht. Ich war vor ein paar Jahren mal deutlich über 100kg und hab mich im Prinzip von Cola ernährt. Aber das ist abgestellt.
Viele grüsse
Bearbeitet von User am 08.03.2018 12:35:42. Grund: Ergänzung -
am 08.03.2018 12:48:57 | IP (Hash): 1817281471
Und was genau ist jetzt eigentlich dein Anliegen @Couldntthinkofaname? -
am 08.03.2018 13:00:15 | IP (Hash): 2108455638
Zuckerle schrieb:
Und was genau ist jetzt eigentlich dein Anliegen @Couldntthinkofaname?
Da möchte einer seine Diagnose. Warum kommt mir das sooooo bekannt vor? -
am 08.03.2018 14:50:19 | IP (Hash): 2076206209
Couldntthinkofaname schrieb:
Da bei mir bislang nichts in die Richtung diagnostiziert wurde, ist das gerade ein kleiner Schock für mich.
Zumal ich aktuell mich auch sehr bewusst ernähre und 88kg bei 1.93 bin, d.h. nicht fett bin, eher im Gegenteil. Weiter Abnehmen möchte ich eigentlich nicht. Ich war vor ein paar Jahren mal deutlich über 100kg und hab mich im Prinzip von Cola ernährt. Aber das ist abgestellt.
Ca. 20% Typ2 sind schlank. Ok, wird man demnächst mal in nen anderen Typ umbenennen, aber das ändert ja nichts an dem Umstand, dass bei denen die BZ-Automatik mehr oder weniger defekt funzt.
Bei Deinen BZ-Werten ist noch NIX zu diagnostizieren, weil die noch weit von allen Diagnosegrenzwerten entfernt sind. Wenn ein Arzt Dir überhaupt was dazu sagt, dann gesund essen und mehr bewegen und in nem Jahr fürn Checkup wiederkommen.
Offiziell schulmedizinisch bist Du BZ-mäßig völlig gesund. Mit Deinen auffälligen BZ-Spitzen weisen Dir Langzeitbeobachtungsstudien wie z.B. die Nurses Study + Follow Up ein deutlich erhöhtes Risiko zu, innerhalb der nächsten 5 und erst recht 10 Jahre einen diagnosereifen Typ2 zu entwickeln, aber mit gesundem Gewicht und gesunder Ernährung wäre das dann wohl Schicksal. Denn bis jetzt weiß niemand, was da schließlich wie dafür sorgt, dass bei den Betroffenen der BZ irgendwann anfängt, unaufhaltsam immer weiter zu klettern. Deswegen weiß auch noch niemand, was zukünftig Betroffene wirklich rechtzeitig dafür tun können, dass sie nicht betroffen werden :(
Persönliche Projekte in der Art gibt es zu Hauf, aber nichts systematisch fassbares.
Ein schon recht bewährter Ansatz ist, das Essen so auszuwählen und zu portionieren, dass die Grenze, die man sich dafür setzen will, also z.B. 140, in der Spitze danach nicht überschritten werden. Klar, KH-Mengen, die gar nicht erst so mengenmäßig eingefüllt werden, brauchen auch nicht abgearbeitet zu werden.
Ein weiterer schon recht bewährter Ansatz ist körperliche Bewegung jeweils direkt nach dem Essen. Dabei ist nicht der Glukose-Verbrauch der Schlüssel, sondern der erweiterte Wirkraum vom Insulin. Das hat ne Halbwertzeit von knapp 5 Minuten. Und die zwei- oder dreimal so vielen Zellen, die es gegenüber dem Kreislauf im Ruhezustand mit der Beschleunigung locker erreichen kann, können BZ-mäßig oft einen deutlich messbaren Unterschied machen.
Beide Ansätze können auch beliebig kombiniert werden.
Grundlage von solcher Pro-Aktivität ist systematisches Beobachen, Erfassen, Messen und fortlaufendes Auswerten über mehrere Jahre - und das Aushalten vom Gespött richtiger Diabetiker. Dein Spiel, wenn Du magst ;)
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung. -
am 08.03.2018 15:11:02 | IP (Hash): 2108455638
hjt_Jürgen schrieb:
[
Grundlage von solcher Pro-Aktivität ist systematisches Beobachen, Erfassen, Messen und fortlaufendes Auswerten über mehrere Jahre - und das Aushalten vom Gespött richtiger Diabetiker.
Einspruch!
Man kann durchaus seinen Blutzucker ab und an testen und daraus Schlüsse ziehen,
Gefährlich wird das ganze, wenn man dabei fast durchdreht!
Was bleibt denn, wenn man krampfhaft auf steigende Werte wartet und darüber die Lebensqualität rapide sinkt?
Ich wage die Behauptung, dass man eher Diagnosegrenzen überschreitet wenn man sich täglich diesem Stress aussetzt.
Dazu kommt: Wer in der Familie keine bis wenige T2er hat, der hat auch mit ein paar Kilos mehr nur eine geringe Chance auf T2 – wer beide Omis und Opis als "schwere Diabetiker" kennt, wird garantiert einen T2 entwickeln. Auch mit 10 x 10.000 Schritten und Oatmeal bis der Arzt sagt: T2.
Es gilt vom Prädiabetiker über den Metforminer bis hin zum Insulinpflichtigen T2 und der "Königsklasse" T1 (wer hat das eigentlich erfunden? ;)) immer das gleiche:
Wer misst, muss auch wissen was er da misst und dann die richtigen Entscheidungen ableiten können.
Ein Umstand, den die Neu-Tester hier im Forum gerne auch nach einiger Lernzeit ignorieren.
Warum auch nicht, auch "gestandene Diabetiker" haben da manchmal so ihre Schwierigkeiten ;-) -
am 08.03.2018 15:35:53 | IP (Hash): 2076206209
Widerspruch:
Wenn der BZ bei nem Typ2 in spe anfängt, über die völlig gesunden Obergrenzen hinaus anzusteigen beginnt, also Anfang Prädiabetes, setzt der am Tag ein Vielfaches der Insulinmenge um, die bei einem vergleichbaren gesunden Menschen und auch bei einem vergleichbaren Typ1 für den selben BZ für das selbe Futter fällig wird.
Mit der Begrenzung des BZ auf den völlig gesunden Rahmen (wie Vorgaben für ne Schwangerschaft) können Betroffene ihren Insulinumsatz sehr weit normalisieren und ihre Betas erheblich entlasten.
UND ich bin mir sicher, dass jemand, der seinen Prädiabetes so gezielt zurück dreht, dann auch wieder sehr viel spontaner eine sehr viel größere Futterauswahl genießen kann, ohne dass sein BZ gleich wieder zu Höhenflügen aufbricht. DAS halte ich für ein seeehr lohnenswertes Ziel.
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung. -
am 08.03.2018 15:36:11 | IP (Hash): 1861549108
TypEinser schrieb:
hjt_Jürgen schrieb:
[
Grundlage von solcher Pro-Aktivität ist systematisches Beobachen, Erfassen, Messen und fortlaufendes Auswerten über mehrere Jahre - und das Aushalten vom Gespött richtiger Diabetiker.
Einspruch!
Man kann durchaus seinen Blutzucker ab und an testen und daraus Schlüsse ziehen,
Gefährlich wird das ganze, wenn man dabei fast durchdreht!
Was bleibt denn, wenn man krampfhaft auf steigende Werte wartet und darüber die Lebensqualität rapide sinkt?
Ich wage die Behauptung, dass man eher Diagnosegrenzen überschreitet wenn man sich täglich diesem Stress aussetzt.
Dazu kommt: Wer in der Familie keine bis wenige T2er hat, der hat auch mit ein paar Kilos mehr nur eine geringe Chance auf T2 – wer beide Omis und Opis als "schwere Diabetiker" kennt, wird garantiert einen T2 entwickeln. Auch mit 10 x 10.000 Schritten und Oatmeal bis der Arzt sagt: T2.
Es gilt vom Prädiabetiker über den Metforminer bis hin zum Insulinpflichtigen T2 und der "Königsklasse" T1 (wer hat das eigentlich erfunden? ;)) immer das gleiche:
Wer misst, muss auch wissen was er da misst und dann die richtigen Entscheidungen ableiten können.
Ein Umstand, den die Neu-Tester hier im Forum gerne auch nach einiger Lernzeit ignorieren.
Warum auch nicht, auch "gestandene Diabetiker" haben da manchmal so ihre Schwierigkeiten ;-)
Ist denn Diabetes so stark genetisch determiniert? Das würde ich mich irgendwie beruhigen, weil ich mir aufgrund meiner Ernährung in der Vergangenheit, wo ich im Prinzip anstatt Cola Wasser getrunken habe, gerade Vorwürfe mache...
Auf der anderen Seite - wie kann es sein, dass die Diabetes 2 Zahlen in letzter Zeit so explodieren? Es muss doch wohl auch eine Umweltkomponente geben, oder?
Schonmal vielen Dank -
am 08.03.2018 15:40:42 | IP (Hash): 1861549108
hjt_Jürgen schrieb:
Couldntthinkofaname schrieb:
D.h. mit meinen Werten habe ich doch eigentlich ein Problem oder?
180 nach 45 min sind ja deutlich höher als 140 oder nicht?
Als sehr gutes/scharfes Behandlungsergebnis für INSULINER gilt nüchtern und vor den Mahlzeiten 80-120 und in der Stundenspitze nach dem Essen unter 200. Geht offenbar bei Dir noch völlig ohne Medis, und damit bist Du praktisch vor den allermeisten zuckerbedingten Schäden sicher.
Auf der anderen Seite kann ich Insuliner beobachten, wie ich für meinen Grundbedarf und für die selbe Menge KHs weniger Insulin brauche, wenn ich die Ausflüge meines BZ nach dem Essen auf meistens 140 und weniger begrenze. Ich erkläre mir das damit, dass ich Typ2 halt nicht einfach nur wie Typ1 das fehlende Insulin ersetzen muss, sondern in einen Prozess eingreife, der vorrangig eben nicht von zu wenig Insulin, sondern von ner mehr oder weniger übermäßigen Glukose-Ausgabe gekennzeichnet ist und dass sich diese übermäßige Ausgabe mit zunehmendem BZ eben verstärkt und mit gesund normalem verringert.
Von daher würde ich mich an Deiner Stelle mit Essen&Trinken und Bewegen so verhalten, dass mein BZ halt meistens in der Spitze danach unter 140 bleibt. Das Problem kannst Du mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf dem bewährten Weg mit systematischem Trial & Success lösen. Daumendrück :)
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
Ich werde morgen und übermorgen mal messen: Blutzucker nach Müsli mit und ohne Sport.
Schonmal vielen Dank für die Info, zum Arzt zu gehen würde stand jetzt ja nicht viel bringen..
1 Frage hätte ich noch: Abgesehen von davon, dass Leute mit diesen Glukosespitzen langfristig im Schnitt eher Diabetes 2 entwickeln..sind die Zuckerspitzen bereits an sich schädlich für den Körper?
Mfg -
am 08.03.2018 15:48:56 | IP (Hash): 1559317493
Couldntthinkofaname schrieb:
1 Frage hätte ich noch: Abgesehen von davon, dass Leute mit diesen Glukosespitzen langfristig im Schnitt eher Diabetes 2 entwickeln..sind die Zuckerspitzen bereits an sich schädlich für den Körper?
Das einzige was du beachten musst: du darfst nicht jeden Morgen auf nüchternen Magen die oGTT-Lösung mit 75g Traubenzucker trinken.
Bei vernünftigen normalem Essen treten die Spitzen gar nicht auf. Deshalb brauchst dfu dir auch keine Gedanken darüber zu machen, ob sie dir schaden können.
Bearbeitet von User am 08.03.2018 15:50:05. Grund: . -
am 08.03.2018 16:01:54 | IP (Hash): 2108455638
hjt_Jürgen schrieb:
Wenn der BZ bei nem Typ2 in spe anfängt,
......
Mit der Begrenzung des BZ auf den völlig gesunden Rahmen (wie Vorgaben für ne Schwangerschaft) können Betroffene ihren Insulinumsatz sehr weit normalisieren und ihre Betas erheblich entlasten.
UND ich bin mir sicher, dass jemand, der seinen Prädiabetes so gezielt zurück dreht, dann auch wieder sehr viel spontaner eine sehr viel größere Futterauswahl genießen kann, ohne dass sein BZ gleich wieder zu Höhenflügen aufbricht. DAS halte ich für ein seeehr lohnenswertes Ziel.
Soweit die Theorie.
ABER:
Noch weiß keiner, wie genau der T2 entsteht und funktioniert!
Und ich kenne eine Dame, die seit Jahren beim Chinamann regelmäßig die 250 knackt und dennoch ist weit und breit kein Dia in Sicht.
Gewiss können T2b einiges über Ernährung und Diät regeln, aber hier im Forum sind die Fragenden dann ja wohl eher Richtung Prädia/T2a. Und da wird das ganze schon schwieriger. Ob Logi da eine Wunderwaffe ist? Keine Ahnung, wenn die Leber massig Glukose streut und die Glukoneogenese gut funktioniert misst man vielleicht keine Spitzen nach üblicher Zeiteinteilung... die kriegt man dann ja nun erst später.
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am 08.03.2018 16:06:27 | IP (Hash): 2108455638
Couldntthinkofaname schrieb:
Auf der anderen Seite - wie kann es sein, dass die Diabetes 2 Zahlen in letzter Zeit so explodieren? Es muss doch wohl auch eine Umweltkomponente geben, oder?
Schonmal vielen Dank
Eine Umweltkomponente ist erstmal der Überfluss an weitverarbeiteten Lebensmitteln.
Dazu kommt: Wir werden im Schnitt immer älter und man hat viel bessere Diagnostische Mittel.
Sprich: Noch vor 40 Jahren blieb ein "Alterzucker" oft unbemerkt und man starb an einem Folgeschaden.
Außerdem nahm man "das bisschen Zucker" nicht so ernst.
Die genetische Veranlagung ist bei T2 deutlich höher als bei T1.
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am 08.03.2018 16:48:13 | IP (Hash): 2076206209
ALLES gilt als erblich, was über mehrere Generationen nacheinander beobachtet wird. Vor allem dann, wenn man KEINE eindeutige Ursache dafür haftbar machen kann. Klar scheint dem die munter explodierende Verfielfachung der Betroffenenzahlen ein bisschen zu widersprechen, denn demnach müssten ja Typ2 besonders viele Nachkommen haben. Und interessant ist ja auch, dass der Typ1 PROZENTUAL in ähnlicher Rate zunimmt. Also nix Ty2 schneller zunehmend, sondern schlicht nur insgesamt mehr, und die Zahlen erschlagen halt.
75g Glukose sind ganze 6BE, also sowas wie 3 Scheiben Brot. 2 normale Brötchen können schon mehr sein, ebenso ne Schüssel von manchem Müsli. Insofern also keineswegs ne außerordentliche Menge.
Und klar, wenn man die passenden eigenen Mengen raus gefunden hat und sich dran hält, braucht man nur noch ausreichend häufig dafür zu messen, dass man in der Spur bleibt. Mancher braucht das täglich, mancher andere wöchentlich und wieder jemand anderes kommt mit 1mal im Monat oder 1mal im halben Jahr aus.
Augenärzte und Nierenärzte raten bei vorgeschädigten Organen zu maximal gesunden BZ-Spitzen. Aber herzlich wenig spricht dafür, dass man sich solche Schäden schon im prädiabetischen Bereich einhandelt.
Und selbst dann würde ich die Angst davor nicht als so guten Antrieb für mein Leben in der gesunden Spur sehen, sondern das ganze als Sport: Einfach mal schauen, wie lange meine leicht defekte Automatik mit etwas manueller und kopfueller Unterstützung völlig ohne Medis gesund funktionier? Und wie lange ich das durchhalte? Mit Medis kann schließlich jeder ;)
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Bearbeitet von User am 08.03.2018 16:51:02. Grund: Ergänzung -
am 08.03.2018 19:08:31 | IP (Hash): 1559317493
hjt_Jürgen schrieb:
75g Glukose sind ganze 6BE, also sowas wie 3 Scheiben Brot. 2 normale Brötchen können schon mehr sein, ebenso ne Schüssel von manchem Müsli. Insofern also keineswegs ne außerordentliche Menge.
Eigentlich müsstest du wissen, dass die 75g Glukose auf leeren Magen innerhalb von 5 Minuten getrunken eine besonders hohe Belastung für die BZ-Automatik ist. Die Belastung in keiner Weise vergleichbar damit, dass man 3 Scheiben Brot oder 2 Brötchen isst. Selbst eine Schüssel Müsli wird man nicht in 5 Minuten hinterstürzen und einige Ballaststoffe sind selbst bei mager belegten Weißbrotscheiben dabei. Die 6 BE der so getrunkenen Glukoselösung kommen ein ganzes Stück schneller und konzentrierter im Blut an, als 6 BE aus Brotchen oder Müsli.
Wenn die BSD wie bei dir fast kein Insulin mehr ausgeben kann, dann spielt das wahrscheinlich kaum noch eine große Rolle. Der BZ steigt dann eben nicht in 45, sondern erst nach 75 Minuten aber am Ende genauso hoch an. Das ist doch aber nicht mit der BZ-Reaktion bei stoffwechselgesunden oder bei Leuten mit leichter Störung zu vergleichen. Du weißt genau, wie die BZ-Regelung in den 2 Phasen abläuft und wie wichtig es ist, wie viel Glukose in welcher Zeit ankommt. Insofern ist die Belastung mit der oGTT-Lösung besonders hohe Belastung, wie sie beim normalen Essen nur selten auftreten dürfte. -
am 08.03.2018 19:19:13 | IP (Hash): 2076206209
Rainer schrieb:
Wenn die BSD wie bei dir fast kein Insulin mehr ausgeben kann, dann spielt das wahrscheinlich kaum noch eine große Rolle. Der BZ steigt dann eben nicht in 45, sondern erst nach 75 Minuten aber am Ende genauso hoch an. Das ist doch aber nicht mit der BZ-Reaktion bei stoffwechselgesunden oder bei Leuten mit leichter Störung zu vergleichen. Du weißt genau, wie die BZ-Regelung in den 2 Phasen abläuft und wie wichtig es ist, wie viel Glukose in welcher Zeit ankommt. Insofern ist die Belastung mit der oGTT-Lösung besonders hohe Belastung, wie sie beim normalen Essen nur selten auftreten dürfte.
Also bei mir mit weniger Insulin und ohne Erstantwort steigt der BZ langsamer an, also bei Leuten mit Erstantwort und mehr Insulin???
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am 30.06.2018 14:20:28 | IP (Hash): 1458264582
gibt n interessate studien zu dem thema und dem Blutzucker Wert 1h nach dem essen bei gesunden patienten:
Einmal aus Ulm:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2769652/#__ffn_sectitle
hier erklärt von einem dänischen professor mit powerpoint:
https://www.diabetes-symposium.org/index.php?menu=view&id=322#
hier die 2 wichtigsten grafiken:
Werte beim OGTT:
https://i.imgur.com/Y7w981o.jpg
Im Schnitt bei 140 nach 1h, nie höher als 160
Werte nach 1h nach einer Mahlzeit:
https://i.imgur.com/VlTrLtj.jpg
blutzucker wert war im schnit 1h nach dem essen bei 120, es gibt aber abweichung bis hin zu 160. Am höchsten war der Wert 1h nach dem Frühstück
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am 30.06.2018 16:24:16 | IP (Hash): 1724040755
Gratuliere zum ausdauernden Recherchieren! Und was machst Du da jetzt für Dich draus?
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.