Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.
Nationale Diabetesstrategie
-
Cracktros
Rang: Gastam 29.04.2018 23:54:12 | IP (Hash): 1356606003
Am Ende bleibt dieser Absatz auf Seite 93 des Koalitionsvertrages zwischen CDU/CSU und SPD, der schon im Vorfeld, viel Applaus erntete:
schrieb:
"Wir wollen gezielt Volkskrankheiten wie Krebs, Demenz oder psychische Störungen bekämpfen. Dabei betonen wir die nationale Diabetesstrategie. Wir werden die Disease-Management-Programme weiter stärken, insbesondere durch eine Umsetzung der Programme für Rückenschmerz und Depressionen."
Welch Lobeshymne wurden bei Ankündigung der Aufnahme, noch vor dem Ende der Koalitionsverhandlungen, einer nationalen Diabetesstrategie in den Koalitionsvertrag besungen „Das ist ein entscheidender Durchbruch – und eine neue Dynamik auch für die Diabetologie in Deutschland!“, wird Professor Dr. med. Dirk Müller-Wieland, Präsident der DDG in einer Pressemeldung zitiert. Und Dr. med. Jens Kröger, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe sagte ‚Das Patientenwohl ist der entscheidende Maßstab für gesundheitspolitische Entscheidungen. Dieses Leitbild der Patientenorientierung müsse dazu führen, dass Innovationen, die die Lebensqualität der Patienten mit Diabetes verbessern, viel schneller in die Erstattung kommen als das beispielsweise bei der kontinuierlichen Glukosemessung (CGM) der Fall war.“
Alle Ankündigungen zum, schon 2015 erwarteten, nationalen Diabetesplan enden in einen Satz, mit 6 Wörtern , die nun im Koalitionsvertrag stehen:
schrieb:
Dabei betonen wir die nationale Diabetesstrategie.
Kein Wort über eine bessere Versorgung von Patienten, eine bessere Ausbildung Der Diabetologen oder eine bessere Kennzeichnung von Lebensmitteln. Keinen Fahrplan, wann etwas umzusetzen ist. Eine wage Aussage, die viel Interpretationsraum bietet. Alles nur heiße Luft?
Aber, wenn die Politik den Diabetes nun doch im Focus haben sollte, was sollte sich, eurer Meinung nach, ändern was sollte eine nationale Diabetesstrategie leisten und beinhalten und was kann Erwartet werden, was nicht?
Bearbeitet von User am 30.04.2018 05:15:45. Grund: - -
Elfe
Rang: Gastam 30.04.2018 19:09:04 | IP (Hash): 1194202144
Hallo Cracktros,
sehe das nicht so streng bzgl. Politik und Diabetesstrategie speziell.
Über die Jahre hat sich schon viel getan, in der Prävention vor allen Dingen, aber auch in Zulassung neuer Medikamente, Insulinen, Messsystemen u.a.m..
Die Prävention (Typ 2) ist ein ganz großes Thema über alle Bereiche.
Aufklärung über gesunde Ernährung (über alle Medien), Trend zum Übergewicht aufhalten.
Sogar im Kindergarten werden schon die Kleinen informiert.
Auch für Erwachsene gibt es genügend Angebote, sich mit gesunden Verhaltensweisen auseinander zu setzen, was Ernährung und Bewegung angeht, wenn man denn hinhört.
Ein mal im Jahr gibt es den sogen. Diabetestag, wobei Apotheken bes. BZ-Messungen anbieten + Beratung.
Auch bei sogen. Gesundheitstagen der Städte, wo sich verschiedene Anbieter vom Optiker bis zum Sportverein vorstellen, werden BZ- und Blutdruckmessung angeboten.
Finde die Kennzeichnung von Lebensmitteln schon ganz gut - auf 100 g bezogen und per Inhaltstoffen.
Na ja, an den vom Verbraucherschutz monierten 'Portionsgrößen' ist schon was wahres dran.
Die 'Ernährungsampel' per Kennzeichnung per rot/gelb/grün halte ich für ganz schlecht.
Mag für manches zutreffen - wie Zuckercola z.B. - sollte allerdings bekannt sein.
Ausgehend von der Zuckersteuer der Briten - 5 % Zucker - bekämen auch etliche Obstsorten einen roten Punkt aufgepappt, kann keiner wirklich wollen.
Nicht nur Einzellebensmittel sind wichtig, sondern wie kombinieren.
Fruchtsaft lässt sich mit Wasser durchaus zur Schorle verdünnen, Mischbrot mit Belag durchaus BZ-mäßig beeinflussen, wie auch anderes KH-haltiges.
Mal abgesehen davon soll u.a. Fettgehalt mit 'rot' gekennzeichnet werden - auch pflanzliche Öle, Nüsse und Samen, Ei u.a.m. - kontraproduktiv !
Wo soll da sinnigerweise die Grenze gezogen werden?
Gruß Elfe
Bearbeitet von User am 30.04.2018 19:10:55. Grund: Korrektur Schreibfehler -
Cracktros
Rang: Gastam 30.04.2018 19:32:09 | IP (Hash): 451570447
Prof. Müller-Wieland:
schrieb:
„Diabetes ist der Killer Nummer eins in unserem Land – und die größte Barriere, daran etwas zu ändern, ist seine verdammte Bagatellisierung!“
Mit diesen Zitat speilt Prof. Müller-Wieland auf kürzlich veröffentlichte Zahlen zur Sterberate von Diabetikern in Deutschland, die unerwartet hoch ausfallen, an.
Die Opposition fordert die Koalition auf auch soziale Aspekte zu bedenken.
Und Dr. Jens Kröger, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe findet Kritik an den, je Bundesland, unterschiedlichen Vorgaben der Verschreibungsfähigkeit.
schrieb:
„In den Bundesländern gibt es zum Teil völlig unterschiedliche Vorgaben, welche Medikamente Ärztinnen und Ärzte bei Typ-2-Diabetes zu welchen Anteilen verordnen dürfen – dabei haben Menschen mit Diabetes doch jeder einen eigenen Anspruch auf die jeweils für sie passende Therapie!“
Alles Übertreibungen die irgendwelche "Experten" raushauen, die aber für Menschen mit Diabetes keine Bedeutung haben? Ist wirklich alles Top?
Weiterführende Links:
1) http://ddz.uni-duesseldorf.de/de/presse-und-oeffentlichkeit/pressemitteilungen/9299-diabetesbedingte-sterblichkeit-in-deutschland-hoeher-als-erwartet
2) https://suesshappyfit.blog/2017/09/04/schon-gewusst-schlechte-wohnsituation-strassenlaerm-abgase-und-geringe-walkability-erhoehen-das-risiko-fuer-typ-2-diabetes/
Bearbeitet von User am 30.04.2018 20:36:13. Grund: - -
am 30.04.2018 22:12:34 | IP (Hash): 1094776848
@cracktos
Das Phänomen:
Hatte meinen Insulin-Bedarf über gut 3 Jahre mit LCHF auf 30-40 IE Insulin gesamt pro Tag für HBA1c 5 und besser gehalten. Hab dann vor nem guten Jahr unter Beibehaltung aller übrigen Parameter das Fett gegen Kohlenhydrate als alltäglichen Hauptenergielieferanten ausgetauscht - bei gleichbleibendem alltäglichem Insulin-Budgetn gleichbelibendem HBA1c und lediglich von um 60 auf um 120 erhöhten Triglyzeriden..
Wenn Du nachvollziehbar erklären kannst, wie sich das praktisch gleichbleibende Ergebnis bei aller medizinischen Widersprüchlichkeit schlüssig erklären lässt, will ich Dir gerne schlüssig verargumentieren, wie die aktuelle/versprochene Politik das Leben von und Menschen mit Diabetes verbessert ;)
----------------------------------------------
Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung. -
Cracktros
Rang: Gastam 30.04.2018 22:55:02 | IP (Hash): 630510347
@Jürgen,
genau darin sehe ich das Problem, die Reduktion des Diabetes auf eine Frage des Ernährungs-"Lifstyle". Denn genau das führt
a) zur "verdammte(n) Bagatellisierung!“ des Diabetes wie sie Prof. Müller-Wieland, wie ich finde, zurecht kritisiert. Das bisschen Diabetes lässt sich mit einer strengen Diät wegmachen.
und
b) Dazu, dass Politik nichts mehr unternimmt als auf die Selbstverantwortung jeder Person zu appelli̱e̱ren. Oder, schlimmstenfalls ungeeignete Steuern auf Bestandteile von Ernährung zu erheben, die ökonomisch schwache Übergebühr belasten. jedoch keine Lösung für das Problem bieten.
c) Zur Vernachlässigung der Komponenten wie es z.B Antje Thiel in ihren Blogg beschreibt; soziale Benachteiligung, Lärm- und Abgasbelastung, und die Frage der Walkability, die nur der Staat beseitigen kann.
Es vernachlässigt dann auch Fragen zur Versorgung von Patienten usw..
Muss eine nationale Diabetesstrategie nicht umfassender gefasst sein als das befriedigen des gemeines Vorurteils vom Dicken und Dummen Diabetiker?
Ich möchte das Thema Ernährung nicht aus der Diskussion nehmen aber, ich möchte mich nicht so sehr darin Verfangen, dass wichtige Fragen vollkommen untergehen.
Daher möchte ich auch noch das kritische Hinterfragen, einer nationale Diabetesstrategie, durch die Selbsthilfeorganisation Diabetiker Niedersachsen e.V. anhängen: https://www.diabetiker-nds.de/news/meldung/news/durchbruch-fuer-eine-nationale-diabetesstrategie-oder-nur-heisse-luft/
P.S.
Ja, es gibt Erklärungen, aus der Medizin, die deine Frage Beantworten können, aber die Antwort löst nicht die Frage was Menschen mit Diabetes sich von einer nationalen Diabetesstrategie erhoffen.
Bearbeitet von User am 30.04.2018 23:06:16. Grund: - -
am 01.05.2018 11:46:10 | IP (Hash): 1866416515
Cracktros schrieb:
@Jürgen,
genau darin sehe ich das Problem, die Reduktion des Diabetes auf eine Frage des Ernährungs-"Lifstyle".
IRRTUM: Es gibt KEINE medizinisch schlüssige Erklärung, die für meine BEIDEN Ernährungs-Erfahrungen zugleich passen würde.
Also keine Reduktion auf ein Nebenthema, sondern nur ein einfaches Beispiel für das umfassende medizinische NICHTWISSEN zum Thema Diabetes mellitus.
Jeder Kampf gegen den Diabetes ist einstweilen mehr oder weniger hochkarätig Blindekuh ;)
Alle Behandlung wird generell am Behandlungsergebnis in der Form der Leistungsstatistik der kranken Kassen ausgerichtet, und die hat die untere Rahmengrenze gerade von HBA1c 7 und streckenweise sogar unter 7 generell auf 7-8 angehoben und die Begrenzung nach oben in Abhängigkeit von der persönlichen Machbarkeit praktisch völlig offen gelassen.
Die Behandlung betrifft Millionen Menschen und Milliarden Euronen allein in D und gibt damit vollautomatisch jede Menge Aufmerksamkeit für jede politische Auseinandersetzung im immer beliebteren Twitterformat weit abgehoben von jeder sachlichen Grundlage. Muss ja auch längstenfalls für 5 Jahre halten ;)
----------------------------------------------
Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.