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Was am Diabetes ist einstellbar?
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Jürgen
Rang: Gastam 15.10.2010 21:57:43
Eigentlich nichts. Gemeint ist, dass der Dok eine Medikation vorgibt, die mehr oder weniger gut passt. Wenn sie gut passt und der Betroffene damit einen niedrigen HBA1c-Wert erreicht, ist er gut eingestellt. Wenn sie nicht passt und der Betroffenen damit einen hohen HBA1c-Wert erreicht, ist er schlecht eingestellt. Wenn der HBA1c-Wert hoch bleibt, obwohl der Dok an seiner Vorgabe mehrfach Verbesserungen versucht hat, gilt der Betroffene als schlecht einstellbar.
Mit Tabletten ist kurzfristige Einstell-Grundlage der morgentliche Nüchternwert, mit Insulin zusätzlich der Zielbereich jeweils vor den Mahlzeiten. Mit völlig gleichen Grundlage-Werten nüchtern und vor den Mahlzeiten kann z.B. ein HBA1c-Wert von 7 erreicht werden, wenn es gut läuft, und einer von 9, wenn es schlecht läuft. Dieses gute oder schlechte Laufen gilt als zusätzliches Teil der Einstellbarkeit.
Dabei bedeutet Einstellen schon bis hier her, dass dabei alle bekannten Einflüsse wie andere Erkrankungen, Adipositas oder auch Tumore (s. anderer Fred) berücksichtigt werden und möglichst weitgehend auch der jeweilige Tagesablauf des Betroffenen.
ABER wenn wir berücksichtigen, dass schon 20-30 Minuten zu Fuß - egal, ob Spazierengehen oder Einkaufen oder ein Behördengang oder ... - die Wirkung des dann (noch) aktiven Insulins locker um den Faktor 2-4 erhöhen kann, also so, als wenn man 2-4mal soviel gespritzt hätte (ähnlich auch bei Tabletten, die die eigene Insulinausgabe anregen), wird alle ärztliche Einstellung zum Lotto, das in der Gegend um HBA1c 7 an seine untere Grenze stößt.
Sehr viel besser kann nur funzen, wenn wir Betroffene unseren Blutzucker selbst direkt nach der jeweiligen Situation mit unserem jeweiligen Bedarf steuern und z.B. vor den 20-30 Minuten Fußweg entsprechend weniger spritzen oder rechtzeitig zum Absinken des BZ das passende Bremshäppchen einverleiben. Natürlich müssen wir für das jeweils passende Steuer-Verhalten ausgetestet haben und wissen, wie viel weniger wir vor so einer Laufeinlage spritzen oder ersatzweise, wie viel mehr wir währenddessen oder wann anschließend an Glukose zuessen müssen.
Mit solch eigenem Steuern bleiben von 100 Betroffenen keine 10 übrig, deren Blutzucker nicht völlig hypofrei im Rahmen unter HBA1c 7 verlaufen könnte. Denn die meisten schwer einstellbaren Fälle entpuppen sich bei näherem Hinsehen als nichts anderes, als Betroffenenverhalten, das den Verlauf des eigenen Blutzuckers überhaupt nicht beachtet. von Jürgen -
Daniela
Rang: Gastam 16.10.2010 13:13:00
Hallo Jürgen,
"Mit solch eigenem Steuern bleiben von 100 Betroffenen keine 10 übrig, deren Blutzucker nicht völlig hypofrei im Rahmen unter HBA1c 7 verlaufen könnte. Denn die meisten schwer einstellbaren Fälle entpuppen sich bei näherem Hinsehen als nichts anderes, als Betroffenenverhalten, das den Verlauf des eigenen Blutzuckers überhaupt nicht beachtet. "
Naja, heute weiß ich, dass vieles an mir selbst lag - trotzdem würde ich noch immer als schwer einstellbar gelten, da meine Abwärtsaktionen mit dem BZ doch recht heftig sind und anscheinend die Alphazellen des Pankreas nicht mehr so fit sind.
Letzte Woche habe ich dann mal wieder einen 24er gemessen :-(
Das Fehlen der Glukagonproduzierenden Zellen führt dazu, dass der andere Gegenregulationsmechanismus (Cortisolproduktion, Wachstumsfaktoren) ausgelöst wird und eine posthypoglykämische Resistenz auftritt, die bis zu 13 Stunden andauern kann.
Schwer einstellbar ist für mich der Diabetes, bei dem durch AK der BZ schwer steuerbar ist oder Hypoglykämien nicht ausreichend durch die eigene Glukagonproduktion entgegen gesteuert werden kann und deren Folge (s.o.).
LG, Daniela
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Astrid
Rang: Gastam 16.10.2010 15:42:27
Hallo Daniela,
na immerhin hast du den "24er-Wert" noch selbst gemessen.
Was machst du dann, bzw. wieviel BE nimmst du in welcher Form zu dir und wielange dauert es, bis du dich wieder ok fühlst?
Ich messe auch ab und an so tiefe Werte, was dann auschließlich damit zu tun hat, daß das Insulin schneller gewirkt hat, als das Essen, oder ich mich nach dem Essen zu schnell bewegt habe, kein Sport, nur normale Tätigkeiten wie Arbeiten, Einkaufen, Haushalt.
Inzwischen hab´ich aufgehört bei so niedrigen Werten einen Haufen Be´s in mich reinzustopfen, ich ess´dann einfach etwas Obst und warte 10 min ab, dann ist alles wieder ok.
Wie ich immer wieder feststellen muß, ist Diabetes eine absolut individuelle Krankheit, man muß seinen Körper und die Reaktionen einfach kennen und beobachten, dann ist auch das Einstellen eines Diabetes einfacher.
mfg von Astrid -
Daniela
Rang: Gastam 16.10.2010 16:01:36
Hi Jürgen,
naja, eigentlich esse ich dann 2 BE, wenn ich aber noch einen wirksamen Bolus intus habe und das Essen eigentlich schon weg ist, kann es auch mal mehr sein. Mehr essen hilft ja auch nicht, KH kommen, egal welche Menge man zu sich nimmt, gleich schnell/langsam..
Es kommt eben auf die jeweiliige Situation an. Wenn der BZ nach 10 min noch niedriger ist, wird ne BE nachgelegt.
Mir ging es ja nicht schlecht, etwas zittrig.
Es kann schonmal mehr als 30 min brauchen bis man wieder frisch ist ^^
LG, Daniela