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Low Carb auch interessant für Typ1?
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am 19.05.2018 12:10:39 | IP (Hash): 1648982709
Cracktros schrieb:
Wie kommt es, dass es, dass es bei Typ-2-Diabetes Test, wie den oGTT, zu falsch positive Ergebnissen kommt wenn jemand sich low carb ernährt und nicht den Organismus auf mehr KH vorbereitet?
1. Der oGTT kommt zwar meistens bei Typ2 vor, weil sich ein Typ1 meistens schneller entwickelt und mit längst voll diagnosereifem Nüchtern-BZ so einen Test gar nicht mehr braucht, aber trotzdem wird mit dem oGTT generell auf Diabetes getestet und nicht auf einen Typ. Und bei den langsamen Typ1 hast Du nach längerer KH-Karenz die selbe überhöhte Zuckerwasser-Reaktion wie bei Typ2 - oder zwar sehr viel milder aber auch bei völlig stoffwechselgesunden Menschen
2. Up und down haben wir Typ2 auch, und zwar im ordentlichen Nüchtern-Zielbereich von 100-140mg/dl ausschließlich down. Denn das ist der Bereich, in dem unsere verbliebene Insulinausgabe unablässig auf hohen bis so voll wie noch irgend möglichen Touren läuft, weil die Zielzellen längst so weit wie möglich zu gemacht haben.
Mit dem BZ wenigstens die Hälfte von 24 Stunden unter 90 kann ich mir nicht nur mit weniger Apidra mehr KHs leisten oder für eine selbe Menge KHs den BZ in meinem gesunden Rahmen mit weniger Apidra halten, sondern auch ein Stückchen positiver Selbststeuer-Tendenz beobachten. Spricht für mich für up-Regulation oder/und mehr vom restlichen Eigeninsulin statt als Proinsulin wieder als odentlich getrenntem. Beides bleibt mit ner fachoffiziell ordentlichen Behandlung allerdings völlig ausgeschlossen.
3. S.o.: Bei fachoffiziell ordentlicher Typ2 Behandlung KEINE up-Regulation. Das Durchbrechen der Insulinresistenz ist ne immer wieder gern genommene Mär, die sich schlicht aus dem Umstand ergibt, dass ALLE INSULINER beobachten können, wie sie bei nüchtern meistens 200mg/dl häufig doppelt so viel Insulin für die selbe Scheibe Brot brauchen, wie bei meistens nüchtern 100. Und wer meistens nüchtern um 300 misst, kann die 200ter Menge für den Ausgleich häufig noch mal verdoppeln. Übrigens völlig egal, ob Typ2 oder 1 : Mit steigendem Nüchtern-BZ steigender Insulinbedarf.
4. Die wenigen Typ1 mit LC oder gar LCHF, die ich persönlich kenne, klagen nicht über so schwieriges Waagehalten, wie Du’s schreibst. Allerdings gilt für uns alle, die ich mit dem BZ die meisten von 24 Stunden im völlig gesunden Bereich kenne, dass wir nicht nur die Spitzen nach oben aktiv vermeiden, sondern genauso auch die nach unten. Wer das nicht mag, sollte sich eh an nüchtern 100-140 halten.
Nachdem ich mit verschiedenen Ernährungsformen mit gesundem BZ und gesunden allen übrigen Blutwerten mit gleichen Insulinmengen zurecht komme, hab ich noch weniger Verständnis für persönliches Anfeinden im Sinne irgendeines Ernährungsevangeliums. Viel interessanter finde ich zu entdecken, welche Option(en) für wen unter welchen Bedingungen am besten funktionieren?
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
Bearbeitet von User am 19.05.2018 12:13:28. Grund: Ergänzung -
Cracktros
Rang: Gastam 19.05.2018 12:32:14 | IP (Hash): 2064727984
hjt_Jürgen schrieb:
Nachdem ich mit verschiedenen Ernährungsformen mit gesundem BZ und gesunden allen übrigen Blutwerten mit gleichen Insulinmengen zurecht komme, hab ich noch weniger Verständnis für persönliches Anfeinden im Sinne irgendeines Ernährungsevangeliums. Viel interessanter finde ich zu entdecken, welche Option(en) für wen unter welchen Bedingungen am besten funktionieren?
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
Tja, wobei es schwierig wird mit Evangelisten zu Debattieren.
Bearbeitet von User am 19.05.2018 12:32:56. Grund: Zitation -
Cracktros
Rang: Gastam 19.05.2018 12:53:44 | IP (Hash): 2064727984
hjt_Jürgen schrieb:
Die wenigen Typ1 mit LC oder gar LCHF, die ich persönlich kenne, klagen nicht über so schwieriges Waagehalten, wie Du’s schreibst. Allerdings gilt für uns alle, die ich mit dem BZ die meisten von 24 Stunden im völlig gesunden Bereich kenne, dass wir nicht nur die Spitzen nach oben aktiv vermeiden, sondern genauso auch die nach unten. Wer das nicht mag, sollte sich eh an nüchtern 100-140 halten.
" die meisten von 24 Stunden im völlig gesunden Bereich" scheint in Korhortenvergleichen nicht zu funktionieren, denn die Mortalität steigt sowohl bei hohem HbA1C als auch bei niedrigem HbA1C
siehe hier: Glycemic Control and Excess Mortality in Type 1 Diabetes, Marcus Lind et al.
Was also für einige durchaus vorteilhaft ist, kann für andere zum Tode führen. Und das hat nicht mit Willen zu tun sondern mit individuellen Stoffwechsellagen.
Bearbeitet von User am 19.05.2018 13:32:34. Grund: - -
am 19.05.2018 13:38:42 | IP (Hash): 466319422
" Was mit Ernährung und Verhalten noch zu einem ausreichenden bis guten oder gar gesunden BZ fehlt, muss mit passender Medikation ausgeglichen werden, und da zählt völlig unabhängig vom Typ ausschließlich das was funzt."
Nein. Bei Typ 1 funktioniert ausschließlich Insulin. Insulin ist bei T1 keine Medikation um das auszugleichen was mit Ernährung & Verhalten alleine nicht zu erreichen war. Insulin ist die Grundlage, ohne die alles andere völlig irrelevant ist.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 19.05.2018 16:53:20 | IP (Hash): 1648982709
Ein Medikament ist in D ALLES, was zur Einnahmen (dazu gehört auch das Einspritzen) auf Rezept in einer Apotheke erworben werden muss.
Die allgemeine Ziel-Formulierung hab ich in der konkreten Selbsthilfe-Gruppenarbeit vor Jahren zusammen mit 2 Diabetologen und einem Augenarzt als einprägsamen kleinsten gemeinsamen Nenner wie folgt entwickelt:
Wir sind damals von dem Ziel ausgegangen, den alltäglichen BZ-Verlauf ideal insgesamt und in seiner alltäglichen Schwankungsbreite im möglichst nahe dem gesunden bis im gesunden Rahmen zu halten.
Auslösender konkreter Hintergrund dafür war damals der Vortrag des engagierten Augenarztes gewesen, der seine besten Erfahrungen mit dem Eindämmen schon eingetretener diabetischer Retinopathien mit solchen Betroffenen schilderte, die zum überdurchschnittlich niedrigen HBA1c mit ihrem Ess- und Bewegungs-Verhalten für weniger weite Spitzen nach oben und nach unten sorgten.
Er hatte uns darauf aufmerksam gemacht, dass mit zunehmend schärferer Spritz-Einstellung zwar recht automatisch der durchschnittliche BZ-Verlauf eines Tages und in der Folge der HBA1c sinkt, aber die zeitlich kürzeren und damit im HBA1c nicht abgebildeten Spitzen sowohl zahlenmäßig wie auch in ihrer Weite nach oben und unten häufig zunehmen. Und in dem Maße, in dem seinen Patienten nach dem ersten Lasern gelingen wollte, ihren alltäglichen Blutzucker mit weniger hohen Gipfeln und weniger tiefen Tälern ausgeglichener zu steuern, musste er bei den Folgeterminen weniger nachlasern - auch wenn der GesaMTVerlauf und der HBA1c damit wieder ein Stückchen angestiegen oder gar nicht erst unter die damals ursprünglich angestrebten 6,5 gesunken war.
Und weniger hohe Spitzen und weniger tiefe Täler lassen sich nun mal nicht mit der zutreffendsten Faktorenrechnerei erzielen, sondern nur mit darauf abgestimmtem Ess und ggf. auch Bewegungsverhalten. Kleines 2-Frühstücksbrötchen-Hausnummern-Beispiel:
Die Spritzmenge für 1 Frühstücksbrötchen passt so, dass der BZ nach dem Auslaufen wieder in der Starthöhe von vor dem Essen bei 100mg/dl landet und in der Spitze etwa 1 Stunde nach dem Essen knapp unter der angestrebten Grenze von 160 bleibt. 2 Brötchen und 2 Insulindosen haben in dem Beispiel wieder die 100 bei Start und Auslauf, aber unerwünschte 200 in der Stundenspitze.
Wer die 2 Brötchen, aber die Spitze nicht will, kann nun so viel mehr spritzen, dass auch damit die Stundenspitze wieder nur bis 160 reicht und den Auslauf dann mit viel Milchmädchen-Glück bei 60 messen. Im Ergebnis also statt der angestrebten 60mg/dl als größter nachesslicher Schwankungsweite so wie bei der einfachen Verdoppelung unerwünschte 100.
Und die 100 auch nur mit unwahrscheinlich viel Glück, weil das Mehr an Insulin ja tatsächlich mehr als 2 Brötchen zum Abarbeiten braucht und damit mit Tieferlegen des Gesamtverlaufs um 40 wahrscheinlich noch lange nicht ausgelastet ist und tiefer in ne Hypo ziehen will. Also noch größere Schwankungsweite und zudem ein super Startpunkt für ein munteres Achterbahn-Aufundab mit weiteren hohen schroffen Gipfelspitzen und tiefen Talschluchten im munteren Stundentakt.
Das lässt sich nur mit dem Anpassen des Verhaltens vermeiden. Also z.B. nur noch 1 Brötchen. Oder zwar für 2 spritzen, aber die beiden mit ner halben bis ner Stunde Abstand essen. Oder für 1+ x + z.B Radeln spritzen, 2 essen und dann gleich wie vorgesehen radeln. Oder...
Fazit:
Der oben gesetzte Zielrahmen lässt sich nur einhalten, wenn zum passenden Insulin auch das passende Verhalten kommt. Auch bei T1. Übrigens gilt die alltägliche Berg-und-Tal Schwankungs-Weite längst als eigenständiger Herz-Kreislauf-Risikofaktor und würde damit ne Menge von dem Risiko erklären, das in der skandinavischen Studie mit abnehmendem HBA1c zunimmt.
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
Bearbeitet von User am 19.05.2018 16:54:35. Grund: Ergänzung -
Cracktros
Rang: Gastam 19.05.2018 17:20:45 | IP (Hash): 953321382
Bei der Definition der Grenzwerte -möglichst nahe an Gesund- für Menschen mit Typ-1-Diabetes ist mehr als nur mögliche Folgekrankheiten zu beachten denn, die Nebenwirkung -Unterzuckerung- spielt eine ebenso entscheidende Rolle wie zu hohe Werte. Und Unterzuckerzeugungen sollen möglichst schon vor einer echten Unterzuckerung Symptome verursachen. Wird der BZ zu niedrig gehalten tritt ein Gewöhnungseffekt , bei niedrigen Werten, ein und Unterzucker wird zu spät erkannt: Eventuell erst so spät, dass jede Hilfe zu spät kommt. Vor allem dann, wenn Low Carb und Bewegung zu leeren KH Speichern führen, Diese leeren Speicher würden dann den Organismus das leben Kosten. Noch einer Erklärung, die aber bei LC-Fans unter dem Tisch fällt.
Ergänzung:
Übrigens: gelten häufige Unterzuckerungen, womoglich auch noch lange unentdeckt da die Symptome kaum gespürt werden, als mögliche Ursache für Herzerkrankungen bei Typ-1-Diabetes.
"Und weniger hohe Spitzen und weniger tiefe Täler lassen sich nun mal nicht mit der zutreffendsten Faktorenrechnerei erzielen" Aus eigener Erfahrung kann ich beweisen, dass es möglich ist mit vielen KH geringe BZ Ausschläge zu erzielen. In der Wettkampf und Trainingsphase nehme ich in etwa 450 g KH / Tag zu mir, bei weitaus gleichmäßigeren BZ-Verlauf, als bei ca. 180 g KH / Tag in Ruhezeiten. Ich Erzähle aber nicht jedem, dass er nun Leistungssportler werden soll, wie es bei Low Carbern, die jeden von Low Carb überzeugen wollen, der Fall ist. Es würde ja auch nicht richtig sein:
a) nicht jeder Mensch ist in der Lage diese Leistungen zu erbringen,
b) nicht jeder Stoffwechsel, ist bei körperlicher Höchstanstrengung, so stabil, dass es den Menschen auch gut gehen würde.
Bearbeitet von User am 19.05.2018 19:10:55. Grund: ergänzung -
am 19.05.2018 22:07:35 | IP (Hash): 1648982709
Cracktros schrieb:
"Und weniger hohe Spitzen und weniger tiefe Täler lassen sich nun mal nicht mit der zutreffendsten Faktorenrechnerei erzielen" Aus eigener Erfahrung kann ich beweisen, dass es möglich ist mit vielen KH geringe BZ Ausschläge zu erzielen. In der Wettkampf und Trainingsphase nehme ich in etwa 450 g KH / Tag zu mir, bei weitaus gleichmäßigeren BZ-Verlauf, als bei ca. 180 g KH / Tag in Ruhezeiten.
Schon mal überlegt, wie Du treffender hättest beschreiben kömnen, dass sich ein ausgeglichener Zielrahmen nur einhalten lässt, wenn zum passenden Insulin auch das passende Verhalten kommt? Also bei Dir der Wettkampf-Modus?
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Cracktros
Rang: Gastam 19.05.2018 23:54:14 | IP (Hash): 2064727984
hjt_Jürgen schrieb:
Cracktros schrieb:
"Und weniger hohe Spitzen und weniger tiefe Täler lassen sich nun mal nicht mit der zutreffendsten Faktorenrechnerei erzielen" Aus eigener Erfahrung kann ich beweisen, dass es möglich ist mit vielen KH geringe BZ Ausschläge zu erzielen. In der Wettkampf und Trainingsphase nehme ich in etwa 450 g KH / Tag zu mir, bei weitaus gleichmäßigeren BZ-Verlauf, als bei ca. 180 g KH / Tag in Ruhezeiten.
Schon mal überlegt, wie Du treffender hättest beschreiben kömnen, dass sich ein ausgeglichener Zielrahmen nur einhalten lässt, wenn zum passenden Insulin auch das passende Verhalten kommt? Also bei Dir der Wettkampf-Modus?
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Doch. Das hätte ich schon prägnanter äußern können, Danke für die Anregung, die mir nun als Ansporn gilt.
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am 21.05.2018 08:10:43 | IP (Hash): 671288323
Cracktros schrieb:
Unterzuckerzeugungen sollen möglichst schon vor einer echten Unterzuckerung Symptome verursachen.
Hypos finde ich auch schon im milden Anfang nervig, also wenn mein BZ gar nicht weiter als bis um 60-50mg/dl sinkt, denn das miese Gefühl, das sich bei mir schon damit verbindet, verlässt mich noch lange nicht, wenn der BZ 30-40 Minuten weiter schon wieder bei 70-90 und damit in meinem ganz normalen Wohlfühlbereich verläuft. Bis zum Normalfühlen dauert’s bei mir dann immer noch wenigstens ne Stunde. Deswegen hätte ich von meiner Companion App gerne ne Hypowarnung früh genug dafür, dass ich mit dem passenden Essen oder Trinken ohne Anstoßen an meine Hypogrenze auskomme, und zur Warnung auch gleich den Hinweis, wie viel von was aus meiner üblichen Auswahl dafür passt, dass mein BZ in meinem Zielbereich70-100 weiterläuft, wenn ich meine aktuelle Tätigkeit die folgende halbe oder Stunde fortsetze.
Natürlich hätte ich gern keinen Alarm, wenn die App sich aus dem Datenvorlauf der vorausgegangenen 5 Stunden ausrechnet, dass mein BZ in meinem Normalbereich mit tiefstens um 75mg/dl auslaufen wird.
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung. -
Cracktros
Rang: Gastam 21.05.2018 10:24:44 | IP (Hash): 757407783
Dr. Bersteins Vorstellung von einem HbA1c von 4.9 als Standard HbA1c, und Folglich einem Durchschnitts BZ von 80 mg/dl ist unverantwortlich. Die Folge ist eine Währungsveränderung für UZs.. Besonders für Diabetes-Kids dürfte es zu einigen Schweren Hypos führen. Oder möchte der Doc Kids das Toben, Rennen verbieten bzw. limitieren?
Bearbeitet von User am 21.05.2018 10:25:45. Grund: -