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Grad der Behinderung

  • Cracktros

    Rang: Gast
    am 29.06.2018 21:38:18 | IP (Hash): 560005499
    Ich mache mir derzeit Gedanken über einen Antrag zur Feststellung einer Schwerbehinderung.

    Immer wieder stoße ich , im Netz, auf die Frage nach dem Grad der Behinderung für Diabetiker. Und überall bekomme ich unterschiedliche Angaben über möglichkeiten einen Grad von 50 zu erreichen. Im Gegensatz zu Erwachsenen, scheint es ber Kindern recht klar geregelt zu sein, wann der Grad von 50 erreicht ist. Klar scheint auch die Erreichung von 40 Punkten zu sein. Aber, beginnen die 50 % und welche Vorteile sind mit 40 % verbunden? Welche Nachteile hat die Festellung des Grades der Schwerbehinderung?
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    Mitglied seit: 15.03.2015
    am 30.06.2018 00:05:18 | IP (Hash): 2078708834

    https://de.wikipedia.org/wiki/Grad_der_Behinderung
  • Cracktros

    Rang: Gast
    am 30.06.2018 00:17:12 | IP (Hash): 140094971
    Ich möchte nicht andankbar wirken aber,
    a.) den Wiki-Link finde ich selbst.
    b) ist der Artikel so allgemein Verfasst, dass er keine Hilfe darstellt.
    Bearbeitet von User am 30.06.2018 01:02:07. Grund: -
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Beiträge: 252
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    am 30.06.2018 08:44:50 | IP (Hash): 758657571
    Als Erwachsener nur mit Typ 1 auf die 50 zu kommen, ist wohl nicht ganz einfach, meist erst nach Widerspruch erfolgreich und stark vom Bundesland und Sachbearbeiter abhängig... und die verlangen meist Tagebücher :(

    Bei nem GdB von 30 oder 40 kannst Du dich durch die Agentur für Arbeit gleichstellen lassen und würdest dann den gleichen Kündigungsschutz wie bei einem GdB von 50 bekommen. Ist aber auch an Bedingungen geknüpft.
    Zusätzliche Urlaubstage und Steuervergünstigungen gibt es erst ab `nem GbB von 50.

  • Cracktros

    Rang: Gast
    am 30.06.2018 11:30:55 | IP (Hash): 963289699
    Ja, das lese ich auch.
    Jedoch erschließt sich für mich die "Gravierende Beeinträchtigung der Lebensführung durch erhebliche Einschnitte" nicht. Es ist doch klar, dass es gravierende Einschnitte gibt: Typ-1-Diabetiker haben zu meist eine instabilare Stoffwechsel-Lage als Typ-2-Diabetiker. Das führt dazu, dass dad eine oder andere nicht so einfach möglich ist oder, gut vorbereitet sein muss. Folglich zieht man sich aus dem einen oder anderen zurück oder verwendet so viel Energie darauf, das anderes kürzer tritt.

    Es ist zwar so, dass Diabetiker ein gutes und gesundes Leben führen können. Aber, es gibt gravierende Einschnitte in der Lebensführung.
  • Dibein

    Rang: Gast
    am 30.06.2018 11:42:47 | IP (Hash): 1177090358
    Bei mir gerade ganz großes Thema.

    Ich habe einen GdB von 40 und beanspruche einen von 50 sowie einen Kennbuchstaben "G". Begründet mit multiplen Einschränkungen, Diabetes, Neuropathien in den Beinen (neurologische und diabetische) mit starken Schmerzen und Einschränkungen beim gehen, massiven Verschleiß LWS,BWS,LWS, uvm.. Mein aktueller Verschlimmerungssantrag von 40 auf einen höheren Grad wurde gerade vergangene Woche abgelehnt. Da es mir nicht um ein "will ich gerne haben" sondern um eine Anerkenntnis meiner Einschränkungen und einen Nachteilsausgleich geht werde ich nun zunächst Hilfe beim SoVD und dann ggf. einem Anwalt holen.

    Was nun den GdB bei Diabetes betrifft so scheint es Bundesweit recht einheitlich zumindest 40% zu geben wenn man mit ICT behandelt und damit gut eingestellt ist. Bei Komplikationen, und hier werden immer die schweren Hypos aufgeführt, wobei schwer das hinzukommen eines Notarztes definiert, kann es dann 50% und mehr geben, Das scheint aber in der Hand des Sachbearbeiters liegen.

    ---
    Zuckerkrank
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Beiträge: 252
    Mitglied seit: 26.10.2015
    am 30.06.2018 12:17:26 | IP (Hash): 758657571
    Ich würde da zunächst mal mit alltäglichen Dingen argumentieren...

    - Du musst deinen Blutzucker überprüfen (natürlich blutig), bevor du dich in der
    Straßenverkehr begibst. Ist er (für eine Autofahrt) zu niedrig musst Du zunächst
    gegensteuern und abwarten -- Zeitverlust bzw. immer mehr Zeit einplanen

    - Du kannst nicht einfach mal spontan `ne Runde Joggen oder Radfahren gehen,
    ohne rechtzeitig vorher die Basalrate abzusenken

    - wenn Insulinpumpe oder Sensor rumzicken, musst du SOFORT was unternehmen
    -- drohende Ketoazidose nach wenigen Stunden ohne Insulin...

    - spontane Feiern können auch ein Problem werden, wenn der Blutzucker sehr
    heftig auf schon geringe Mengen Alkohol reagiert... (bin mir aber nicht sicher, ob dass ein gutes Argument ist...)

    - dir fällt da bestimmt noch mehr ein.

    Das Ganze muss dann auch noch mit den Tagebüchern belegt werden...
    Der Begriff "erhebliche Einschränkungen" lässt einfach unglaublich viel Ermessensspielraum. Ich würde es einfach mal probieren... vielleicht gehörst DU ja zu den Glücklichen, bei denen es auf Anhieb klappt.

    PS: Ich habe meine GdB von 50 schon seit über 30 Jahren, kann also nicht mit persönlichen Erfahrungen dienen. Unbefristet allerdings erst seit einigen Jahren...davor musste ich alle 10 Jahre nachweisen, dass der Typ 1 wirklich immer noch da ist...!?
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
  • Dibein

    Rang: Gast
    am 30.06.2018 12:41:30 | IP (Hash): 1177090358
    Hallo Heike,

    Seeehr inspirierend...ich denke wenn man die vielen selbstverständlich gewordenen Kleinigkeiten alleine Stellt dann ist der Diabetes auf einmal eine Katastrophe für seinen Inhaber. Ich werde mir das mal zusammenschreiben und mit zum SoVD nehmen damit wir da einen ordentlichen Widerspruch formulieren können. Dazu kommen noch meine anderen Aua's.

    Danke

    Dirk

    ---
    Zuckerkrank
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Beiträge: 4284
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 30.06.2018 13:51:28 | IP (Hash): 1724040755
    Was dem einen seine Katastrophe ist dem anderen sein Glücksfall ;)

    Ok, nehmen wir Deine Katastrophe:
    Wenn sehr hinderliche Neuropathie mit voller ärztlicher Anerkennung Deinem Diabetes zugeschrieben wird, dann müsste daraus zum Bremsen der weiteren Entwicklung und zur Linderung der Beschwerden die dringende fachärztliche Empfehlung folgen, den BZ alltäglich in einem sehr viel aufwändigeren als dem normal als gut angesehenen Rahmen zu halten. Sehr viel niedriger und mit sehr viel enger begrenzten Schwankungen.

    Also am besten ausdrücklich ärztlich empfohlen (Deine individuelle Behandlung schriftlich bestätigt) wie bei Schwangerschafts-Diabetes mit nüchtern max 90 und in der Spitze nach dem Essen max 140. Und JEDER wird anerkennen, dass der Aufwand, den Du dafür treiben und vollumfänglich dokumentieren musst, bei weitem übersteigt, was die meisten Menschen mit Diabetes ohne so hinderliche Folgen wie Deine Neuropathie noch nebenher erledigen können.

    Das wäre mein Ansatz an Deiner Stelle. In jedem Falle Daumendrück.

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    Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
  • Cracktros

    Rang: Gast
    am 30.06.2018 17:09:49 | IP (Hash): 106242082
    Auch nach mehr als 1/4 Jahrhundert, als Diabetiker, erfreue ich mich bester Gesundheit. Warum das so ist, dass weiss ich nicht. Ob es am Alter liegt, an individuellen Schutzmechanismen meines Körpers oder meines Diabetes Managements? Daher wäre eine Begründung wie sie Dirk anführen könnte für mich ungeeignet.
    Ich kenne Unterzuckerungen aber, noch nie war fremdhilfe nötig. Jedoch bin ich anfällig für die Ketoazidose.

    Heikes Ansatz war daher auch mein Gedanke. Zusätzlich dazu kommen Überlegungen die nicht im Tagebuch auftauchen. Hier mal so ein Beispiel: Es sind 2 1/2 Tage vorbei, seit dem lezten Wechsel des Katheters und die Werte werden langsam schlechter. Im Moment aber Chillt man mit Freunden. Es fühlt sich richtig an länger zu bleiben, die Nacht zum Tag zu Machen, und eventuell dort zu Übernachten. Was aber nicht dabei ist, ist das Material zum Wechseln. Also, kommt man nicht, wie alle anderen, seinem Gefühl nach, sondern folgt dem Diabetes. Und schon ist man ein kleines UFO in der Clicke. Das sezt sich fort in so altägliche Geschichten wie mal etwas mehr Alkohol zu Trinken. Die Risiken sind bekannt, etweder nimmt man sie in Kauf oder man sondert sich ab. Beides hat Nachteile.



    Bearbeitet von User am 30.06.2018 17:47:22. Grund: -