Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.
Hypos fast 5 Stunden nach dem letzten Bolus
-
Dibein
Rang: Gastam 03.07.2018 14:50:36 | IP (Hash): 1664081084
Ich stelle hier mal einen gequoteten Beitrag aus einem anderen Thread ein:
Dirk_B. schrieb:
Gerade jetzt merke ich wie unberechenbar der Diabetes sein kann. Ich hatte völlig unvorbereitet in den Letzten Tagen zweimal einen Hypo. Den zweiten gerade heute. kurios fand ich den Umstand das der Hypo über 4,5 Stunden nach dem Bolus kam. Ich hatte zum späten Frühstück gespritzt, der BZ blieb im Rahmen, und war nach 2,5 Stunden wieder nahe dem Ausgangswert. Nach weiteren 2 Stunden auf einmal das große Zittern und nach 2 Plättchen Traubenzucker ging es nach 20 Minuten wieder gut und nach 30 war ich wieder bei 120. Doch dann fiel der BZ wieder auf zum Schuss auf 78 ohne Bolus. Was ich davon halten soll weiß ich nicht. Aber der Sachverhalt vor einigen Tagen war ähnlich.
Also zum Thema GdB da das mein erstes echtes Hypo Erlebnis war weiß ich wie eingeschränkt ich durch den Diabetes allein schon fühle.
Erlebnisse wie Deine haben mich schon vor vielen Jahren vom Messen vor dem Essen zum Beobachten des Verlaufs nach dem Essen und zur Steuerung danach bewegt. Siehe meine max 140-120-100 1-2-3 Stunden nach dem Essen Gebetsmühle. Ist natürlich auch dann immer noch deutlich größerer Aufwand, wenn man mit ausreichender Routine auch auf diese Weise meistens nur noch 1mal pro Mahlzeit zu messen braucht. Denn zur passenden Einschätzung eines Wertes nach dem Essen muss man sich den erwarteten Verlauf schon recht genau vorstellen und sehen, wie der Stichwert da nicht nur von der Höhe, sondern auch von der Zeit hinein passt. Auf jeden Fall aufwändiger, als das mit dem Messen vor dem Essen.
----------------------------------------------
Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
---
Zuckerkrank -
Dibein
Rang: Gastam 03.07.2018 15:09:04 | IP (Hash): 1664081084
Hallo Jürgen,
Ich schaue da schon mehrfach auf die Entwicklung meines BZ nach dem Insulin und dem Essen. Das hat mich ja so irritiert.
Ich hatte nach 4 Stunden das letzte mal auf das Libre geschaut. Der Bolus sollte danach nicht mehr aktiv sein (Novo Rapid) da hatte ich einen BZ von 110. Und danach ging es wenn ich mir den verlauf anschaue recht schnell bis auf 50 runter. Ich habe das dann mit zwei Plättchen Dextro wieder auf 120 korrigiert. Ich war nach 30 oder 40 Minuten wider bei 120. Aber in der Folge sank der BZ wieder auf 78 ohne das ich was gespritzt oder gegessen habe.
Überraschend fand ich das ganze vor allem deshalb da ich in den vergangenen Monaten seit ich Bolus verwende nicht mal ansatzweise in die nähe eines Hypos kam.
Also es ist der Zeitpunkt und die Heftigkeit des Hypos bezogen auf den Abstand, letzter Bolus bis zum Hypo, der mich irritiert.
---
Zuckerkrank -
am 03.07.2018 16:16:21 | IP (Hash): 362996836
Hallo Dirk,
am Novorapid kann es kaum liegen. Selbst wenn die Charge nicht wie sonst ausgefallen wäre und verzögert wirken würde, hätte bei der Mahlzeit die Wirkung geringer sein müssen. Also bleiben: Basalinsulin und/oder Eigeninsulin und/oder bessere Insulinwirkung.
Hast du in diesen Fällen in den 5 Stunden nach der Mahlzeit etwas besonderes gemacht, auch wenn es nur besonders starkes Schwitzen wäre? Ist dein BZ-Niveau in der letzten Zeit insgesamt etwas abgesunken? Da bei Typ 2ern die Insulinwirkung normal nicht so stark schwankt, musst du dir solche Fragen stellen, um eventuell auf die Ursache zu kommen.
-
Dibein
Rang: Gastam 03.07.2018 16:44:08 | IP (Hash): 1664081084
Bessere Eigeninsulinwirkung käme in Frage da ich seit einigen Wochen u.a. komplett auf Alkohol verzichte. Meine Faktoren habe ich schon entsprechend angepasst. Ich bin aber der Meinung das bei Eigeninsulin die Leber hätte einspringen müssen und Glucose produzieren sollen.
Und das ist etwas was mir ein wenig zu denken gibt. Ich brauche nach wie vor Insulin sonst gehen auch geringe KH mengen sofort an die 300 Werte und mehr. Bisher war es auch unverändert so das körperliche Anstrengungen jeglicher Art immer zu einem BZ anstieg geführt hat. Und das ist seit einigen Tagen anders. Zum einen brauche ich keinen Morgen Gumpf mehr (vor einigen Tagen brauchte ich regelmäßig 11 IE zur ziemlich genauen Zeit am Morgen um nicht über 180-200 zu gehen). Fußmärsche oder Hausarbeit führte zu einem BZ von 160-180. Das findet nun nicht mehr mit dieser Regelmäßigkeit und auch nicht in der Höhe statt. Und der Nachtverlauf ist auch über das Aufstehen hinaus fast geradelinig zwischen 120 -100.
Ich habe nun einen erheblich besseren Verlauf mit einem 1/3 des Insulins und das nach sehr kurzer Zeit. Das ist etwas was ich auch erwartet habe. Nur hatte ich gehofft das mich die Zuckerproduktion der Leber bei Bedarf weiter vor Hypos schützt vor allem dann wenn kein Fremdinsulin mehr im Spiel ist.
Fazit.
Keinen Alkohol mehr trinken = sehr gut (wie zu erwarten)
Geringe Insulinresistenz = sehr gut (wie zu erwarten dafür spräche auch die bessere Basalwirkung)
Morgen Gumpf erst sehr verzögert und gering = gut aber (das verwundert mich schon weil ja die Hormonausschüttung stattfindet aber sich erst 1-2 Stunden nach dem Aufstehen im BZ zeigt und dann auch sehr gemäßigt mit max. 140.)
Nun die Frage wird aus "Gewohnheit" durch die BS zu viel Insulin produziert (Pennen die Betas auf dem Baum?)?
Fehlt die Information an die Leber bei Bedarf Zucker aus den Fettreserven zu Produzieren?
ich werde diese Denksportaufgabe sicher mit zu Dia-tante nehmen.
VG
Dirk
---
Zuckerkrank
Bearbeitet von User am 03.07.2018 16:48:33. Grund: ergänzung -
am 03.07.2018 16:57:19 | IP (Hash): 362996836
Aus Erfahrung von anderen weiß ich, dass bei Verminderung der Insulinresistenz auch die Basaldosis kräftig reduziert werden muss.
Das deine Leber nicht mehr mit Glukoseausgabe gegensteuert, kann ich mir bei dir als Typ 2er nicht vorstellen. Die Möglichkeiten der Leber sind aber nur begrenzt. Dass dein BSD zu viel Eigeninsulin ausgibt, auch wenn der BZ nicht zu hoch ist, ist auch unwahrscheinlich. Bleibt also sehr wahrscheinlich nur noch zu viel Basalinsulin als Übeltäter.
Glückwunsch zu deiner guten Entwicklung. :=) -
Dibein
Rang: Gastam 03.07.2018 17:08:45 | IP (Hash): 1664081084
Ich werde das mal (zwangsläufig) weiter beobachten. Ich bin mit dem Basalinsulin schrittweise von 29IE auf nun 20IE runter. ich werde mal sehen wie sich das entwickelt.
Die fehlende oder verringerte Glukose Produktion ist ja das, wenn es denn so sein sollte, was mich irritiert.
---
Zuckerkrank
Bearbeitet von User am 03.07.2018 17:09:22. Grund: korr -
am 03.07.2018 17:51:41 | IP (Hash): 2116647688
Weil wir alle seeehr verschieden sind, ziehen sich die Zeitrahmen mit den verschiedenen Insulinen individuell um ein erhebliches Vielfaches weiter, als Werbung und auch Fachbewertungen ihn ausgeben, vor allem auch bei uns T2. Und dazu kommen solche Faktoren wie Bewegung, die je nach Intensität und zeitlichem Umfang und Zeit nach dem Spritzen in der Wirkzeit der Dosis deren Wirkung mehr oder weniger stark beeinflussen können. Was da was wann macht und womöglich als Folge wovon, kann jeder Einzelne von uns nur für sich selbst beobachten und erklären - und durchaus manchmal auch nicht. Oder auch erst nach längerer Zeit und eher zufällig auffallenden Besonderheiten in der Wiederholung. Mehr als 4 Stunden sind schließlich ne lange Zeit, die sich normalerweise eher nicht im Rückblick in allen Einzelheiten rekonstruieren lässt. Und ja, auch heute mit erheblich gesteigerter Insulinempfindlichkeit kann ich ne Apidra-Wirkung bei Mengen ab etwa 10 IE manchmal auch noch nach 4 und mehr Stunden beobachten, nach 20 IE sowieso, und da würde ich beim Rollen durch den Supermarkt auf jeden Fall ab und zu mal nen prüfenden Blick auf das Handy werfen, nicht erst an der Kasse zum Bezahlen ;)
Nachtrag:
1. Die BZ-stabilisierende Zuckerausgabe der Leber setzt gesund irgendwo im Bereich zwischen etwa 50 und 70 mg/dl ein und reicht auch bei einem völlig gesunden Menschen nicht aus, den BZ gegen Insulin aus dem Pen zuverlässig über 50 zu halten.
2. Wenn mein Libre mir heute 78 anzeigt, würde ich das als etwa 120 lesen, während es am ersten Betriebstag mit diesem Sensor eher 40 bedeutet hätte.
----------------------------------------------
Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
Bearbeitet von User am 03.07.2018 18:14:02. Grund: Nachtrag -
Dibein
Rang: Gastam 03.07.2018 19:04:49 | IP (Hash): 1664081084
ich kann nur nochmal wiederholen das mir schon fast die Augen weh tun vom vielen Libre gucken. 😉Zur Präzision der Sensoren kann ich bisher nur sagen das ich maßgebliche Abweichungen zum Blut nur dann habe wenn ich das Gewebe in dem der Sensor sitzt im Schlaf komprimiere weil ich auf dem betreffenden Arm schlafe.
ich habe bei einem langsam schwankenden oder nahezu linearen Verlauf nur unwesentliche Abweichungen von maximal 10mg/dl. Erst wenn das schnell geht macht sich der Verzug Blut zu Zwischenzellwasser bemerkbar. Da schnellt auch wenn es nach oben geht das liebre manchmal voraus. Aber das habe ich in den letzten Monaten ausgiebig beobachten können.
Bleibt deine Theorie oder Erkenntnis das das schnelle Insuline erheblich länger wirken als ausgewiesen. Aber auch dann fände ich einen Rutsch von 120 auf 55 binnen Minuten nach 4,5 Stunden schon spannend. Ich überlege schon seit einiger Zeit ob ich mal versuche ein schnelleres Insulin zu probieren in der Hoffnung das dieses dann auch nicht solange wirkt. Das würde auch den SEA günstiger gestalten.
---
Zuckerkrank -
Elfe
Rang: Gastam 05.07.2018 00:28:53 | IP (Hash): 1978477806
hjt_Jürgen schrieb:
1. Die BZ-stabilisierende Zuckerausgabe der Leber setzt gesund irgendwo im Bereich zwischen etwa 50 und 70 mg/dl ein und reicht auch bei einem völlig gesunden Menschen nicht aus, den BZ gegen Insulin aus dem Pen zuverlässig über 50 zu halten.
Denke auch, daß die Notfallreaktion des Organismus erst bei tiefen BZ-Werten eintritt.
Bei 50 brauche ich auch nur 1 BE zum Anheben.
Wenn niedriger, dann lieber flüssiges zum Trinken = 2 BE
@Dirk
Du hast weit mehr verändert als - 'nur' plus Bolus.
Basalratentest könntest du mal durchführen (Grundstoffwechsel m.E. gleichbleibend).
Mahlzeiteninsulin-Dosierung ist anders.
Abhängig auch von Jahreszeit (Umgebungstemperatur, schnellere Wirkung)
Auf jeden Fall konnte ich mir selbst (bisher) helfen bei wirklich tiefen UZ (20er).
Selbst im Schlaf werde ich rechtzeitig wach und kann handeln.
Bearbeitet von User am 05.07.2018 00:37:38. Grund: Ergänzung -
Dibein
Rang: Gastam 07.07.2018 14:32:54 | IP (Hash): 689359624
Hi Elfe,
Ich habe, wie von Rainer und Dir angeraten, mal meine Basalrate überprüft und mein Basalinsulin drastisch reduziert. Ich habe ohne KH Zufuhr einen jetzt recht stabilen Verlauf zwischen 90 und 100 der in der Regel mit normalen Mahlzeiten bei reduzierten Faktoren gut zu kontrollieren ist.
Die Entscheidung meine Leber zum einen mit Haferkuren und strikter Alkohol Vermeidung zu entlasten hatte weitaus drastischere folgen (im positiven Sinn) wie gedacht.
- der Morgen Gumpf von 11IE entfällt komplett
- Basalbedarf fast halbiert
- Bolus Faktoren reduziert. Diese liegen nun bei (1,5 - 1 - 0,8 gegenüber 4 - 3,5 - 2)
Basal und Bolus Bedarf sind nun im niedrigen 2 Stelligen Bereich. ich verbrauche zwischen 25 - 35 IE Gesamtinsulin. der Basalbedarf davon sind 15IE.
KH Wirken nach wie vor explosionsartig auf den BZ und die Anstiege sind höher als vorher und gehen über 300+. Aber das wenige Insulin wirkt nun schneller und besser sodass auch eine Spitze recht schnell wieder abflacht.
Auch reagiere ich jetzt bei Anstrengung so das der BZ sinkt anstatt wie vor wenigen Wochen zu steigen. Daher jetzt auch ein nun kalkulierbares Hyporisiko bei Bewegung das Dank Libre gut zu managen ist.
Leider sind es meine Neuropathien die wohl ein Mischwerk aus diabetischen und neurologischen Störungen gepaart mit beeindruckenden Rückenschmerzen sind mich an intensiver Bewegung hindern. Leider bekomme ich die Schmerzen nur bedingt in den Griff. Ich will mich aber auch nicht komplett abschießen um keine Schmerzen zu haben. Das Pregabalin haut mich da schon gut weg obwohl ich das noch recht niedrig dosiert nehme.
---
Zuckerkrank
Bearbeitet von User am 07.07.2018 14:37:11. Grund: .