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Blutzuckerabfall schon bei geringer Bewegung

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    am 12.10.2018 19:07:51 | IP (Hash): 1426550990
    Hallo zusammen,

    bei mir (Typ I seit 33 Jahren und seit 7 Jahren mit Insulinpumpe) ist es fast genauso. Bei bei gerinster körperlicher Belastung fällt mein Blutzucker bis auf 2,3 mmol/l ab.
    Um das z. B. bei Arbeiten in Haus und Garten oder Holz spalten zu vermeiden habe ich mir 3 abgesenkte Basalraten gespeichert. Beim Holz hacken oder Garten graben stelle ich die Basalrate auf 0% und beginne erst 2 h nach der Absenkung mit der Arbeit. Dann aber ist der BZ schon bei 12 oder 14. Nach 45 min höre ich freiwillig auf mit den Arbeiten da der BZ jetzt nur noch 3 mmol/l beträgt. Das ständige aufnehmen von Nahrung, an Tagen mit Arbeit manchmal das doppelte des BE-Plans hinterlässt auch Spuren beim Körpergewicht.

    1h vor einem leichten Spaziergang senke ich auf 30 % ab und wenn der Pfeil von Libre senkrecht nach unten zeigt dann esse ich sofort 2 BE. Der BZ Anstieg tritt ohne weitere Bewegung erst nach ca. 30 - 45 min ein.

    Das ist auch so wenn die BR auf 0% steht und 3,0 mmol/l erreicht sind, dann esse ich 3 oder 4 BE und warte min 45 Minuten bevor ich weiter machen kann.
    Ich war deshalb schon in der Diabetesklink Bad Lauterberg aber man konnte sich das dort auch nicht erklären und tippte auf eine defekte Insulinpumpe. Mit der neuen Pumpe ist es genauso.

    Reiner
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    am 13.10.2018 08:50:28 | IP (Hash): 157955789
    hat man in der Klinik denn auch mal getestet, wie zutreffend Dein Libre Sensor funzt? Bin nach meinem Libre nämlich z.B. heute morgen mit 2,4 aufgestanden, für die mein Standardfingerpieks 5 gesagt hat.

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    Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
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    am 13.10.2018 11:32:00 | IP (Hash): 592355492
    Als ich in der Klink war hatte ich noch kein Libre, die Werte wurden damals mit Teststreifen festgestellt.

    Das Libre wurde mir erst danch verordnet, wegen des hohen Teststreifenverbrauchs und Hypoglykämie-Wahrnehmungsstörungen. Letzteres hat sich jetzt etwas gebessert.

    Reiner
    Bearbeitet von User am 13.10.2018 11:32:56. Grund: Text hinzugefügt
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    am 13.10.2018 19:33:36 | IP (Hash): 1505651263
    Hallo Reiner,
    aus meiner Erfahrung könntest du eher versuchen, den Bolus zu senken (Basal lassen).
    Bin auf Pens mit zwei Insulinen eingestellt und LADA, also wohl später als du betroffen.

    Habe verhältnismäßig nur wenige Einheiten Basal - eben nur für den Grundstoffwechsel.
    Sobald man irgendetwas tut, denkt, fühlt (z.B. Stress) oder arbeitet/sportelt, ändert sich das und wird eher mit Bolus abgefangen.

    Wenn du mittlerweile weißt, um wieviel dein Blutzucker durch Holzhacken o.ä. gesenkt wird, dann berücksichtige dieses beim Weglassen der entsprechenden Einheiten beim Bolus - ev. kannst du die 3/4 BEs essen und statt per Insulin sozusagen abarbeiten.

    Besser, als Achterbahn mit 14 bis 3 mmol/l zu fahren und nur kurzfristig zu reagieren, besser vorausschauend handeln.
    Ist ja nicht nur der messbare Blutzucker, sondern auch das Befinden - diese unfassbare Schwäche bei niedrigem UZ.

    Bei Werten um die 3 mmol/l brauche ich für BZ-Anstieg nur 1 KE (5 Gummibärchen), bei kleiner 2 mmol/l (kommt leider vor) erstmal 200 ml Saftgetränk (2 KE), nach messen ev. noch eine KE dazu (macht sich per Körpergewicht wirklich nicht bemerkbar).
    Ist auch so ungefähr vergleichbar mit meinem Korrekturfaktor vom Insulin:
    1 Einheit Insulin senkt den BZ um 40 mg/dl; eine KE erhöht den Blutzucker um 50 mg/dl.

    Dieses Libre ist mir persönlich sehr suspekt - obwohl mein Arzt mich dazu überreden will, eben auch wg. Hypoproblematik.
    War in ambulanter Hyposchulung, wo eben diese Einrechnung von körperlicher Betätigung besprochen wurde, auch auf körperliche Hyposymptome zu achten, wenn die so typischen ev. verloren gegangen sind.

    Gruß Elfe
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    am 14.10.2018 22:31:20 | IP (Hash): 599703578
    Elfe schrieb:
    Wenn du mittlerweile weißt, um wieviel dein Blutzucker durch Holzhacken o.ä. gesenkt wird, dann berücksichtige dieses beim Weglassen der entsprechenden Einheiten beim Bolus - ev. kannst du die 3/4 BEs essen und statt per Insulin sozusagen abarbeiten.

    Hallo Reiner,

    Frau Elfe hat wahrscheinlich noch nie etwas von Insulinpumpen und deren Möglichkeit, die aktuelle Basalmenge damit fein abzustimmen, gehört - deshalb dieser "kluge" Rat.

    @Elfe,
    warum sollte Reiner denn seine Insulinreduzierung von irgend einer kurz oder lange davor stattfindenden Mahlzeit abhängig machen, wenn er das zeitgenau und mit der ihm bekannten Reduzierung ganz einfach mit einer Verminderung der Basaldosis an seine Pumpe erreichen kann. Schließlich kommt bei der Pumpe ja für Basis und Bolus das gleiche Insulin aus genau dem gleichen Behälter zum Einsatz.
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    am 15.10.2018 17:24:54 | IP (Hash): 65590865
    Ach Rainer °~°
    Lesen und verstehen !
    Die Basalrate auf Null setzen hat eben NICHT gereicht - absinken auf 3 mmol/l durch körperliche Arbeit, obwohl mit 14 mmol/l (wodurch wohl ?) begonnen wurde.
    Grundprinzip bei ICT bleibt gleich - ob Basal per Pen oder Basalrate per Pumpe.
    Und auch Bolusinsulin wird per Knopfdruck - zusätzlich - abgegeben.
    Abgleich zwischen Mahlzeit/Mahlzeiteninsulin und Einrechnung Senkung muss stimmen.
    Bei sehr anstrengendem Sport muss man sogar ggfs. bis in nächsten Tag beobachten - Muskelauffülleffekt.
    Hektisches Reagieren auf u.a. so einen sinkenden Libre Pfeil mit Zusatz-BEs zu handeln, ist nicht zielführend.
    Grundwissen zur Dosierung von Mahlzeiteninsulin wird in Schulung vermittelt, ausführlicher noch in Hyposchulung. Einstellung der Insulinpumpe noch zusätzlich obendrauf.
    Feinabstimmung findet zwischen 1er-Patient und behandelndem Arzt statt.

    Da kannst du als stolzer 2er und LCHF-/Butter-Verkäufer, der mit paar Einheiten Lantus auskommt, gar nicht mitreden. Persönliche Erfahrung zum Mahlzeiteninsulin hast du nicht.
    Googeln macht dich nicht zum wunschgemäßen Diabetes-Experten.
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    am 15.10.2018 19:13:15 | IP (Hash): 1815675981
    Reiner15 schrieb:
    und Hypoglykämie-Wahrnehmungsstörungen. Letzteres hat sich jetzt etwas gebessert.


    Auch wenn ich mich selbst mal sehr intensiv darum gekümmert und meine Hypowahrnehmung erheblich verbessert habe, nützt die mir gar nichts für meine alltägliche BZ-Steuerung :(

    Denn wenn ich im Stress bin, bekomme ich meine ersten Anzeichen um 3,4-3,3 nicht mit, sondern erst deutliche und meine Leistungsfähigkeit beeinterächtigende Symptome bei BZ zwischen 1,5 und 2,5 mmol/l. Bis dann mein BZ wieder bei für mich ordentlichen 3-4 mmol/l angestiegen ist, ist schon ne halbe Stunde Leistungsloch rum, und das bleibt dann auch noch ne gute halbe Stunde, auch wenn mein BZ bis dahin schon bei 8 oder 10 spielt, weil ich halt mit dem Hypoauffressen nicht nach der halben oder einen BE aufgehört hab, die dafür eigentlich ausgereicht hätte. Aber in solchen Fällen sind Fühlen und Wissen halt nicht so recht kompatibel :(

    Deswegen beobachte ich meinen BZ auch zwischen den Mahlzeiten und kann eigentlich abhängig von der Höhe des letzten Bolus und Futters und der Zeit und dem, was ich seitdem gemacht hab, sehr gut einschätzen, ob das Unterschreiten von 6mmol/l jetzt normal ist und wie beabsichtigt zwischen 4 und 5 ausläuft, oder ob das Sinken Richtung 3 bis 2 geht. Und wenn zu tief droht, macht passendes Sinkbremsessen natürlich zwischen 6 und 5mmol/l mehr Sinn, als wenn man erst auf das Hypogefühl wartet.

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    Bearbeitet von User am 15.10.2018 19:15:21. Grund: ERgänzung
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    am 16.10.2018 20:03:26 | IP (Hash): 296194964
    Hallo zusammen,
    dass die "Achterbahnfahrt" nicht optimal ist das weiß ich selbst. Wenn ich die BR 2 h vor Leistungsabgabe, nach Mahlzeit ohne Bolus, abgesenkt habe kommen die 14 mmol/l zu stande. An manchen Tagen arrbeite ich die Nahrung so schnell ab und komme innerhalb einer Stunde runter auf 3 mmol/l.
    Weil ich das weiß messe ich zwischendurch (Libre hat dann den Pfeil senkrecht nach unten) und nehme BEs zu mir meist 3 - 4. Die Wirkung der BEs ist langsamer als der Blutzuckerabfall, selbst wenn ich Cola trinke. Der BZ sinkt dann ohne weiteres zu tun noch ca. 15 - 20 min weiter ab bevor in gleicher Linie der Anstieg erfolgt. Die Wartezeit liegt dann bei 30 - 45 min (hatte auch schon öfter 1h) bevor ich weiter arbeiten kann.

    Das Ganze hat dann nichts mehr mit Arbeit zu tun, wenn man die Hälfte der Zeit damit beschäftigt ist Nahrung aufzunehmen und warten bis der BZ wieder auf 6 oder 7 mmol/l angestiegen ist. Wenn ich mit 7 mmol/l die gleiche Tätigkeit weiter ausführe ist nach 30 min schon wieder Schluss (3 mmol/l). Beim 3. Arbeitsanlauf beim Start mit 7 mmol/l dauert es meist keine 30 min eher nur 20 bis ich dann wieder Nahrung aufnehmen muss.

    Wohl gemerkt das ganze ohne Insulin nur abgearbeitet.

    Meine Tagesration BE ist mit 16 festgelegt, an solchen Tagen wie oben brauche ich etwas mehr als das doppelte (32 - 35 BE).

    Die Basalrate ist so eingestellt, dass ich wenn ich mich im Haus aufhalte und nichts tue Werte zwischen 6 und 7,5 mmol habe. Der Bolus ist aus den Werten der Basalrate berechnet und wird wie diese ständig an Hand des postbrandialen Anstiegs geprüft. 4 mmol/l sind nach der Mahlzeit bei mir vorgesehen.


    Reiner
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    am 16.10.2018 20:21:33 | IP (Hash): 355381920
    Hast du Humaninsulin in der Pumpe, dass du nach 3, 4, 5 Stunden ohne Insulinzufuhr noch Insulinwirkung hast?
    Ich bemerke (mit Humalog) nach ca. 3 Stunden "Pumpe aus" die ersten Ketoazidose-Symptome und habe dann auch erhöhte Ketonwerte.
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    am 17.10.2018 00:58:28 | IP (Hash): 65590865
    Reiner15 schrieb:
    Hallo zusammen,
    dass die "Achterbahnfahrt" nicht optimal ist das weiß ich selbst. …

    Meine Tagesration BE ist mit 16 festgelegt, an solchen Tagen wie oben brauche ich etwas mehr als das doppelte (32 - 35 BE).

    Die Basalrate ist so eingestellt, dass ich wenn ich mich im Haus aufhalte und nichts tue Werte zwischen 6 und 7,5 mmol habe. Der Bolus ist aus den Werten der Basalrate berechnet und wird wie diese ständig an Hand des postbrandialen Anstiegs geprüft. 4 mmol/l sind nach der Mahlzeit bei mir vorgesehen.


    Hallo Reiner,
    will dir mit dem Begriff 'Achterbahn' nicht zu Nahe treten, bitte entschuldige.
    Mich verwundert deine ärztliche Diabeteseinstellung:
    Tagesration BEs ~ bei mir nur Mahlzeitenbezogen ~ bis zu 6 ganz gut zu händeln ~ zwei Hauptmahlzeiten sind dann max. 12 + ev. mal was zwischendurch
    4 mmol/l nach Mahlzeit entsprechend 70 mg/dl sind zu niedrig - knapp vor Unterzucker

    hjt_Jürgen schrieb:
    Reiner15 schrieb:
    und Hypoglykämie-Wahrnehmungsstörungen. Letzteres hat sich jetzt etwas gebessert.


    Auch wenn ich mich selbst mal sehr intensiv darum gekümmert und meine Hypowahrnehmung erheblich verbessert habe, nützt die mir gar nichts für meine alltägliche BZ-Steuerung :(

    Denn wenn ich im Stress bin, bekomme ich meine ersten Anzeichen um 3,4-3,3 nicht mit, sondern erst deutliche und meine Leistungsfähigkeit beeinterächtigende Symptome bei BZ zwischen 1,5 und 2,5 mmol/l. ...


    Hallo Jürgen,
    wenn du den Hypokurs auch hattest, weißt du, daß körperliche Symptome schon vor 60 mg/dl wahrzunehmen sein können.
    Einig waren wir uns als Teilnehmer zu Sehveränderungen - bei mir u.a. Blendwirkung bei normalen Tageslicht von hellen Flächen.
    So Dinge wie Rückwärtszählen oder Rechnen als Denküberprüfung fa(i)nd ich eher albern.
    So offensichtliche UZ-Symptome wie Zittern (hatte ich nur zu Anfang) oder starkes Schwitzen (im Sommer sowieso) gehen verloren.
    Besonders, wenn man Blutzuckerwerte verhältnismäßig niedrig hält - mit 160 mg/dl (Nierenschwelle mit 180 mg/dl ist so meine persönliche Grenze).
    Per körperlicher Symptome nehmen wir jedoch mehr den Unterschied des BZ wahr, nicht absolute Werte.
    Als Hausaufgabe vom Arzt habe ich bekommen, morgens mit größer 100 mg/dl zu beginnen, da man erfahrungsgemäß den Morgen-BZ mitschleppt, stimmt. (Und natürlich nicht zu streng Korrektureinheiten zu spritzen).

    HeikeOV schrieb:
    Hast du Humaninsulin in der Pumpe, dass du nach 3, 4, 5 Stunden ohne Insulinzufuhr noch Insulinwirkung hast? ...


    Die Frage nach verwendetem Insulin ist wichtig!
    Auch bei weitaus schneller wirkendem Insulin ist zu beachten, daß wir vorausschauend handeln müssen.
    Abgleich mit Verdauungsgeschwindigkeit der Mahlzeit ist auch zu bedenken - Aufschluss von Stärke zu Zucker, mit begleitenden Inhaltsstoffen wie Ballaststoffe/Eiweiß/Fett.

    Bei körperlicher Betätigung ist Verbrauch durch Muskelaktivität durchaus zu beachten und einzurechnen - vorher Insulineinheiten senken/Zusatz-BEs ggfs.

    Das System der BZ-Einstellung reagiert relativiert träge - anders, als uns die elektronischen Messsysteme per Pfeil/Wert suggerieren.

    Gruß Elfe
    P.S.: Maßeinheit mg/dl ist mir persönlich geläufiger mit 60/100/180.
    Bei mmol/l-Anfragen schaue ich hier
    www.diabetiker-hannover.de/diab_hannover/mgdlmmol.htm#Umrechnungstabelle
    Bearbeitet von User am 17.10.2018 01:03:03. Grund: Format