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Blutzuckerabfall schon bei geringer Bewegung

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    am 21.10.2018 10:16:57 | IP (Hash): 512379430
    @Reiner
    Klar denken wir INSULINER und unsere Ärzte bei Hypos immer zuerst an zu große gespritzte oder gepumpte Dosen. Aber es gibt auch Abweichungen vom Nomalen, mit denen Nichtdiabetiker unterzuckern können. So hab ich z.B. schon mehrere Nichtdiabetiker mit einer extrem niedrigen Nierenschwelle kennen gelernt, die damit z.T. mit etwas Bewegung und ohne Essen deutlich unter 50mg/dl kommen konnten.

    Wll schreiben: Wie der Hund zu Flöhen auch noch Läuse haben kann, können wir zu unserem Diabetes auch noch weitere Glukose-Verwertungsstörungen haben. Und wenn der BZ sooo weit wie bei Dir aus dem erwartbaren Rahmen läuft, würde ich die Doks nach weiteren Ursachen nerven, die's wenigstens erklären und sich vielleicht sogar verkleinern bis beseitigen lassen. Daumendrück

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    Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
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    am 21.10.2018 11:50:35 | IP (Hash): 1136329760
    Antabaka schrieb:
    Hallo alle miteinander.

    Danke im Voraus an diejenigen, die sich die Zeit nehmen meinen Beitrag zu lesen und evtl. zu kommentieren.

    Ich bin seit ca. 4 Jahren diagnostizierter Typ 1 Diabetiker und 29 Jahre alt. Für die Insulintherapie benutze ich einen normalen Pen und zum Messen FreeStyle Libre. Meine Langzeitwerte sind mit 5,9 - 6,1 im Schnitt ok denke ich.

    Aber leider ist da ein riesen Problem, was meinen Alltag zur Hölle macht.

    Mein Blutzucker rast bei physischer Bewegung schnell runter. Auch wenn ich nur mal 15 Minuten spazieren gehe sinkt der Wert zum Beispiel von 6,0 mmol auf 4,0 ab. Und das wenn gerade kein kurzzeitiges Insulin am Wirken ist. Im Falle, dass ich spazieren gehe und ich mich in dem Zeitraum befinde, in dem das Kurzzeitinsulin wirkt (0-4 Stunden) dann ist es schon fast lebensgefährlich für mich mal kurz in den Supermarkt zu gehen, ohne vorher ca. 30 gramm KH als "Puffer" aufgenommen zu haben oder eben bei der Mahlzeit 3 BE nicht ab zu decken.
    Es ist, als ob meine Muskeln extrem viel "Sprit" schlucken, also extrem viel Glucose für wenig Bewegung verbrauchen. Das ständige Saft trinken oder Dextro essen ist auch sehr nervig.

    Zum Glück bin ich freiberuflich tätig und kann von zu Hause aus arbeiten. Deswegen habe ich meine Werte ganz gut unter Kontrolle, aber dass jeder Schritt vor die Tür sich so gefährlich anfühlt vermiest mir schon sehr oft die Laune und die Lust überhaupt noch raus zu gehen. Ich sitze wirklich viel drinnen nebenbei gesagt.

    Hat jemand von euch ein ähnliches Problem? Wie kann ich den Energieverbrauch meines Körpers bei Bewegung reduzieren? Angenommen ich gehe jeden Tag 15 Minuten joggen, würde das etwas ändern?

    Ich würde mich über Hilfe freuen!




    Hi!

    Ich tippe da auf Restleistung der Betas, und die Menge reicht bei Bewegung für niedrige Werte.

    Ich hab bis 4 Jahre nach der Diagnose auf 10 km Radfahren ne halbe Tüte Gummibärchen "verbraucht". Heutzutage ist das komplett anders....

    Und bevor Elfe wieder ein Arbeitsblatt vom Diadoc herbeizaubert:
    Humalog ist vormittags nach 2 Stunden definitiv raus, Abends wirkt der Bolus je nach "faul auf der Couch" und "Party" zwischen 3 und 5 Stunden.

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    am 21.10.2018 11:51:07 | IP (Hash): 677586290
    Elfe schrieb:

    Bei normalen Mahlzeitzusammensetzungen ist das Wirkprofil durchaus sinnvoll, Fiasp da eher nicht - da wir schnelle KHs doch allgemein sowieso, bes. isoliert, meiden sollen.
    Hinzu kommt, daß bei körperlicher Anstrengung die Senkung des BZs eingeschätzt werden muss - auch dieses ist eine Variable (Konstitution).
    Pumpe oder Pen macht da keinen Unterschied.



    Dir ist aber schon klar, dass ich mit der Pumpe eine Boluswirkung problemlos verlängern kann. Nur verkürzen geht nicht...

    Geht mit dem Pen auch, ist aber lästig...
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    am 21.10.2018 12:24:14 | IP (Hash): 677586290
    TypEinser schrieb:

    Humalog ist vormittags nach 2 Stunden definitiv raus, Abends wirkt der Bolus je nach "faul auf der Couch" und "Party" zwischen 3 und 5 Stunden.



    Und da ich Abends eher im Zustand "kurz vor Koma" bin... bei mir auch Abends ;)
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  • Elfe

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    am 22.10.2018 23:27:36 | IP (Hash): 550942137
    TypEinser schrieb:
    Ich tippe da auf Restleistung der Betas, und die Menge reicht bei Bewegung für niedrige Werte.

    Ich hab bis 4 Jahre nach der Diagnose auf 10 km Radfahren ne halbe Tüte Gummibärchen "verbraucht". Heutzutage ist das komplett anders....

    Und bevor Elfe wieder ein Arbeitsblatt vom Diadoc herbeizaubert:
    Humalog ist vormittags nach 2 Stunden definitiv raus, Abends wirkt der Bolus je nach "faul auf der Couch" und "Party" zwischen 3 und 5 Stunden.


    Soso, jedenfalls weißt du mit Heike als 1er früh diagnostiziert, daß ihr ja so allwissend seid.
    Gemessene Werte werden dann so interpretiert, daß eigentlich ganz klare biochemischen Vorgänge verleugnet oder bis zur Unmöglichkeit verbogen werden - 'Restleistung' als 1er, Wirkungskurve Insulin

    Solche 'Besserwisser' habe ich real als Schulungsteilnehmer getroffen, die sich die ganzen Grundlagen genauso vergegenwärtigen mussten, wie ich als LADA.
    Warum ? - Weil das eben nicht so stimmt und schlimm gegangen ist, trotz Jahrzehnte.

    Man kann es drehen oder wenden, wie man will, bei Hypos passen wirkendes Insulin zum Blutzucker nicht zusammen - zuviel äußerlich gegebenes Insulin, reduzieren.

    Das gegebene Insulin entspricht der ermittelten Wirkungskurve, wenn es denn im Blutkreislauf angekommen ist.
    Kann durchaus unterschiedlich sein - bei mir sofort essen nach Spritze, mit mehr Bauchfett durchaus länger warten (Austausch mit realen Schulungskollegen).

    KH-haltiges wird per Insulin berücksichtigt, einrechnen von Bewegung in Reduzierung von Insulin eben auch.
    Wenn so eingebildet der Blutzucker steigt durch kein oder wenig KH-haltiges (Heikes Paprika) stimmt anderes nicht in weiteren Parametern, die im Organismus stattfinden - nicht so unmittelbar offensichtlich sind.
    Zahlenmesswerte sind das eine, die zugrunde liegenden biochemischen Mechanismen das andere.

    Gar nicht so schwer:
    Durch Verdauung werden KHs aufgeschlossen und landen im Blut,
    gespritztes Insulin muss über Unterhautgewebe auch im Blut landen.
    Und sich treffen, irgendwie. Nicht wie gesund im Dünndarm.

    An 'Arbeitsblatt' per Arzt glaubt die doofe Elfe.
    Wissen tut die 'Elfe' noch mehr - was wirklich naturwissenschaftliche Studien betrifft (unter GLP - anders als ISO).
    Bearbeitet von User am 23.10.2018 01:24:13. Grund: Ergänzung
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    am 23.10.2018 09:31:49 | IP (Hash): 1244773395
    Elfe schrieb:
    Und sich treffen, irgendwie. Nicht wie gesund im Dünndarm..


    Und wie käme Insulin bei gesunden Menschen in den Dünndarm? - Oder absolut verrückt, diese dooofen Insulinpillendreher, die's bislang zuverlässig nur bis in den Dünndarm geschafft haben. Wieso meinen die, dass das aus dem Dünndarm dann noch ins Blut muss, wo Dr. Elfe doch längst weiß, dass der Dünndarm das gesunde Insulinziel ist?

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    Bearbeitet von User am 23.10.2018 09:54:18. Grund: Ergänzung
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    am 23.10.2018 11:55:01 | IP (Hash): 766288795
    Hallo Jürgen,

    neben der Dünndarm-Story gibt es in Elfes Wutausbruch noch ein paar andere schöne Stellen zum lachen. Mir gefällt besonders die Behauptung, dass "das gegebene Insulin der ermittelten Wirkungskurve entspricht, wenn es denn im Blutkreislauf angekommen ist." Dumm nur, dass dann alle Insuline von Lantus bis Fiasp die gleiche Wirkkurve wie Humalog hätten. Der Unterschied zwischen den einzelnen Insulinen besteht ja gerade darin, dass sie unterschiedlich schnell aus der Spritzstelle freigegeben und in den Blutkreislauf abgegeben werden. :lol:

    @TypEinser,
    das Dokument, das Elfe das rausgesucht hat, ist schon seriös. Lediglich Elfes Interpretation lässt stark zu wünschen übrig. Über der Wirkkurve auf der Seite 6 ist nämlich ausdrücklich vermerkt:
    "As with all insulin preparations, the time course of insulin lispro action may vary in different individuals or at different times in the same individual ... The typical activity profile following subcutaneous injection is illustrated below."*)
    Neben dem 'may vary in ...' sollte sich Elfe sich auch mal den Beginn der Wirkkurve mit 'following subcutaneous injection' ansehen.


    *) Quelle: https://www.ema.europa.eu/documents/product-information/humalog-epar-product-information_en.pdf Seite6, was man sich durch ersetzen von _en durch _de übrigens auch auf Deutsch ansehen kann.
    Bearbeitet von User am 23.10.2018 11:59:13. Grund: .
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    am 23.10.2018 12:26:46 | IP (Hash): 1136329760
    Liebe Elfe,

    Restleistung der verbliebenen oder regenerierten Betas bei Typ 1 gibt es zu Hauf. Auch auf Jahre!
    Dafür spricht beim Fragesteller der duchgängig gute HbA1c und die Hyponeigung bei körperlicher Aktivität. Ob das in Deinen Mikrokosmos passt ist mir echt egal...

    Wie erklärst Du mir denn meinen Anstieg um 40 mg/dl nach 2 Tassen starkem Kaffee?
    Mein Doc sagt: Hormone, Adrenalin oder die Alphazellen meinen was morsen zu müssen...
    Was auch egal ist, Kaffee morgens braucht für mich einen Bolus. Glaub es oder nicht.


    @Rainer
    Ich kann mir vorstellen warum der Diadoc Arbeitsblätter ausgiebt... Ein Gespräch dürfte zu Anstrengend sein.

    @Elfe
    Bist Du jetzt Lada oder Pankreas-operiert?
    Und: m
    Mein Basal passt perfekt. Irgendwelche Einbildungen bestimmen meinen BZ nicht, dafür Kohlenhydrate und Hormone. So wird der BZ für uns berechenbar... mit variablen.

    Da kommst Du auch noch hin.

    PS. Im Kino gibt's bei mir Haribo Frösche. 200-g-Tüte. BZ-Spitze mit Insulin-Splitting räumlich und SEA bei 160. Mehrmals mit Libre überprüft... Läuft!

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  • Elfe

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    am 23.10.2018 20:14:57 | IP (Hash): 550942137
    Lieber TypEinser,

    bzgl. Kaffee (ohne Kohlenhydrate) hat dein Doc recht:
    "Koffein stimuliert die Ausschüttung der Stresshormone Cortisol und Adrenalin."
    https://www.brandeins.de/corporate-publishing/kaffee-in-zahlen/kaffee-in-zahlen-2015/wie-wirkt-kaffee-im-koerper
    Und wie wir Diabetiker wissen, sind Cortisol und Adrenalin Gegenspieler zum Insulin.
    Dann reagierst du besonders sensibel auf Kaffee.
    Kann durchaus unterschiedlich sein - für mich nur Muntermacher, ohne Effekt auf Blutzucker.

    LADA war nur meine Anfangsdiagnose.
    Statt Pankreas-Operation hat mein Organismus es selbst geschafft, die Bauchspeicheldrüse außer Funktion gesamt zu setzen.
    Laut MRT-Bilder liegt eine ungünstige Lage der Ausgänge für den Verdauungssaft der Bauchspeicheldrüse vor.
    Per Rückstau hat sich das Organ sozusagen selbst verdaut.
    Mein Internist = Diadoc hat mir prophezeit, im Laufe des Niedergangs werde ich mehr Insulin und mehr Verdauungsenzyme benötigen (besonders zur Fettverdauung - per Kapsel auf Fettmenge dosiert, weniger fein zu dosieren als bei Insulin). Genau so ist das nun auch gekommen.

    Wenn du den Genuss von deinen Haribos BZ-mäßig so gut hinbekommst, ist doch super :-)

    Egal sind mir meine Mitmenschen keineswegs.
    Sonst wäre ich nicht in diesem Forum engagiert.
    Habe durchaus viele Kenntnisse in eigener 2er Familie - und wie man damit umgeht: Locker oder heulend 'ich darf nix mehr essen'.
    Berufliche Kenntnisse bzgl. Analytik/Datenauswertung zusätzlich.

    Nutzt es oder lasst es.
    Bearbeitet von User am 23.10.2018 20:27:22. Grund: Format
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    am 23.10.2018 20:41:39 | IP (Hash): 480868577
    @hjt-Jürgen

    Ich war wegen des o. g. Problems oder des etwas seltsamen Verhalten meines Körpers, welches seit 10 Jahren immer stärker wird, bereits 2 x im Krankenhaus/Diabetesklinik und zu 2 stationären Rehas zur Neueinstellung, einmal mit Verlängerung. Das Krankenhaus entlässt heute nach Regelzeit (10 Tage Neueinstellung bei Insulinwechsel), wenn das Ergebnis nicht zufriedenstellend ist muss man sich am Tag nach der Entlassung neu einweisen lassen. Dann kann man länger als die Regelzeit im Krankenhaus bleiben. Der DiaDoc kann aus seiner Sicht ambulant nichts mehr dazu beitragen, ausser mich im Extremfall mit dem Notarztwagen abholen zu lassen. Da wird man aber nicht in eine Diabetesklinik eingeliefert und wenn der Allgemeinzustand wieder hergestellt ist, zeitnah entlassen.

    Die LVA hat schon vor Jahren weitere Rehas abgelehnt. Ich stelle jedes Jahr einen neuen Antrag.

    Was den Insulinwechsel angeht - für AkkuChek Insight gibt es bisher nur vorgefüllte Ampullen mit NovoRapid.

    Reiner