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Schulbesuch
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Ute Matusch
Rang: Gastam 16.10.2008 13:52:47
Ich schreibe hier als Lehrerin eines an Diabetes erkrankten 11jährigen Kindes. Ich versuche in der Schule auf jegliche Erfordernisse (Messen der Werte, essen und trinken im Unterricht usw.) einzugehen. Dennoch kann der Schüler nur sehr wenig am Unterricht teilnehmen, z.B. besuchte er die Schule nur an 8 Tagen zwischen Sommer- und Herbstferien. Die Mutter ist sehr überfürsorglich und entschuldigt das Kind immer.
Meine Frage: Fehlen alle Diabetes-Kinder so häufig im Unterricht und wie gehen die jeweiligen Lehrer damit um? -
Nora
Rang: Gastam 16.10.2008 13:58:36
Hallo,
ich kann natürlich nicht für alle sprechen, aber ich habe seit ich 14 bin Diabetes und habe in den Schuljahren bis zum Abi nicht wirklich oft gefehlt... also sicher nicht öfter als andere.... das scheint mir auch nicht ganz normal zu sein. Wenn der Diabetes gut eingestellt ist, kann es meiner Meinung nach höchstens einmal im Monat zu Komplikationen führen, die ein Zuhause-Bleiben begründen.... haben Sie denn schonmal mit den Eltern gesprochen, was genau der Grund für das Fehlen des Kindes ist? Und wie lange geht das schon so? Vielleicht, gerade wenn das Kind noch nicht lange Diabetes hat, ist das auch nur eine Phase.... schlecht eingestellt, dazu kommen vielleicht noch psychische Gründe... die sollten dann aber in der Regel schnell vorbeigehen. Ich würde an Ihrer Stelle mal die Eltern direkt ansprechen.
Nora -
Fasse
Rang: Gastam 16.10.2008 14:10:30
Hallo,
meine 11 jährige Tochter hat seit 7 Jahren Diabetes. Außer zu den Diabetiker-Schulungswochen(1 mal pro Jahr) hat meine Tochter (inzwischen 6. Klasse am Gymnasium) ungefähr 4 Tage wegen ihres Diabetes gefehlt.
Aber wie schon in Antwort zuvor: Es ist bei jedem Kind unterschiedlich. Zu beginn der Krankheit sind die Werte bekanntlich am meisten durcheinander.
Bei unseren Arztbesuchen müssen wir jedesmal angeben, wie oft meine Tochter wegen ihrer Diabetes in der Schule gefehlt hat. Wenn Sie also am zweifeln sind, ist auch der Arzt informiert über die häufigen Fehlzeiten.
von Fasse -
Sabine Härter
Rang: Gastam 16.10.2008 16:20:17
Halloli,
ich bin jetzt 40, aber seit dem 3ten Lebensjahr Diabetikerin.
Während meiner Schulzeit bin ich nur
einmal wegen einer heftigen Unterzuckerung bis zur Bewusstlosigkeit ausgefallen. Den Rest habe ich mit Messen in den Pausen und entsprechenden Reaktionen ohne Eltern sehr gut hinbekommen. Der größte Teil der Blutzuckerschwankungen ist innerhalb einer Zeit von weniger als einem Schulvormittag auszugleichen.
Am bestem - wie schon gesagt - mal mit den Eltern reden. Ggf. anbieten, dass die Eltern ihnen detailliert sagen sollen, was
sie bei welchen Blutzuckerwerten tuen sollen.
Ich denke aus meiner Erfahrung ist Diabetes kein Grund lange und häufig vom Unterricht fernzubleiben. Falls das weiterhin der Fall ist, sollten sie auf Attesten bestehen, so dass das Kind mal unter ärztlicher Beobachtung kommt.
Gruss ... Sabine von Sabine Härter -
Ute Matusch
Rang: Gastam 16.10.2008 20:03:00
Danke für die vielen Reaktionen. Mit den Eltern des Kindes bin ich natürlich in ständigem Kontakt. Seit 3 Jahren gelingt es den Ärzten (angeblich) nicht, die Werte richtig einzustellen. Ich glaube, jetzt muss ich mal versuchen, mit den Eltern UND dem behandelnden Arzt zu sprechen. Ihre Reaktionen haben mich dazu auch ermitigt. Danke! -
Tigerente
Rang: Gastam 18.10.2008 14:17:23
Guten Tag,
ich finde es klasse, dass Sie sich über mit den Diabetes so informieren um der Schülerin und den Eltern wohl auch, zu helfen. Solche Lehrer braucht das Land. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg dabei.
Viele Grüße
Tigerente -
thomas2002
Rang: Gastam 22.10.2008 00:28:00
möglicherweise "erleichtert" es einige eltern, wenn jemand da ist, der im notfall die ersten schritte unternehmen kann, also auch erkennung von unterzuckerung, aussagefähigkeit der messwerte, und ggf bz-messungen.
empfehlungen von guten ärzten könnten imho ein rechtliches problem sein. von thomas2002 -
Christine
Rang: Gastam 29.10.2008 13:27:35
Mein Sohn (7) ist seit Februar Diabetiker und ist im August zur schule gekommen. Bis jetzt hat er noch nicht einmal wegen seiner Diabetis im Unterricht gefehlt. Allerdings muss ich dazu sagen, das er bei weitem noch nicht richtig eingestellt ist, und er in der schule öfter unterzuckert.
Ihm steht allerdings eine Schulassiszenz zur Seite, die ihn in den Pausen regelmäßig kontrolliert und auch darauf achtet, das er auch regelmäßig seine Pausenbrote ist.
Da sie ja, wie sie sagen, dem Kind zur Seite stehen wollen, dürfte das doch eigentlich keine Probleme machen. von Christine -
katja Paradowski
Rang: Gastam 15.01.2009 22:58:32
Hallo, bin alleinerziehende von einer 6-jährigen Tochter mit Typ 1 seit 2 Jahren. Der Diabetes ist seit dem stark am schwanken, immer noch, trotz regelmäßigen Diabetesambulanzbesuch, erst recht bei Erkältungen etc. Bin Krankenschwester vom Beruf, es gibt Diabetespersonen, deren BZ schwierig bis kaum richtig einzustellen sind. Meine Tochter ist wegen Grippe zwei Wochen seit Einschulung ausgefallen, aber die Lehrerin wurde informiert. Die leider garnicht so motiviert ist wie sie, sie kann meine Tochter noch nicht mal ans testen erinnern, es sei nich möglich, ich laufe 4 mal am Tag zur Schule, trotz Schichtdienst, Eine Lehrerin mit Ihrer Einstellung und Tatendrang braucht das Land, wäre unser Traum. Sagen sie den Eltern des Kindes, daß es Eltern gibt, die dieses Glück nicht haben, sie liegen richtig Ihrem Eltern-Arztgespräch. liebe Grüße
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MeRa76
Rang: Gastam 20.05.2009 02:54:06
Liebe Christine,
bei meiner Tochter ist die Diagnose noch ganz frisch, und mir fällt es momentan sehr schwer, meine Tochter morgens zur Schule gehen zu lassen, wo sie mit ihrer Krankheit allein fertig werden muss. Daher würde ich gerne wissen, was genau die Rolle der Schulassistenz ist und wie und wo man sich um so etwas kümmern und auf den Weg bringen kann.
Über ein paar weitere Infos würde ich mich sehr freuen. von MeRa76