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Gestörte Glukosetoleranz

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    Mitglied seit: 09.03.2019
    am 09.03.2019 13:39:20 | IP (Hash): 1343920886
    Hallo liebe Forumsteilnehmer,

    habe eine Frage zur gestörten Glukosetoleranz infolge Kortisontherapie.

    Bin Rheumapatientin und muss wegen eines Schubes schon seit einigen Monaten relativ viel Kortison täglich einnehmen (Prednison/Prednisolon), zur Zeit noch knapp 27 mg pro Tag.

    Seit Januar sind gestörte Blutzuckerwerte ans Licht gekommen. Und zwar habe ich morgens bis mittags etwa eine Stunde nach dem Essen (Frühstück/Mittagessen) Blutzuckerspitzen bis 202, obwohl ich die gleiche Menge wie immer esse. 2-3 Stunden nach dem Essen sind die BZ-Werte auf fast Nüchternwerte um die 100, abgefallen.

    Während dieser Zeit, besonders bis ca. 11.00/12.00 Uhr, fühle ich mich total geschwächt, zitterig, kaltschweißig, z. T. schwindelig und habe eine enorme Muskelschwäche - Symptome wie bei Unterzucker. In so einer Situation etwas kohlehydratreiches Essen oder z. B. Apfelsaft trinken hilft nicht.

    Das Kortison wird gegen 2.30/3.00 Uhr freigesetzt (Nachtkortison - Lodotra), außerdem nehme ich noch welches um 7.00 Uhr. Das erklärt die morgendlichen Blutzuckerstörungen. Nachmittags und abends sind die Symptome wie Zitterigkeit usw. weg, nur wenn ich zuwenig esse. Der Blutzucker ist dann auch "ordnungsgemäß" niedrig. Essen hilft dann sofort.

    Es wurde mir so erklärt, dass der Blutzucker im Blut verbleibt und nicht in die Gewebe gelangt, wo er eigentlich hingehört. Machen könne man dagegen nichts. Es gäbe keine zugelassenen Medikamente dafür. Auch Metformin sei dafür nicht zugelassen und würde dabei außerdem nicht helfen. Ich hatte im Internet gelesen, dass es dabei hilft und den Arzt angesprochen.

    Das Kortison muss ich noch eine zeitlang nehmen und würde mir sehr wünschen, dass diese zusätzliche Schwächung am Vormittag wegfiele.

    Weiß irgendjemand einen Rat oder einen guten Diabetologen?

    Danke und Gruß

    Kirschen
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    am 09.03.2019 13:52:50 | IP (Hash): 422697666
    An Deiner Stelle würde ich das Frühstück auf zwei Portionen aufteilen und mit ein bis anderthalb oder zwei Stunden Abstand essen. Damit würdest Du die große Spitze und die große Schwankung vermeiden, die Dir wahrscheinlich die beschriebenen Beschwerden macht. Daumendrück :)

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    Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;)
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    am 09.03.2019 14:32:21 | IP (Hash): 1288118421
    Hallo Kirschen,

    du kannst es auch mal mit einem Frühstück mit wenigen KH probieren.

    Beim Frühstück bietet sich besonders ein Frühstücksei an, auch Käse als Unterlage, z.B. Schnittkäse mit Butter und Wurst drauf passt sehr gut. Weitere Ideen kannst du dir aus Low Carb Foren raus suchen. Aber am Anfang steht ja erst mal das Ausprobieren, ob es bei dir überhaupt hilft. Nur wenn es das tut, musst du im zweiten Schritt etwas finden, was du auch jeden Morgen gerne isst.

    Viel Erfolg, Rainer
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    am 09.03.2019 14:58:09 | IP (Hash): 1343920886
    Danke schon mal für die interessanten Antworten!

    Aufzuteilen leuchtet mir ein, da dann evtl. der BZ-Spiegel im Blut nicht so absinkt?

    Welcher Mechanismus ist denn der mit dem Käse und Butter/Wurst? Eine Bekannte, die selber Diabetes hat, hat mir in punkt "Fett" Ähnliches geraten - es würde den BZ-Spiegel im Blut länger halten. Ist das auch aus Eurer Sicht so?

    Seitdem ich um 7.00 Uhr wegen Herzrhythmusstörungen einen Betablocker nehme (Bisoprolol 2,5 mg), hat sich nach meinem Gefühl übrigens diese BZ-Problematik verschärft. Wisst ihr dazu irgendetwas (Interaktion Betablocker - BZ)?

    Danke nochmal

    Lupilinchen
    Bearbeitet von User am 09.03.2019 15:06:42. Grund: Schreibfehler
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    am 09.03.2019 16:24:25 | IP (Hash): 1288118421
    Kirschen schrieb:
    Welcher Mechanismus ist denn der mit dem Käse und Butter/Wurst? Eine Bekannte, die selber Diabetes hat, hat mir in punkt "Fett" Ähnliches geraten - es würde den BZ-Spiegel im Blut länger halten. Ist das auch aus Eurer Sicht so?

    Der BZ wird durch KH stark angetrieben, durch Fett und Eiweiß wesentlich weniger. Bei einem Frühstück mit wenig KH und stattdessen mehr Fett und Eiweiß wird dein BZ nur wenig ansteigen.

    Wenn so ein Frühstück mit wenig KH gegen deine Probleme hilft, dann kannst du übrigens austesten, wie viel KH du wieder zu dem Fett und Eiweiß dazu nehmen kannst. Das könnten eine ganze Menge sein, weil Fett und Eiweiß die Verdauung bremst, dadurch geht die Glukose aus den KH langsamer und über einen längeren Zeitraum ins Blut und der BZ steigt weniger stark an. Damit kannst du einfach ein bisschen rumprobieren.
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
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    am 09.03.2019 18:10:25 | IP (Hash): 1343920886
    Ah ja, Danke, Danke! Ermutigt mich, doch die Hoffnung nicht aufzugeben, über die Ernährung weiterzukommen.

    Wie ist denn Eure Meinung in Bezug auf Medikamente, ließe sich darüber auch irgendwas machen?

    Also meine Frage ist, gibt es irgendwas, mit dem man die Aufnahme des Zuckers aus dem Blut ins Gewebe verbessern kann? Das scheint mir ja mein Hauptproblem zu sein. Die genannten Ernährungstechniken dienen ja so wie ich es verstanden habe, dazu, dass der BZ nicht so stark ansteigt. Aber kann man auch den umgekehrten Effekt verbessern, dass der BZ schneller ins Zielgewebe kommt?

    Danke u. Gruß

    Lupilinchen
    Bearbeitet von User am 09.03.2019 18:13:06. Grund: Inhaltliche Ergänzung
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    am 09.03.2019 19:03:19 | IP (Hash): 422697666
    Immer mehr Diabatologen sehen die Ursache für die zuviele Glukose im Blut nicht in der unzulänglichen Aufnahme durch die Zielzellen, sondern in der gestört zuvielen Ausgabe in den Kreislauf, vor der sich die Zielzellen schützen, wie in diesem Artikel https://www.aerzteblatt.de/archiv/201673/Gegen-Diabetes-und-Adipositas-Dein-Freund-der-Ketonkoerper
    Zitat:
    "Worauf es den Befürwortern einer derart kohlenhydratreduzierten Diät ankommt, ist, die erhöhte Insulinproduktion zu reduzieren. Hallberg findet hierfür starke Worte, sie nennt den Typ-2-Diabetes eine „Kohlenhydratvergiftung“ und die Insulinresistenz eine „Kohlenhydratintoleranz“. Sobald man die Kohlenhydrate als Trigger der Insulinproduktion erkennt, erklären sich metabolische Folgen ganz neu. „Im Grunde sehen wir inzwischen die Insulinresistenz der Organe nicht mehr als Ursache der hohen Insulinspiegel beim Typ-2-Diabetes, sondern umgekehrt als deren Folge“, erklärt Dr. Kerstin Kempf die Abkehr vom traditionellen Deutungsansatz. „Letztlich schützen sich die Körperzellen vor zu viel Zucker, der ihnen durch immer höhere Insulinspiegel aufgezwungen wird“, so die Leiterin des Studienzentrums am Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrum Düsseldorf."


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    Mitglied seit: 09.03.2019
    am 09.03.2019 21:08:14 | IP (Hash): 1343920886
    Gilt das auch für die Nebenwirkungen der Kortisontherapie oder nur für den Typ-2-Diabetes?
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    am 09.03.2019 21:34:35 | IP (Hash): 422697666
    passt bei allem, was Dir als Glukoseintoleranz und Insulinresistenz erklärt wird :)

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    am 09.03.2019 21:41:31 | IP (Hash): 1343920886
    Der übersteigerte BZ-Anstieg bei mir nach dem Essen und die "Unterzuckerungssymptome" hängen bei mir ja nicht mit der Bauchspeicheldrüse zusammen, da ich keinen Diabetes und einen normalen HBA1C-Wert habe, sondern sind nur vormittags nach der Kortisoneinnahme. Nachmittags ist wieder alles ok. Kein übertriebener BZ-Anstieg nach dem Essen, keine Unterzuckerungssymptome.

    Mein Nüchtern-BZ ist morgens, ohne dass ich etwas gegessen habe, 110. Vor der erhöhten Kortisoneinnahme lag er bei 80 oder 90.

    Es müsste dann meiner Überlegung nach auch helfen, vormittags einfach kaum etwas zu essen, um den BZ nicht noch weiter hochzutreiben. Das Gegenteil ist aber der Fall: Esse ich wenig, habe ich noch mehr Unterzuckerungssymptome.

    Warum sollten sich Körperzellen vor zuviel Zucker schützen wollen, wenn gleichzeitig massive Unterzuckerungssymptome vorliegen (Zittern, Kaltschweißigkeit, Muskelschwäche...)?

    Deswegen muss meiner Meinung nach logisch ein anderer Grund für den BZ-Anstieg und die Unterzuckerungssymptome vorliegen als dass die Körperzellen sich "vor dem erhöhten BZ" schützen. Warum sollten sie das nur Vormittags tun?

    Ich schreibe das hier so genau, weil ich aus dieser Unterzuckerungssymptomatik am Vormittag herauskommen möchte.

    Bearbeitet von User am 09.03.2019 23:02:00. Grund: Inhaltliche Präzisierung