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Gestörte Glukosetoleranz

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    am 09.03.2019 13:39:20 | IP (Hash): 1343920886
    Hallo liebe Forumsteilnehmer,

    habe eine Frage zur gestörten Glukosetoleranz infolge Kortisontherapie.

    Bin Rheumapatientin und muss wegen eines Schubes schon seit einigen Monaten relativ viel Kortison täglich einnehmen (Prednison/Prednisolon), zur Zeit noch knapp 27 mg pro Tag.

    Seit Januar sind gestörte Blutzuckerwerte ans Licht gekommen. Und zwar habe ich morgens bis mittags etwa eine Stunde nach dem Essen (Frühstück/Mittagessen) Blutzuckerspitzen bis 202, obwohl ich die gleiche Menge wie immer esse. 2-3 Stunden nach dem Essen sind die BZ-Werte auf fast Nüchternwerte um die 100, abgefallen.

    Während dieser Zeit, besonders bis ca. 11.00/12.00 Uhr, fühle ich mich total geschwächt, zitterig, kaltschweißig, z. T. schwindelig und habe eine enorme Muskelschwäche - Symptome wie bei Unterzucker. In so einer Situation etwas kohlehydratreiches Essen oder z. B. Apfelsaft trinken hilft nicht.

    Das Kortison wird gegen 2.30/3.00 Uhr freigesetzt (Nachtkortison - Lodotra), außerdem nehme ich noch welches um 7.00 Uhr. Das erklärt die morgendlichen Blutzuckerstörungen. Nachmittags und abends sind die Symptome wie Zitterigkeit usw. weg, nur wenn ich zuwenig esse. Der Blutzucker ist dann auch "ordnungsgemäß" niedrig. Essen hilft dann sofort.

    Es wurde mir so erklärt, dass der Blutzucker im Blut verbleibt und nicht in die Gewebe gelangt, wo er eigentlich hingehört. Machen könne man dagegen nichts. Es gäbe keine zugelassenen Medikamente dafür. Auch Metformin sei dafür nicht zugelassen und würde dabei außerdem nicht helfen. Ich hatte im Internet gelesen, dass es dabei hilft und den Arzt angesprochen.

    Das Kortison muss ich noch eine zeitlang nehmen und würde mir sehr wünschen, dass diese zusätzliche Schwächung am Vormittag wegfiele.

    Weiß irgendjemand einen Rat oder einen guten Diabetologen?

    Danke und Gruß

    Kirschen
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    am 09.03.2019 13:52:50 | IP (Hash): 422697666
    An Deiner Stelle würde ich das Frühstück auf zwei Portionen aufteilen und mit ein bis anderthalb oder zwei Stunden Abstand essen. Damit würdest Du die große Spitze und die große Schwankung vermeiden, die Dir wahrscheinlich die beschriebenen Beschwerden macht. Daumendrück :)

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    Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;)
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    am 09.03.2019 14:32:21 | IP (Hash): 1288118421
    Hallo Kirschen,

    du kannst es auch mal mit einem Frühstück mit wenigen KH probieren.

    Beim Frühstück bietet sich besonders ein Frühstücksei an, auch Käse als Unterlage, z.B. Schnittkäse mit Butter und Wurst drauf passt sehr gut. Weitere Ideen kannst du dir aus Low Carb Foren raus suchen. Aber am Anfang steht ja erst mal das Ausprobieren, ob es bei dir überhaupt hilft. Nur wenn es das tut, musst du im zweiten Schritt etwas finden, was du auch jeden Morgen gerne isst.

    Viel Erfolg, Rainer
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    am 09.03.2019 14:58:09 | IP (Hash): 1343920886
    Danke schon mal für die interessanten Antworten!

    Aufzuteilen leuchtet mir ein, da dann evtl. der BZ-Spiegel im Blut nicht so absinkt?

    Welcher Mechanismus ist denn der mit dem Käse und Butter/Wurst? Eine Bekannte, die selber Diabetes hat, hat mir in punkt "Fett" Ähnliches geraten - es würde den BZ-Spiegel im Blut länger halten. Ist das auch aus Eurer Sicht so?

    Seitdem ich um 7.00 Uhr wegen Herzrhythmusstörungen einen Betablocker nehme (Bisoprolol 2,5 mg), hat sich nach meinem Gefühl übrigens diese BZ-Problematik verschärft. Wisst ihr dazu irgendetwas (Interaktion Betablocker - BZ)?

    Danke nochmal

    Lupilinchen
    Bearbeitet von User am 09.03.2019 15:06:42. Grund: Schreibfehler
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    am 09.03.2019 16:24:25 | IP (Hash): 1288118421
    Kirschen schrieb:
    Welcher Mechanismus ist denn der mit dem Käse und Butter/Wurst? Eine Bekannte, die selber Diabetes hat, hat mir in punkt "Fett" Ähnliches geraten - es würde den BZ-Spiegel im Blut länger halten. Ist das auch aus Eurer Sicht so?

    Der BZ wird durch KH stark angetrieben, durch Fett und Eiweiß wesentlich weniger. Bei einem Frühstück mit wenig KH und stattdessen mehr Fett und Eiweiß wird dein BZ nur wenig ansteigen.

    Wenn so ein Frühstück mit wenig KH gegen deine Probleme hilft, dann kannst du übrigens austesten, wie viel KH du wieder zu dem Fett und Eiweiß dazu nehmen kannst. Das könnten eine ganze Menge sein, weil Fett und Eiweiß die Verdauung bremst, dadurch geht die Glukose aus den KH langsamer und über einen längeren Zeitraum ins Blut und der BZ steigt weniger stark an. Damit kannst du einfach ein bisschen rumprobieren.
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    am 09.03.2019 18:10:25 | IP (Hash): 1343920886
    Ah ja, Danke, Danke! Ermutigt mich, doch die Hoffnung nicht aufzugeben, über die Ernährung weiterzukommen.

    Wie ist denn Eure Meinung in Bezug auf Medikamente, ließe sich darüber auch irgendwas machen?

    Also meine Frage ist, gibt es irgendwas, mit dem man die Aufnahme des Zuckers aus dem Blut ins Gewebe verbessern kann? Das scheint mir ja mein Hauptproblem zu sein. Die genannten Ernährungstechniken dienen ja so wie ich es verstanden habe, dazu, dass der BZ nicht so stark ansteigt. Aber kann man auch den umgekehrten Effekt verbessern, dass der BZ schneller ins Zielgewebe kommt?

    Danke u. Gruß

    Lupilinchen
    Bearbeitet von User am 09.03.2019 18:13:06. Grund: Inhaltliche Ergänzung
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    am 09.03.2019 19:03:19 | IP (Hash): 422697666
    Immer mehr Diabatologen sehen die Ursache für die zuviele Glukose im Blut nicht in der unzulänglichen Aufnahme durch die Zielzellen, sondern in der gestört zuvielen Ausgabe in den Kreislauf, vor der sich die Zielzellen schützen, wie in diesem Artikel https://www.aerzteblatt.de/archiv/201673/Gegen-Diabetes-und-Adipositas-Dein-Freund-der-Ketonkoerper
    Zitat:
    "Worauf es den Befürwortern einer derart kohlenhydratreduzierten Diät ankommt, ist, die erhöhte Insulinproduktion zu reduzieren. Hallberg findet hierfür starke Worte, sie nennt den Typ-2-Diabetes eine „Kohlenhydratvergiftung“ und die Insulinresistenz eine „Kohlenhydratintoleranz“. Sobald man die Kohlenhydrate als Trigger der Insulinproduktion erkennt, erklären sich metabolische Folgen ganz neu. „Im Grunde sehen wir inzwischen die Insulinresistenz der Organe nicht mehr als Ursache der hohen Insulinspiegel beim Typ-2-Diabetes, sondern umgekehrt als deren Folge“, erklärt Dr. Kerstin Kempf die Abkehr vom traditionellen Deutungsansatz. „Letztlich schützen sich die Körperzellen vor zu viel Zucker, der ihnen durch immer höhere Insulinspiegel aufgezwungen wird“, so die Leiterin des Studienzentrums am Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrum Düsseldorf."


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    am 09.03.2019 21:08:14 | IP (Hash): 1343920886
    Gilt das auch für die Nebenwirkungen der Kortisontherapie oder nur für den Typ-2-Diabetes?
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    am 09.03.2019 21:34:35 | IP (Hash): 422697666
    passt bei allem, was Dir als Glukoseintoleranz und Insulinresistenz erklärt wird :)

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    am 09.03.2019 21:41:31 | IP (Hash): 1343920886
    Der übersteigerte BZ-Anstieg bei mir nach dem Essen und die "Unterzuckerungssymptome" hängen bei mir ja nicht mit der Bauchspeicheldrüse zusammen, da ich keinen Diabetes und einen normalen HBA1C-Wert habe, sondern sind nur vormittags nach der Kortisoneinnahme. Nachmittags ist wieder alles ok. Kein übertriebener BZ-Anstieg nach dem Essen, keine Unterzuckerungssymptome.

    Mein Nüchtern-BZ ist morgens, ohne dass ich etwas gegessen habe, 110. Vor der erhöhten Kortisoneinnahme lag er bei 80 oder 90.

    Es müsste dann meiner Überlegung nach auch helfen, vormittags einfach kaum etwas zu essen, um den BZ nicht noch weiter hochzutreiben. Das Gegenteil ist aber der Fall: Esse ich wenig, habe ich noch mehr Unterzuckerungssymptome.

    Warum sollten sich Körperzellen vor zuviel Zucker schützen wollen, wenn gleichzeitig massive Unterzuckerungssymptome vorliegen (Zittern, Kaltschweißigkeit, Muskelschwäche...)?

    Deswegen muss meiner Meinung nach logisch ein anderer Grund für den BZ-Anstieg und die Unterzuckerungssymptome vorliegen als dass die Körperzellen sich "vor dem erhöhten BZ" schützen. Warum sollten sie das nur Vormittags tun?

    Ich schreibe das hier so genau, weil ich aus dieser Unterzuckerungssymptomatik am Vormittag herauskommen möchte.

    Bearbeitet von User am 09.03.2019 23:02:00. Grund: Inhaltliche Präzisierung
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    am 09.03.2019 22:08:28 | IP (Hash): 422697666
    Auf seinem Weg durch den Körper liefert das Blut bei jeder Zelle ab, was sie braucht, u.a. auch Glukose. Und wenn das Blut dann auf dem Rückweg durch die Leber kommt, lädt die von allem wieder bis auf den Sollstand auf, also auch Glukose und Insulin.
    Wenn dieser Prozess gestört wird, z.B. durch mehr Cortison, wird mehr Glukose und mehr Insulin in den Umlauf gegeben, als im Umlauf zuvor von den Zellen abgenommen wurde und nun für das Nachladen bis auf den Sollwert gebraucht wird.

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    am 10.03.2019 08:37:36 | IP (Hash): 700457063
    Kirschen schrieb:
    Also meine Frage ist, gibt es irgendwas, mit dem man die Aufnahme des Zuckers aus dem Blut ins Gewebe verbessern kann? Das scheint mir ja mein Hauptproblem zu sein. Die genannten Ernährungstechniken dienen ja so wie ich es verstanden habe, dazu, dass der BZ nicht so stark ansteigt. Aber kann man auch den umgekehrten Effekt verbessern, dass der BZ schneller ins Zielgewebe kommt?

    Hallo Lupinchen,

    die Insulinresistenz ist nur ein Teil der Erklärung. Damit kannst du erklären, dass der BZ zu hoch ansteigt. zu hohen BZ erklären. Und nein, gegen Insulinresistenz gibt es keine Medikamente. Die lässt sich nur durch geeignete Ernährung und regelmäßige Bewegung ein wenig abbauen. Da bei dir vermutlich das Kortison die Ursache ist, sind deine Möglichkeiten sehr begrenzt, die Insulinresistenz zurück zu drehen.

    Mit zu hohem BZ kannst du aber noch nicht die unangenehmen Unterzuckerungsgefühle erklären, die dich 2...3 Stunden nach jedem Frühstück plagen. Dafür braucht es niedrigen BZ und der tritt bei dir offensichtlich 2...3 Stunden nach manchen Mahlzeiten auf. Ursache dafür ist vermutlich eine verspätete und dann überschießende Insulinantwort auf den hohen BZ. Du kannst dir unter dem Begriff "alimentäre Hypoglykämie" (oder alt und überholt: "reaktive Hypoglykämie") Informationen dazu raussuchen.

    Wenn das bei dir die Ursache ist, dann wäre die geeignete Gegenmaßnahme, den BZ nicht erst hoch ansteigen zu lassen und dafür hast du oben mehrere Vorschläge erhalten, die du ausprobieren kannst. Wenn bei dir etwas davon hilft, dann hast du dein Problem gelöst, ganz egal ob meine Vermutung richtig ist oder nicht. Falls nicht, dann musst du weiter nach einer Lösung suchen und kannst darauf hoffen, dass es aufhört, wenn du kein Kortison mehr nehmen musst.

    Alles Gute, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 10.03.2019 08:38:14. Grund: .
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    am 10.03.2019 12:23:11 | IP (Hash): 1343920886
    Hallo Rainer,

    ganz lieben Dank für Deinen Beitrag.

    Es ist bei mir definitiv so, dass die Unterzuckerungssymptome vormittags DIREKT nach den Mahlzeiten auftreten, nicht erst nach 2-3 Stunden. Heute z. B. habe ich um 10.15 Uhr gefrühstückt und danach begann eine extreme Zitterigkeit, Kaltschweißigkeit und Muskelschwäche. Also es ist gefühlt so, dass die extreme Zitterigkeit und Kaltschweißigkeit erst NACH der Nahrungsaufnahme richtig anfängt. Ca. gegen 11.00 Uhr ließen die Symptome langsam nach. Gegenwärtig deutlich besser. Da oft auch Schwindel und Benommenheit dabei ist, ist das Ganze wirklich sehr unangenehm.

    Bei den Messungen in den letzten Tagen war der BZ 1 h nach dem Frühstück z. B. 155 oder 179.
    BZ-Messung heute 11.15 Uhr exakt 1 h nach dem Essen: 103. Werde morgen 1/2 h nach dem Frühstück messen, um herauszufinden, wie der BZ derzeit in dieser Extremsymptomatikphase ist.
    Um 11.45 Uhr habe ich wegen Hunger die 3/4 Banane gegessen, BZ 12.15 Uhr 124. Keine Kaltschweißigkeit und Zitterigkeit oder andere Symptome.

    Verrückt.

    Ich esse zum Frühstück seit Jahren immer dasselbe - 1 gr. Stück Emmentaler, Quinoa (heute nur 3 Eßl., kriegte nicht mehr runter) und 1 bis 1 1/2 Banane. Heute 1 1/4 Banane. Da ich Laktose- und Glutenunverträglichkeit habe, ist meine Ernährung ein bisschen ausgetüftelt, klappt aber - ohne das viele Kortison - sehr gut.

    Positiv und überraschend war heute morgen auch:
    Nüchtern-BZ um 7.00 Uhr 98,
    10.00 Uhr vor dem 2. Frühstück 95.

    Liegt es daran, dass ich gestern abend ordentlich Butter aufs Brot getan habe und um 7.00 Uhr Margarine aufs Knäckebrot... Dank Eurer Vorschläge...? Oder seit den letzten BZ-Messungen vor ein paar Tagen die Kortisondosis um 0,5 mg Prednisolon reduzieren konnte...?

    Die Antworten haben mir gezeigt, dass das Geschehen rund um Kortison und BZ sehr komplex ist.

    Hier habe ich etwas gefunden https://de.wikipedia.org/wiki/Insulinresistenz
    Am frühen Vormittag ist die Insulinresistenz am höchsten durch die nächtliche Ausschüttung von Insulinantagonisten (siehe Dawn-Phänomen).
    Cortisol (kann) als einer der Gegenspieler des Insulins dessen Wirksamkeit abschwächen.

    Hier auch: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-182012/nebenwirkung-diabetes/
    Glucocorticoide verschlechtern die Glucosetoleranz, indem sie die Verwertung von Glucose in peripheren Geweben wie der Muskulatur verringern (Tabelle 2). Gleichzeitig greifen sie in den hepatischen Stoffwechsel ein. Glucocorticoide hemmen in der Leber die Wirkung von Insulin und steigern damit die Gluconeogenese (2).
    Ihre Wirkung auf den Glucosestoffwechsel steigt mit zunehmender (peroraler) Dosis und Anwendungsdauer. Bei Prednison, Prednisolon oder Fluocortolon setzt die Insulinresistenz etwa vier Stunden nach der Applikation ein und hält bis zu zehn Stunden an.
    Wird eine Störung des Glucosestoffwechsels entdeckt, wird diese wie bei einem Typ-2-Diabetes behandelt. Die Grundlage bilden Ernährungsumstellung und vermehrte Bewegung. Zusätzlich erhalten die Patienten Metformin, wenn keine Kontraindikationen bestehen. Reicht diese Basistherapie nicht aus, kommen weitere orale AntiDiabetika oder Insulin hinzu.

    2.30 Uhr/3.00 Uhr werden bei mir 10 mg Prednison freigesetzt (nehme Lodotra). Um 7.00 Uhr kommen derzeit knapp 12 mg Prednisolon dazu.
    2.30/3.00 Uhr + 4 + 10 = 16.30/17.00 Uhr
    Das ist etwa die Zeit, ab der ich in den letzten Wochen mehr Hunger bekam und Essen konnte ohne Probleme.

    Hier etwas zu Betablockern:
    https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-182012/nebenwirkung-diabetes/
    Antihypertonika: Betablocker
    verschlechterte Glucoseverwertung in peripheren Geweben verstärkte Insulinresistenz der Leberzellen, gesteigerte hepatische Gluconeogenese

    Hier steht sogar, dass man bei gestörter Glukosetoleranz Betablocker meiden sollte: https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/herzkreislauf/herzinfarkt/article/431609/erfolg-therapie-gestoerter-glukose-toleranz.html

    Das würde dazu passen, dass die Symptome (Zitterigkeit, Kaltschweißigkeit, Muskelschwäche, Schwindel, Benommenheit am Vormittag) erst nach Beginn der Dauereinnahme des Betablockers richtig schlimm wurden. Den Betablocker nehme ich morgens um 7.00 Uhr.

    Tja. Werde weiter berichten. Danke für Eure Ideen und Anteilnahme!

    Gruß

    Lupilinchen/Kirschen

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    am 10.03.2019 12:38:45 | IP (Hash): 538564232
    In aller Regel haben Unterzuckersymptome ohne Unterzucker oder Abfallen des BZ auf Normalhöhe aus 200 und mehr mg/dl nichts mit Glukose/Zucker zu tun, sondern alles mit irgendwelchen anderen Ursachen, auf die man sich den Blick durch die Fokussierung auf den Zucker verstellt. So macht kurzzeitig absackender Blutdruck praktisch die gleichen Beschwerden. Und vielleicht findest Du zusammen mit Deinen Medis und ohne das Stichwort Blutzucker auch noch weitere Hinweise auf die Möglichkeit solcher Beschwerden? Systematische Selbstbeobachtung ist ja offenbar schon länger Dein Ding. Da wirst Du diesen Unterzucker-Fakes ganz bestimmt noch auf die richtige Spur kommen. Daumendrück :)

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    am 10.03.2019 12:50:16 | IP (Hash): 1343920886
    Ja. Ich habe mich mal auf die Wirkung des Kortisons konzentriert. Denn ohne das viele Kortison hatte ich die Probleme ja nicht. Und da habe ich zwei Hauptaussagen gefunden:

    Glucocorticoide verschlechtern die Glucosetoleranz, indem sie die Verwertung von Glucose in peripheren Geweben wie der Muskulatur verringern (könnte meine Unterzuckersymptome erklären),
    Glucocorticoide hemmen in der Leber die Wirkung von Insulin und steigern damit die Gluconeogenese (könnte meine erhöhten BZ-Werte erklären).
    Dazu kommen die ebensolchen Nebenwirkungen des Betablockers.

    Ich habe übrigens Lupus, wie mein Name schon erahnen lässt, und wenn man bei dieser Krankheit nicht selber nachdenkt, ist man hoffnungslos aufgeschmissen ;-) Weil sich leider auch Ärzte nur in seltenen Fällen damit auskennen...

    Einen schönen Sonntag und danke nochmal für die vielen tollen Beiträge!

    Bearbeitet von User am 10.03.2019 13:05:04. Grund: Inhaltliche Ergänzung
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    am 10.03.2019 13:06:14 | IP (Hash): 538564232
    Kirschen schrieb:
    Glucocorticoide verschlechtern die Glucosetoleranz, indem sie die Verwertung von Glucose in peripheren Geweben wie der Muskulatur verringern (könnte meine Unterzuckersymptome erklären)


    Du meinst, dass in den Zellen dann nicht genug ankommt. Das ist mit der Bezeichnung allerdings nicht gemeint, sondern damit ist gemeint, dass schon mal beobachtet wurde, alledings wenig systematisch, wie die Zielzellen nur halb so viel Glukose wie gesund gespeichert halten. Für ihre volle Funktion ist das immer noch mehr als genug. Also eigentlich ein bisschen sehr irreführend, diese Wortbilder.

    Tatsächlich treten die Beschwerden bei Unterzucker wg der unzulänglichen Versorgung der Schaltzentralen mit Glukose auf, als von Hirn und Nerven, und die brauchen für ihre Glukose-Versorgung alle kein Insulin und für ihren Notdienst auch nur herzlich wenig Glukose. Um 20-30mg/dl reichen dafür locker, wobei dann schon vorübergehend das Licht ausgehen kann.

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    am 10.03.2019 13:14:38 | IP (Hash): 1343920886
    Dazu kann ich sagen: Wenn es extrem ist, ist mir auch schwindelig und benommen. Das sind eindeutig ZNS-Symptome.
    Wenn es etwas abgemildert ist, bin ich nur zittrig, kaltschweißig, Muskelschwäche.

    Über das Gehirn hatte ich auch schon nachgedacht.

    Gruß
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    am 10.03.2019 15:53:22 | IP (Hash): 1594700496
    Habe vor einigen Jahren mal für 2 Wochen 50mg Prednisolon am Tag genommen und dabei eigendlich immer leichte „Hyposymtome“ bei Blutzuckerwerten um die 100mg/dl ohne große Schwankungen gehabt. War aber während der Zeit krankgeschrieben, so dass ich damit ganz gut umgehen konnte.
    Wenn man dann noch bedenkt, dass bei Werte unter 50mg/dl vom Körper auch Cortisol im Rahmen der Gegenregulation ausgeschüttet wird und die Symtome von Kortison so ähnlich waren, würde ich zumindest bei mir davon ausgehen, dass Prednisolon Symtome wie eine Hypo verursacht.
    Bearbeitet von User am 10.03.2019 20:24:21. Grund: Korrektur Prednisolon
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    am 10.03.2019 18:49:33 | IP (Hash): 1343920886
    Ja, interessant. Danke für die Rückmeldung!

    Gruß

    Lupilinchen
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    Mitglied seit: 09.03.2019
    am 11.03.2019 22:51:18 | IP (Hash): 1343920886
    Wollte berichten - wollte heute während der ersten halben Stunde nach dem Frühstück BZ messen - die Symptome fielen aber aus. Es war keine Zitterigkeit, Kaltschweißigkeit und Muskelschwäche vorhanden. Gestern war die Phase schon kürzer gewesen als in den vorhergehenden Wochen. Liegt es an der Butter/Margarine, die ich jetzt reichlich überall draufschmiere? Dem etwas reduzierten Kortison? Am Fett hatte ich wegen der Kortisondauertherapie wegen mögl. Gewichtszunahme immer gespart und nie Butter oder Margarine verwendet. Auf jeden Fall schon mal positive Entwicklung, Danke nochmal für die Tipps!
  • Elfe

    Rang: Gast
    am 12.03.2019 19:27:00 | IP (Hash): 1853499897
    Kirschen schrieb:

    Ich esse zum Frühstück seit Jahren immer dasselbe - 1 gr. Stück Emmentaler, Quinoa (heute nur 3 Eßl., kriegte nicht mehr runter) und 1 bis 1 1/2 Banane. Heute 1 1/4 Banane. Da ich Laktose- und Glutenunverträglichkeit habe, ist meine Ernährung ein bisschen ausgetüftelt, klappt aber - ohne das viele Kortison - sehr gut.


    Seltsames Frühstück, was du dir da zusammengestellt hast.
    Sowohl als auch:
    Emmentaler enthält noch kleine Menge Laktose,
    Quinoa in welcher Form zubereitetet ?
    und dann noch eins der kohlenhydratreichsten Obstsorten mit 70 g Zucker per 100 g (wie Weintrauben) oben drauf °~°

    Was du spürst, sind ganz klar Unterzuckersymptome.
    Wie du ja schon per fleißiger Recherche herausgefunden hast, sind Kortison und Cortisol Gegenhormone zum Insulin und erhöhen den Blutzucker.
    ~ Bist du wirklich sicher, daß deine Diagnosen Laktose/Glutenunverträglichkeit und auch Lupus überhaupt stimmen !?!
    - Laktoseintoleranz hatte sich bei mir eindeutig nachweisen lassen (Atemtest). Vermutete Glutenunverträglichkeit per Darmbiopsie nicht.
    ~ Lupus auch nicht, trotz gravierender Hautprobleme.

    Empfindlichkeit gegenüber Hautreinigungs- und pflegemitteln, irgendwie genetisch empfindlich - soll Tenside meiden (besser Seife) oder nur warmes Wasser zur Reinigung verwenden (mal wieder aktuell untersucht mit aller Hautarzt-Kunst (Allergietests negativ, Diabetes schon per se problematisch)).
    War da nicht freiwillig, akute Gürtelrose war Anlass (Symptome waren eindeutig zur ersten).
    Bearbeitet von User am 12.03.2019 19:30:22. Grund: -
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    am 12.03.2019 22:40:19 | IP (Hash): 1343920886
    Hallo,

    leider stimmen meine Diagnosen...

    Hartkäse wird von vielen Leuten mit Laktoseintoleranz oft ganz gut vertragen, so auch von mir.

    Quinoa und Bananen sind sehr lecker. Irgendwas muss man ja essen, und es sollte wenn möglich schmecken ;-)

    Gruß

    Lupilinchen
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    am 12.03.2019 23:09:35 | IP (Hash): 1983084272
    Kirschen schrieb:
    Wollte berichten - wollte heute während der ersten halben Stunde nach dem Frühstück BZ messen - die Symptome fielen aber aus. Es war keine Zitterigkeit, Kaltschweißigkeit und Muskelschwäche vorhanden. Gestern war die Phase schon kürzer gewesen als in den vorhergehenden Wochen. Liegt es an der Butter/Margarine, die ich jetzt reichlich überall draufschmiere? Dem etwas reduzierten Kortison? Am Fett hatte ich wegen der Kortisondauertherapie wegen mögl. Gewichtszunahme immer gespart und nie Butter oder Margarine verwendet. Auf jeden Fall schon mal positive Entwicklung, Danke nochmal für die Tipps!

    Hallo Lupinchen,

    das freut mich für dich - weiter alles gute. :=)

    Der Hauptgrund für die Verbesserung wird wahrscheinlich die Redutierung der Kortisontherapie sein. Vielleicht hat das mehr Fett essen ja auch einen Anteil daran. Vor Fett brauchst du wirklich keine Angst zu haben. Du musst nur darauf achten, dass du es nicht zusätzlich isst und dafür entsprechend die KH reduzierst. Lass dir die gesunde Butter ruhig schmecken oder wenn du das lieber möchtest, dann auch Margarine.

    Beste Grüße, Rainer
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    am 13.03.2019 11:28:28 | IP (Hash): 1343920886
    Hallo Rainer und alle,

    Ja. Gestern abend habe ich die Butter vergessen. Man kann nicht immer an alles denken. Heute nacht lag ich ab 5.00 Uhr wach mit Hunger. Keine Ahnung, ob es damit zusammenhängt. Es ist komplex.

    Gestern morgen hatte ich auch wieder eine kürzere Zitterphase, da hatte ich nicht gleich nach dem Aufstehen gefrühstückt. Besser ist, gleich was zu essen.

    Die Nahrungsunverträglichkeiten sind auch ein Problem. Ich vertrage alles Mögliche nicht, und wenn ich was vertrage, bleibe ich gerne dabei. So hatte ich schon eine Sensibilisierung auf Amaranth oder Hirse, was ich auch gerne gegessen habe. Meine kutanen Pricktestreaktionen auf Lebensmittel/Zusatzstoffe sind auch nach zwei Wochen noch erkennbar (abheilende Quaddeln), der Hautarzt meinte, sowas habe er noch nicht gesehen. Das Quinoa esse ich übrigens ohne was dazu, denn laktosefreie Joghurts, Puddings oder Quarks vertrage ich leider nicht.

    Substanzunverträglichkeiten bei Lupus sind allgemein ein Problem, bezieht sich auch auf Haarfärbemittel, selbst Tattoos können Lupushautausschläge hervorrufen.

    Grüße

    Lupilinchen
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    am 13.03.2019 14:09:51 | IP (Hash): 1169573473
    Dann drücke ich dir die Daumen, dass du mit der Butter am Abend wirklich etwas gefunden hast, was dir hilft.

    Man kann trefflich darüber spekulieren, warum gerade das hilft. Das kann dir aber eigentlich vollkommen egal sein - alles was hilft und was du verträgst ist richtig für dich.

    Alles Gute, Rainer
    Bearbeitet von User am 13.03.2019 14:10:05. Grund: .
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