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TIR - die neue Blutzucker-Messlatte?
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am 02.04.2019 17:52:04 | IP (Hash): 165549135
Ich finde den TIR interessant, Time In Range, also die Stunden von 24, die der BZ im angestrebten Rahmen verläuft. Im Link-Artikel in diabetes-online wird dafür als ideal zwischen 70 und 180mg/dl dargestellt. https://www.diabetes-online.de/lebensmittelcheck/a/neuer-wert-zeit-im-zielbereich-ueber-den-hba-c-hinaus-1903528
Die Behauptung, dass viele Gesunde die nicht einhalten, stelle ich im ersten Schritt mal zurück und frage stattdessen, ob wir für die nächsten 10 Jahre eine 2-Klassen-Gesellschaft unter den INSULINERn haben werden?
Einstweilen dürfen bei uns die Insuliner als einzige ihren BZ messend überwachen bis steuern. Seit gut 30 Jahren mit dem Fingerpieks und in den letzten 10 Jahren mit einem zwar immer noch kleinen aber deutlich wachsenden Anteil an kontinuierlichen Messungen. Und es sind diese kontinuierlichen Messungen mit ihren vollständig zusammenhängenden Verlaufskurven statt wenigstens auf den ersten Blick unzusammenhängender Einzelwerte, die die Zeit im Zielbereich plötzlich für alle augenfällig sichtbar machen.
Die im Artikel angesponnene Idee, dass sich die kontinuierliche Messung zahlenmäßig gegen den Fingerpieks durchsetzen könnte, sehe ich skeptisch und noch skeptischer die, dass sich betreuende Ärzte und Insuliner plötzlich von der Orientierung am BZ vor dem Essen auf die Orientierung an der Spitze nach dem Essen umstellen könnten. Aber nur diejenigen können die Ausflüge ihrer BZs über den gesetzten Rahmen hinaus wirksam begrenzen, die sich für ihren Input an vor allem KHs und Insulin an der Spitze um ne Stunde weiter orientieren, und noch wirksamer, wenn sie dabei auch noch das Tal etwa 3 Stunden nach dem Spritzen & Essen berücksichtigen.
Klar kann man das auch ohne teuren kontinuierlichen Zauber mit dem einfachen und trotzdem nicht ganz billigen Fingerpieks. Nur hat das in Fachkreisen bislang scheinbar niemanden gekümmert. Deswegen kann ich mir nicht wirklich vorstellen, dass sich daran auch mit einer explosionsartigen Verbreitung von CGMs in absehbarer Zukunft tatsächlich nennenswert was ändern sollte.
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Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;) -
am 02.04.2019 20:23:48 | IP (Hash): 726747514
Ich finde GVI (Glycemic Variability Index) und PGS (Patient Glycemic Status) da noch griffiger (beides Dexcom „Erfindungen“).
Der GVI zeigt mir wie stark die Werte schwanken (normiertes Integral unter der Kurve, Theoretisches Optimum wäre „1“, eine gerade Linie). In den PGS geht zusätzlich die TIR und die mittlere Glucose ein (je kleiner desto besser).
Beides wird seit einiger Zeit von xdrip+ berechnet.
Bei mir für die letzten 90 Tage
GVI: 1.25
PGS: 21,5
TIR: 87%
Ich bin da ganz bei Jürgen, dass die neueren - eigentlich nur mit kontinuierlicher Messung sinnvollen - Parameter eine deutlich bessere Einschätzung des Glucose-Managements ermöglichen würde als der HbA1c. Aber eine kontinuierliche Messung will nicht jeder und wird auch nicht jeder von seiner KK bezahlt bekommen. Die Hürden sind zwar inzwischen niedriger, aber für zu viele immer noch zu hoch.
Meiner Diabetologin und auch der Beraterin sind diese Parameter übrigens durchaus bekannt.
Bei den Loopern haben sie den HbA1c schon weitgehend abgelöst - Aber das sind ja leider auch nach wie vor nur vergleichsweise wenige...
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am 02.04.2019 21:06:29 | IP (Hash): 165549135
Persönlich mag ich eher weniger, wenn ich für was rechnen muss. Vor allem, wenn ich’s doch ganz konkret jeden Tag sehen kann wie z.B. meine Spitzen und Täler nach dem Essen und die auch noch ganz konkret und direkt bearbeiten kann, wenn ich einen höher als gewollten Anstieg oder ein tiefer als gewolltes Sinken messe. Für mich also nicht Zeit im Bereich, sondern Verlauf im Bereich.
Zwar muss ich dafür wieder ununterbrochen mitdenken, seit ich vor 4 Wochen das Libre wg dauernder Entzündungen dran gegeben hab. Hat auch durch den Film noch entzündet, allerdings die Messwerte nicht mehr so megatief beeinflusst, dass ich tatsächlich in der Hinsicht wenigstens einen super funktionierenden Sensor genießen konnte.
Aber auch da hab ich ja dauernd mitdenken und nachhalten müssen, wann ich für den Anstieg, den ich da gerade sehen konnte, wie viele KHs von was gegessen und wie viele IEs gespritzt und was seitdem an körperlicher Aktivität geleistet hatte, ums richtig einordnen und ggf passend handeln zu können.
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Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;) -
am 03.04.2019 07:01:42 | IP (Hash): 205442008
Dennoch stellt sich mir bei dieser Aussage
schrieb:
Stellt sich die Frage, was denn nun eine "gute" Zeit im Zielbereich ist. Hundert Prozent TIR 70-180 mg/dl bzw. TIR 3,9-10 mmol/l werden auch die wenigsten Menschen ohne Diabetes haben.
die Frage: wenn bei vielen "Gesunden" der BZ auch mal über 180 steigen kann, was ist dann noch "normal" bzw. "gesund"?
Das verwirrt ungemein... *kopfschwirr*
Bearbeitet von User am 03.04.2019 07:04:19. Grund: . -
am 03.04.2019 08:47:02 | IP (Hash): 1478233140
Hallo r2d2,
bitte beachte, dass zwischen "gesund" und "kein Diabetes" ein riesigengroßer Bereich liegt, in dem der BZ nicht mehr gesund reagiert aber noch nicht diabetisch.
Ich persönlich findet diese Grafik mit den dort ermittelten Grenzen für einen gesunden BZ-Verlauf realistisch:
https://www.bloodsugar101.com/what-is-a-normal-blood-sugar
Wenn du deinen BZ so gesund wie möglich führen willst, bedeutet das nicht, dass du diesen Bereich in keinem Fall überschreiten darfst. Es bedeutet, dass der BZ nicht regelmäßig nach jeder Mahlzeit höher ansteigen sollte. Dein Ziel muss deshalb sein, den gesunden Bereich nicht allzu oft zu verlassen, also einen möglichst hohen Anteil von Time in Range zu haben. Den Range und den Zielwert für den Anteil von TIR kannst und musst du allein für dich festlegen. -
am 03.04.2019 09:37:30 | IP (Hash): 1053690456
Wenn bei einem Zuckerwassertest nüchtern 99 und nach 2 Stunden 138 gemessen werden, gilt der Mensch definitionsmäßig als gesund, auch wenn die 1-Stunden-Spitze bis auf 280 geklettert sein sollte. Wenn aber an mehreren Tagen in lockerer Folge und ohne jeden Bezug zu Tageszeit oder KH-Input 200 überschritten werden, hat der Mensch definitionsmäßig einen Diabetes. Wer also mit ner hohen Stundenspitze den einzelnen oGTT noch als gesund absolviert, sollte tunlichst weitere oGTTs vermeiden, um gesund zu bleiben ;)
Bitte bei allen Aussagen von Ärzten und Spezialisten berücksichtigen: Als gesund gilt bei denen allgemein praktisch alles, was im Rahmen einer Behandlung als gut gilt und bei gesunden Gesunden eben ohne Behandlung so gut funzt.
Bei allen Gesunden, bei denen ich schon mal einen oGTT erlebt hab, meistens wg auffälliger BZ Messung im Zusammenhang mit Stress bei Unfall, wurden Nüchternwerte unter 90, 1-Std-Spitzen unter 140 und 2-Std-Werte wieder deutlich unter 90mg/dl gemessen.
Und in ALLEN diesen Fällen war die Spanne zwischen nüchtern und Spitze kleiner als 40mg/dl.
Wenn wir da die Streubreite der normalen Messmedien berücksichtigen, entspricht das praktisch der Grafik, auf die Rainer hinweist.
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Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;) -
am 03.04.2019 12:03:18 | IP (Hash): 205442008
Bedeutet doch aber letztendlich, daß wenn ich z.B. den ganzen Tag mit 160 durch die Gegend laufe ich zu 100% TIR bin - und das soll gesund sein?????? -
am 03.04.2019 12:37:27 | IP (Hash): 1053690456
Da wird der schreibende Dok keine Angst haben, denn 24 Std am Stück 160 kommen nut theoretisch vor. In der Praxis schwankt der BZ-Verlauf immer. Mit ner sehr scharfen INSULINER-Einstellung zwischen 80 vor den Mahlzeiten bis 180 in den Spitzen danach. Und das gilt, so die betroffene Person das ohne zu viele Hypos bringt, also ohne jeden Tag unter 50 statt um 80, als sehr gesund für Insuliner. Warum dann nicht für andere Leute mit Diabetes?
Weil da immer noch die meisten Stunden von 24 über 100 drin sein können, und weil die für Prädiabetes und Diabetes super förderlich sind. Höhere natürlich noch förderlicher.
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Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;)
Bearbeitet von User am 03.04.2019 12:38:39. Grund: Ergänzung -
am 04.04.2019 11:08:06 | IP (Hash): 205442011
Lässt der TIR einen Rückschluss auf evtl. spätere Folgekrankheiten zu?
Also z.B. wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit von Folgeerkrankungen bei einem TIR von 70% oder 60% oder...? -
am 04.04.2019 11:19:22 | IP (Hash): 205442011
Hier https://ch.universimed.com/fachthemen/9514 steht z.B.:
"Gegenwärtig wird bei Patienten unter Insulintherapie der Bereich zwischen 70 und 180mg/dl als Zielbereich („Range“) betrachtet. Als strengeres Kriterium kann auch der Bereich zwischen 70 und 140mg/dl herangezogen werden, oder es können individuelle Targets vereinbart werden, die einem physiologischen Zuckerprofil näherkommen." *verwirrt ich bin*
Wie würde denn für einen NichtINSULINER und Nichtmedikamenter eine "Range" mit dazugehöriger "Time" aussehen, um später nicht an Folgeerkrankungen zu leiden?
Oder ist das alles wissenschaftlich noch so unerforscht, das man das nicht "beziffern" kann? -
am 04.04.2019 15:41:41 | IP (Hash): 512390318
Die Geschichte mit den Folgekrankheiten ist gemein. Denn bis auf die diabetische Retinopathie gibt es da eigentlich nichts, was es ohne Diabetes nicht auch gibt. Nur unter Menschen mit Diabetes halt häufiger und da eben zunehmend häufiger mit insgesamt zunehmendem BZ.
Generell gilt diese Zunahme wohl auch für die diabetische Retinopathie, aber die kommt durchaus auch schon nennenswert im prädiabetischen Bereich vor. Die Augenärzte erklären das mit den Schwankungen zwischen voresslichen Tälern und nachesslichen Spitzen, die in diesem Stadium schon locker 100 und mehr mg/dl betragen und über Jahre unbeachtet produziert werden können. Denn Schwankungen haben in der allgemeinen Diabetes-Behandlung bislang keinen nennenswerten Stellenwert.
Wer mit Diabetes da etwas dran tun will, muss halt nach gesunden Gesunden schauen und sehen, dass unter denen 40mg/dl schon große Schwankungen sind und 50mg/dl eher kaum überschritten werden. Und wie Du in der Grafik von Rainers Link sehen kannst, finden die meisten von 24 gesunden Stunden nicht einfach nur zwischen 70 und 140 statt, sondern eindeutig mehrzählig deutlich unter 100.
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Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;) -
Michael74
Rang: Gastam 04.04.2019 17:21:47 | IP (Hash): 626136507
Gut finde ich, die kritische Bewertung des tir
Auch wenn sich die Ideen und Vorschläge meinerseits sehr professionell und logisch anhören, ersetzen sie nicht den Gang zum Doktor, um sich dies bestätigen zu lassen; sie dienen nur einer ersten Beratung. -
Elfe
Rang: Gastam 04.04.2019 18:10:07 | IP (Hash): 419473483
r2d2 schrieb:
Hier https://ch.universimed.com/fachthemen/9514 steht z.B.:
"Gegenwärtig wird bei Patienten unter Insulintherapie der Bereich zwischen 70 und 180mg/dl als Zielbereich („Range“) betrachtet. Als strengeres Kriterium kann auch der Bereich zwischen 70 und 140mg/dl herangezogen werden, oder es können individuelle Targets vereinbart werden, die einem physiologischen Zuckerprofil näherkommen." *verwirrt ich bin*
Wie würde denn für einen NichtINSULINER und Nichtmedikamenter eine "Range" mit dazugehöriger "Time" aussehen, um später nicht an Folgeerkrankungen zu leiden?
Oder ist das alles wissenschaftlich noch so unerforscht, das man das nicht "beziffern" kann?
BZ-Werte per Range (Bereich) zur Insulintherapie sind für Nichtdiabetiker oder Diabetiker ohne Medikamente nicht geeignet.
Dies ist nur ein Parameter, der bei Insulinern künstlich als Sicherheitspuffer erhöht wird und gegenüber Unterzucker dient = 70 mg/dl (oder auch 50/60, je nach Referent-Auslegung).
Bei ca. 180 mg/dl liegt die Nierenschwelle - ab dann wird Zucker über die Nieren ausgeschieden und belastet diese.
Tagsüber per Ernährung lässt sich schon einiges beeinflussen - zeigt sich auch im HbA1c-Wert als sogenannter Langzeitwert, der sich - indirekt - übrigens als weiterer Parameter interpretieren lässt.
Auf Nüchternwert per Biologie hat das Essen wenig Einfluss - beobachten.
*Verwirrt ich bin* kann ich Dir ausdrücklich beipflichten.
Naturwissenschaft habe ich mir per Beruf Erkenntnisse erwartet, die im persönlichen Leben weiter helfen.
Immerhin weiß ich, warum welche Messwerte eruiert werden und wie diese in Zusammenhang mit weiteren Fakten berücksichtigt werden müssen.
Bearbeitet von User am 04.04.2019 18:15:03. Grund: - -
am 04.04.2019 22:04:31 | IP (Hash): 512390318
Elfe schrieb:
BZ-Werte per Range (Bereich) zur Insulintherapie sind für Nichtdiabetiker oder Diabetiker ohne Medikamente nicht geeignet.
Sorry, aber wieso? Gerade für die Betroffenen haben die größten Chancen, ihren BZ auf gesund zurück zu drehen - unter einer Voraussetzung: Sie müssen per BZ-Messer sehen könnten, mit welchem Ernährungs- und Essverhalten ihnen das gelingt!
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Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;) -
Elfe
Rang: Gastam 05.04.2019 18:11:47 | IP (Hash): 419473483
Hallo Jürgen,
du hast meinen Beitrag nicht richtig gelesen:
Bei INSULINERn ! ist der BZ-Bereich aus Sicherheitsgründen künstlich/ärztlich erhöht bes. als Puffer zum Unterzucker.
Bei Nichtdiabetikern oder Diabetikern mit Tablettentherapie können die BZ-Werte durchaus niedriger liegen.
Der Blutzuckerwert ist ein singulärer Messwert.
Aber der Langzeitwert HbA1c-Wert zeigt an, wie sich Zucker im Blut mit den roten Blutkörperchen als wirklich feste chemische Verbindung auswirkt.
Dafür braucht es einige Stunden erhöhten Blutzucker, vorher bildet sich ein chemisches Gleichgewicht
http://www.medizinische-biochemie.de/Lerntext06.pdf
Demzufolge wird zur Diagnose zum Diabetes der HbA1c-Wert herangezogen - hoher bes. Nüchternblutzucker gilt nur als Hinweis - Bestätigung ggfs. durch oGTT, der anzeigt, wie körpereigenes Insulin wirkt.
Unbenommen davon ist selbstverständlich, daß durch Gewichtsabnahme das körpereigene Insulin (wieder) besser wirken kann und angepasste Ernährung den Blutzucker gleichmäßig halten kann ohne Spitzen.
Daß ausgerechnet DU dieses Thema aufmachst, wundert mich doch sehr.
Deine persönliche BZ-Einstellung ist doch noch viel niedriger mit angestrebten 140 mg/dl und niedrige Hypos mit 'Licht aus' nicht ernst nehmend.
Im übrigen bezieht sich dein Link auf das Diabetes-Eltern-Journal.
Ist eine ganz andere Herausforderung, Kinder mit Typ 1 zu betreuen mit technischen Hilfsmitteln (auch Pumpe).
Erwachsene als Typ 2 diagnostiziert, werden im Arztgespräch darauf hingewiesen, wo im Lifestyle die Stellschrauben sein können.
°~ ° Elfe -
am 05.04.2019 22:05:22 | IP (Hash): 1817223238
Elfe schrieb:
Im übrigen bezieht sich dein Link auf das Diabetes-Eltern-Journal.
Wie kommst Du darauf? diabetes-online steht in meinem Link, nix kinderspezifisches. Und der Aufmacher ist auch nicht kinderspezifisch:
"Während der Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft im Mai in Berlin zog sich ein Thema durch viele Veranstaltungen: wie rasch der technologische Wandel auch die Diabetologie verändert. In diesem Zug kommt auch die Frage auf, ob der HbA1c-Wert nicht durch eine weitere Angabe, nämlich die "Zeit im Zielbereich" (Time in range) ergänzt werden sollte."
Schreiben wir von verschiedenen Links?
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Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;) -
am 06.04.2019 07:48:05 | IP (Hash): 1759710356
Deshalb vielleicht?!
"von Prof. Dr. Thomas Danne
Diabetes-Eltern-Journal-Chefredakteur, Kinderdiabetologe,
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin "Auf der Bult", Hannover,
E-Mail: danne@hka.de
Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2018; 11 (2) Seite 5-6
"
Aber TIR ist nun wirklich nichts kinderspezifisches... -
am 06.04.2019 09:08:34 | IP (Hash): 105091383
Danke Heike! Kannst Du das hier auch so fein erklären?
Elfe schrieb:
Bei INSULINERn ! ist der BZ-Bereich aus Sicherheitsgründen künstlich/ärztlich erhöht bes. als Puffer zum Unterzucker.
Bei Nichtdiabetikern oder Diabetikern mit Tablettentherapie können die BZ-Werte durchaus niedriger liegen.
Mal abgesehen davon, dass inzwischen jeder Arzt, mit dem ich drüber spreche, die 70 mg/dl als ganz natürliche Untergrenze FÜR ALLE auf dem Schirm hat, die man früher mit den 50 als Hypogrenze nur nicht so ernst genommen hat, sind reihenweise Hypos bis an 30mg/dl ohne und mit Tabletten belegt und häufig auch ärztlich anerkannt.
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Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;) -
am 06.04.2019 10:16:37 | IP (Hash): 1759710356
Es gibt zwei (EDIT: drei) mir bekannte Gründe für die Untergrenze bei 70mg/dl für INSULINER:
Der erste ist der Puffer nach unten, gerade wenn man dazu neigt, sehr schnell abzustürzen... und ohne CGM durchaus sinnvoll.
Der zweite ist die unter 70mg/dl einsetzende Gegenregulation - sofern man sowas noch hat - die zu echt nervigen Resistenzen in den darauf folgenden Stunden führen kann.
EDIT: Ein dritter Grund ist, dass die Hypwahrnehmung nachlassen kann, wenn man häufig eher tief (unter 70mg/dl) liegt...
Da meine BSD sowohl die Alpha- als auch die Beta-Zellen eingebüßt hat, fällt diese Gegenregulation bei mir weg. Da ich außerdem weiß, dass ich auch noch bei 50mg/dl voll handlungsfähig bin (erst so bei 30mg/dl wird es kritisch), habe ich FÜR MICH als untere Grenze der Range 60mg/dl festgelegt. Und ich habe eine CGM, dass mich rechtzeitig warnt und eine Pumpe, die weiteres Absinken fast immer verhindert.
Die obere Grenze ist mir mit 180mg/dl auch zu hoch - bei mir 160mg/dl, als der Wert, bei dem ich im Allgemeinen gegensteuere.
TIR und die dazugehörige Range ist doch nichts starres, sondern für jeden individuell...
Nicht wenige Nicht-Diabetiker haben gerade nachts Werte unter 70mg/dl. Ärzte, die das bestreiten, habe irgendwann mal nicht richtig aufgepasst...
Auch deshalb sind die 100% TIR (70-180mg/dl) für "Gesunde" kaum erreichbar.
@Jürgen:
Wann hast Du eigentlich behauptet, dass `ne schwere Hypo mit Bewusstlosigkeit harmlos ist? Kann zwar passieren und geht meistens gut aus, aber harmlos ist das nicht!
Bearbeitet von User am 06.04.2019 10:38:30. Grund: EDIT -
am 06.04.2019 11:40:09 | IP (Hash): 105091383
HeikeOV schrieb:
@Jürgen:
Wann hast Du eigentlich behauptet, dass `ne schwere Hypo mit Bewusstlosigkeit harmlos ist? Kann zwar passieren und geht meistens gut aus, aber harmlos ist das nicht!
Meines Wissens überhaupt nicht. Widerspreche nur immer der Panik, dass damit Gefahren für Leib und Leben verbunden seien. Denn bei den allermeisten Menschen treten so schwere Hypos nicht plötzlich von einem Augenblick auf den anderen auf, so dass praktisch immer Zeit bleibt, sich zu setzen oder zu legen. Und dann braucht's in aller Regel auch nur ein bisschen Zeit, bis der Mensch ganz von selbst wieder aufwacht. Bitte, auch da gibt es sicherlich Ausnahmen, aber die kommen höchst selten vor.
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Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;) -
am 06.04.2019 11:56:12 | IP (Hash): 1226303290
OK,
dann sehen wir das durchaus ähnlich...
Ich hatte ein paar solcher wirklich schweren Hypo... ist aber schon lange her.
Heute sage ich zu meinem Mann auch schon mal: "Brauche dringend `ne Cola oder `ne Saft, sonst könnte es ein spontanes unfreiwilliges Nickerchen geben."
Aber sicher nicht, weil ich das nicht ernst nehme, sondern um der Situation die Dramatik zu nehmen... -
am 06.04.2019 13:14:31 | IP (Hash): 105091383
Elfe schrieb:
Aber der Langzeitwert HbA1c-Wert zeigt an, wie sich Zucker im Blut mit den roten Blutkörperchen als wirklich feste chemische Verbindung auswirkt.
Dafür braucht es einige Stunden erhöhten Blutzucker, vorher bildet sich ein chemisches Gleichgewicht
http://www.medizinische-biochemie.de/Lerntext06.pdf
Wie ich's verstanden hab, wirkt sich da im Blut gar nix aus. Da bindet Glukose an ne bestimmte Sorte rote Blutkörperchen, und zwar in Abhängigkeit von der Menge Glukose, die über wenigstens 3-4 Stunden anhält. Sinkt der BZ in dieser Zeit wieder ab, lösen sich die neuen Bindungen schlicht wieder auf, die in der vorübergehenden Spitze neu entstanden sind.
Interessant finde ich, dass so zeitlich kurze postprandiale Spitzen auch über 300 meinen 5er HBA1c überhaupt nicht stören, auch wenn ich mir 5-10 davon am Tag leiste. - Ist das jetzt das angeschriebene chemische Gleichgewicht?
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Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;) -
Michael74
Rang: Gastam 06.04.2019 15:04:05 | IP (Hash): 626136507
Witzig, oder
Wenn man hier noch vor einer Woche über den hba1c kritisch berichtet hat würde man gekeult. Nun stellt sich heraus das dies der Wahrheit entspricht und selbst einer der 4 Heiligen sieht es ein. Ach wie traurig das es Jahre bräuchte um dies zu begreifen.
Auch wenn sich die Ideen und Vorschläge meinerseits sehr professionell und logisch anhören, ersetzen sie nicht den Gang zum Doktor, um sich dies bestätigen zu lassen; sie dienen nur einer ersten Beratung. -
Elfe
Rang: Gastam 06.04.2019 16:26:09 | IP (Hash): 419473483
Hallo Jürgen,
hast du mehrere Sorten rote Blutkörperchen = Erythrozyten
oder verwechselst du da was - mit weißen oder Blutplättchen ;-)
Im Prinzip habe ich das aber so gemeint, daß hoher Blutzucker längere Zeit bestehen muss, um eine feste chemische Verbindung einzugehen.
Was du beschreibst, daß kurzzeitige hohe BZ-Spitzen sich im HbA1c-Wert nicht auswirken, kann ich bestätigen.
Mein Langzeitwert liegt so um die 5,5, was mein Diabetologe schon fast für zu niedrig hält - und zählt kritisch meine niedrigen Werte.
Schimpft: "Von 270 mg/dl stirbt man nicht - Hypos sind gefährlich …"
Mein mulmiges Gefühl bei BZ-Werten über der Nierenschwelle 180 mg/dl interessiert Mediziner wohl eher weniger, soll nicht 'so scharf' korrigieren.
Kann da dem Arzt nur vertrauen, ein Mediziner hat weit mehr Erkenntnisse als ich.
Hat recht, da trotz Blutzuckerausreißer bisher keine Nachfolgeerkrankungen aufgetreten sind (hatte Angst vor Blind & Amputation damals).
Reime mir das so zusammen, daß der HbA1c-Wert eben nur ein Indikator dafür ist (den man messen kann) um indirekt Rückschlüsse auf die Gesundheit zu schließen.
Messwerte sind das eine, Interpretation dieser, eine andere.
Bei den anderen Blutwerten ist das ja auch nicht anders, nur sind wir da wirklich auf Laborwerte angewiesen und können das nicht selber messen.
Je nachdem werden dann Medikamente verschrieben, um wieder im Normbereich zu landen.
Gruß Elfe
@Michael: Seltsamer Humor, den HBA1c 'witzig' zu finden.
Den einzigen glückseligen Messwert für ein langes Leben gibt's nicht !
Da kannst du auch an den Weihnachtsmann oder Osterhasen glauben :-(
Bearbeitet von User am 06.04.2019 16:27:55. Grund: - -
am 06.04.2019 17:40:40 | IP (Hash): 1226303290
Michael74 schrieb:
Witzig, oder
Wenn man hier noch vor einer Woche über den hba1c kritisch berichtet hat würde man gekeult. Nun stellt sich heraus das dies der Wahrheit entspricht und selbst einer der 4 Heiligen sieht es ein. Ach wie traurig das es Jahre bräuchte um dies zu begreifen.
Mooooment,
TIR, GVI und PGS sind nur bei kontinuierlicher Messung wirklich sinnvoll. Bei wenigen punktuellen Messungen pro Tag ist und bleibt der HbA1c die beste Möglichkeit der Beurteilung der Glucosekontrolle.
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