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  • Nora

    Rang: Gast
    am 12.10.2008 17:05:17
    Hi!!

    Ich habe schon seit einiger Zeit das Precision Xceed hier bei mir rumliegen, finde es eigentlich ganz gut, aber nehme doch lieber mein FreeStyle lite. Naja, auf jeden Fall hab ich gestern damit das erste mal ketone gemessen.... hatte auch nen hohen Wert und eben auch Ketone. Hab mir dann mal die Gebrauchsanleitung durchgelesen, und da stand, dass die Keton-Werte erhöht sein können, wenn man fastet oder sich körperlich extrem anstrengt (auch beim Nicht-Diabetiker). Jetzt hab ich zwei Fragen dazu: wenn wir Ketone haben ist das ja gefährlich. Was ist jetzt beim Nicht-Diabetiker, der viel Sport macht oder fastet... sind die Ketone da nicht schädlich? Warum??
    Und zweitens: hätte ein Nicht-Diabetiker, der weder fastet noch viel Sport macht also immer einen Keton-Wert von 0??

    Würde mich über Antworten freuen!
    Nora
  • thomas2002

    Rang: Gast
    am 12.10.2008 19:22:09
    ketone im blut entstehen , wenn keine kohlenhydrate verwertet werden, also entweder durch insulin- oder kohlenhydratmangel, denn der körper greift da auf eiweis und fett als brennmaterial.

    kurzfristig ist die ketoazidose schädlich, da man dadurch, also durch die übersäuerung des blutes ins koma fällt. dies passiert allerdings nur bei insulinmangel. von thomas2002
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 12.10.2008 21:49:13
    Dass Ketone schädlich wären, ist ein unausrottbarer Mythos, der von Ärzten und Betroffenen erfunden wurde und gehalten wird, die den jeweils aktuellen BZ-Verlauf für nebensächlich und nur so was wie Nüchtern- und HBA1c-Wert für wichtig halten. Wer seinen alltäglich vielfach schwankenden BZ-Verlauf beobachtet und passend Insulin spritzt, wenn der ohne Essen auffällig höher ansteigt, bekommt nie eine Ketoazidose.

    Ketone sind nichts anderes als die reaktivierte Glukose, die bei Überfluss in der Form von Fett in Fettzellen als Reserve gespeichert wurde. Wenn dann über einen längeren Zeitraum weniger Glukose gegessen als gebraucht wird, wird dieses Fett in der Form von Ketonen eben statt Glukose von den Zellkraftwerken zur Energiegewinnung verbrannt. Ketone sind Energieteilchen, die die meisten unserer Zellen nach ihrem Umschalten auf die ketogene Energiegversorgung genau so natürlich wie Glukose nutzen. Da ist absolut nichts giftig oder in irgend einer Form nachteilig dran.

    Natürlich werden die Ketone von unserem großen Logistikunternehmen Blutkreislauf überall im Körper verteilt, und wer an dieser Verteilung irgendeinen Haken sehen will, hat tatsächlich mehr als einen Schuss nicht gehört!

    Es spricht auch absolut nichts dagegen, mit einem hohen Keton-Messwert Sport zu machen, unter der Voraussetzung, dass man ausreichend Insulin gespritzt hat, auch nicht als Diabetiker! Im Gegenteil: viele von uns haben zu viel Energie in der Form von Fett gespeichert - Übergewicht. Das können wir nennenswert nur in dem Maße abbauen, in dem unser Organismus das statt neu zugeführter Glukose zur Energiegewinnung verbraucht, eben in der Form von Ketonen. von Jürgen
  • Dm

    Rang: Gast
    am 13.10.2008 08:40:07
    Der ph-Wert des Blutes(Säure-Basen-Haushalt) darf nicht ins Ungleichgewicht kommen-dann bilden sich Ketone.
    Eine Hyperglykämie ist ein med. Notfall !

    Daher sind alle Diäten (oder Fasten )mit einer gewissen Vorsicht zu geniessen
    von Dm
  • Rainer

    Rang: Gast
    am 14.10.2008 16:33:37
    Hallo Nora,

    Ketone sind ein ganz normales Zwischenprodukt des Fettstoffwechsels. In dieser Form wird die aus den Fettzellen gewonnene Energie im Blut transportiert und von den Organzellen aufgenommen (siehe Beitrag von Jürgen). Eine gute Beschreibung des Fettstoffwechsels und der Rolle der Ketonkörper ist hier, besonders im 3. Abschnitt „Adipositas und Fettstoffwechsel“ zu finden:
    www.miginfo.de/molmain/main.php?docid=980

    Ein Problem von vielen T2ern ist, dass mit Hilfe des (eigenen oder zugeführten) Insulins laufend ein Teil der KH als Fett eingelagert werden. Der Fettstoffwechsel, mit dem das eingelagerte Fett wieder verbraucht werden könnte, funktioniert dagegen nicht so gut. Das Problem kann durch KH-reduzierte Ernährung gelöst werden. Durch Verknappung der KH wird der Körper zum Fettstoffwechsel und zur Versorgung der Organe mit Ketonen gezwungen. Neben der besseren BZ-Führung erleichtert die KH-reduzierte Ernährung dadurch auch das Abnehmen.

    Oft wird der gesunde Fettstoffwechsel mit dem Zwischenprodukt Ketonkörper fälschlich mit der Ketoazidose gleichgesetzt. Das ist eine gefährliche Stoffwechselentgleisung, die bei T1-Diabetikern bei fehlendem Insulin entstehen kann. Mit normaler Insulinversorgung kann die Ketoazidose nicht auftreten, auch wenn Ketone im Blut vorhanden sind..

    Rainer