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Wie meinen Diabetes behandeln?

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    am 29.08.2019 08:53:39 | IP (Hash): 2007590016
    Hallo July95, mein C Peptid liegt bei 2,27, wobei die Spanne mit 1,1 bis 4,4 angegeben ist. Homa Index sagt mir nichts, wurde anscheinend bisher nicht geprüft. Heute Morgen: 127. immerhin mal deutlich geringer als sonst, vielleicht ein Lichtblick...
    Gruß Helge
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    am 29.08.2019 09:50:45 | IP (Hash): 1825860741
    HBA1c 10 ohne Rückwärtsessen lässt wenig Raum für anderes als T2 und den diagnosereif schon seit wenigstens 3 und eher um 5 und sogar noch mehr Jahren vor dieser Diagnose in 2015. Im normalen Rahmen behandelt mit HBA1c um 6-7 pflegt sich so ein Diabetes weiter zu entwickeln und bei gleichbleibendem Alltags- und Medikationsverhalten immer größere BZ-Schwankungen und immer höhere alltägliche Verläufe zu machen und alternativ für gleich weite Schwankungen und gleich hohe Kurven immer mehr und immer stärkere Medikation zu erfordern. Das muss nicht kontinuierlich verlaufen, sondern erfolgt häufig in Stufen um 1-2 und auch mehr HBA1c-Punkte und ist völlig normal und wird eigentlich auch von allen Ärzten so vermittelt. Leider eher selten, dass T2 Betroffene in etwa 20% aller Fälle normalgewichtig sind und dass auch nennenswerte bis sehr große Gewichtsabnahmen nur das Symptom des höher als gesunden BZ für eine mehr oder weniger lange Zeit verringern, aber keine Ursache beseitigen.

    Die Insulinresistenz ist ein altes und eigentlich längst völlig überholtes Bild, das im Grunde von Anfang an daneben war. Denn wenn der Blutzucker ansteigen würde, weil die Verbraucherzellen die Abnahme der normalen Mengen an Glukose verweigern, müsste jeder völlig gesunde Mensch nach 3 Tagen im Bett bei weiter normaler Verpflegung deutlich krankhaft hohen BZ haben. Denn bei Bettruhe verbrauchen die meisten Muskel- und sonstigen Zellen seeeehr viel weniger Glukose, als im normalen Alltag und können auch keine irgendwie normalen Glukosemengen aufnehmen. Trotzdem haben die Betroffenen weiter ihre völlig normalen BZ-Verläufe.

    Wie das? Weil ihre Lebern mit ihren gesunden Regelungen in jeder Lebenslage fortlaufend mit jedem der mehreren tausend Liter Blut, die sie in 24 Stunden durchströmen, vollautomatisch immer genau so viel Glukose ausgeben, wie gerade verbraucht wird. Nicht mehr und nicht weniger.
    Diese Automatik ist beim T2 defekt. Die Leber gibt infolge falscher Regelung immer mehr zu viel Glukose aus und dazu auch immer mehr zu viel Insulin, aber davon die meisten bis alle von 24 Stunden zu wenig für den gesunden BZ.

    Gratuliere zum verbesserten Nüchternwert. Der lässt sich übrigens häufig super damit im Zaum halten, dass man die Spitzen jeweils etwa 1 Stunde nach dem Essen auf die gesunde Höhe von um 140 mg/dl begrenzt.

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    Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;)
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    am 29.08.2019 10:58:24 | IP (Hash): 2007590016
    Hallo Jürgen, vielen Dank! Verstehe einen Satz nicht: „Die Leber gibt infolge falscher ...“
    Was meinst du damit? Das würde ja doch gerade bedeuten, dass eine externe Insulinzufuhr nichts bewirken würde und man mit der Behandlung an der Leber ansetzen muss. Oder was verstehe ich hier falsch? Und Werte von 140 nach dem Essen? Das wäre ein Traum, dafür dürfte ich aber wahrscheinlich fast gar nichts essen... Gruß Helge
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    am 29.08.2019 11:57:35 | IP (Hash): 1825860741
    https://docs.wixstatic.com/ugd/32a606_db20057cf9b5496ea94c7d7d2d6f0cde.pdf ist ne vieltausendfach bewährte Anleitung, und wenn Du damit schon vor 4 Jahren angefangen hättest, würden wahrscheinlich heute noch sehr viel mehr KHs in Deinen gesunden BZ-Rahmen passen.

    Mit Deinem Lebereinwand hast Du recht: am nächsten kommt dem die intravenöse Insulingabe, weil unsere um 5 Liter Lebenssaft in 1 Minute wenigstens einmal umgesetzt werden und in 5 Minuten wenigstens einmal alle durch die Leber gehen. Hat bis in die 60ger Jahre des vorigen Jahrhunderts auch zum fortgeschrittenen T1-Verhaltensrepertoire gehört, bis man für iv ne spezielle Ausbildung brauchte und sich zudem herausgestellt hatte, dass so verabreichtes Insulin die Pipeline um die Zugangsstelle angreift. Ähnlich instantan funktioniert inhaliertes Insulin, weil die Leber für ihren hohen Sauerstoffbedarf nen eigenen Lungenanschluss hat. Aber die ungewohnte Applikation hat sich bis heute nicht nennenswert durchgesetzt. Für ganz schwierige Fälle gibt's den Port für die Einleitung in die Pfortader und als immer begründetere Hoffnung für uns alle die Insulin-Pille. Damit würde Insulin praktisch mit dem Essen aufgenommen und mit den verwertbaren Bestandteilen direkt in die Leber transportiert werden.

    Bis dahin müssen wir uns halt mit den aktuell angebotenen Möglichkeiten behelfen ;) - Die meiste Wirkung wird auch von dem aus Pen oder Pumpe zugeführten Insulin in der Leber stattfinden, schon ganz einfach deswegen, weil sonst nirgendwo im Körper eine Stelle ist, die Energie speichern kann, die für den Moment zuviel einverleibt wird, und die gespeicherte ausgeben kann, wenn sie gebraucht wird.

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    Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;)
    Bearbeitet von User am 29.08.2019 12:02:06. Grund: Ergänzung
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    am 29.08.2019 18:12:46 | IP (Hash): 2145928405
    Helge schrieb:
    Hallo Elfe, wahrscheinlich ist mir das Prinzip des Insulins noch nicht klar. Wenn ich selber noch Insulin produziere, ist es doch eher das Problem, dass das Insulin nicht aufgenommen wird. Was nützt dann noch mehr Insulin von aussen, dass zirkuliert und auch bicht ankommt? Man müsste doch an der Resistenz der Zellen ansetzen oder? Und bei Insulin hätte ich Panik, weil man da auch noch auf Unterzuckerungen achten muss...?


    Hallo Helge,
    würde nicht unbedingt von einer Insulinresistenz sprechen, so stark wie du ev. vermutest.
    Du hast reichlich abgenommen - Bauchfett gilt da als kontraproduktiv.
    Und du möchtest sogar wieder etwas zunehmen, verständlich, dein BMI ist schon arg niedrig mit 21,4.

    Unterzuckerungsgefahr mit schnellem Insulin ist leider gegeben.
    Aber wenn du nur den Morgenanstieg senken möchtest, ist das eine gute Möglichkeit.
    Zudem fängt man dann mit kleinen Einheiten an, wie schon beschrieben.
    Du könntest selber überprüfen, ob bei dir der Morgenanstieg aufgrund deines Stoffwechsel stattfindet (ohne KHs).
    Dafür den Wecker stellen auf 3 Uhr, lästig, macht aber Sinn.
    Schon mitten in der Nacht, bereitet sich der Organismus auf's Aufwachen vor und schüttet einen Hormoncocktail aus, der Gegenhormone zum Insulin enthält.
    Wenn um 3 Uhr BZ o.k. und erst zur Aufstehzeit der BZ angestiegen ist, wäre das geklärt
    https://de.wikipedia.org/wiki/Dawn-Phänomen

    Eine andere Möglichkeit wäre, langwirkendes Basalinsulin zu spritzen, da ist Hypogefahr weit geringer.
    Das dient zur Unterstützung des Grundstoffwechsels und ggfs. auch den Morgenanstieg zu verhindern.
    Seit dem ich zusätzlich zum schnellen Insulin noch Basalinsulin bekommen habe, kann ich das darüber beeinflussen.
    Mein Basal ist Levemir, was nicht so lange wirkt (wie die neueren), aber für mich Vorteile bietet.
    Kann Bedarf Tag & Nacht jeweils anpassen und brauche morgens 4 Einheiten und - wirklich erst vor Schlafengehen - nur 2 Einheiten.

    Beim Essen kommt es darauf an, den entstehenden Zucker (Aufschluss von Stärke aus Brot und Sättigungsbeilagen) langsam ins Blut träufeln zu lassen.
    Das gelingt in Kombination mit Fett und Eiweiß (auch Ballaststoffen aus Gemüse und Obst).

    Mein Problem war zu Anfang das Sattwerden, mit Vorgabe 40 - 60 g KHs pro Hauptmahlzeit.
    Mit Nudeln da echt ein Problem.
    Die vorher verschmähten Kartoffeln jetzt gerne und auch Brot mit unterschiedlichem Belag ('Strammer Max' mit Schinken und Spiegelei z.B., wenn's mal schnell gehen muss).

    Gruß Elfe
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    am 30.08.2019 09:45:39 | IP (Hash): 1089394359
    Heute Morgen wieder 173 Nüchternwert.... aber: habe schlecht geschlafen und lag von 1-3 Uhr wach. Hatte gestern Abend Stress und Ärger, für mich ein klares Zeichen, dass ein Großteil meiner BZ Werte von meinem Stresslevel gesteuert wird. Und vieles davon scheine ich nachts zu verarbeiten. Aber ein Medikament gegen Stress gibts wohl nicht...?
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    am 30.08.2019 18:28:20 | IP (Hash): 2145928405
    Hallo Helge,
    Stress erhöht den Blutzucker allgemein zu jeder Tages- und Nachtzeit, da ausgeschüttete Hormone den Blutzucker erhöhen = Insulin-Gegenhormone - siehe Link Punkt 2
    https://www.d-journal.ch/wissen/blutzucker-und-hormonsystem/

    Beruhigungsmittel gäbe es schon als Medikament, ABER die will man nicht.
    Pflanzliches kann auch helfen, aber selbst da muss man bzgl. Nebenwirkungen aufpassen.
    Selbst bei Johanniskraut, die Haut wird lichtempfindlich, also jetzt in Sommer-Sonne nicht angebracht.

    Habe ganz gute Erfahrungen mit Baldrian-Dragees gemacht (Tropfen schmecken fies und bleibt über Stunden).
    Hopfen/Melissen-Tee ist auch so mein Abendritual, um abends zur Ruhe zu kommen.

    Wenn sich so nachts das Gedankenkarussell dreht und man eh nicht Schlafen kann, kann man auch ein Zwiegespräch mit sich selbst führen: Warum war ich so wütend … - was ist der eigentliche Grund (konnte mich situationsbedingt nicht wehren z.B.) ?
    Und dann am besten aufschreiben, da man mehr überlegen muss, wie man was formuliert.
    Wenn man sich dann morgens die eigenen Notizen ansieht, kann man manchmal erkennen: Warum ich habe ich mich gestern eigentlich so aufgeregt ?

    Bei wach im Bett liegen, kann auch 'Muskelentspannung nach Jacobson' helfen.
    Dann alle Muskeln kräftig anspannen und loslassen, mehrfach - bis du insgesamt die auch körperliche Entspannung spüren kannst
    https://www.netdoktor.de/stress/progressive-muskelentspannung/

    Atmung kann auch helfen: Eine Hand auf die Brust legen, die andere Hand auf den Bauch.
    Dann bewusst abwechselnd in die Brust atmen und in den Bauch atmen.
    Heben und senken spürst dann über die Hände.
    - Ist so eine COOL-down-Übung nach Sport, was ich persönlich sehr entspannend finde. -

    Versuche doch mal die zwei praktischen Übungen - kost' nix, in Rückenlage übrigens.
    Wünsche dir ein entspanntes Wochenende
    :-) Gruß Elfe
    Bearbeitet von User am 30.08.2019 18:40:35. Grund: +
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    am 10.09.2019 12:15:48 | IP (Hash): 1639489015
    Hallo Elfe,

    Stress hat sich wieder gelegt, schlafe gut und ausreichend. Leider haben sich die Nüchternwerte am Morgen nicht verändert, weiterhin zwischen 120 und 150 schwankend. Victoza scheint also nicht zu helfen und ich habe noch weiter leicht abgenommen... nächste Woche bin ich wieder beim Diabetologen, mal sehen wie es dann weitergeht und was der Langzeitwert macht.
    Gruß Helge
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    am 10.09.2019 23:55:11 | IP (Hash): 1971336646
    Hallo Helge,

    schon mal gut, daß die aktuelle Stress-Situation sich wieder beruhigt hat und du ausreichend schlafen kannst.
    Dennoch sind wir tagtäglich irgendwelchem Stress ausgesetzt.
    Zusätzlich - wenn auch unbewusst - deine Sorge um die BZ-Werte.
    Persönlich (mit 1er Hintergrund) finde ich deine Nüchternwerte gar nicht so schlecht.
    Da sehe ich z.T. noch höhere, kann die aber dann (wie beschrieben) auch mit Insulin 'runter regulieren.

    Victoza wird wirklich als 'Abnehm'-Mittel beworben
    https://www.apotheken-umschau.de/Abnehmen/Diaet-Spritze-Liraglutid-Kein-Wundermittel-522535.html
    https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Liraglutid

    Basalinsulin ist m.E. für dich die bessere Lösung.
    Unterstützung des BZ-Stoffwechsels,
    wobei dann ganz normal die Kohlenhydrate als Energie (kcal) verarbeitet werden.
    Und dann greifen auch wieder die normalen Gesetzmäßigkeiten: Nur soviel Energie aufnehmen, wie auch verbraucht wird.
    Und du ja wieder zunehmen möchtest, kann's auch ein Häppchen wohlschmeckendes mehr sein.
    Kann das durchaus nachvollziehen - Stichwort 'Wohlfühlgewicht'.

    Nachfragen beim Diabetologen ist ganz wichtig !
    Wie ist seine ärztliche Einschätzung in Summe zu deinen Daten !?
    (Nicht nur alle möglichen 2er-Medikamente auspacken, sondern auch sonst verständig zum Thema !?)
    :-) Gruß Elfe & GG (Gutes Gelingen)
    Bearbeitet von User am 11.09.2019 00:03:50. Grund: + 2. Link
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    Hallo Elfe,
    bin nächste Woche wieder beim Diabetologen, er hat aber schon angedeutet, dass wahrscheinlich nur noch Umstellung auf Insulin helfen wird. Das Problem mit den Nüchternwerten ist ja, dass ich dann bereits so vorbelastet in den Tag starte und ich mich dann tagsüber sehr anstrengen muss, um die Werte runterzudrücken. Das ist auf Dauer auch kein Zustand. Beim Insulin habe ich nur Angst vor Unterzuckerungen, aber da muss ich dann wohl durch... Gruß Helge