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Wie meinen Diabetes behandeln?

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    Mitglied seit: 26.08.2019
    am 26.08.2019 20:35:48 | IP (Hash): 1089394359
    Hallo, habe seit 2015 Diabetes Typ 2. Kam wie aus heiterem Himmel, bin eigentlich nicht übergewichtig gewesen (damals bei 186cm, rund 88kg) und es gibt keine familiären Vorbelastungen und ich war eigentlich auch immer recht sportlich. Danach mit Janumet 850 eingestellt und sehr schnell bis auf 78kg runter (habe spontan alles süße wie Fruchtsäfte usw. verbannt). Langzeitwert von 10 auch relativ schnell auf 5,8 bis 7 runter. Nun im Juni plötzlich Wert auf 8,8, rauf, obwohl ich nichts geändert habe. Alle anderen Blutwerte im grünen Bereich. Mein Diabetologe war relativ ratlos, weil ich mittlerweile auf 74kg runter bin und eigentlich auch gerne wieder 2-3 kg zunehmen möchte - und sämtliche Medikamente immer einen Gewichtsverlust zur Folge haben. Habe jetzt den Arzt mal gewechselt, der mir dann sehr schnell klarmachte, dass es dünne/schlanke Diabetiker ungleich schwerer haben als Übergewichtige. Er hat mich dann auch nochmal auf Typ 1 getestet, negativ, auch hier alles im grünen Bereich. Mein Langzeitwert habe ich seit Juni wieder auf 6,5 runter, habe ABER immer morgendlichen Spitzen, die ich nicht wegbekomme. Liegt immer so bei 140. Arzt meinte auch, ich sei zu jung für diese Nüchternwerte, deshalb gibt es als Alternative wohl nur Insulin oder Victosa, was ich nun in der kleinsten Dosierung begonnen habe. Daneben soll ich nun Metformin 1000 morgens und abends nehmen. Was haltet ihr davon? Nimmt man mit Victosa nicht auch immer ab? Bin verunsichert, weil ich nach vier Jahren immer noch nicht weiß, woher der Diabetes gekommen ist und wie ich meine Werte in den Griff bekomme. Sie springen nämlich auch, ohne dass ich irgendein stringentes Muster erkenne (außer den Morgendwerten und Messungen nach Sport). Fühle mich deshalb auch wie ein Versuchskaninchen und bekomme deshalb auch keine Ruhe in meinen Lebensrhythmus.
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    am 26.08.2019 21:03:51 | IP (Hash): 1743891924
    Helge schrieb:
    Hallo, habe seit 2015 Diabetes Typ 2. Kam wie aus heiterem Himmel, bin eigentlich nicht übergewichtig gewesen (damals bei 186cm, rund 88kg) und es gibt keine familiären Vorbelastungen und ich war eigentlich auch immer recht sportlich. Danach mit Janumet 850 eingestellt und sehr schnell bis auf 78kg runter (habe spontan alles süße wie Fruchtsäfte usw. verbannt). Langzeitwert von 10 auch relativ schnell auf 5,8 bis 7 runter. Nun im Juni plötzlich Wert auf 8,8, rauf, obwohl ich nichts geändert habe. Alle anderen Blutwerte im grünen Bereich. Mein Diabetologe war relativ ratlos, weil ich mittlerweile auf 74kg runter bin und eigentlich auch gerne wieder 2-3 kg zunehmen möchte - und sämtliche Medikamente immer einen Gewichtsverlust zur Folge haben. Habe jetzt den Arzt mal gewechselt, der mir dann sehr schnell klarmachte, dass es dünne/schlanke Diabetiker ungleich schwerer haben als Übergewichtige. Er hat mich dann auch nochmal auf Typ 1 getestet, negativ, auch hier alles im grünen Bereich. Mein Langzeitwert habe ich seit Juni wieder auf 6,5 runter, habe ABER immer morgendlichen Spitzen, die ich nicht wegbekomme. Liegt immer so bei 140. Arzt meinte auch, ich sei zu jung für diese Nüchternwerte, deshalb gibt es als Alternative wohl nur Insulin oder Victosa, was ich nun in der kleinsten Dosierung begonnen habe. Daneben soll ich nun Metformin 1000 morgens und abends nehmen. Was haltet ihr davon? Nimmt man mit Victosa nicht auch immer ab? Bin verunsichert, weil ich nach vier Jahren immer noch nicht weiß, woher der Diabetes gekommen ist und wie ich meine Werte in den Griff bekomme. Sie springen nämlich auch, ohne dass ich irgendein stringentes Muster erkenne (außer den Morgendwerten und Messungen nach Sport). Fühle mich deshalb auch wie ein Versuchskaninchen und bekomme deshalb auch keine Ruhe in meinen Lebensrhythmus.



    Wie wurde denn Typ 1 ausgeschlossen? C-Peptid, Antikörper,... ??
    Wurde bei dir mal eine Insulinresistenz festgestellt? Dann wäre es wirklich Typ2.

    Ansonsten es gibt neben Typ 1 und Typ 2 auch Sonderformen. Die sind aber selten.
    Ich bin so froh, dass bei mir sofort erkannt wurde, dass ich eine Sonderform habe und nicht ewig als falsch diagnostizierter Typ 2 Diabetiker rumlaufen musste. Typ 2 wurde zum Glück bei mir dank 22 Jahre und unterer BMI Bereich Normalgewicht ziemlich schnell ausgeschlossen. Ein Typ 3c ist es dann bei mir geworden dank Vorgeschichte. Aber was ich bei anderen z.T. lese..
    Ist gerade hier im Forum ein neuer Artikel der DDG veröffentlicht worden im Info-Bereich zum Thema Sonderformen. Vielleicht liest du dich da mal rein.

    Für mich war es persönlich sehr wichtig zu wissen, welcher Typ man ist. Zum Teil unterscheiden sich ja schon die Behandlungen voneinander.
    Wie alt bist du überhaupt? Weil Typ 2 kann auch normalgewichtige ältere Menschen treffen. Dann hättest du dein Warum beantwortet.
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    am 26.08.2019 21:13:53 | IP (Hash): 1089394359
    Hallo July, ja Typ 1 wurde mittels C-Peptid und Antikörper ausgeschlossen. Und ich möchte auch gerne wissen, welcher Typ ich bin, erst dann kann ich auch den Diabetes akzeptieren, danke für den Infotip, da schaue ich mal rein. Ich bin 51 Jahre alt.
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    am 26.08.2019 21:18:29 | IP (Hash): 1089394359
    Habe mir die Info angesehen. Bin im Jahr 2006 mal mit Kortison behandelt worden (Auto-Immunerkrankung), Ärzte meinten aber, das sei zu lange her. BSD und alle Organe habe ich abckecken lassen. Was genau ist denn Typ 3c?
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    am 27.08.2019 00:47:01 | IP (Hash): 2145928405
    Hallo Helge,
    Typ 3c bedeutet, daß insgesamt die BSD nicht mehr so funktioniert.
    Betrifft den BZ einerseits, Verdauungsenzyme (bes. Fett) andererseits.
    Brauche Insulin zur BZ-Regulierung, Kreon als Enzym ~ 2ters ist nicht so schwierig in Dosierung.

    Du hast von 'Autoimmun mit Kortison' geschrieben.
    Autoimmun könnte schon auf Typ 1 hinweisen, so schlank wie du bist … .
    Eben aufgrund dessen wurde bei mir Typ 2 ausgeschlossen (trotz 2er Familienlinie; Gastritis A ist bei mir auch so'n Autoimmun-Dingens).
    Sofort Insulin-Pen in der Hand, dabei ist's geblieben, trotz LADA zu Anfang und 3c oben drauf.

    In anderem Zusammenhang wurde mir Kortison als Medikament schon verneint, da dieses den BZ hochtreibt = Gegenspieler zum Insulin.
    Allenfalls oberflächlich - bei Hautproblemen.

    Gruß Elfe
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    am 28.08.2019 02:24:09 | IP (Hash): 2145928405
    Helge schrieb:
    Bin verunsichert, weil ich nach vier Jahren immer noch nicht weiß, woher der Diabetes gekommen ist und wie ich meine Werte in den Griff bekomme. Sie springen nämlich auch, ohne dass ich irgendein stringentes Muster erkenne (außer den Morgendwerten und Messungen nach Sport). Fühle mich deshalb auch wie ein Versuchskaninchen und bekomme deshalb auch keine Ruhe in meinen Lebensrhythmus.


    Hallo Helge,
    ja, das Gefühl 'Versuchskaninchen' kann durchaus aufkommen.
    Die Mediziner messen irgendetwas und handeln erst mal Symptombezogen.
    Deshalb hatte ich sofort den Insulinpen in die Hand gedrückt bekommen, um hohe BZ-Werte mit 400 mg/dl zu senken. Typ 2 wurde per Augenschein der Konstitution schon ausgeschlossen.
    Die Diabetologen wollten selber wissen, was als Ursache dahinter steckt - ich selber war in der Zeit irgendwie im Nebel, damit klar kommen zu müssen.
    Was den Diabetologen dann Sorgen machte, war, daß ich weiterhin sehr viel an Gewicht verloren habe.
    Alles an Muskeln und Körperfett war weg und bereits Wasser hatte sich eingelagert.
    Wurde dann in Fachabteilung einer Uni-Klinik als Notfall überwiesen.
    Und genau diese hat's dann verbockt mit Hauptanliegen Bauchspeicheldrüse zu untersuchen.
    Mein Fehler, die ambulanten MRT-Bilder vorzulegen, wo der Röntgenarzt schon eine These hatte - die Enzyme könnten aufgrund der Lage zurück gestaut werden, und dann 'verdaut' sich die BSD sozusagen selber.
    Haben sich eher auf Nebenschauplätze konzentriert wie Magen/Darmspiegelung und Zuckerverträglichkeitstests - immerhin wurde Laktoseintoleranz diagnostiziert - hätte ich auch einfacher haben können in hiesiger ambulanter Praxis, ohne wochenlang in einer Klinik 'rumzuhängen, zur Diagnosefindung.
    Da eben Bauchspeicheldrüsen-Problem von Prof. Dr. Irgendwer nicht bestätigt wurde, lautete Empfehlung bes. zur Fettverdauung benötigtes Kreon abzusetzen.
    Na klar, hat auch mein Diabetologe darauf gehört und nicht mehr verschrieben.
    Trotzdem ging's mir weiter schlecht - im wahrsten Sinne des Wortes.
    Aufgrund meiner beschriebenen Symptome + auch nicht zunehmen, hat mein Dok dann wieder von vorne angefangen: Über Verdauungshilfe Lefax, Lefax forte, um dann doch wieder beim Kreon zu landen.
    Mittlerweile ist die Schrumpfung der Bauchspeicheldrüse auch in Diabetes-Praxis mit deren Ultraschallgerät zu erkennen, der Anfangsverdacht hat sich also mittlerweile bestätigt.
    In der Uniklinik damals haben die das nicht erkannt, obwohl deren Ultraschallauswertung Bildmäßig so groß war, wie meine Küchenzeile.

    Viele Worte in Beschreibung.
    Grundsätzlich steckt dahinter, dir zu sagen: Welches Vertrauen hast du zu deinem Arzt.
    Hat der nur eine These - vorgefasste Meinung -, oder hört er dir wirklich zu.
    Bei mir ist's so eine Mischung aus Bauchgefühl x pi²

    Dein Arzt scheint dich auch wieder in Richtung Typ 2 zu schieben, bei deiner Medikamentation - nur weil keine eindeutigen Antikörper bestimmt wurden.
    Aber deine anderen Angaben bzgl. Gewichtsabnahme und Nüchternwerte sind schon bemerkenswert.

    Mit dem schnell wirkendem Insulin spritze ich den Morgenanstieg mit 1-2 Einheiten herunter.
    Mit 51 'zu jung' für Typ 2 = Slang 'Altersdiabetes' ist vollkommen überholt - leider auch Kinder entwickeln schon Typ 2.
    Selber war ich bei LADA-Diagnose 40 Jahre alt, was damals so als Altersgrenze für Erwachsenen-Typ 1 galt.
    Auch dieses ist mittlerweile überholt, da sich die Technik weiterentwickelt mit Erkenntnissen daraus.

    Mit HbA1c von 6,5 liegst du genau an Diagnosegrenze zum Diabetes.
    Auf jeden Fall hast du ein Problem mit Höhe deiner BZ-Werte.
    Insulin in kleiner Menge ist da m.E. für dich ganz gut.
    Bzgl. Typ 2 mit anderen zusätzlich Medikamenten ist da nicht notwendig.
    Wenn du dir mal die Wirkung, Wirkprinzip und Nebenwirkungen anschaust °~°
    https://www.pharmazeutische-zeitung.de/arzneistoffe/daten/2009/liraglutidvictoza174122009/

    Ein stringentes Muster zu erkennen, ist nach wie vor für mich und den Diabetologen schwierig geblieben.
    Lege halt alle 3 Monate meine selbst gemessenen BZ-Werte vor, eben auch mit Zusatzdaten, wie was wann gegessen, Stress, Sport, Hitze u.a.m..
    Hat alles Einfluss, irgendwie.
    Und wenn mich mein Arzt fragt: Was haben Sie gemacht an dem oder dem Tag, um solche tiefen oder hohen BZ-Werte zu messen !?!
    Als wenn ich mich dann so genau daran erinnern könnte, denn prinzipiell alles gut - sowohl BZ als auch HbA1c.
    Jedenfalls mache ich die Buchführung noch immer handschriftlich, wo ich solches frei notieren kann und dann eben zusammengefasst in Excel-Tabelle für Arzt-Termin mit den wichtigsten Werten
    - per Software gesamt noch nichts gefunden - da fehlen Felder zumindest Bemerkungsfeld mit Freitext -.
    Und wenn der Dok dann trotzdem in meinem Tagebuch blättert, kann ich aufgrund der Aufzeichnungen darauf antworten und erklären.

    Das ist so ein Miteinander zwischen Dok & Patient.
    Und ich weiß, der Dok meint es gut mit mir - eben so Bauchgefühl x pi² -

    Gruß Elfe
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    am 28.08.2019 17:20:06 | IP (Hash): 2098373007
    Hallo Elfe, vielen Dank für deine ausführliche Antwort! Das hört sich ja fast ähnlich an. Ich hatte aber auch sämtliche Organe abchecken lassen, es gibt keine Anzeichen auf Leber oder BSD Entzündungen o.ä. Da muss ich mich ja erstmal drauf verlassen. Habe heute das dritte mal Victoza injiziert, bislang Null komma Null Effekt, d.h. Nüchternwerte weiter bei 150. Vielleicht muss ich da noch abwarten.
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    am 28.08.2019 19:08:35 | IP (Hash): 2145928405
    Hallo Helge,
    gerne :-)
    Was ich dir so ansatzweise beschrieben habe, ist ein Prozess über mehrere Jahre !
    Schnell wirkendes Insulin habe ich sofort bekommen - Notfall-Klinik-Einweisung 2 Jahre später - weiteres noch mindestens 1 Jahr obendrauf.

    Zu Anfang bin ich noch brav den Anweisungen des Diabetelogen gefolgt,
    bis er mich dann einmal angewaffelt hatte: "Das hätten Sie sehen müssen!"
    Klar hatte ich gesehen, daß die BZ-Werte nicht passten, aber mich nicht getraut, ohne Arztanweisung an den Insulinfaktoren rumzuschrauben.

    Über die Jahre habe ich dann doch soviel Infos, um auch mal kritisch nachzufragen.
    Und lasse mir auch nicht mehr jedes neue Insulin andrehen - war 1 x schief gegangen.
    Bitte um Bedenkzeit, recherchiere im Internet (z.B. EMA. = Europäische Zulassungsbehörde) und spreche mit dem Arzt darüber, daß m.E. die neuen Insuline Fiasp und Toujeo zu meinem Stoffwechsel nicht passen.
    Fragen sind in Der Diabetologen-Praxis durchaus erwünscht -
    Im Blutzuckertagebuch ist eine linierte Seite mit Überschrift: Das möchte ich fragen / klären / rezeptieren lassen.

    Von dem Victoza erwarte ich mir nicht viel:
    Unter schon geschicktem Link kannst du unter Studien lesen
    "Die Dualtherapien mit Liraglutid und Metformin oder Glimepirid führten jedoch zu einer Senkung der HbA1c-Werte von etwa 1 Prozent, während bei der Behandlung ohne das Inkretin-Mimetikum keine Reduzierung erzielt werden konnte."
    Was wenig - und wenn man sich noch alles andere durchliest - mein's wäre das nicht.

    Mit schnellem Insulin hättest du eine direkte Möglichkeit, den Nüchternwert zu senken.
    1 Einheit senkt den BZ um 50 mg/dl (Anfängerwert (bei mir stabil viele Jahre 40 mg/dl)).
    Auch ist das so, daß man den morgendlichen Wert über den Tag 'mitschleppt' - d.h. morgens hoch und tagsüber dann auch, auch wenn man passend reagiert.

    Gruß Elfe
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    am 28.08.2019 19:57:13 | IP (Hash): 1666906237
    Hallo Elfe, wahrscheinlich ist mir das Prinzip des Insulins noch nicht klar. Wenn ich selber noch Insulin produziere, ist es doch eher das Problem, dass das Insulin nicht aufgenommen wird. Was nützt dann noch mehr Insulin von aussen, dass zirkuliert und auch bicht ankommt? Man müsste doch an der Resistenz der Zellen ansetzen oder? Und bei Insulin hätte ich Panik, weil man da auch noch auf Unterzuckerungen achten muss...?
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    am 28.08.2019 20:49:13 | IP (Hash): 1743891924
    Helge schrieb:
    Hallo Elfe, wahrscheinlich ist mir das Prinzip des Insulins noch nicht klar. Wenn ich selber noch Insulin produziere, ist es doch eher das Problem, dass das Insulin nicht aufgenommen wird. Was nützt dann noch mehr Insulin von aussen, dass zirkuliert und auch bicht ankommt? Man müsste doch an der Resistenz der Zellen ansetzen oder? Und bei Insulin hätte ich Panik, weil man da auch noch auf Unterzuckerungen achten muss...?



    Hallo Helge,

    Elfe hat es ja schon erklärt. Typ 3c habe ich dank einer einmaligen BSD-Entzündung davon getragen. Risiko liegt je nach Studien bei 1-15%.. Also sehr gering. Aber ich habe halt einfach Pech gehabt.

    Wegen deiner jetzigen Frage, ist denn sicher, dass du eine Insulinresistenz hast? Also wurde mal Homa-Index bestimmt oder war das C-Peptid außerordentlich hoch?

    Wenn das wirklich so ist, hast du in gewisser Weise Recht. Dank der Insulinresistenz hast du noch Insulin. Jedoch wirkt es nicht gut genug.
    Insulin als Medikament hat halt den Vorteil, dass es kaum NW hat. Es macht Unterzuckerungen, ja da muss man natürlich schon aufpassen. Aber andere Medikamente haben auch Nebenwirkungen, z.B. Sulfonylharnstoffe könnten auch eine UZ hervorrufen.
    Und was man bei Insulin bedenken muss, man nimmt davon nicht ab, wenn dann zu.

    Vielleicht melden sich ja mal Rainer oder Jürgen. Die kennen sich mit den klassischen Typ2 Medikamenten noch deutlich besser aus.
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    am 29.08.2019 08:53:39 | IP (Hash): 2007590016
    Hallo July95, mein C Peptid liegt bei 2,27, wobei die Spanne mit 1,1 bis 4,4 angegeben ist. Homa Index sagt mir nichts, wurde anscheinend bisher nicht geprüft. Heute Morgen: 127. immerhin mal deutlich geringer als sonst, vielleicht ein Lichtblick...
    Gruß Helge
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    am 29.08.2019 09:50:45 | IP (Hash): 1825860741
    HBA1c 10 ohne Rückwärtsessen lässt wenig Raum für anderes als T2 und den diagnosereif schon seit wenigstens 3 und eher um 5 und sogar noch mehr Jahren vor dieser Diagnose in 2015. Im normalen Rahmen behandelt mit HBA1c um 6-7 pflegt sich so ein Diabetes weiter zu entwickeln und bei gleichbleibendem Alltags- und Medikationsverhalten immer größere BZ-Schwankungen und immer höhere alltägliche Verläufe zu machen und alternativ für gleich weite Schwankungen und gleich hohe Kurven immer mehr und immer stärkere Medikation zu erfordern. Das muss nicht kontinuierlich verlaufen, sondern erfolgt häufig in Stufen um 1-2 und auch mehr HBA1c-Punkte und ist völlig normal und wird eigentlich auch von allen Ärzten so vermittelt. Leider eher selten, dass T2 Betroffene in etwa 20% aller Fälle normalgewichtig sind und dass auch nennenswerte bis sehr große Gewichtsabnahmen nur das Symptom des höher als gesunden BZ für eine mehr oder weniger lange Zeit verringern, aber keine Ursache beseitigen.

    Die Insulinresistenz ist ein altes und eigentlich längst völlig überholtes Bild, das im Grunde von Anfang an daneben war. Denn wenn der Blutzucker ansteigen würde, weil die Verbraucherzellen die Abnahme der normalen Mengen an Glukose verweigern, müsste jeder völlig gesunde Mensch nach 3 Tagen im Bett bei weiter normaler Verpflegung deutlich krankhaft hohen BZ haben. Denn bei Bettruhe verbrauchen die meisten Muskel- und sonstigen Zellen seeeehr viel weniger Glukose, als im normalen Alltag und können auch keine irgendwie normalen Glukosemengen aufnehmen. Trotzdem haben die Betroffenen weiter ihre völlig normalen BZ-Verläufe.

    Wie das? Weil ihre Lebern mit ihren gesunden Regelungen in jeder Lebenslage fortlaufend mit jedem der mehreren tausend Liter Blut, die sie in 24 Stunden durchströmen, vollautomatisch immer genau so viel Glukose ausgeben, wie gerade verbraucht wird. Nicht mehr und nicht weniger.
    Diese Automatik ist beim T2 defekt. Die Leber gibt infolge falscher Regelung immer mehr zu viel Glukose aus und dazu auch immer mehr zu viel Insulin, aber davon die meisten bis alle von 24 Stunden zu wenig für den gesunden BZ.

    Gratuliere zum verbesserten Nüchternwert. Der lässt sich übrigens häufig super damit im Zaum halten, dass man die Spitzen jeweils etwa 1 Stunde nach dem Essen auf die gesunde Höhe von um 140 mg/dl begrenzt.

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    Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;)
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    am 29.08.2019 10:58:24 | IP (Hash): 2007590016
    Hallo Jürgen, vielen Dank! Verstehe einen Satz nicht: „Die Leber gibt infolge falscher ...“
    Was meinst du damit? Das würde ja doch gerade bedeuten, dass eine externe Insulinzufuhr nichts bewirken würde und man mit der Behandlung an der Leber ansetzen muss. Oder was verstehe ich hier falsch? Und Werte von 140 nach dem Essen? Das wäre ein Traum, dafür dürfte ich aber wahrscheinlich fast gar nichts essen... Gruß Helge
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    am 29.08.2019 11:57:35 | IP (Hash): 1825860741
    https://docs.wixstatic.com/ugd/32a606_db20057cf9b5496ea94c7d7d2d6f0cde.pdf ist ne vieltausendfach bewährte Anleitung, und wenn Du damit schon vor 4 Jahren angefangen hättest, würden wahrscheinlich heute noch sehr viel mehr KHs in Deinen gesunden BZ-Rahmen passen.

    Mit Deinem Lebereinwand hast Du recht: am nächsten kommt dem die intravenöse Insulingabe, weil unsere um 5 Liter Lebenssaft in 1 Minute wenigstens einmal umgesetzt werden und in 5 Minuten wenigstens einmal alle durch die Leber gehen. Hat bis in die 60ger Jahre des vorigen Jahrhunderts auch zum fortgeschrittenen T1-Verhaltensrepertoire gehört, bis man für iv ne spezielle Ausbildung brauchte und sich zudem herausgestellt hatte, dass so verabreichtes Insulin die Pipeline um die Zugangsstelle angreift. Ähnlich instantan funktioniert inhaliertes Insulin, weil die Leber für ihren hohen Sauerstoffbedarf nen eigenen Lungenanschluss hat. Aber die ungewohnte Applikation hat sich bis heute nicht nennenswert durchgesetzt. Für ganz schwierige Fälle gibt's den Port für die Einleitung in die Pfortader und als immer begründetere Hoffnung für uns alle die Insulin-Pille. Damit würde Insulin praktisch mit dem Essen aufgenommen und mit den verwertbaren Bestandteilen direkt in die Leber transportiert werden.

    Bis dahin müssen wir uns halt mit den aktuell angebotenen Möglichkeiten behelfen ;) - Die meiste Wirkung wird auch von dem aus Pen oder Pumpe zugeführten Insulin in der Leber stattfinden, schon ganz einfach deswegen, weil sonst nirgendwo im Körper eine Stelle ist, die Energie speichern kann, die für den Moment zuviel einverleibt wird, und die gespeicherte ausgeben kann, wenn sie gebraucht wird.

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    Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;)
    Bearbeitet von User am 29.08.2019 12:02:06. Grund: Ergänzung
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    am 29.08.2019 18:12:46 | IP (Hash): 2145928405
    Helge schrieb:
    Hallo Elfe, wahrscheinlich ist mir das Prinzip des Insulins noch nicht klar. Wenn ich selber noch Insulin produziere, ist es doch eher das Problem, dass das Insulin nicht aufgenommen wird. Was nützt dann noch mehr Insulin von aussen, dass zirkuliert und auch bicht ankommt? Man müsste doch an der Resistenz der Zellen ansetzen oder? Und bei Insulin hätte ich Panik, weil man da auch noch auf Unterzuckerungen achten muss...?


    Hallo Helge,
    würde nicht unbedingt von einer Insulinresistenz sprechen, so stark wie du ev. vermutest.
    Du hast reichlich abgenommen - Bauchfett gilt da als kontraproduktiv.
    Und du möchtest sogar wieder etwas zunehmen, verständlich, dein BMI ist schon arg niedrig mit 21,4.

    Unterzuckerungsgefahr mit schnellem Insulin ist leider gegeben.
    Aber wenn du nur den Morgenanstieg senken möchtest, ist das eine gute Möglichkeit.
    Zudem fängt man dann mit kleinen Einheiten an, wie schon beschrieben.
    Du könntest selber überprüfen, ob bei dir der Morgenanstieg aufgrund deines Stoffwechsel stattfindet (ohne KHs).
    Dafür den Wecker stellen auf 3 Uhr, lästig, macht aber Sinn.
    Schon mitten in der Nacht, bereitet sich der Organismus auf's Aufwachen vor und schüttet einen Hormoncocktail aus, der Gegenhormone zum Insulin enthält.
    Wenn um 3 Uhr BZ o.k. und erst zur Aufstehzeit der BZ angestiegen ist, wäre das geklärt
    https://de.wikipedia.org/wiki/Dawn-Phänomen

    Eine andere Möglichkeit wäre, langwirkendes Basalinsulin zu spritzen, da ist Hypogefahr weit geringer.
    Das dient zur Unterstützung des Grundstoffwechsels und ggfs. auch den Morgenanstieg zu verhindern.
    Seit dem ich zusätzlich zum schnellen Insulin noch Basalinsulin bekommen habe, kann ich das darüber beeinflussen.
    Mein Basal ist Levemir, was nicht so lange wirkt (wie die neueren), aber für mich Vorteile bietet.
    Kann Bedarf Tag & Nacht jeweils anpassen und brauche morgens 4 Einheiten und - wirklich erst vor Schlafengehen - nur 2 Einheiten.

    Beim Essen kommt es darauf an, den entstehenden Zucker (Aufschluss von Stärke aus Brot und Sättigungsbeilagen) langsam ins Blut träufeln zu lassen.
    Das gelingt in Kombination mit Fett und Eiweiß (auch Ballaststoffen aus Gemüse und Obst).

    Mein Problem war zu Anfang das Sattwerden, mit Vorgabe 40 - 60 g KHs pro Hauptmahlzeit.
    Mit Nudeln da echt ein Problem.
    Die vorher verschmähten Kartoffeln jetzt gerne und auch Brot mit unterschiedlichem Belag ('Strammer Max' mit Schinken und Spiegelei z.B., wenn's mal schnell gehen muss).

    Gruß Elfe
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    am 30.08.2019 09:45:39 | IP (Hash): 1089394359
    Heute Morgen wieder 173 Nüchternwert.... aber: habe schlecht geschlafen und lag von 1-3 Uhr wach. Hatte gestern Abend Stress und Ärger, für mich ein klares Zeichen, dass ein Großteil meiner BZ Werte von meinem Stresslevel gesteuert wird. Und vieles davon scheine ich nachts zu verarbeiten. Aber ein Medikament gegen Stress gibts wohl nicht...?
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    am 30.08.2019 18:28:20 | IP (Hash): 2145928405
    Hallo Helge,
    Stress erhöht den Blutzucker allgemein zu jeder Tages- und Nachtzeit, da ausgeschüttete Hormone den Blutzucker erhöhen = Insulin-Gegenhormone - siehe Link Punkt 2
    https://www.d-journal.ch/wissen/blutzucker-und-hormonsystem/

    Beruhigungsmittel gäbe es schon als Medikament, ABER die will man nicht.
    Pflanzliches kann auch helfen, aber selbst da muss man bzgl. Nebenwirkungen aufpassen.
    Selbst bei Johanniskraut, die Haut wird lichtempfindlich, also jetzt in Sommer-Sonne nicht angebracht.

    Habe ganz gute Erfahrungen mit Baldrian-Dragees gemacht (Tropfen schmecken fies und bleibt über Stunden).
    Hopfen/Melissen-Tee ist auch so mein Abendritual, um abends zur Ruhe zu kommen.

    Wenn sich so nachts das Gedankenkarussell dreht und man eh nicht Schlafen kann, kann man auch ein Zwiegespräch mit sich selbst führen: Warum war ich so wütend … - was ist der eigentliche Grund (konnte mich situationsbedingt nicht wehren z.B.) ?
    Und dann am besten aufschreiben, da man mehr überlegen muss, wie man was formuliert.
    Wenn man sich dann morgens die eigenen Notizen ansieht, kann man manchmal erkennen: Warum ich habe ich mich gestern eigentlich so aufgeregt ?

    Bei wach im Bett liegen, kann auch 'Muskelentspannung nach Jacobson' helfen.
    Dann alle Muskeln kräftig anspannen und loslassen, mehrfach - bis du insgesamt die auch körperliche Entspannung spüren kannst
    https://www.netdoktor.de/stress/progressive-muskelentspannung/

    Atmung kann auch helfen: Eine Hand auf die Brust legen, die andere Hand auf den Bauch.
    Dann bewusst abwechselnd in die Brust atmen und in den Bauch atmen.
    Heben und senken spürst dann über die Hände.
    - Ist so eine COOL-down-Übung nach Sport, was ich persönlich sehr entspannend finde. -

    Versuche doch mal die zwei praktischen Übungen - kost' nix, in Rückenlage übrigens.
    Wünsche dir ein entspanntes Wochenende
    :-) Gruß Elfe
    Bearbeitet von User am 30.08.2019 18:40:35. Grund: +
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    am 10.09.2019 12:15:48 | IP (Hash): 1639489015
    Hallo Elfe,

    Stress hat sich wieder gelegt, schlafe gut und ausreichend. Leider haben sich die Nüchternwerte am Morgen nicht verändert, weiterhin zwischen 120 und 150 schwankend. Victoza scheint also nicht zu helfen und ich habe noch weiter leicht abgenommen... nächste Woche bin ich wieder beim Diabetologen, mal sehen wie es dann weitergeht und was der Langzeitwert macht.
    Gruß Helge
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    am 10.09.2019 23:55:11 | IP (Hash): 1971336646
    Hallo Helge,

    schon mal gut, daß die aktuelle Stress-Situation sich wieder beruhigt hat und du ausreichend schlafen kannst.
    Dennoch sind wir tagtäglich irgendwelchem Stress ausgesetzt.
    Zusätzlich - wenn auch unbewusst - deine Sorge um die BZ-Werte.
    Persönlich (mit 1er Hintergrund) finde ich deine Nüchternwerte gar nicht so schlecht.
    Da sehe ich z.T. noch höhere, kann die aber dann (wie beschrieben) auch mit Insulin 'runter regulieren.

    Victoza wird wirklich als 'Abnehm'-Mittel beworben
    https://www.apotheken-umschau.de/Abnehmen/Diaet-Spritze-Liraglutid-Kein-Wundermittel-522535.html
    https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Liraglutid

    Basalinsulin ist m.E. für dich die bessere Lösung.
    Unterstützung des BZ-Stoffwechsels,
    wobei dann ganz normal die Kohlenhydrate als Energie (kcal) verarbeitet werden.
    Und dann greifen auch wieder die normalen Gesetzmäßigkeiten: Nur soviel Energie aufnehmen, wie auch verbraucht wird.
    Und du ja wieder zunehmen möchtest, kann's auch ein Häppchen wohlschmeckendes mehr sein.
    Kann das durchaus nachvollziehen - Stichwort 'Wohlfühlgewicht'.

    Nachfragen beim Diabetologen ist ganz wichtig !
    Wie ist seine ärztliche Einschätzung in Summe zu deinen Daten !?
    (Nicht nur alle möglichen 2er-Medikamente auspacken, sondern auch sonst verständig zum Thema !?)
    :-) Gruß Elfe & GG (Gutes Gelingen)
    Bearbeitet von User am 11.09.2019 00:03:50. Grund: + 2. Link
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    am 13.09.2019 12:43:14 | IP (Hash): 1639489015
    Hallo Elfe,
    bin nächste Woche wieder beim Diabetologen, er hat aber schon angedeutet, dass wahrscheinlich nur noch Umstellung auf Insulin helfen wird. Das Problem mit den Nüchternwerten ist ja, dass ich dann bereits so vorbelastet in den Tag starte und ich mich dann tagsüber sehr anstrengen muss, um die Werte runterzudrücken. Das ist auf Dauer auch kein Zustand. Beim Insulin habe ich nur Angst vor Unterzuckerungen, aber da muss ich dann wohl durch... Gruß Helge
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    am 13.09.2019 13:13:52 | IP (Hash): 1579799705
    Helge schrieb:
    Beim Insulin habe ich nur Angst vor Unterzuckerungen, aber da muss ich dann wohl durch.

    Hallo Helge,

    nur mit Basalinsulin brauchst du keine große Angst vor gefährlichen Unterzuckerungen zu haben. Dafür müsste die Dosis schon sehr falsch und viel zu hoch sein.

    Wenn du z.B. 12 IE Lantus spritzt, dann kommt innerhalb von 1 Stunde lediglich 1/2 ... 1 IE davon an. Das kontinuierlich ankommende Insulin wird auch gleich wieder mit einer kurzen Halbwertszeit von etwa 5 Minuten abgebaut, so dass sich - außer bei viel zu hoher Fehldosierung - nicht so viel Insulin ansammeln kann, dass dein BZ wirklich stark absinkt. Wenn der BZ leicht zu niedrig wird, dann wird deine BSD kein Eigeninsulin mehr dazu geben und die Leber wird zusätzliche Glukose ausgeben, um den BZ wieder anzuheben. Leichte Unterzuckerungen schaden übrigens nichts, vor denen brauchst du dich nicht zu fürchten.

    Alles Gute, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 13.09.2019 15:44:43. Grund: .
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    am 13.09.2019 18:13:37 | IP (Hash): 1971336646
    Hallo Helge,

    hatte dir ja auch schon am 29. August geschrieben, daß mit langsam wirkenden Basalinsulin Unterzuckerung eher nicht gegeben ist.
    Ich selber benötige in Summe nur 6 Einheiten Basalinsulin (keineswegs 12 IE), aber ich habe auch eine andere Konstitution als du (und Rainer).
    Erfahrungsgemäß fängt man auch mit Basalinsulin mit kleinen Mengen an, der Arzt wird dir die Anfangsdosis des verschriebenen Insulin vorgeben.
    Dann überprüfst du den Blutzucker, besonders ist der Nüchternwert dein Anliegen, und kannst sehen, ob die Dosis ev. zu niedrig ist und mit deinem Arzt besprechen, ob Dosis erhöht werden soll.
    Das kann übrigens mehrere Wochen dauern, passiert nicht von heute auf morgen.

    Als Patient kannst du zwischen den Arztterminen auch selbst die Basaldosis überprüfen mit dem sogen. Basalratentest zu unterschiedlichen Tageszeiten.
    Dabei lässt man eine Mahlzeit weg, um ohne durch Mahlzeiten-Kohlenhydrate beeinflusst, die reine Wirkung des Basalinsulins anhand der BZ-Werte beurteilen zu können.
    Siehe Seite 2
    https://ifz-langen.de/files/uploads/dokumente/Basalratentest-CSII.pdf

    Gruß Elfe