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Diabetes Typ 1 Anfängerfragen

  • Rang: Anfänger
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    Mitglied seit: 18.12.2019
    am 18.12.2019 14:56:57 | IP (Hash): 936273912
    Hallo
    Ich bin neu hier mit der Diagnose Typ 1
    Ich war vor Kurzem zur Einstellung im Krankenhaus und meine Werte habe sich extrem gebessert seit dem
    Leider habe ich ein paar Dinge bis heute nicht wirklich verstanden :
    Beispiel :
    Ich messe vor dem Frühstück/Mittagessen/Abendessen einen Wert von 90-110
    Soll ich dann trotzdem Insulin spritzen vor dem Essen obwohl der Wert ok ist ?
    Laut KH soll ich in so einem Fall außer morgens und nachts (lantus) nichts tun also die Dosis(siehe Plan ) auslassen und ganz normal essen .
    Leider kann man hier keine Fotos einfügen oder Links setzen deshalb hier der Plan :
    morgens mittags abends Nachts
    0-80 - - - 12
    80-120 5 - - 12
    121-150 6 2 3 12
    151-180 7 3 4 12
    181-210 8 4 5 12
    211-240 9 5 6 12
    241-270 10 6 7 12
    271-300 12 7 8 12
    über 300 14 8 9 12

    Das hat die letzten Tage auch relativ gut funktioniert s.h nach 2-4 std waren die Werte immer ok .
    Jetzt lese ich aber überall dass ich Mahlzeiten berechnen soll und entsprechend die Dosis vor dem Essen anpassen und spritzen
    Gilt dass auch in dem Fall dass ich normale Werte habe vor dem Essen oder nur falls sie bereits vor dem Essen erhöht sind ?
    Muss ich also immer berechnen und IMMER spritzen vor dem Essen ?

    Einen ersten Termin beim Diabetologen habe ich erst Anfang Januar bekommen.....

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    Mitglied seit: 18.12.2019
    am 18.12.2019 14:59:07 | IP (Hash): 936273912
    Edit :Mir hat in den letzten Tagen fast die nächtliche Lantus Dosis über den Tag ausgereicht und ich musste nur 2 mal apidra spritzen über den Tag
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    am 18.12.2019 18:03:51 | IP (Hash): 623839552
    NORMAL spritzen wir Basal für die Versorgung mit dem Insulin, das wir immer brauchen, auch wenn wir NIX essen. Denn Leber und Nieren machen fortlaufend Glukose aus Eiweiß (Glukoneogenese), die verarbeitet werden muss.
    Und dann spritzen wir Bolus zum Essen zum Abarbeiten der Glukose, die wir uns mit dem Essen einverleiben. Um 1 Stunde nach dem Essen haben wir davon meistens die BZ-Spitze, und dann sinkt der BZ gesund in den nächsten 2-3 Stunden wieder auf normal ab, man passend gespritzt hat.

    DEINE SITUATION IST NOCH NICHT NORMAL! Denn so kurz nach der Diagnose T1 funktionieren noch etwa 20% Deiner Betas und können Deinen BZ noch im gesunden Rahmen halten, wenn Du sie nicht mit zu großen KH-Portionen zu sehr stresst. So lange Du also zu Deinen Mahlzeiten 90-110 misst, brauchst Du zum Essen nicht zu spritzen. Der Zustand nennt sich Honeymoon oder Remission und kann ein paar Tage oder auch ein paar Wochen anhalten.

    Beobachten ist gut und Aufschreiben und am besten auch aufschreiben, wieviel Du wovon isst - und neugierig wie ich wär würd ich auch mal ne Stunde nach dem Essen nach der Spitze schauen ;)

    Und dann sieh zu, dass Du bei Deiner Schwerpunktpraxis bald ne Schulung kriegst! Und bis dahin lies Dich einfach mal durch diabetesinfo.de . Daumendrück!

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    Seit über 10 Jahren leben immer mehr Menschen völlig gesund mit ihrem Diabetes Typ 2, mit sehr viel weniger Medikamenten, als für ihre DDG-normale Behandlung, oder sogar völlig ohne.
    Sie testen immer mal wieder, welche Portionen von welchem Essen am besten in ihren gesunden Blutzucker-Rahmen passen und wann am Tag welche Bewegunngsanteile und richten sich meistens danach. Geht am einfachsten schon mit Prädiabetes!
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
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    Mitglied seit: 18.12.2019
    am 18.12.2019 18:25:02 | IP (Hash): 936273912
    Danke für die schnelle und ausführliche Antwort
    Jetzt hab ichs verstanden 👍😉
  • Elfe

    Rang: Gast
    am 18.12.2019 18:37:59 | IP (Hash): 569721584
    Hallo Trvllr,
    JA !
    Dein schnell wirkendes Apidra wird zu den Mahlzeiten abgestimmt
    IE/BE zur Tageszeit und Möglichkeit des Herunterspritzens mittel Korrektur-Regel = 1 Einheit senkt BZ um soundso viel, um so hohe Werte um die 300 mg/dl zu senken.
    Das Basalinsulin Lantus ist NUR für den Grundstoffwechsel zuständig - also ohne Essen - finden dennoch im Organismus bestimmte Vorgänge statt, die Einfluss auf den BZ haben.
    Ich selber habe ein anderes Basal Levemir, was ich in zwei Dosen morgens und abends gebe.
    Hat den Vorteil, daß ich schon anhand der Nüchternwerte sehen kann, ob Abenddosis gepasst hat ~ auch tagsüber Morgendosis gut abschätzbar (mit entsprechenden Essenspausen, wobei auch schnelles MZ-Insulin keinen Einfluss mehr hat (3-4 h).
    In Summe brauche ich nur 9 Einheiten Basal: 6 zu 3 - nach sehr vielen Jahren als 1er.

    Solange du die BZ-Werte einigermaßen im Griff hast - bis Januar, wird dir nicht viel Ungemach passieren.
    Wie man welche Dosis berechnet und auch selbst anpassen kann, wird dir beim Diabetologen erklärt.
    Gruß Elfe
    P.S.: Dir wurde im KH ein 'Plan' gegeben.
    Funktioniert so leider nicht, da muss man genauer hinsehen und auch selber BZ-Werte beobachten.
    Nach 1 h messen à la Jürgen ist m. E. überflüssig ~ warte die Wirkungszeit des MZ-Insulins ab, vorher darf ich sowieso nicht korrigieren.
    Ist übrigens ein Prozess, bei mir schon als Anfänger und auch weiterhin - alle drei Monate zum Diabetologen, da werden eigen gemessene BZ-Werte mit Dosis abgeglichen + Tipps besprochen.
    Bearbeitet von User am 18.12.2019 18:43:40. Grund: .
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    am 18.12.2019 19:35:05 | IP (Hash): 623839552
    BITTE Elfe!

    So lange in der Remission vor den Mahlzeiten ohne zu spritzen 90-110 anliegen, würde Spritzen doch völlig unnötig in die Gegend von oder sogar in den Unterzucker bringen!

    UND ne Remission lässt sich schon ein bisschen damit strecken, dass man die Spitzen mit dem Essen nach dem Essen nicht in den Himmel wachsen lässt. Kann man aber nur, wenn man da auch misst. Wäre vielleicht jetzt mit all dem Süßkram zu Weihnachen zwar ein bisschen hart, aber wer mit Insulin praktisch völlig bei Null anfängt, sollte nicht zum Start mit größeren Mengen verleitet werden!

    Korrektur kommt behandlungsoffiziell erst, wenn die ICT läuft, also frühestens mit der ersten richtigen Schulung. Die ist auf dem nachfragenden Info- und Schulungsstand überhaupt noch nicht gefragt.

    Dass der Spritzplan aus dem kranken Haus nur ne miese Krücke sein kann, versteht sich von selbst. Aber die soll ja auch nur notdürftig bis zur vernünftigen Schulung reichen, und das wird sie schon mit einiger Wahrscheinlichkeit.

    UND wie viele Einheiten von welchem Insulin wer wann braucht, richtet sich nicht nach Deinem, sondern dem Bedarf des jeweils betroffenen Fragestellers und kann bei T1 locker von Null (Remission) bis über 200 IE/Tag reichen.

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  • Elfe

    Rang: Gast
    am 19.12.2019 18:36:12 | IP (Hash): 569721584
    Jürgen, selber Bitte !
    Du vergisst die Wirkung der m. E. Basaleinheiten Lantus, die da irgendwie im Untergrund arbeiten.
    Zu Mahlzeiten bzw. Vermeidung von so hohen BZ-Werten um die 300 mg/dl ist das schnellere Bolus-Insulin sehr viel besser geeignet ~ zumal du doch predigst, BZ-Werte möglichst niedrig zu halten.
    Was soll der Betroffene denn dann machen ? Kohlenhydrate vermeiden ? Was dann auch nicht unbedingt so hilft !???

    Daß die 2er, wie du auch, irgendwas von Remission erzählen - lt. Internet !?

    Hat bei mir (LADA) jedenfalls nicht stattgefunden:
    Wurde ambulant direkt auf Mahlzeiten-Insulin eingestellt - mit zu Anfang sehr kleinem IE/BE-Faktor.
    Mit Zugrundegehen der eigenen Inselzellen (zerstört durch das eigene Immunsystem) sind die Faktoren nun größer geworden: 2 - 1 - 2,25, Korrekturregel ist mit 40 mg/dl stabil.
    Basalinsulin kam bei mir auch erst zeitverzögert mit sehr kleiner Menge nach ca. 14 Monaten.
    Also genau anders herum die Einstellung, als die des Fragestellers.

    Bin damals von der Hausärztin direkt weitervermittelt worden mit BZ ca. 400 an Schwerpunktpraxis, die dann zusätzlich einen HbA1c von größer 8 bestimmt haben.
    Habe dann sofort Pen mit Novorapid in die Hand gedrückt bekommen mit erster Erklärung, Einheiten auf KH-Menge anzuwenden: 1 : 1 (KE im 10er System, nicht BE mit 12).
    Zu Anfang wurden die hohen BZ-Werte LANGSAM gesenkt, um den Augen nicht zu schaden !
    Weiteres erfolgte in der ambulanten Praxis, zu Anfang engmaschige Betreuung der Ärzte = Insulinanpassung, Schulung später.
    Feinheiten bzgl. Insulin immer noch Besprechung mit Arzt (FPEs z.B.).
    Bearbeitet von User am 19.12.2019 18:43:19. Grund: +
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    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 19.12.2019 20:20:25 | IP (Hash): 155483710
    https://www.diabetes-news.de/lexikon/r/remission
    diabetesinfo.de:
    Vorübergehende Verringerung des Insulinbedarfes oder vorübergehende Unterbrechung der Insulinbehandlung bei einem neu festgestellten DM Typ 1. Sie beruht auf eine noch ausreichende eigene Insulinreserve, die aber wieder nachlässt. Üblicherweise kommt es nur bei einem Typ 1 Diabetiker zu einer Remissionsphase, die von wenigen Monaten bis zu einem Jahr dauern kann. Grund dafür: durch die eingeleitete Therapie konnten sich die Betazellen vorübergehend wieder erholen

    Dr. Google zu "honeymoon diabetes typ 1"
    Die "Honeymoon-Phase" des Typ-1-Diabetikers ist charakterisiert durch einen erniedrigten bis fehlenden Insulinbedarf bei gleichzeitig guten Blutzuckerwerten. Diese Phase tritt meist kurz nach Diagnose auf und dauert typischerweise drei bis sechs Monate an.
    Und mal etwas lockerer beschrieben https://zusuessfuerdiesewelt.com/2019/08/02/honeymoon/

    Bei LADA gibt es das Phänomen der Remission eher nicht.

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  • Elfe

    Rang: Gast
    am 20.12.2019 19:52:19 | IP (Hash): 569721584
    Wie vermutet - nur aufgrund Dr. Google,
    'Live und in Farbe' ist's dann anders - auf Person bezogen -.
    Da geht's darum, Insulin(e) zum Alltag abzustimmen (nicht wie früher, mit strengen Regeln bzgl. KHs und Essenzeiten ~ geschweige denn, im Minutentakt dem BZ hinterher zu essen).

    Bei jungen Menschen ev., aber warum bei LADA ausgeschlossen - zugegeben älter - Grund ist derselbe.
    Drei bis sechs Monate ev. bei mir auch, wie gesagt: Mit kleinen Mengen Insulin angefangen und Basal kam erst später größer einem Jahr dazu.
    Wir können hier weiter trefflich fachsimpeln ~ Trvllr scheint's nicht zu interessieren.
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    Beiträge: 8853
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 20.12.2019 21:31:17 | IP (Hash): 422583755
    Elfe schrieb:
    Daß die 2er, wie du auch, irgendwas von Remission erzählen - lt. Internet !?


    https://insulinclub.de/index.php?thread/30430-erfahrungen-honeymoon-remissionsphase/&postID=490932&highlight=Honeymoon#post490932 und den Thread vielleicht auch mal lesen?

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  • Elfe

    Rang: Gast
    am 21.12.2019 18:28:47 | IP (Hash): 569721584
    Nö, warum sollte ich das Internet durchforsten nach allem möglichen zu Typ 1 !?
    Habe schon genügend Literatur: Bücher, Diabetes Journal u.a.m., tlw. von KK zugeschickt
    Allgemein zugängliche Infos, was mir nicht wirklich weiterhilft.

    Richtige Insulindosierung zu KE ist mein Thema von Anfang an, da hat die zusätzliche Diagnose 3c auch nix dran geändert.
    Und alle drei Monate immer wieder angesprochen vom Diabetologen, warum/wieso denn diese BZ-Werte (eher die tiefen) zustande gekommen sind.

    Erinnere mich gerne an meine Großeltern und deren Geschwister, 2er übrigens, die damals nur die Möglichkeit mit Tabletten als Medikament zur Verfügung und Regeln zu Essen hatten und nur beim Arzt BZ-Werte bestimmen zu lassen.
    Und natürlich wurde damals anders gekocht ~ Gemüse untereinander (mit Kartoffel) ~ .
    Hatten schon damals vor 40 Jahren sooo recht !