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Neuropathie und HbA1c

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    Mitglied seit: 10.02.2020
    am 10.02.2020 18:04:05 | IP (Hash): 1461134734
    Guten Tag,
    Meine Freundin hat Diabetes Typ 1. In den letzten Jahren schlecht eingestellt.
    Letztes Jahr hat sie ihren HbA1c mit ärztlicher Unterstützung stark gesenkt (zuvor war er sehr hoch) . Damit verbunden haben sich Symptome der Neuropathie gezeigt. Einige Monate ging es ihr damit ziemlich schlecht. Neben Schmerzen kamen (ab und zu) Sehstörungen und Schwindel dazu.
    Das hat dazu geführt, dass sie den Diabetes wieder etwas hat schleifen lassen. Anschließend sind die Symptome vollständig verschwunden. Es ist aber auch nicht klar, inwieweit es sich dabei möglicherweise um Burnout handelte.

    Nun steht die Befürchtung im Raum, dass mit erneutem Herabsenken des Werts (was unbedingt nötig ist) sich wieder Symptome zeigen.

    Meine Frage ist im Wesentlichen: ist es üblich / schon bei jemandem vorgekommen, dass Symptome der Neuropathie mit höherem Zuckerspiegel abklingen?
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    am 10.02.2020 19:08:34 | IP (Hash): 13924027
    Hallo TypF,
    Neuropathie ist bei 1ern nicht so wahrscheinlich, ev. andere Gründe zu Missempfindungen an Füßen und Fingern.
    Sehstörungen und Schwindel zeigen eher stark schwankende Blutzuckerwerte an, worauf die Priorität liegen sollte, die in den Griff zu bekommen, mit guter regelmäßiger Diabetes-Arzt-Unterstützung,
    Dann schafft man auch besser, den 'normalen' Alltag, was immer dieser zu einer Überforderung als Summe geführt haben könnte.
    Wie schön, daß du dich so kümmerst :-)

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    am 10.02.2020 19:21:02 | IP (Hash): 1579509121
    TypF ist wohl der schwierigste. Steigern lässt sich der einfache nur noch, wenn der F selbst Diabetes hat und mit dem eigenen aber sehr gesund auskommt. Manno, was fällt das schwer, die Füße still zu halten, wenn …

    Anyway, es gibt nichts, was es nicht gibt. Wenn infolge PNP-Fortschritt Füße oder Hände taub werden, können die natürlich wieder anfangen zu kribbeln, wenn mit dem niedrigeren BZ an der PNP zurück gedreht wird. Und wenn die Augen an den hohen Blutzucker gewöhnt sind und dann niedrigerer die Optik des Linsenapparates verändert, ist das Sehen natürlich wenigstens so lange beeinträchtigt, bis sich im Rahmen von einigen Wochen dieser Apparat mit den Muskeln, die ihn steuern, an die neue Optik gewöhnt und darauf eingestellt hat. Und manchmal braucht’s schließlich für einen mehr oder weniger großen Rest an Einstellungsveränderung doch ne (neue) Brille.

    Aber das sind eigentlich nur Nebensächlichkeiten. Denn wenn so eine Verbesserung immer nur vorübergehend gelingt, dann übersteigt der lästige Aufwand dafür schnell jedes Gefühl von Belohnung, wenn der Dok mal für nen deutlich besseren 1c lobt. Und dann steigt der halt wieder.
    Deswegen sehe ich unsere Hauptaufgabe als TypF, unser Verhalten im Sinne einer gesunden Blutzucker-Steuerung vorzulegen. Nicht reden, sondern machen. Also z.B. selbst auch weniger große KH-Portionen einverleiben. Denn die machen beim Diabetes den großen Insulinbedarf und dann immer wieder die doofen Unterzuckerungen, wenn man sich mal vertan hat. Bei kleineren Portionen kann man sich mit den kleineren Insulindosen zwar auch vertun, aber das macht dann auch weniger steile Anstürze.

    Apropos Abstürze und dafür Vorbeugen und Rechnen und Berücksichtigen: Wenn das Englisch reicht, ist das hier mit weitem Abstand die beste Anleitung und Begleitung, die ich für INSULINER kenne https://www.predictbgl.com/ Daumendrück!!!

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    Seit über 10 Jahren leben immer mehr Menschen völlig gesund mit ihrem Diabetes Typ 2, mit sehr viel weniger Medikamenten, als für ihre DDG-normale Behandlung, oder sogar völlig ohne.
    Sie testen immer mal wieder, welche Portionen von welchem Essen am besten in ihren gesunden Blutzucker-Rahmen passen und wann am Tag welche Bewegungsanteile und richten sich meistens danach. Geht am einfachsten schon mit Prädiabetes!
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    am 11.02.2020 05:34:47 | IP (Hash): 2019630779
    Moin TypF,

    die Vergangenheit kann man nicht verändern. Nur die Zukunft ist veränderbar. Nervenprobleme bleiben in der Regel dem Erkrankten ein Leben lang.

    Zu einer Diabetes-Begleitung gehört ein Diabetologe, ein Neurologe und ein Augenarzt. Wie im Fall Deiner Partnerin gehört ein Psychologe mit ins Boot. Burnout ist eine herrliche Wortschöpfung für eine Depression, die Erkrankungen häufig begleitet.

    Deine Partnerin ist in einer doofen Situation. in der sie schlicht nicht gewinnen kann, wenn es so sein sollte, wie Du/Ihr vermutet, weil bei einem höheren Zuckerspiegel vielleicht momentan die Beschwerden, wie Schwindel usw. geringer sind aber die Beschwerden stehen in den Startlöchern.

    Klärt die Symptome ab und meldet Euch erneut.

    Liebe Grüße
    Rolf



    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.
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    am 11.02.2020 09:47:48 | IP (Hash): 961813385
    Danke für eure Antworten. Ich bin wirklich dankbar, andere Einschätzungen zu erhalten. Ich habe sonst niemanden, mit dem ich mich austauschen kann. Das Thema wurde von ihr bisher versucht, unter den Teppich zu kehren. Manchmal lief es gut, manchmal nicht. Oft wurde ich ausgeschlossen.
    Zuletzt war ihr Hba1c auf 12, was mich entsetzt hat. Es wurde Eiweiß im Urin gefunden, wobei ich die Menge nicht kenne. Diabetologe, Nephrologie sind involviert, aber Termine bei letzterem noch ausstehend. Damit sind die Probleme schon da.

    Wir haben uns darauf geeinigt, dass ich stärker mit einbezogen werde. Ich habe nun mehr Zeit, mich umdie Mahlzeiten zu kümmern.

    Die Schmerzen, die sie mit niedrigem Wert hatte, waren größtenteils am ganzen Körper, nicht an den Händen oder Füßen. An den Füßen ist es nur etwas Taubheit bisher.
    Der Diabetologe meinte auch, die Zellen müssen aufwachen und dass das keine Nervenschädigung sei. Ich habe nirgends etwas über Neuropathie gelesen, die vornehmlich am oberen Rücken und der Brust (symmetrisch) auftritt.

    Kann mir jemand sagen, ob das typisch ist? Also dass der ganze Körper weh tut obwohl kein / kaum Nervenschaden an den Händen festzustellen ist?
    Ich habe stundenlang gesucht, finde aber keinen anekdotischen Bericht darüber, dass Nervenschmerzen durch höheren Zucker gelindert werden. Daher hier nochmal die ftage: hat davon schon mal jemand gehört?

    Sie ist der Mensch, mit dem ich alt werden möchte, ein wundervoller Mensch. Die Situation zerstört mich und ich bin verzweifelt.
    Die Frage, deren Antwort ich fürchte... Sie ist Anfang 30. Gibt es denn Aussicht, dass sie alt werden kann, wenn sie schon jetzt diese Symptome hat?
    Bearbeitet von User am 11.02.2020 10:04:17. Grund: Fehler korrigiert
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    am 11.02.2020 11:59:27 | IP (Hash): 1102039480
    Du brauchst das Buch nicht zu kaufen, aber lies den Text als Antwort auf Deine letzte Frage.

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    am 11.02.2020 12:05:07 | IP (Hash): 1461134734
    Sorry, sehe bei deinem link nur eine app für Diabetes. Welchen Text meinst du?
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    am 11.02.2020 12:45:25 | IP (Hash): 1102039480
    http://www.diabetes-book.com/bernstein-life-with-diabetes/ sorry, hatte das wichtigste vergessen :(

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    am 11.02.2020 13:42:42 | IP (Hash): 1461134734
    Vielen Dank dafür. Was für ein inspirierender Text. Im Gegensatz zu ihm hat meine Freundin es leider lange nicht ernst genommen. Dennoch gibt mir der Text immense Hoffnung. Das Gefühl, noch handlungsfähig zu sein. Für mehr input bin ich immer dankbar.
    Ansonsten gebe ich Updates, wenn ich welche habe. In den nächsten Tagen folgen Gespräche mit Diabetesberater und anschließend nochmal Diabetologe.
    Bearbeitet von User am 11.02.2020 14:24:34. Grund: Fehler korrigiert
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    am 11.02.2020 15:39:12 | IP (Hash): 1102039480
    Aber für die über 90 Jahre hast Du schon gelesen, dass Dir gelingen sollte, dass sie zuckermäßig zum Tier mutiert, oder? ;)

    Apropos Beschwerden, z.B. NLP:
    Die weitaus meisten NLP-Erkrankungen, vor allem die am ganzen Körper, gibt es völlig unabhängig vom Diabetes. Und die können dann durchaus auch anders auf tiefgreifendere BZ-Veränderungen ansprechen, als man das rein logisch erwartet.

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