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Angst vor Spritzen überwinden

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    Mitglied seit: 05.06.2020
    am 18.06.2020 16:54:44 | IP (Hash): 336100519
    Mir wurden Nadeln von BD mit 5mm verschrieben, bei der Apotheke gabs nur welche mit 8mm.
    Ich habe bisher keinen großen Unterschied gemerkt zu den normalen 5mm Nadeln.

    Ich war eben bei diesem Notfalltermin.
    Ich habe dem Psychologen von dem Nadel Problem erzählt, aber auch dass ich mit den Sicherheitsnadeln gut zurecht komme seit gestern. Wir haben abgeklärt, dass ich mich nächste Woche nochmal bei dem melde und falls ich noch Probleme bekommen sollte mit dem Spritzen, würde ich eine Bescheinigung bekommen für eine richige Therapie, bzw. irgendwo würde ich unter Aufsicht spritzen üben.

    Ansonten konnte die Person mir nicht wirklich helfen, er könnte sich z.B. selber auch keine Spritze setzen.

    Sie sagte mir auf Frage, ob die Krankenkasse diese Sicherheitsnadeln auf Dauer mir bezahlen würden (neben den Eigenanteil von 5,50? Euro), davon würde sie ausgehen. Eine Therapie oder Krankenhausaufenthalte seien teurer als die Mehrkosten für paar Nadeln. Habt ihr da Erfahrungen?
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    am 18.06.2020 18:14:42 | IP (Hash): 1266447864
    Gut, wenn du damit klarkommst, ist es kein Problem, ob jetzt 5mm oder 8 mm. Mir sind z.T. schon die 5mm Nadeln eigentlich fast zu lang gewesen, spritzt allerdings auch nur in den Oberschenkel.

    Zu deinem Termin, was soll ich sagen, ähnliche Erfahrungen habe ich auch gemacht. Mit Nadelphobie ist es schwer einen guten Therapeuten zu finden, der sich auskennt.. Ist leider so...
    Meine Therapeutin hat mir als ich dann spritzen musste, nicht klar kam und schon seit über 1 Jahr in Therapie war und echt auf Hilfe gehofft habe, nur gesagt, "sie kann mir damit nicht helfen, sie kennt sich damit nicht aus". Ja, dann stand ich dumm da..

    Ich würde schon schauen, dass du irgendwo unter Aufsicht wirklich das Spritzen üben kannst. Eine Phobie verstärkt sich z.T. mit der Zeit, es ist wichtig, du wirst dein Leben lang mit Nadeln zu tun haben, dass du wirklich schaust, dass du die Phobie bekämpfst.
    Was ist, wenn mal die AutocoverNadeln nicht lieferbar sind. Lieferprobleme kommen leider immer mal wieder vor, bei allen Diabetesmaterial kann das passieren..
    Oder wenn du mal die Nadeln vergisst, z.B. im Urlaub oder dir die Nadeln ausgehen, weil du mehr spritzen musst und schnell mal wo welche kaufen musst und dort gibt es keine Autocover-Nadeln auf die Schnelle..
    Du umziehst und die neue Praxis die Notwendigkeit nicht anerkennt..
    Du machst dich damit halt total abhängig, ich merke das ja auch bei mir. Das ist überhaupt nicht gut. Deshalb würde ich dir echt empfehlen zu schauen, dass du wirklich an deiner Phobie arbeitest.

    Es gibt auch spezielle auf Diabetes spezialisierte Psychotherapeuten. Aber die sind sehr selten. Ob es jemanden in deiner Nähe gibt, müsstest du mal schauen. Hier kannst du danach suchen: https://www.diabetes-psychologie.de/Psychotherapeutensuche
    Ich bin jetzt auch zu so einem Therapeuten gewechselt, das ist einfach was anderes. In der Therapie wird jetzt viel mehr ein Fokus auf meinen Diabetes gelegt, wie geht es mir damit. Wie sind die Werte, bin ich momentan zufrieden, wie klappt das Kathetersetzen. Welche Tipps gibt es hierfür...
    Leider gibt es halt nicht überall solche Therapeuten, aber wenn es irgendwo bei dir einen gibt, würde ich dir echt empfehlen, mal dort nachzufragen. Viele kennen sich auch untereinander (wenn es laut Liste niemanden direkt in der Nähe gibt) und es gibt auch hin und wieder Therapeuten, die zwar nicht diese spezielle Fortbildung gemacht haben, aber sich auch super mit Diabetes auskennen, da sie in einer Diabetes-Klinik jahrelang gearbeitet haben. Die tauchen dann aber auf dieser Liste nicht auf, darum nachfragen.
    Ich nehme hierfür auch 1,5 Stunden Fahrtweg einfach in Kauf, aber das ist es echt wert.

    Zu der Dauerverordnung von den Sicherheitsnadeln, die Krankenkasse ist nicht das Problem, sondern die Kassenärztliche Vereinigung. Wenn mal auffällt, dass der Arzt zu viel verordnet, dann kann er in Regress genommen werden. Und da würden diese Sicherheitsnadeln - als nicht unbedingt notwendig - sicher auch darunterfallen. Wenn jetzt keine psychologisch bestätigte Nadelphobie bei dir vorliegt und er somit nicht die Notwendigkeit dieser Sicherheitsnadeln bei dir begründen kann, muss er ggf. die Kosten aus eigener Tasche zahlen. Und es kann schon sein, dass eine Praxis allein aus Angst vor einem Regress irgendwann sagt, nein, du musst es jetzt so hinbekommen mit normalen Nadeln.. Muss natürlich nicht soweit kommen, aber wer kann in die Zukunft sehen..

    Manche Praxen sind da sehr schwierig, insb. wenn sie bereits einmal mit Regress Erfahrung gemacht haben. Bspw. meine Diabetes-Praxis passt extrem bei der Verordnung von Teststreifen auf, weil sie eben schonmal deswegen in Regress genommen wurden..

    Alles Gute
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
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    Mitglied seit: 05.06.2020
    am 18.06.2020 22:28:26 | IP (Hash): 1177853676
    Das mit der Abhängigkeit war mir noch nicht so bewusst.

    Aber da ist irgendwie ein Fehler im System.
    Nach meiner Diagnose kam ich sofort ins Krankenhaus. Dort wurde ich mit diesen Sicherheitsnadeln behandelt und mir das Spritzen beigebracht. Und als ich entlassen wurde bekam ich normale Nadeln, die ich vorher nie verwendet habe und würde damit alleingelassen. Jm. ins kalte Wasset zu schmeißen kann in vielen Bereichen funktionieren, sollte aber bei lebensnotwendigen Dingen auf keinen Fall stattfinden.

    Angenommen ich finde keinen guten Therapeuten, mir würden die Sicherheitsnadeln nicht mehr verschrieben werden und ich könnte meine Angst vor den normalen Nadeln nicht selber überwinden. Dann wäre der nächste Krankenhausaufenthalt vorprogrammiert. Und der wäre 10 mal so teuer wie die Mehrkosten für die Sicherheitsnadeln für 10 Jahre....

    Sry für den kleinen Rant.
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    Mitglied seit: 11.02.2019
    am 18.06.2020 22:50:39 | IP (Hash): 1266447864
    Da hast du Recht. Das Krankenhaus hätte dir das Spritzen mit normalen Nadeln beibringen müssen.

    Wenn du erstmal keinen Therapeuten findest, kannst du vielleicht auch in deiner Diabetespraxis mit deiner Diabetesberaterin etwas üben. Wenn du mehrfach hintereinander mit den normalen Nadeln gespritzt hast in ihrem Beisein, vllt schaffst du es ja dann auch allein.

    Aber langfristig wirst du sicher einen Therapeuten finden. Ich habe mir damals alle Verhaltenstherapeuten in der Umgebung aufgeschrieben mit Telefonnr. und dann jede Praxis angerufen. Auf den Zettel habe ich dann auch geschrieben, was sie gemeint haben, z.B. man soll sich in einem Monat nochmal melden, oder in zwei Monaten. Und dann nach dieser Zeit habe ich wieder angerufen. Das ist ganz wichtig, damit die merken, dass es dir wichtig ist. Dann hatte ich insg. 4 Sprechstunden bei verschiedenen Therapeuten (innerhalb eines Monates) und habe dann entschieden, zu wem ich gehe. Am Telefon hatte ich auch gleich gesagt, worum es bei mir geht.

    Für Nadelphobie ist am erfolgreichsten eine Konfrontationstherapie im Rahmen einer Verhaltenstherapie. Das bieten insb. viele Psychiatrie-Ambulanzen bzw. Institute für Psychotherapieausbildung an. Letztere sind Institute, wo Psychologen ihre praktische Psychotherapeutenausbildung machen, dafür brauchen sie auch echte Patienten. Die angehenden Therapeuten erhalten Supervision von einem erfahrenen Therapeuten.
    Diese angehenden Therapeuten müssen für ihre Ausbildung eine Konfrontationstherapie mit einem Patienten durchführen, daher sind sie eher bereit dafür als niedergelassene Therapeuten.

    LG
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    am 19.06.2020 09:48:24 | IP (Hash): 1144081136
    Hallo,

    ich kann Dir das gut nachempfinden.
    Ich bin selbst eine große Spritzenphobie.
    Als ich für 22 Jahren die Diagnose Diabetes bekam ist auch gerade deswegen eine Welt
    für mich zusammengebrochen.
    Ich musste damals die ersten Tage noch mit Spritzen (statt Pen) das Spritzen lernen und habe da auch gesessen und nur geheult, weil ich einfach nicht spritzen konnte.
    Ein Arzt hatte damals Verständnis mir aber auch gesagt:

    ".... entweder spritzen oder sterben". Das hört sich jetzt radikal an, war aber in einem sehr verständnisvollen Kontext ausgesprochen worden. Da hat es bei mir Klick gemacht.
    Ich habe dann irgendwann zugestochen. Mir wurde am Anfang ständig schwindelig und ich konnte die Spritzstellen nicht wechseln, weil dann alles wieder von vorne losging. Mit der Zeit kam dann aber eine Routine auf. Aber selbst heute gibt es noch Momente, wo ich es nicht mit einer Selbstverständlichkeit mache.

    Die Phobie ist deswegen aber nicht weg. Blutabnahme ist für mich immer noch ein Graus und bedeutet schlaflose Nächte, Tränen und Angst. Das hat sich nie geändert und da hat mir eine Routine auch nicht besonders geholfen.

    Ich kann Dir vielleicht mit meinen Worten nicht helfen, aber dir zeigen, dass du nicht alleine bist damit.

    Gruß Zockerin1971
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    am 18.07.2020 19:51:00 | IP (Hash): 806819210
    Kurzes Update,

    im Prinzip hat sich nix getan,
    Ich war vor par Wochen bei der Psychologin, die hat mir halt Bescheinigt, dass ich eine Nadelphobie habe und hab das meinem Diabetologen gezeigt.
    Vor zwei Wochen hatte ich meinen letzten Termin beim Diabetologen (der nächste Anfang August) hab ihm das gezeigt. Da ich bei dem termin die Teststäbchen, Nadeln etz. für das neue Quartal bekommen sollte und meine Werte mit den Sicherheitsnadeln, die letzten Wochen über Top waren (morgens in 9 von 10 Tagen zwischen 90 und 110) hat er mir für dieses Quartal weiterhin diese Nadeln verschrieben, die ich auch bei einer Apotheke in meiner Nähe sofort bekam.
    Die Bedenken, dass ich mal in Situationen im urlaub kommen kann, wo ich dringend Nadeln benötige und nur die normalen bekommen könnte, bleiben Bestehen und kann sie auch nicht wegdiskutieren.
    Jedoch dass ich nun 2 statt 30 Minuten für das Spritzen brauche ist trotzdem eine erhebliche Steigerung meiner Lebensqualität.

    Bearbeitet von User am 18.07.2020 19:52:29. Grund: Satz am Ende hinzugefügt
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    am 18.07.2020 20:23:55 | IP (Hash): 414211165
    Wenn du im Notfall auch mit den normalen Pennadeln spritzen könntest, dann ist es ja kein Problem dich jetzt komplett auf die Sicherheitsnadeln zu konzentrieren. Selbst wenn es dann halt 1 Stunde oder so dauert, Hauptsache du kannst dann auch spritzen.

    Langfristig wäre ggf. doch eine Therapie sinnvoll, wo durch systematische Desensibilisierung/Konfrontationstherapie langsam die Angst vor der Nadel abgebaut wird.
    Das funktioniert z.B. so, dass als erstes mal eine Nadel (normale Pennadel ohne Sichtschutz) auf den Tisch liegt und du dir diese anschauen musst. Dann werden Entspannungsübungen gemacht, bis die Angst runter geht. Das wird bei jedem Schritt gemacht. Dann nimmst du bspw. die Nadel in die Hand, dann werden wieder Entspannungsübungen gemacht bis die Angst runtergeht. Dann richtest du die Nadel mit Pen Richtung deines Körpers, jedoch mit sehr viel Entfernung, Entspannungsübung. Dann wird schrittweise die Entfernung immer weiter gesenkt bis die Nadel direkt vor deinem Körper ist. Bis dann irgendwann ein Einstich möglich ist.
    Alles in deinem Tempo und der nächste Schritt wird erst gemacht, wenn du dazu bereit bist und das Angstniveau entsprechend niedrig ist.

    Ich schreibe dir gleich noch was als PN.
    LG
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    Mitglied seit: 12.01.2023
    am 12.01.2023 22:31:07 | IP (Hash): 157156948
    Bateriemann schrieb:
    Hallo,

    seit 3 Wochen muss ich für mich selber 4 mal am Tag spritzen.
    Ich schaff es einfach nicht meine Angst dauerhaft zu überwinden.
    ......
    Hat ihr irgendwelche Tipps?



    Du schreibst leider nichts über Deine Angst. Das Blech der Nadel ist weich und bricht nicht. Und das Loch das Du stichst schließt sich - Du wirst nicht verbluten :-) Und Dein Fett läuft auch nicht aus.

    Ich war damals im Krankenhaus und fragte die Krankenschwester ,,darf ich mal'' - sie entsetzt nein :-))))

    Eine Trombose Spritze kann mehr weh tun, weil sie manche falsch anwinkeln. Aber eine insolin-Nadel setzt man senkrecht an.

    Nur Pille - ohne Insulim
    Nichtraucher