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Diabetes postprandial
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am 30.07.2020 10:15:34 | IP (Hash): 1874325641
Hallo, ich bin neu hier, u.a. auch, weil die Ärzte mich bezüglich meines Diabetes falsch beraten haben. Ich habe seit ca. 10 Jahren einen HBA1c Wert zwischen 5,9 und 6,1 (4 x gemessen) und einen dazu gehörenden Nüchternwert zwischen 95 und 105. Außer der Empfehlung einer Gewichtsabnahme war lt. Ärzten nichts weiter notwendig. Wegen Müdigkeit nach dem Essen habe ich mir nun FreeStyle libre bei ebay gekauft und siehe da: Der Nüchternwert ist im grünen Bereich, aber der postprandiale Blutzuckerwert liegt regelmäßig nach dem Essen ca. 2 Std. im Bereich zwischen 160 und 200, danach wieder schnell im Normbereich. Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht bzw. ist die Insulinresistenz wieder reversibel? Ich hätte früher gegensteuern können durch Gewichtsreduktion (93 kg, 1,76 groß, BMI ca. 30), mehr Sport, Änderung der Ernährungsgewohnheiten. Ich hoffe, dass diese Maßnahmen nicht zu spät erfolgen. Schönen Tag und danke für eine kurze Antwort, Heinz -
am 30.07.2020 16:10:42 | IP (Hash): 2076481817
Hallo Heinz,
wie ist denn dein BZ Verlauf nach den Mahlzeiten generell. Also hast du die Spitze erst nach 2 Stunden, oder ist der 1-Stunden Wert nochmal deutlich höher?
160 nach dem Essen kann auch mal bei einem gesunden Menschen auftreten, häufige 200er Spitzen allerdings nicht. Wobei man auch sagen muss, sollten diese 200 genau die höchste Spitze sein, dass das Libre gerne mal Anstiege übertreibt. Das kann man sehen, indem man sich später nochmal den Verlauf ansieht. Z.T. sagt mein Libre mir als Spitze manchmal 213 oder so und im Verlauf bleibt aber die Linie knapp unter 200, weil das Libre einfach die Anstiege/Abfälle übertreibt. Das muss man einfach wissen.
Gewichtsreduktion, gesunde Ernährung mit weniger (insb. schnellen) Kohlenhydraten, mehr Bewegung, mehr Gemüse ist nie zu spät. Und wirkt sich immer positiv aus.
Wenn du momentan das Libre trägst, kannst du ja systematisch austesten, was du essen kannst, damit dein BZ nicht so stark ansteigt. Das ist von Mahlzeit zu Mahlzeit unterschiedlich. -
am 06.08.2020 15:16:36 | IP (Hash): 1614072602
Herzlichen Dank für deine Rückmeldung.
Beim Frühstück:
1 Scheibe Hefezopf mit Butter und etwas Honig, nach 1 Std ca. 200, nach 2 Std. 150, nach 3 Std 110.
1/2 Scheibe Vollkornbrot mit Schmelzkäse und 1 Ei, Maximum nach 2 Std., 170 erst nach ca. 4 Std. wieder 110, nachts manchmal längere Zeit 100, aber einigermaßen fällt der Wert nicht unter 110 und steigt morgens vor dem Frühstück auf ca. 125-130 an. Nach dem Mittagessen regelmäßig über 180.
Deine Tipps setze ich bereits um: Weniger Obst, darauf reagiere ich heftig, wenig laktosefreie Milch (enthält Glucose) und eine dauerhafte Gewichtsreduktion durch Sport. Medikamente nehme ich aktuell keine. Schönen Sommer und lb.Grüße -
am 06.08.2020 15:42:33 | IP (Hash): 773230626
Hallo Carpediem,
sieh dir mal den Flyer mit seinen empfohlenen Zielwerten an:
https://a7582688-a1e5-4056-88a2-dfd422642832.filesusr.com/ugd/32a606_db20057cf9b5496ea94c7d7d2d6f0cde.pdf
Deine Werte wären mir echt zu hoch. Wenn die Zielwerte nur manchmal und nicht sehr viel überschritten werden, dann macht das nichts aus. Du kannst bestimmt mit geeigneter Ernährung noch einiges verbessern. So ein Hefezopf ist auf jeden Fall ungeeignet. Dass du mit dem Vollkonrnbrot und Ei einen späteren Anstieg hattest, ist erklärbar. Es ist aber trotzdem besser als beim Frühstück, weil du in der Spitze nicht so hoch gelandet bist.
Wenn du mit Ernährung und Bewegung keinen besseren BZ mehr hinbekommst, dann solltest du Medikamente zur Unterstützung dazu nehmen. Dein Ziel, ohne Medikamente einen einigermaßen gesunden BZ-Verlauf hinzubekommen, ist gut. Wenn das nicht klappt, dann solltest du die ergänzend dazu notwendigen Medikamente nicht ablehnen.
Viel Erfolg, Rainer -
am 06.08.2020 23:26:42 | IP (Hash): 1885975077
Und bei den Werten hast du so einen gesunden hba1c? -
am 07.08.2020 11:23:47 | IP (Hash): 299484795
https://diabetesinfo.de/fortgeschrittene/grundlagen-fortgeschrittene/hba1c.html Zitat daraus:
"Ein schlechtes HbA1c zeigt eindeutig eine schlechte Einstellung, während ein normwertiges HbA1c noch kein Beweis für eine gute Einstellung ist. Von einer guten Einstellung kann man nämlich nur dann sprechen, wenn keine größeren Schwankungen aufgetreten sind. (BZ-Spitzen gelten als potentiell zytotoxisch und mitverantwortlich für Gefäßschädigungen)
Und da BZ-Spitzen nicht allzulange dauern, die Glykierung aber erst nach etwa 4 Stunden irreversibel wird tauchen diese Spitzen nicht im HbA1c auf."
Vom HBA1c-Wert auf Diabetes oder nicht schließen oder auf einen etwaigen BZ-Rahmen geht nur so lange, wie der betroffene Mensch seinen Blutzucker-Verlauf nicht z.B. mit der Auswahl und Portionierung vom Essen oder/und dem Einsatz von Bewegung oder/und Medis gezielt beeinflusst.
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. Für bis wann gesund und ab wann Prä- oder Diabetes gibt es keine organisch "harten" Fakten.
ALLE Grenzwerte befinden sich in dem Bereich, der für eine ordentliche Diabetes-Behandlung nach DDG als gut bis sehr gut und symptomfrei gilt.
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am 08.08.2020 17:26:09 | IP (Hash): 1405894044
Dank dir Jürgen,chsbe ich mir bei den meisten nicht passen wollenden hba1c Werten bzgl Diagnosen schon gedacht. -
am 24.09.2020 09:38:14 | IP (Hash): 72970431
hjt_Jürgen schrieb:
https://diabetesinfo.de/fortgeschrittene/grundlagen-fortgeschrittene/hba1c.html Zitat daraus:
"Ein schlechtes HbA1c zeigt eindeutig eine schlechte Einstellung, während ein normwertiges HbA1c noch kein Beweis für eine gute Einstellung ist. Von einer guten Einstellung kann man nämlich nur dann sprechen, wenn keine größeren Schwankungen aufgetreten sind. (BZ-Spitzen gelten als potentiell zytotoxisch und mitverantwortlich für Gefäßschädigungen)
Und da BZ-Spitzen nicht allzulange dauern, die Glykierung aber erst nach etwa 4 Stunden irreversibel wird tauchen diese Spitzen nicht im HbA1c auf."
Vom HBA1c-Wert auf Diabetes oder nicht schließen oder auf einen etwaigen BZ-Rahmen geht nur so lange, wie der betroffene Mensch seinen Blutzucker-Verlauf nicht z.B. mit der Auswahl und Portionierung vom Essen oder/und dem Einsatz von Bewegung oder/und Medis gezielt beeinflusst.
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. Für bis wann gesund und ab wann Prä- oder Diabetes gibt es keine organisch "harten" Fakten.
ALLE Grenzwerte befinden sich in dem Bereich, der für eine ordentliche Diabetes-Behandlung nach DDG als gut bis sehr gut und symptomfrei gilt.
Würde dann im Umkehrschluss bedeuten, dass der Hba1c zur Diagnose oder *Ausschluss* ungeeignet ist, wenn sich der Patient viel bewegt oder wenig Kohlenhydrate bzw. gesünder als vormals isst. Sprich, ein Diabetes könnte dann unerkannt bleiben. -
am 24.09.2020 14:17:55 | IP (Hash): 1866417541
[quote=Der Tollister;106254]Würde dann im Umkehrschluss bedeuten, dass der Hba1c zur Diagnose oder *Ausschluss* ungeeignet ist, wenn sich der Patient viel bewegt oder wenig Kohlenhydrate bzw. gesünder als vormals isst. Sprich, ein Diabetes könnte dann unerkannt bleiben. [/quote]
Wäre dann aber auch unerheblich, denn der Betreffende ist ja dann für die Dauer dieses Verhaltens de facto gesund wie z.B. Hans Lauber mit "Fit wie ein Diabetiker" mit "Messen+Essen+Laufen"
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 24.09.2020 15:49:01 | IP (Hash): 1122236688
Ich glaube nicht. Laut meines Chefs wird der hba1c als wichtigster Parameter in der Diagnose gesehen, da er nicht so beeinflussbar sei wie der Stress beim ogtt bzw. Dessen schlechte Reproduzierbarkeit. Aber wahrscheinlich sagt jemand anderes genau das Gegenteil -
am 24.09.2020 18:01:51 | IP (Hash): 1866417541
Also ich hab z.B. eindeutig seit 1991 Diabetes Typ 2, damals diagnostiziert mit HBA1c 15,5 und morgens nüchtern über 400 mg/dl. Seit so um 20 Jahren bin ich insulinpflichtig, und seit so um 10 Jahren hatte ich keinen HBA1c mehr über 5,5. Mein aktuellster Anfang Juli war 5,0. Und natürlich würde ich bei jedem OGTT mit Werten über 300 auffallen.
So wie Du Deinen Chef verstanden hast, geht das nicht. Aber vielleicht verstehst Du Deinen Chef, wenn er Dir schön langsam Schritt für Schritt erklärt, wie das in Fällen wie meinem geht ?
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
Bearbeitet von User am 24.09.2020 18:04:03. Grund: Ergänzung -
am 25.09.2020 09:51:12 | IP (Hash): 1122236688
Willst du hier eigentlich provozieren, oder mich als kleines blödes Mädel darstellen. Das du einen hba1c von 5,0 hast, funktioniert durch deine Medikation und Deinen Lebenswandel. Gratuliere dazu.
Mein chef meint den hba1c bei unbehandelten, nicht diagnostizieren Diabetikern. ICh werde im mitteilen, dass der internetguru gesagt hat, er sei im Unrecht mit seiner Meinung und dass er lieber laut Dr. Jürgen zukünftig dem nbz bzw. Ogtt vertrauen soll. -
am 25.09.2020 11:54:04 | IP (Hash): 224428136
DanielaW schrieb:
Willst du hier eigentlich provozieren, oder mich als kleines blödes Mädel darstellen. Das du einen hba1c von 5,0 hast, funktioniert durch deine Medikation und Deinen Lebenswandel. Gratuliere dazu.
Mein chef meint den hba1c bei unbehandelten, nicht diagnostizieren Diabetikern.
Da gebe ich Deinem Chef vollkommen Recht. ABER es gibt ne ganze Reihe von Menschen mit Typ 2 in den Anfangsjahren, die vom Hang ihres BZ zum höheren Ansteigen wissen und den noch locker mit passendem Essen oder/und Bewegen im gesunden Rahmen halten und damit auch den HBA1c - und dann will der Patient oder der Dok das mal genau wissen, und da kommt dann zum gesunden HBA1c der diabetische oGTT.
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 25.09.2020 11:57:24 | IP (Hash): 1122236688
Ja eben, weil sie gezielt dagegen vorgehen, wenn sie dies nicht machen würden wäre wohl der hba1c zu hoch, oder?⁸ -
am 25.09.2020 13:04:33 | IP (Hash): 224428136
Genauso. Und wenn Du nun das Blut von denen zum Testen kriegst, hast Du Glukose und HBA1c, die nicht zusammenpassen ;)
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
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am 25.09.2020 14:57:16 | IP (Hash): 1122236688
Ich versuche mal zu übersetzen, deiner Meinung nach taugt der hba1c nicht zur Diagnose bzw. Ausschluß -
am 25.09.2020 16:48:17 | IP (Hash): 224428136
DanielaW schrieb:
Ich versuche mal zu übersetzen, deiner Meinung nach taugt der hba1c nicht zur Diagnose bzw. Ausschluß
Du hattest geschrieben:
Ja eben, weil sie gezielt dagegen vorgehen, wenn sie dies nicht machen würden wäre wohl der hba1c zu hoch, oder?
Ich hatte geantwortet:
Genauso. Und wenn Du nun das Blut von denen zum Testen kriegst, hast Du Glukose und HBA1c, die nicht zusammenpassen
Und wie passt darauf jetzt Dein absolut freundlichkeitsbefreiter messerscharfer Schluss?
Noch mal ganz einfach zur Sache:
Der HBA1c ist ein Blutzuckerwert. Er bezeichnet den Prozentsatz der verzuckerten roten Blutkörperchen (einer speziellen Sorte). Wo Blutkörperchen etwa 120 Tage leben, haben wir damit immer den Durchschnitt des Blutzuckers der letzten 3 Monate. Allerdings ohne kurzzeitig höhere Spitzen, wenn welche aufgetreten sind.
Denn die Blutkörperchen verzuckern erst nach 3-5 Stunden irreversibel. Nach kürzer anhalten BZ-Spitzen löst sich die Verzuckerung wieder ab. Also kann jemand jeden Tag mehrfach kurzzeitig BZ-Spitzen über 200 oder gar 300 haben und trotzdem einen HBA1c völlig gesunden HBA1c, wenn er zwischen den Spitzen z.B. 70 bis 100 mg/dl misst.
Nun essen viele Leute nach den ersten Hinweisen vom Dok auf erhöhten Blutzucker Low Carb oder LOGI oder mediterran oder sogar ketogen und verhalten sich damit so, dass ihr Blutzucker weniger hoch ansteigt und weniger hoch verläuft. Also können sie auch keinen ungesund große Menge an Blutkörperchen verzuckern und somit keinen höheren HBA1c-Wert bilden, aber durchaus beim oGTT als diagnosereif auffallen.
Das ist völlig logisch und normal und steht in überhaupt keinem Widerspruch zu der Erfahrung, dass beim Test von Leuten, die bis dahin ernährungsmäßig völlig normal gelebt und die sich auch nicht systematisch direkt nach den Mahlzeiten ne halbe Stunde bewegt haben, die Werte von HBA1c und oGTT zusammenpassen.
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.