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Fragen zu oGTT Werten

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    am 16.08.2020 21:00:24 | IP (Hash): 1405894044
    Ich denke nicht, eher arrogant, unglaublich überheblich und unangenehm, aber ich denke, dass ich nicht der erste bin, der dir dies sagt, wenn ich alte Forenbeiträge lese. Ehrlich gesagt halte ich Dich für schizophren. Lass dies doch bitte mal untersuchen, oder lebe einfach deinen hochnäsigen Wahn als Diabetesoberlehrer im Netz weiter aus. Scheint ja seit Jahren Dein einziges Hobby zu sein. Viel Spass dabei.
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    am 16.08.2020 21:05:55 | IP (Hash): 109100247
    @Wuzlmama:
    Du hattest beklagt, dass bei Deinem oGTT die Aufnahme der Glukose praktisch überhaupt nicht sichtbar geworden ist. Ist sie tatsächlich doch, aber um das bemerken zu können, muss man wissen, wie das Zuckerspiel abläuft

    ALLE Glukose durch die Futterluke wird spätestens im Magen in einzelne Moleküle zerlegt. Die werden direkt hinterm Ausgang im Dünndarm durch die Darmwand aufgenommen und in die Pfortader gegeben. Die Pfortader ist die große Vene, die alle Zutaten aus dem Bauchraum sammelt, also auch alles aus der Bauchspeicheldrüse, und recht munter in die Leber spült.
    Beim Übergang durch die Darmwand hat die Glukose dann jeweils immer die für sie mengenmäßig passende instantane Bestellung an Insulin ausgelöst und wird dann mit dem auf den gemeinsamen Zentimetern in der Pfortader in die Leber schon munter vermischt.
    Die Leber ist dafür zuständig, was an Glukose in unseren Versorgungslogistiker Blutkreislauf gelangt.
    Die Leber hat nur größere Ein- und größere Ausgänge. Kein größeres Gefäß geht direkt durch sie hindurch oder aus dem Bauchraum an ihr vorbei.

    ALLES wird darin erst einmal verarbeitet, z.T. auch zwischengespeichert wie z.B. ein großer Teil jeder neuen Glukoselieferung (gesamt um 200g), und so aufbereitet, dass es dann am Ausgang dem großen Logistiker Blutkreislauf zur just-in-Time Belieferung überall in unserem Organismus in der just passenden Dosierung mitgegeben werden kann.

    Bedeutet in einem Hausnummern-Beispiel konkret, dass Deine Leber bei Deinem oGTT Dein Blut vielleicht auf 67 mg/dl aufgeladen ausgegeben hat. Am Finger waren’s noch 66 und beim Rücklauf in die Leber noch 65, also 2 mg/dl pro Liter in den Organismus ausgeliefert. Mensch hat im Schnitt erwachsen 5 Liter, und die werden in Ruhe 1mal pro Minute umgepumpt, also 300 Liter pro Stunde. Und 300 mal 2 mg/dl=0,02 g/l sind 6 Gramm, die auf diese Weise pro Stunde verteilt werden können, ohne dass das bei einer BZ-Messung auffiele. Auch die doppelte Menge, 12g, würde eher nicht auffallen.
    Klar muss noch deutlich mehr an die Muskeln geliefert werden, wenn die arbeiten müssen, und auch das erledigt unser Organismus eher nicht mit größeren BZ-Schwankungen, sondern mit der höheren Umlaufgeschwindigkeit unseres Kreislaufs: Da werden statt 5 Litern 20-25 pro Minute umgepumpt, die bei völlig gleichbleibendem Blutzucker praktisch "unsichtbar" 4-5mal so viel Glukose pro Stunde ausliefern können, also 48-60 Gramm.

    Allein dieser kleine Ausschnitt vom großen Zuckerspiel verdeutlicht, dass der Glukose-Umsatz nahezu völlig unabhängig vom jeweils aktuell messbaren Blutzucker abläuft.

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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
    Bearbeitet von User am 16.08.2020 21:16:19. Grund: Korrektur
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    am 16.08.2020 21:49:28 | IP (Hash): 1621794996
    Hallo Jürgen,

    Danke für deine Antwort.

    Allerdings muss ich gestehen - dass ich da nicht wirklich verstehe was gemeint ist.
    Da bin ich leider zu wenig drin in dieser Materie 🙈 ich würde mich aber wirklich sehr freuen, wenn du noch eine Idee hast warum mein BZ so stark fällt bei KH Zufuhr.

    @Daniela

    Ich will mich in euren Streit nicht einmischen.
    Aber ich kann schon nachvollziehen, dass dieser eine Wert bei mir nicht auffällig ist, weil meine Werte nicht zu hoch sondern zu niedrig sind.

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    am 16.08.2020 22:22:57 | IP (Hash): 109100247
    Du hattest in Deinem ersten Beitrag geschrieben:
    "Was ich so komisch finde, ist dass ja der Zucker bei mir gar nicht im Blut ankommt- der Wert steigt ja gar nicht"
    Tatsächlich ist der Wert aber doch auf 74 gestiegen!

    Aber mal zurück:
    Du hast 75g Glukose getrunken. Wenn die direkt ins Blut gegangen wären, hättest Du da übern Daumen in jedem Liter 15 Gramm haben müssen, also beim Piekstest 1500 mg/dl. Hast Du aber nicht, sondern in der Spitze mit 74 nur einen winzeligen Bruchteil davon.
    Das heißt, dass die Glukose bei Dir beim Übergang aus dem Dünndarm soooo viel Insulin angefordert haben muss, dass das all die Glukose über 74 mg/dl in Deiner Leber gespeichert (und einen guten Teil davon schon in Triglyzeride umgeformt und ordentlich in die Schwimmhilfen exportiert) zurückbehalten hat.
    Unter einer Bedingung:
    Du hast in den 2 Stunden nach dem Einfüllen vom Zuckerwasser schön geduldig im Wartezimmer gesessen!

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    am 16.08.2020 22:37:12 | IP (Hash): 1621794996
    Ja ich bin die ganzen 2 Stunden auf meinem Platz gesessen und hab gelesen! Bin nicht ein einziges Mal aufgestanden?
    Würde das etwas ändern?
    Oder meinst du wenn ich mich bewege wird die Glukose verbraucht?

    Und dieser Vorgang den du oben beschreibst, der ist nicht normal? Ich meine bei ganz gesunden?
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    am 17.08.2020 10:35:08 | IP (Hash): 1784906990
    Etwas Bewegung beschleunigt den Kreislauf locker um den Faktor 2-3 . Damit können Insulinmoleküle in ihrer kurzen Lebenszeit 2-3mal weiter und so mit 2-3mal so vielen Zielzellen wie bei ruhigem Sitzen in Kontakt kommen und Glukose einlassen bzw. in Speicherfett umwandeln.

    Das ist wichtig, denn im Gegensatz zu z.B. Glukose wird Insulin im Blut mit der Zeit nämlich immer weniger, auch wenn es in der Zeit zu nix gebraucht wird. Mit knapp 5 Minuten, in denen von 2 Einheiten Insulin nur noch 1 wirksam vorhanden ist, ist diese Halbwertzeit recht kurz.

    Mit etwas Bewegung hättest Du den 2 Stunden-Wert vielleicht schon nach einer gehabt. Also sehr viel schneller in den 40ern.
    Oder anders rum: wenn Du die schon auffällig niedrigen 74 nach 1 Stunde eben mit ner Stunde Supermarktjogging produziert hättest, würde das sehr viel unauffälligeren um 100 nach ner Stunde Sitzen entsprechen.

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    am 17.08.2020 22:01:34 | IP (Hash): 1410810702
    Wuzlmama schrieb:
    Wäre evtl ein Termin beim Endokrinologen eine Option?

    Ja, das würde ich dir empfehlen. Nimm die oGTT-Werte mit, vielleicht kann der Arzt daran schon etwas sehen.

    Mach dir aber nicht allzu große Hoffnungen, dass er eine Ursache finden und abstellen kann. So eine Differentialdiagnostik bei Hypoglykämien ist kompliziert und bei deinen relativ harmlosen Werten wid niemand schwere diagnostische Geschütze auffahren. Er kann dir aber sicher gute Ratschläge für eine geeignete Ernährung geben und vielleicht auch eine Ursache für die stockende Abnahme finden.

    Das wichtigste ist aber, dass du selbst versuchst heraus zu finden, wann deine Unterzuckerungsprobleme am geringsten sind. Probiere das Frühstück mit Low Carb, mit High Carb, geringe Menge, große Menge, mit und ohne Bewegung danach. ... Wenn du etwas findest, dann halte daran fest, ganz egal was andere dir sagen und ob du es theoretisch erklären kannst oder nicht.

    Alles Gute, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 17.08.2020 23:44:15. Grund: .
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    am 17.08.2020 23:15:17 | IP (Hash): 1784906990
    besser als Rainer hätte ichs nicht empfehlen können. Daumendrück :)

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    am 18.08.2020 10:39:50 | IP (Hash): 673492457
    Hallo zusammen!

    Ich danke euch sehr für eure Hilfe...der Termin beim Endokrinologen steht...und das Metformin habe ich abgesetzt und es geht mir sooo viel besser als mit.

    Eine kurze Frage an Jürgen-
    du hast mir ja das ganze beschrieben was genau abläuft usw.! Bedeutet das im Klartext, dass der BZ nur deshalb so in den Keller gerauscht ist, weil ich eben 2 Stunden nicht aufgestanden bin. Oder hab ich das komplett falsch verstanden.
    Wenn ich daheim frühstücke, stehe ich ja auf und mache was. Wenn ich aber auf der Arbeit bin und frühstücke, dann sitze ich die ganze Zeit. Arbeite im Büro. Und da hab ich immer stärkere Symptome als daheim.
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    am 18.08.2020 11:48:46 | IP (Hash): 1811411649
    Kurze Frage ist gut ;)
    Normal verstärkt Bewegung praktisch die Wirkung vom Insulin, müsstest also zuhause eher Beschwerden haben, als auf der Arbeit.
    Allerdings könnte sein, dass das Bewegen direkt nach dem Essen den auffälligen Mordsbestellprozess für stundenlang zu viel Insulin noch im Ansatz und damit offenbar rechtzeitig stoppt. Passt natürlich nur, wenn Du auf der Arbeit und zuhause nach Art und Menge einigermaßen gleich isst.

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