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Mein Erfahrungsbericht: Ketogene Ernährung und Typ 1 Diabetes

  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Beiträge: 5072
    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 02.03.2022 16:55:10 | IP (Hash): 1955652735
    hjt_Jürgen schrieb:
    Seit 25 Jahren Typ 1, und da soll ich/jemand glauben, dass Du nicht weißt, wie sich Dein BZ mit welchem Futter verhält?

    Hallo Antillo,

    bei diesem User müssen wir leider immer häufiger feststellen, dass er bei Fragen, Beiträgen und Fachartikeln den Sinn nicht mehr so richtig erfassen kann. Vielleicht ist das ja mit zunehmenden Alter ganz normal und verzeihbar, Dass er dich und andere, die ihm nicht nach dem Mund reden, gerne dumm dastehen lässt, hat nichts mit dem Alter zu tun. Das macht er schon immer so.

    Jetzt zu deiner Befürchtung, dass du mit dem Zeug, was du gegen Hypos in dich rein schieben musst, häufig aus der Ketose fliegen könntest. Kommt es denn bei sehr oft vor, dass du gegen Hypos anessen musst? Ich denke, wenn das 2 ... 3 mal im Monat passiert, dann macht das nicht viel aus, wenn du dann vielleicht aus der Ketose fliegst. Wenn du dich ketogen ernährst, wird dein BZ auch konstanter und berechenbarer verlaufen, so dass es sowieso seltener zu Hypos kommen wird. Darüber hinaus kannst du Hypo unter ketogener Ernährung anders definieren. Da dein Gehirn auch bei niedrigen BZ noch stabil mit Ketonkörpern versorgt wird - nur ca. 20% des Gehirns benötigen unbedingt Glukose - kannst du dir viel niedrigere Werte leisten, ohne Gefahr zu laufen, wegzutreten. Ich habe schon von Leuten gehört, die in Ketose auch bei 30mg/dl noch keine Probleme hatten.

    Den Erfahrungsbericht eines Typ1-Diabetikers zur Ketose kannst du dir hier vielleicht mal durchlesen:
    https://www.lchf.de/lchf-bei-typ-1-diabetes
    Ich selbst ernähre mich schon etliche Jahre überwiegend ketogen. Ich habe aber nur Typ2-Diabetes und brauche mich mit meiner kleinen Dosis Basalinsulin nicht vor Hypos zu fürchten. Deshalb kann ich leider keine konkreten Erfahrungen zu dem, was du wissen willst, beisteuern.

    Alles Gute, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 02.03.2022 16:55:27. Grund: BBCodes
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
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    Mitglied seit: 01.03.2022
    am 03.03.2022 22:02:35 | IP (Hash): 1459934104
    Hallo Jürgen,
    ja, man glaubt es kaum.
    Es ist nicht so, daß ich nicht weiss was und welche Lebensmittel meinen Werte hoch treiben.
    Habe schon seit langer Zeit LowCarb usw. gegessen. Das war soweit ok. Jetzt will /muss ich es mit Ketodiät versuchen, aber es ist verrückt, auch wenn ich jetzt nach einem Keto Kochbuch koche, (und keine Riesenportionen davon esse), steigen die Werte trotzdem stark an und ich muß nachkorrigieren. Insgesamt benötige ich jetzt aber tatsächlich schon etwas weniger Insulin und musste meine Nachtbasal anpassen, weil ich in den Unterzucker kam. Da war ich froh, dass meine Pumpe mich geweckt hat. Das ist ja auch eine meiner Fragen gewesen, was man dann tun kann! Traubenzucker essen und dann ist man ja wohl raus aus der Ketose, was ich ja vermeiden möchte.
    Möchte hier in diesem Forum objektive Tipps bekommen, nichts weiter.

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    am 03.03.2022 22:54:40 | IP (Hash): 1456052614
    Nothing for ungood ;)

    Bei meinem ICT-Start vor bald 25 Jahren waren die Typ 1 Pumpis diejenigen, die sogar 1 BE-Äpfel kannten, die kleinen, die es in großen Tüten zu Jahreszeiten so wie jetzt gibt. Und weil ich damals ne SHG organisiert hab, hatte ich die Gelegenheit, bei solchen Typ 1 und ihren Anleitern ab und zu mal lauschen zu dürfen.

    Als ich vor so um 8 Jahren von LC in 3 Jahre ketogen gestartet bin, von HbA1c um 5 zu um 5, hat mich auch gewundert, dass ich praktisch gleich viel Insulin gebraucht hab. Ketogen waren die BZ-Bewegungen nur ein bisschen langsamer, in der CGM Grafik statt zeitlich kürzerer Spitzen breitere und praktisch ähnlich hohe Hügel. FPEs lassen grüßen ;)

    Wichtig finde ich vor dem Hintergrund, dass allein das Absenken des gesamten BZ-Verlaufs, den man mit dem Umstellen von LC auf LCHF erreichen kann, für einen gewaltigen Minderbedarf an Insulin gut sein kann.
    So hab ich meinen Bedarf vor um 20 Jahren von 140-160 IE gesamt bei HbA1c 7-7,5 auf 80-90 mit HbA1c 5-5,5 verringert, und zwar bei völlig gleichbleibendem Gewicht und Bewegungs- und Futterprofil.

    Das heißt Vorsicht(!) für alle, die mit der Futterumstellung gleichzeitig eine erhebliche Senkung ihres gesamten BZ-Verlaufs bewirken, denn ga können die Faktoren gewaltiger im Fluss sein, als die einfachen KE-FPE-Berechnungen ahnen lassen!

    Aber die Idee, dass man im Zeitrahmen von wenigen Stunden aus der ketogenen in die glukogene Verwurstung geraten kann, halte ich für seeeehr sinnfrei. NIX, was organisch mehrere Tage zum Aufbau braucht wie die Umstellung von glukogen auf ketogen, ist bei kleinen Abweichungen so wie ner halben oder einer KE für gegen ne Hypo sofort wieder wech ;)

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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
    Bearbeitet von User am 03.03.2022 22:57:36. Grund: .
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    Mitglied seit: 01.03.2022
    am 04.03.2022 08:52:38 | IP (Hash): 1459934104
    Hallo Rainer,
    vielen Dank für deine Antwort.
    Mit großem Interesse habe ich den Link gelesen und ich war überrascht und erstaunt, wie sehr der Artikel mit meinen Erfahrungen übereinstimmt.
    Ich habe für mich jetzt den Weg gefunden, auf dem ich mal weitermachen kann. Das wird mir helfen alles etwas leichter zu handhaben. Es wird nicht immer alles klappen, aber die Richtung stimmt.
    Auf jeden Fall hier ein großes Dankeschön
    Antonia