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Mein Erfahrungsbericht: Ketogene Ernährung und Typ 1 Diabetes

  • Rang: Anfänger
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    Mitglied seit: 15.03.2021
    am 15.03.2021 11:52:14 | IP (Hash): 922177604
    Hallo Leute!

    Mein Name ist Anja & ich bin Typ-1 Diabetikerin.

    Ich war lange auf der Suche nach der optimalen Ernährung. Nachdem ich Ende 2019 eine negativ-veränderte Sehfähigkeiten bemerkte, welche sich in Form von dunklen Schleiern auf dem rechten Auge ausdrückten, wusste ich, dass ich ganz dringend etwas ändern muss!

    Auf Empfehlung einer (damals neuen) befreundeten Diabetikerin bin ich auf die ketogene Ernährung aufmerksam geworden.

    Sie -ebenfalls seit 3 Jahren Typ-1- Diabetikerin- erzählte mir von ihrem anfänglichen Leidensweg, der sich sehr mit meinen instabilen Blutzuckerwerten deckte. Ihr Ausweg aus den Schwankungen war die ketogene Diät, welche sie durch aufwendige Recherche für geeignet empfunden und ausprobiert hatte. Außerdem gab sie mir das Buch „Bright Sport & Landmines“ von Adam Brown an die Hand (kann ich sehr empfehlen!), das mir förmlich aus der Seele sprach und ich mich erstmals richtig verstanden fühlte.

    Was mich dennoch richtig geärgert hat, war, dass mir oder ihr vorher nie jemand – und damit meine ich vorrangig behandelnde Ärtz*innen - die positive Wirkung von einer kohlenhydratarmen bzw. -freien Ernährung bei Diabetes berichtet hatte.

    Ich war der Meinung, dass eine solche Umstellung als Diabetiker*in quasi unmöglich sei bzw. sich negativ auf Nieren und Co. auswirken würde. Ich wurde eines Besseren belehrt, was sich mittlerweile auch in den Meinungen der Fachärzt*innen zeigt, meine Diabetologin eingeschlossen!

    Ich habe der Diät sehr viel zu verdanken & möchte durch meine Erfahrungsberichte dazu beitragen andere Menschen, die an Diabetes leiden, aufzuklären.

    Ich habe einen langen Artikel mit einigen Grafiken in meinem Blog veröffentlicht, den ihr hier lesen könnt:
    https://www.xxx

    Ich freue mich auf einige Kommentare & hoffe euch mit meinen Erfahrungen eine gute Ernährungsalternative mit an die Hand geben zu können.

    Liebe Grüße und einen schönen Start in die Woche.

    Eure Anja.
    Bearbeitet von Moderator am 15.03.2021 12:03:43. Grund: Werbung
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    am 08.04.2021 13:40:03 | IP (Hash): 411769396
    Hallo Anja,

    ich versuche auch Low-Carb zu essen und habe damit auch ganz gute Erfahrungen gemacht. Ketone Diät klang für mich aber immer etwas krass. Was hast du denn da für Erfahrungen gemacht?
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    am 08.04.2021 15:39:38 | IP (Hash): 410056414
    Sportskanone schrieb:
    Ketone Diät klang für mich aber immer etwas krass.

    Nenne es einfach "ketogene Ernährung", das klingt nicht so krass.

    Das wäre übrigens auch die korrekte Übersetzung des englischen Begriffes "ketogenic diet".
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    am 09.04.2021 14:48:19 | IP (Hash): 411769396
    So kann man es auch machen :D Ernährst du dich denn ketogen?
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    am 09.04.2021 16:56:22 | IP (Hash): 563095829
    Überwiegend ja und das seit ca. 12 Jahren.

    Ich bin allerdings Typ 2er. Für mich macht es viel Sinn, weil ich meinen Diabetes mit meiner Low Carb Ernährung (genauer: LCHF) und ein bisschen Basalinsulin bestens im Griff behalten kann. Ketogen müsste müsste die Ernährung nicht unbedingt sein, aber es ergibt sich aus dem, was mir schmeckt und was zu mir passt. Die ketogene Ernährung soll ja auch sonst etliche Vorteile bieten - aber da steht die Forschung noch ganz am Anfang.

  • specki

    Rang: Gast
    am 09.04.2021 18:53:49 | IP (Hash): 1487376100
    ärzte/diabetologen sind nicht alle so bescheuert und wissen auch das low carb besser wäre

    aaaaaber, erzähl das mal einem neu diabetiker
    das er ab jetzt ALLE sachen weglassen MUß die ihn krank gemacht haben
    um kein typ 2 mehr zu sein(typ1 andere baustelle)

    die wenigsten würden es tun,man kann doch ein tabletchen nehmen oder zwei
    ooder später mal insulin spritzen iiiiiiiist doch garkein problem
    (außer du wohnst in amerika und kannst dir solche medikamente nicht leisten und stirbst einfach)

    warum soll sich ein diabetologe den mund fusselig reden, wenn es doch eh keiner macht?

    hoher langzeitwert? da, nimm metformin und mach tapfer weiter(dauert 5 minuten)
    inclusive dem zusatz, das man ja mal abnehmen müßte und vielleicht zucker weglassen könnte.

    selbiger neudiabetiker,geht dann nach 3 monaten wieder hin und sie stellen fest das mit metformin
    ja alles supiiii ist, ergooooooooooo kann diabetiker auch so weiter machen wie bisher.(was er auch tut)

    der patient freut sich und der arzt gleich mit.
    okay okay ,das funktioniert auch nur eine weile, bis es dann nicht mehr funktioniert
    aaaaaber zu dem problem kommt man dann viiiiiiiiiiiel später

    bei mir hat es auch gedauert bis meine ärztin mit dem insulinpen anfing rumzufuchteln
    das war dann endlich der punkt wo ich mir dachte "nööööööö, will ich nicht"

    und demzurfolge keine andere wahl hatte als keto zumachen
    entweder das oder insulin spritzen

    deshalb stellen sich mir hier immer die nackenhaare
    wenn ich beiträge lese wie


    kann ich mein bier noch trinken?
    wieviel schokolade kann ich noch essen?
    usw. usw.

    such mal nach
    wie werde ich typ2 wieder los?(viel erfolg lol)

  • specki

    Rang: Gast
    am 09.04.2021 19:16:00 | IP (Hash): 1487376100
    ketogene ernährung is so krass garnicht
    damit kann man gut abnehmen und typ2 findet das auch ganz supi,plus blutdruck etc. etc.
    mach carnivore DAS ist krass lol

    ich würd ja ganz gerne die liones"diät" ausprobiern
    aaaaber da müßte ich noch mein kaffee weglassen.schnief
    der rest wäre nicht das problem.schnief

    ohne kaffee ist das leben nicht lebenswert,schnief!

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    am 09.04.2021 23:17:20 | IP (Hash): 1507470092
    ketogene ernährung ist für mich sehr anstrengend, meine muskeln werden dann schwach, keine ahnung ob es heute noch so ist für mich nach diagnose.
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    am 01.03.2022 17:15:14 | IP (Hash): 1459934104
    Hallo Anja,
    deine Erfahrungen sind meinen ähnlich.
    Vielleicht kannst du mir ein paar Tipps geben.

    Obwohl ich schon seit mehr als 25 Jahren Diabetes Typ 1 habe, bin ich weiter auf der Suche nach der besten Ehrnährungsform. Leider habe ich viel Bauchfett und meine Leber ist schon etwas verfettet.
    Vor ca 2 Jahren habe ich darum, weil ich immer ein wenig schwerer wurde, Intervallfasten angefangen.
    Als ich anfing, lag mein Gewicht bei 72 kg,, bei 166 cm Größe. Das hat mir mein Arzt so empfohlen.
    Das Fasten habe ich im Rhythmus: 18:4 begonnen. Nach einem Jahr hatte ich nur 4 kg abgenommen,
    Das war echt deprimierend. Das Fasten habe ich dann in moderater Form weitergeführt, allerdings
    wie auch schon das Jahr vorher, mit Verzicht auf Kohlehydrate (mehr oder wenig).
    Aber im letzten halben Jahr habe ich schon wieder 2 Kilos zugenommen, obwohl ich wenig KH's esse. Ich habe kein großes Übergewicht, glaube aber, dass ich bei 63 -64 kg weniger Insulin brauche und meine Leber sich erholen kann und die Verfettung zurückgeht.
    Ich habe jetzt die Hoffnung, wenn ich jetzt Keto machen könnte, würde es mir wieder gelingen noch ein paar Kilos abzunehmen.
    Allerdings kann ich nicht abschätzen, wie ein Ernährungsplan aussehen kann, weil ich ja insulinpflichtig bin, habe Angst, was ich dann tun soll, wenn mein Blutzucker runter geht. Wenn ich dann was esse, würde, schmeisst mich das ja aus der Ketose raus. Gelesen habe ich einige darüber und es hat mir leider nicht meine Fragen beantwortet.
    Ich backe mir auch schon Keto-Brot, das aber doch immer noch ein paar KH hat. Wünsche mir, das es ein gutes Keto-Kochbuch gibt, mit dem man gut umgehen kann und nicht so komplizierte Rezepte har.
    Vielleicht gibt es ja auch jemanden in diesem Forum, der da schon mehr Erfahrungen mit Keto und Typ 1 hat.
    Bin gespannt auch eine Antwort

    Liebe Grüße
    Antonia
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    am 01.03.2022 20:31:30 | IP (Hash): 1301616689
    Antillo schrieb:
    Allerdings kann ich nicht abschätzen, wie ein Ernährungsplan aussehen kann, weil ich ja insulinpflichtig bin, habe Angst, was ich dann tun soll, wenn mein Blutzucker runter geht.


    Seit 25 Jahren Typ 1, und da soll ich/jemand glauben, dass Du nicht weißt, wie sich Dein BZ mit welchem Futter verhält?

    ----------------------------------------------
    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
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    am 02.03.2022 16:55:10 | IP (Hash): 1955652735
    hjt_Jürgen schrieb:
    Seit 25 Jahren Typ 1, und da soll ich/jemand glauben, dass Du nicht weißt, wie sich Dein BZ mit welchem Futter verhält?

    Hallo Antillo,

    bei diesem User müssen wir leider immer häufiger feststellen, dass er bei Fragen, Beiträgen und Fachartikeln den Sinn nicht mehr so richtig erfassen kann. Vielleicht ist das ja mit zunehmenden Alter ganz normal und verzeihbar, Dass er dich und andere, die ihm nicht nach dem Mund reden, gerne dumm dastehen lässt, hat nichts mit dem Alter zu tun. Das macht er schon immer so.

    Jetzt zu deiner Befürchtung, dass du mit dem Zeug, was du gegen Hypos in dich rein schieben musst, häufig aus der Ketose fliegen könntest. Kommt es denn bei sehr oft vor, dass du gegen Hypos anessen musst? Ich denke, wenn das 2 ... 3 mal im Monat passiert, dann macht das nicht viel aus, wenn du dann vielleicht aus der Ketose fliegst. Wenn du dich ketogen ernährst, wird dein BZ auch konstanter und berechenbarer verlaufen, so dass es sowieso seltener zu Hypos kommen wird. Darüber hinaus kannst du Hypo unter ketogener Ernährung anders definieren. Da dein Gehirn auch bei niedrigen BZ noch stabil mit Ketonkörpern versorgt wird - nur ca. 20% des Gehirns benötigen unbedingt Glukose - kannst du dir viel niedrigere Werte leisten, ohne Gefahr zu laufen, wegzutreten. Ich habe schon von Leuten gehört, die in Ketose auch bei 30mg/dl noch keine Probleme hatten.

    Den Erfahrungsbericht eines Typ1-Diabetikers zur Ketose kannst du dir hier vielleicht mal durchlesen:
    https://www.lchf.de/lchf-bei-typ-1-diabetes
    Ich selbst ernähre mich schon etliche Jahre überwiegend ketogen. Ich habe aber nur Typ2-Diabetes und brauche mich mit meiner kleinen Dosis Basalinsulin nicht vor Hypos zu fürchten. Deshalb kann ich leider keine konkreten Erfahrungen zu dem, was du wissen willst, beisteuern.

    Alles Gute, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 02.03.2022 16:55:27. Grund: BBCodes
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    am 03.03.2022 22:02:35 | IP (Hash): 1459934104
    Hallo Jürgen,
    ja, man glaubt es kaum.
    Es ist nicht so, daß ich nicht weiss was und welche Lebensmittel meinen Werte hoch treiben.
    Habe schon seit langer Zeit LowCarb usw. gegessen. Das war soweit ok. Jetzt will /muss ich es mit Ketodiät versuchen, aber es ist verrückt, auch wenn ich jetzt nach einem Keto Kochbuch koche, (und keine Riesenportionen davon esse), steigen die Werte trotzdem stark an und ich muß nachkorrigieren. Insgesamt benötige ich jetzt aber tatsächlich schon etwas weniger Insulin und musste meine Nachtbasal anpassen, weil ich in den Unterzucker kam. Da war ich froh, dass meine Pumpe mich geweckt hat. Das ist ja auch eine meiner Fragen gewesen, was man dann tun kann! Traubenzucker essen und dann ist man ja wohl raus aus der Ketose, was ich ja vermeiden möchte.
    Möchte hier in diesem Forum objektive Tipps bekommen, nichts weiter.

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    am 03.03.2022 22:54:40 | IP (Hash): 1456052614
    Nothing for ungood ;)

    Bei meinem ICT-Start vor bald 25 Jahren waren die Typ 1 Pumpis diejenigen, die sogar 1 BE-Äpfel kannten, die kleinen, die es in großen Tüten zu Jahreszeiten so wie jetzt gibt. Und weil ich damals ne SHG organisiert hab, hatte ich die Gelegenheit, bei solchen Typ 1 und ihren Anleitern ab und zu mal lauschen zu dürfen.

    Als ich vor so um 8 Jahren von LC in 3 Jahre ketogen gestartet bin, von HbA1c um 5 zu um 5, hat mich auch gewundert, dass ich praktisch gleich viel Insulin gebraucht hab. Ketogen waren die BZ-Bewegungen nur ein bisschen langsamer, in der CGM Grafik statt zeitlich kürzerer Spitzen breitere und praktisch ähnlich hohe Hügel. FPEs lassen grüßen ;)

    Wichtig finde ich vor dem Hintergrund, dass allein das Absenken des gesamten BZ-Verlaufs, den man mit dem Umstellen von LC auf LCHF erreichen kann, für einen gewaltigen Minderbedarf an Insulin gut sein kann.
    So hab ich meinen Bedarf vor um 20 Jahren von 140-160 IE gesamt bei HbA1c 7-7,5 auf 80-90 mit HbA1c 5-5,5 verringert, und zwar bei völlig gleichbleibendem Gewicht und Bewegungs- und Futterprofil.

    Das heißt Vorsicht(!) für alle, die mit der Futterumstellung gleichzeitig eine erhebliche Senkung ihres gesamten BZ-Verlaufs bewirken, denn ga können die Faktoren gewaltiger im Fluss sein, als die einfachen KE-FPE-Berechnungen ahnen lassen!

    Aber die Idee, dass man im Zeitrahmen von wenigen Stunden aus der ketogenen in die glukogene Verwurstung geraten kann, halte ich für seeeehr sinnfrei. NIX, was organisch mehrere Tage zum Aufbau braucht wie die Umstellung von glukogen auf ketogen, ist bei kleinen Abweichungen so wie ner halben oder einer KE für gegen ne Hypo sofort wieder wech ;)

    ----------------------------------------------
    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
    Bearbeitet von User am 03.03.2022 22:57:36. Grund: .
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    am 04.03.2022 08:52:38 | IP (Hash): 1459934104
    Hallo Rainer,
    vielen Dank für deine Antwort.
    Mit großem Interesse habe ich den Link gelesen und ich war überrascht und erstaunt, wie sehr der Artikel mit meinen Erfahrungen übereinstimmt.
    Ich habe für mich jetzt den Weg gefunden, auf dem ich mal weitermachen kann. Das wird mir helfen alles etwas leichter zu handhaben. Es wird nicht immer alles klappen, aber die Richtung stimmt.
    Auf jeden Fall hier ein großes Dankeschön
    Antonia