Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.

Langzeitzucker wie oft

  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 66
    Mitglied seit: 21.11.2020
    am 17.08.2021 19:25:42 | IP (Hash): 965735604
    Vielen Dank!

    Also bei mir wurde letztes Jahr Schwangerschaftsdiabetes (80-185-175) diagnostiziert. Langzeitzucker hatte ich da 5,0 (26. SSW), in der 38. SSW dann 4,8, Und nach der Schwangerschaft wurde dann nochmals ein OGTT gemacht (99-218-132), Langzeitzucker 5,2. Und das war Ende November 2020.

    Seitdem versuche ich mit weniger KH und mehr Bewegung. Im Mai Langzeitzucker bei 5,3.

    Da in meiner Familie viele Diabetiker (teilweise mit schweren Komplikationen) sind, habe ich immer wieder mal (aller 6 Wochen) für paar Tage Selbst-Kontrolle gemacht. Seit paar Monaten sind die Nüchtern-Werte bei 90 im Durchschnitt und zwei Stunden nach dem Essen etwa 115 (nach zum Beipiel eine Scheibe Vollkornbrot mit 15 Gramm KH).

    Ein paar Mal habe ich mit mehr KH probiert. Leider sind die Versuche immer „gescheitert“. Nach einem Döner zum Beispiel (mehr als die Hälfte des Fladenbrots habe ich gegessen) habe ich 176 nach zwei Stunden gemessen.

    Mein Plan ist mit weniger KH und viel Bewegung meine Werte womöglich einigermassen gesund zu halten und nach dem Abstillen nochmals einen OGTT machen zu lassen.

    Ist der Plan ok so? Ich bin jetzt nach einem Jahr immer noch verunsichert und mit meiner Familie kann ich mich nicht so austauschen. Sie wohnen in einem anderen Land und würden sich große Sorgen machen.

    Vielen Dank nochmals!
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 66
    Mitglied seit: 21.11.2020
    am 17.08.2021 19:26:51 | IP (Hash): 965735604
    Vielen lieben Dank!
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 66
    Mitglied seit: 21.11.2020
    am 17.08.2021 19:28:26 | IP (Hash): 965735604
    Vielen herzlichen Dank! Genau so handle ich zurzeit.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 6039
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 17.08.2021 20:02:08 | IP (Hash): 604265095
    Zuallererst nachträglich herzlichen Glückwunsch zum Kind!

    Die Grenzwerte für die Diagnose Schwangerschaftsdiabetes sind deutlich niedriger als die für Diabetes ohne Schwangerschaft. Ohne Schwangerschaft wärst Du nach den ärztlichen Richtlinien mit denselben Werten gesund. Das ist natürlich sinnfrei, denn wirklich gesund waren die Werte ja nun mal nicht.

    Wie ich Dich verstehe, kannst Du so essen, dass Dein Blutzucker in der Spitze so eine Stunde nach dem Essen meistens unter 140-160 bleibt. Praktisch der Bereich, den Du mit der Schwangerschaft einhalten solltest - mit etwas mehr Spielraum nach oben. Also nur mit einem viertel Fladenbrot ;)

    Wenn Du die Spitzen nach dem Essen meistens unter besser 140 als 160 schaffst, wird der Nüchternzucker wahrscheinlich auch weiter unter 100 bleiben. Also insgesamt im gesunden Bereich.
    Die Menschen, die Du mit schlimmen Folgen von Diabetes kennst, haben genau das nicht gemacht: Sie haben ihren Blutzucker nicht auf den gesunden Bereich begrenzt. Die meisten werden ihn nicht einmal gemessen haben. Denn Selbstmessen geht allgemein erst seit gut 30 Jahren, wenn man die teuren Streifen selbst kauft. Von den Krankenkassen werden die Kosten in D praktisch nur bei INSULINERn und bei Schwangerschaftsdiabetes übernommen.

    Langer Schreibe kurzer Sinn: auch wenn Dein Blutzucker beim OGTT die Grenzen zum Diabetes überschreitet, kannst Du praktisch völlig gesund und ohne jede Angst vor Folgekrankheiten damit leben, wenn Du die Grenzen aus der Schwangerschaft einigermaßen zuverlässig einhalten kannst. Daumendrück!

    ----------------------------------------------
    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 66
    Mitglied seit: 21.11.2020
    am 17.08.2021 20:16:05 | IP (Hash): 965735604
    Vielen vielen Dank für die aufbauenden Worte! Mit einem Kleinkind und einem Baby ist es manchmal nicht einfach zu jeder Mahlzeit viel Gemüse zu essen und oft habe ich keine Zeit zum Sport, dafür laufe ich den Kindern stets hinterher:)

    Manchmal würde ich gerne wie früher unbesorgt ein Weizenbrötchen essen und manchmal denke ich warum schon jetzt mit 38. Aber andererseits lebe ich nun viel viel bewusster und gesünder, was auf die lange Sicht nur von Vorteil ist.

    Ich danke nochmals allen für eure Aufmerksamkeit!
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 943
    Mitglied seit: 11.02.2019
    am 17.08.2021 21:03:00 | IP (Hash): 693592430
    Wenn du dich strikt LowCarb ernährst, steigt dein Blutzucker stark an, wenn du doch einmal größere Mengen Kohlenhydrate zu dir nimmst, wie bei deinem Döner-Beispiel. Das haben auch stoffwechselgesunde Menschen, die längere Zeit LowCarb leben und dann doch mal eine große Menge Kohlenhydrate zu sich nehmen. Wenn du also deine Kohlenhydratemenge versuchsweise etwas erhöhen möchtest, würde ich es langsam machen, statt deiner 15g KH eine Mahlzeit mit 20g KH erhöhen und beobachten, dann falls das funktioniert, könntest du auch bei den anderen Mahlzeiten auf 20g KH gehen und dich so langsam an deine persönliche Grenze rantesten. Du solltest dann natürlich nicht immer die max. mögliche Kohlenhydratmenge zu dir nehmen, aber solltest du noch Hunger haben nach der ersten Portion, wüsstest du, dass du dir nochmal eine kleine Portion mit bspw. 20 g KH extra gönnen kannst.

    Mal als Ausnahme ein Döner mit weniger Fladenbrot ist sicher auch drin, solange es eine Ausnahme bleibt.

    Solltest du deinen OGTT mal wiederholen ist es sehr wichtig, mindestens drei Tage, um sicher zu gehen, würde ich persönlich sogar 5-7 Tage vorher anfangen, sich normal kohlenhydratlastig zu ernähren (min. 150g KH pro Tag) um ein aussagekräftiges Testergebnis zu bekommen. Machst du das nicht, dann wird vermutlich der OGTT falsch hoch ausfallen.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 6039
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 17.08.2021 21:32:42 | IP (Hash): 604265095
    Wunsch2021 schrieb:
    Manchmal würde ich gerne wie früher unbesorgt ein Weizenbrötchen essen und manchmal denke ich warum schon jetzt mit 38. Aber andererseits lebe ich nun viel viel bewusster und gesünder, was auf die lange Sicht nur von Vorteil ist.


    Genau! Wer seinen Blutzucker mit der Auswahl und Portionierung von Essen und Bewegungsanteilen (besonders wirksam immer in der ersten Stunde nach einem Essen) und dem dann vielleicht noch notwendigen Minimum an Medikament(en) im gesunden Rahmen hält, kann sich nur gesund verhalten. Und weil mein Diabetes mich dazu seit 30 Jahren anhält, ganz besonders die letzten um 7, hab ich den schon öfter als meinen zuverlässigsten Gesundheits-Coach vorgestellt.

    Apropos Gemüse: Mein Tag fängt mit gut 200g Karotten an, die ich schon am Abend vorher in so einem Teil gehächselt habe https://www.amazon.de/Grundig-CH-6280-Kompakt-Multi-Zerkleinerer/dp/B00GNVTXB2/ref=sr_1_21?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&crid=34CQR4CCY607B&dchild=1&keywords=gem%C3%BCseschneider+elektrisch&qid=1629228061&sprefix=gem%2Caps%2C189&sr=8-21 und am Morgen auslöffele. Dazu esse ich ein Stück Käse, so 60-80 g.
    Mein Beispiel, passt vielleicht überhaupt nicht in Deinen Geschmack und will eigentlich nur sagen, dass sich das Vorbereiten vom Gemüse über eine lange Zeit von der des tatsächlichen Essens abkoppeln lässt. Ist mit Deinen beiden Kids ja wohl mehr als notwendig, und für ausreichend Bewegung werden die beiden auch sorgen :)

    ----------------------------------------------
    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 66
    Mitglied seit: 21.11.2020
    am 18.08.2021 09:43:44 | IP (Hash): 965735604
    Vielen Dank für die tollen Tipps! An kleinerer Erhöhung von KH habe ich gar nicht gedacht! Ich werde ausprobieren.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 66
    Mitglied seit: 21.11.2020
    am 18.08.2021 09:52:07 | IP (Hash): 965735604
    Großen Respekt dass du das seit 30 Jahren machst! Meine Oma hatte die Diagnose auch vor 30 Jahren bekommen, sie ist heute allerdings schon 90. Sie ist die einzige in meiner Familie, die das alles durch gesunde Ernährung und Bewegung (was halt möglich ist) hingekriegt hat. Und zwar ohne Komplikation und ohne Medis. Ok sie nimmt immer mal wieder chinesische Kräuter. Aber sonst nichts. Sie hat nun einen Langzeitzucker von 6,6, wobei der Arzt meint dass dies für ihr Alter in Ordnung ist.

    Und vielen Dank für den Tipp! Genau solche Erfahrungen sind soooo hilfreich und wertvoll, finde ich. Ich habe nun auch festgestellt dass ich nicht sehr hungrig bin da stopfte ich alles rein was ich sehe und daher bereite ich schon morgens viel Gemüse vor also für Mittag und Abend.

    Habt ihr eigentlich auch am Anfang die panischen Momente wenn die Werte nicht gut sind? Also wenn ich morgens 85 messe dann ist mein Tag ganz schön, aber so wie heute habe ich 95 gemessen, also Nüchternwert, da kriege ich schon gleich Panik und habe voll Angst dass der Wert immer steigt und steigt.

    Wie gesagt bin ich immer noch nicht schlauer geworden wie ich den Nüchternwert auch nur bisschen beeinflussen kann.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 972
    Beiträge: 3874
    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 18.08.2021 10:13:25 | IP (Hash): 766287765
    Wunsch2021 schrieb:
    Habt ihr eigentlich auch am Anfang die panischen Momente wenn die Werte nicht gut sind? Also wenn ich morgens 85 messe dann ist mein Tag ganz schön, aber so wie heute habe ich 95 gemessen, also Nüchternwert, da kriege ich schon gleich Panik und habe voll Angst dass der Wert immer steigt und steigt.

    Hallo Wunsch,

    beim Nüchternwert kommt es kaum darauf an, wie hoch der ausfällt, sondern mehr, wo der sich gewöhnlich aufhält. Wenn das bei dir um die 90mg/dl sind, dann gibt es nicht den geringsten Anlass zur Sorge. Auch bei 95 oder 100 würde ich mir noch keine großen Gedanken machen. Kurzfristig beeinflussen lassen sich die Nüchternwerte sowieso nicht und wenn du wirklich etwas findest, was bei dir hilft, (z.B. abends weniger Eiweiß essen,) dann wäre das vermutlich nur nutzlose Wertekosmetik.

    Wenn die Werte nach den Mahlzeiten mal über deinen angepeilten Zielwert hinaus gehen, ist das auch kein Problem. Auch bei mir kommen nach 1 Stunde manchmal 170 oder sogar mal 190 raus. Dann sage ich mir nur: "oh, da hast du was falsch gemacht, du wolltest doch möglichst unter 140 bleiben" und versuche das auch für die Zukunft. So ein hoher Wert ist gut als Warnschuss geeignet, aber graue Haare musst du dir deswegen wirklich nicht wachsen lassen.

    Glückwunsch zu deiner Oma, das schaffst du bestimmt auch so gut. Wenn du es nur mit Ernährung und Bewegung nicht mehr hin bekommst, dann scheue dich nicht, geeignete Medikamente zur Unterstützung dazu zu nehmen. Aber erst mal würde ich es auch so weiter probieren, wie du es jetzt machst - nur ganz ohne Panik.

    Alles Gute, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 19.08.2021 10:08:50. Grund: BBCodes