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Langzeitzucker wie oft

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    Mitglied seit: 11.02.2019
    am 20.08.2021 22:30:48 | IP (Hash): 815171639
    Also 5,3 und 5,6 können ganz normale Schwankungen sein, ohne dass sich etwas verschlechtert haben muss.

    Für den HbA1C sind übrigens die Nacht und die Werte zwischen den Mahlzeiten am entscheidensten. Kurze Blutzucker-Spitzen werden nämlich nicht erfasst. Darum denke ich nicht, dass deine 5gr KH mehr pro Mahlzeit einen Anteil haben, außer deine Werte sind dadurch noch 3-4 Stunden nach der Mahlzeit höher als vorher. Bei Zwischenmahlzeiten ist es genauso, nur wenn die Blutzucker länger ansteigt, geht dies in den HbA1c ein.

    Selbst, wenn du LADA Diabetes hättest, würde man dort sehr wahrscheinlich auch erst Insulin zur Unterstützung geben, wenn deine Blutzuckerwerte im diabetischen Bereich liegen, also HbA1C über 6,5. Nüchternwerte über 126 oder nach der Mahlzeit regelmäßig über 200.

    Wenn du dir jetzt ständig Gedanken machst, dann frage nach einem OGTT, wobei dafür gerade kein Anlass besteht, außer um dich zu beruhigen. Wichtig wäre dann aber, mehrere Tage vorher auf mind. 150gr KH pro Tag zu steigern. Da du momentan extremst wenig KH zu dir nimmst, würde ich bereits 5-7 Tage vor dem Test beginnen, 150gr KH zu mir nehmen, damit der OGTT nicht falsch positiv ausfällt. Ich persönlich würde vermutlich erstmal weiterbeobachten, wirklich verschlechtert hat sich ja nichts.

    Wenn du große Angst vor LADA-Diabetes hast, frage deinen Arzt, ob er GAD-Antikörper testen kann. Ohne Diabetes-Diagnose wird es vermutlich schwierig, sollte dieser Wert nicht zu viel kosten, könntest du ihn auch selbst zahlen. Diese GAD-Antikörper sind häufig bei LADA positiv. Wenn der Wert positiv ist, ist die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass du LADA entwickeln könnte. Es gibt aber auch Personen mit positiven GAD-Antikörpern, wo es nie ausbricht. Ein negatives Ergebnis, spricht zu großer Wahrscheinlichkeit gegen LADA. Aber auch hier kann man es nie 100% ausschließen.
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    am 21.08.2021 08:24:50 | IP (Hash): 965735604
    Vielen herzlichen Dank! Ich bin euch allen wirklich sehr dankbar. Bei den Ärzten habe ich oft das Gefühl dass man erst handelt wenn die Werte schon „schlecht“ sind. Meine Werte würden wohl schnell schlechter aussehen wenn ich mehr KH esse und auf Bewegung verzichte, so bekomme ich auch schneller eine Diagnose, aber ist das denn mein Ziel eine Diagonse zu bekommen?

    Ich habe mir nun viele Gedanken gemacht. Ich werde nun auf weitere drei Monate abwarten. Weil OGTT zur Diagnose zwar förderlich, aber wohl nicht so Diabetes-freundlich ist, oder? Immerhin nimmt man auf einmal so viel Zucker zu sich. Und dabei weiterhin auf gesund Ernährung und Sport setzen. Wenn mein Wert im November auf 5,9 oder 6,0 steigt, bin ich klar im Prädiabetes-Bereich und ich würde hoffentlich bisschen ernster genommen. Wenn mein Wert sich nicht verschlechtert oder sich sogar verbessert, dann kann ich weiterhin abwarten. Was denkt ihr über den Plan?

    Also nochmals vielen vielen Dank an alle. Ich hoffe dass ich mit der Zeit schlauer und gelassener werde. Aber gerade nun am Anfang bin ich jedem wertvollen Tipp von euch dankbar!

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    am 21.08.2021 10:50:28 | IP (Hash): 1898958270
    Hallo Wunsch,

    frage doch mal Deinen Diabetologen nach einer Schulung. Die würde Dir sehr helfen, weil (zumindest war es bei meiner) umfassend die Zusammenhänge erklärt werden und wie man entgegenwirken kann. Ich hatte 5 x über 3,5 Stunden. War klasse.

    Gruß,
    Biggi
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    am 21.08.2021 12:29:36 | IP (Hash): 965735604
    Vielen lieben Dank für den Tipp!
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    am 22.08.2021 21:12:31 | IP (Hash): 109095898
    Wunsch2021 schrieb:
    Bei den Ärzten habe ich oft das Gefühl dass man erst handelt wenn die Werte schon „schlecht“ sind.


    Bis zum Überschreiten der Grenzwerte für die Diagnose nimmt die Medizin immer höher ansteigenden BZ tatsächlich nicht besonders ernst. Und auch nach Überschreiten der Grenzwerte wundern sich viele Neue, dass da nun nicht alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, um den BZ wieder in den gesunden Bereich zu bringen. Erst mit der Zeit beginnt man dann zu begreifen, dass der Zielbereich der Behandlung mit diagnostiziertem Diabetes nicht der gesunde BZ ist, sondern der BZ im Rahmen von HBA1c 6,5-7,5.
    Wirklich nennenswert tut die Medizin also erst etwas, wenn der BZ die Obergrenze dieses Bereichs überschreitet und vom geringen Folgekrankheiten-Risiko zum deutlich zunehmenden ansteigt.

    Die Begrenzung des Folgekrankheiten-Risikos auf gering ist das grundsätzliche Langfrist-Ziel jeder Diabetes-Behandlung. Und damit ist der Typ 2 eine progrediente sich zunehmend selbst verstärkende Erkrankung. Denn mit dem BZ im Rahmen von HBA1c 6,5-7,5 braucht er über die Jahre immer mehr/stärkere Medikation zur Verhinderung des weiter zunehmenden Anstiegs. Und zwar durchaus auch mit fachoffiziell gesundem Gewicht und fachoffiziell gesunder Ernährung und fachoffiziell völlig ausreichend gesunder alltäglicher Bewegung.

    Seit so um 20 Jahren treffe ich immer mehr Menschen mit Typ 2, die ihren BZ gegen die bisherigen (fach)ärztlichen Empfehlungen hier in D mit gutem Erfolg beständig im nahezu bis völlig gesunden Bereich führen. Das gelingt praktisch in jedem Entwicklungsstadium des Typ 2 mit sehr viel weniger Medikation als mit demselben Ess- und Bewegungsverhalten im Standardbereich notwendig sind und häufig sogar ganz ohne Medikamente. Und immer mehr dieser Beispiele zeigen, dass der Typ 2 keine progrediente Krankheit sein muss, wenn der BZ im völlig gesunden Bereich geführt wird. Denn dann braucht er nur sehr wenig Medikation oder sogar gar keine, um über 10 und mehr Jahre in diesem Bereich gehalten werden zu können.

    Untersuchungen von Prof. Taylor, Newcastle, haben ergeben, dass der Typ 2 wenigstens bis zu 4 Jahren nach Erreichen der Diagnosereife ohne Medikamente wieder in den völlig gesunden Bereich zurückgedreht und darin ohne Medikation nur mit individuell entsprechend angepasstem Verhalten gehalten werden kann.

    Die DiRECT Studie bestätigt diese Erwartung seit Jahren erfreulich zahlreich und versichert damit Betroffenen wie Dir, dass da nichts unmittelbar und direkt drängt und keine Möglichkeiten verloren sind, wenn frau sie nicht sofort nutzt ;)

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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
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    am 24.08.2021 11:59:46 | IP (Hash): 965735604
    Vielen lieben Dank Jürgen!

    Ich habe nun die Daten von letztem November ausgesucht, da hatte ich nüchtern zu Hause etwa 90 gemessen, wie jetzt, nach dem Essen war’s damals besser. Damals war’s nach einem Dinkelbrötchen (schätze ich mal 30 Gramm KH) nach einer Stunde 160 und jetzt schon nach 20 Gramm KH. Ok, damals habe ich noch alles in mir reingestopft und jetzt eher Kohlenhydratearm. So identisch sind die Voraussetzungen nicht.

    Ich werde jetzt jedenfalls nun mein gesundes Essen- und Bewegungsverhalten fortsetzten und in drei Monaten nochmals hier schreiben wie der Langzeitzucker sich so entwickelt hat. Einzig überlege ich mir ob dann irgendwann einen Antiköpertest machen lasse (vorausgesetzt ich kann mir das leisten:)). Weil bei Lada die Insulinspritze nicht verkehrt wäre.
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    Mitglied seit: 23.05.2020
    am 24.08.2021 12:34:22 | IP (Hash): 1309692873

    Der langzeitzucker bringt bei deinem Prädiabetes leider nichts, da benötigst du den ogtt, vor dem du offensichtlich Angst hast. Irgendwann wird es bei den Werten eh dazu kommen.


    Wunsch2021 schrieb:
    Vielen lieben Dank Jürgen!

    Ich habe nun die Daten von letztem November ausgesucht, da hatte ich nüchtern zu Hause etwa 90 gemessen, wie jetzt, nach dem Essen war’s damals besser. Damals war’s nach einem Dinkelbrötchen (schätze ich mal 30 Gramm KH) nach einer Stunde 160 und jetzt schon nach 20 Gramm KH. Ok, damals habe ich noch alles in mir reingestopft und jetzt eher Kohlenhydratearm. So identisch sind die Voraussetzungen nicht.

    Ich werde jetzt jedenfalls nun mein gesundes Essen- und Bewegungsverhalten fortsetzten und in drei Monaten nochmals hier schreiben wie der Langzeitzucker sich so entwickelt hat. Einzig überlege ich mir ob dann irgendwann einen Antiköpertest machen lasse (vorausgesetzt ich kann mir das leisten:)). Weil bei Lada die Insulinspritze nicht verkehrt wäre.

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    am 24.08.2021 13:03:08 | IP (Hash): 965735604
    Vielen Dank! Nein, Angst davor habe ich ganz und gar nicht. Weder vor dem Verlauf noch vor dem Ergebnis. Ich messe zu Hause schon hohe Werte wenn ich mehr KH esse.

    Ganz im Gegenteil hoffe ich sehr dass ein OGTT mit Bestimmung von Insulinausschüttung bzw. C-Pitide
    mir endlich bisschen mehr Klarheit bringt, warum ich nicht mehr gesund Werte produziere.

    Ich hatte das letzte Mal im November und im Juli 2020 OGTT, und ein OGTT ist zwar bestimmt nicht “lebensgefährlich”, aber bestimmt auch nicht so “Diabetes-freundlich”, dass ich den oft (mehrmals im Jahr) wiederholen soll selbst wenn die KK dies übernehmen würde. Oder?

    Ich habe nun vor in den nächsten Monaten abzustillen (Baby nun 11 Monate) und dann ein OGTT mit Bestimmung von anderen Parametern machen zu lassen. Also ich find es sinnlos dass ich jetzt einen machen lasse und dann nach dem Abstillen nochmals einen. Zwar hat das Stillen nicht unbedingt einen Einfluss auf die Zuckerwerte aber ganz ausschließen kann man den Zusammenhang auch nicht oder? Viele Mamis werden erst drei Monate nach dem abstillen zu OGTT bestellt, also Mamis die Schwangerschaftsdiabetes gehabt haben.

    Also ich werde jedenfalls nochmals hier schreiben. Vielleicht gibt es Frauen denen es ähnlich geht wie bei mir. Ich bin ursprünglich aus Ostasien und da lese ich im Forum dass sehr sehr viele Frauen nach der Geburt wie bei mir keine gesunden Werte mehr messen. Ich hoffe irgendwie dass diese Gruppe von Frauen mehr unterstützt werden. Sondern nicht wie bei mir mit einem OGTT von 99-218-132 gleich nach Hause geschickt werden mit den Worten “alles in bester Ordnung”.

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    am 24.08.2021 14:23:27 | IP (Hash): 1087914173
    Hallo Wunsch,
    ich finde deine Geschichte sehr spannend, weil sie der meinen so ähnelt. Ich hatte in meinen beiden Schwangerschaften Gestationsdiabetes und nach der zweiten Schwangerschaft wurde dann Diabetes 2 diagnostiziert, zumindest zum Teil. Die ÄrztInnen sind sich nicht einig, wobei der Kontroll-OGTT eindeutig war.
    (Meine ganze Geschichte (falls es dich interessiert ;): https://www.diabetes-forum.de/forum/topic/14838/Diabetes-nach-Schwangerschaft )
    Ich habe vor etwa 6 Wochen abgestillt. Momentan messe ich meine Blutzuckerwerte aufgrund anderer gesundheitlicher Probleme nicht, bin aber gespannt, ob sich die erneute hormonelle Umstellung langfristig auf die Werte auswirken wird. Meine bestehende Wochenbettdepression hat sich seitdem auf jeden Fall enorm verbessert.
    Liebe Grüße!
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    Mitglied seit: 17.08.2020
    am 24.08.2021 14:38:35 | IP (Hash): 1087914173
    Zum Zusammenhang zwischen Stillen und Diabetes habe ich trotz wiederholter intensiver Recherche nichts gefunden bzw. nur, dass Stillen das Diabetesrisiko senkt. Hast du dazu irgendwas hilfreiches gefunden?