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    Rang: Erweitertes Mitglied
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    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 19.10.2021 10:18:33 | IP (Hash): 1050833330
    “Milliarden können nicht über das Wasser laufen - ein Einzelfall hat es wohl gekonnt.” Zitat Peter im anderen Fred

    Studien mit möglichst vielen Teilnehmehr*innen sind die Grundlage der zeitgemäßen Medizin zu Behandlungsmethoden und Medikamenten. Nur wird mit dem weltweit seit vielen Jahren zunehmenden Bedarf an Studien immer schwieriger, passende Teilnehmer*innen zu finden und so zu betreuen, dass sie zu einem objektiv jederzeit reproduzierbaren Ausgang beitragen.
    Als Goldstandard gelten doppelt verblindete Studien, in denen weder Behandelte noch Behandler wissen, wer von was wie viel oder gar nichts=Placebo bekommt und wie darauf reagiert, bis am Ende der Studie alle Daten zusammengeführt und ausgewertet werden.

    ACCORD hieß die Goldstandard-Studie, in der bei Menschen mit Typ 2 Diabetes u.a. untersucht werden sollte, welche Langzeitergebnisse mit welcher Behandlungsintensität beim Blutzucker zu erwarten sein würden. Interessant dabei der Studienarm für HBA1c unter 6, denn der wurde wg auffällig vieler Todesfälle vorzeitig abgebrochen und gilt seitdem als Beweis dafür, dass gesunder BZ für Menschen mit Typ 2 lebensgefährlich ist.

    Der Schlüssel für die vermehrten Abgänge bei ACCORD war nicht nur aus meiner Sicht einfach: Um niedrigeren BZ zu erreichen, wurde nichts an Ernährung oder Bewegung geändert, denn das hätte ja die Studie verfälscht, sondern nur mehr Medikation zur BZ-Senkung gegeben. Der BZ wurde praktisch gewaltsam runter gedrückt, sehr häufig bis in die Hypo mit Hilflosigkeit. Hier unter dem Titel ACCORD Glukose Studie schön nachzulesen https://www.assmann-stiftung.de/wp-content/uploads/2013/06/ACCORD-Studie.pdf

    Im Gegensatz dazu haben wir es hier im Forum bis jetzt bei allen Verringerungen des BZ, die sich Teilehmer*innen mit Typ 2 in Richtung gesund gemacht haben und machen, mit so viel Verhaltensänderung wie möglich - Essen und Bewegung - und so wenig Medikation wie dann noch nötig zu tun. In allen diesen Fällen haben sich verbessert/verbessern sich zum BZ auch weitere Blutwerte wie Blutdruck und Blutfette, und wie beim BZ können Medikamente dabei reduziert oder sogar ganz weggelassen werden. Seit Jahren mehren sich die Berichte über solche Remissionen, und die ältesten haben 10 Jahre ohne Progression ihres Typ 2 längst überschritten.

    Von solchen Fällen gibt es weltweit immer mehr zigtausende. Sie lassen sich beim besten Willen in keinen Studienrahmen quetschen, schon gar nicht in sonen goldstandardigen, wo niemand weiß, wer was gerade mit welchem Ziel und Erfolg macht.
    Es sind tatsächlich viele und immer mehr Einzelfälle. Und sie haben schon was von einsamen Wasserläufern hier in D, denn unsere Fachmedizin leitet weit überwiegend nicht dazu an und rät weit überwiegend bislang noch davon ab.

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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.