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Definition Diabetes heilbar?

  • Tom

    Rang: Gast
    am 11.08.2008 12:25:52
    Hi dipa, bei all der Diskussion über deine gestellte Frage konnte ich den eigentlichen Hintergrund für dein Anliegen nicht erkennen? Möchtest du als Nichtdiabetiker bei deinem Arzt geführt werden oder gelten? Es wird dich kein Mensch zu irgendeiner Therapie oder Nicht-Therapie zwingen. Es wird auch kein DMler zu irgendwas gezwungen. Wenn du jetzt sagst, ich geh nicht mehr zur BZ-Kontrolle, auch gut. DU allein trägst doch die Verantwortung für deine Gesundheit. Und, wenn du für dich empfindest, dass dein DM unwiederbringlich gehielt ist, ist das doch für dich OK. Verstehst du, was ich meine?
    Ich persönlich halte die Behauptung, dass Diabetes heilbar ist, für falsch und auch gefährlich. Gefährlich deswegen, weil diese Behauptung oft den Hintergrund einer völlig einseitigen Ernährung hat und ne Menge von Verkäufern aus dem Boden stampft, die DMlern versuchen ,von Mangold-Saft über unnötige teure Nahrungsergänzungsmittel bis hin zur ZiMTSandale alles Mögliche anzudrehen. Oder Therapien, wie hier vorige Woche angepriesen, dass man abends mit Gewichten auf der Brust übers Feld rennen soll. Hier spielt man mit der Hoffnung der Menschen.

    Ich glaube, Diabetes ist NICHT heilbar, man kann ihn nur über Änderung bestimmter Lebensweise positiv beeinflussen, um möglichst zu verhindern, dass Spätfolgen wie Polyneuropathie, Erblingung, Amputation oder Dialyse eintreten, die leider irreversibel sind. von Tom
  • dipa

    Rang: Gast
    am 12.08.2008 03:41:15
    Hallo Thomas,

    das Buch "Diabetes heilen" ist gelinde gesagt äusserst kontrovers.
    Darin wird heftig Kritik an der heutigen Diabetesbehandlung geübt.
    In den meisten Punkten stimme ich dem Autor vorbehaltlos zu.
    Wichtig: In dem Buch kommt ein Diabetiker mit vollen Namen, Geburtsdatum und -ort zu Wort. Sein Krankenhausaufenthalt hat viel Ähnlichkeit mit den Berichten anderer Diabetiker in diesem Forum. Bei den Koryphäen wird nur ein Herr K. hat ... erwähnt.
    Obwohl Schnitzer sehr angefeindet wird, hat noch kein Arzt Gegenbeweise geliefert, obwohl Schnitzer sie auffordert seine Patienten zu untersuchen.
    Die Zutaten für seine Intensivkost sind nichts ungewöhnliches, er verkauft kein "Wässerchen" oder sonstwas.
    Seine Intensivkost ist eintönig und passt nicht in die heutige Zeit.
    Um die Werte oder den Insulinverbrauch zu senken, gut geeignet.
    Sein Buch muss "Diabetes heilen" heissen, sonst kauft es kein Mensch, auch ich nicht.

    Zum Gewicht:
    Ich hatte zu Weihnachten 10kg mehr drauf,
    HbA1c war 5,5. Macht also nur einen kleinen Unterschied. Ab 15kg sollte eine Verschlechterung eintreten. 20 kg definitiv.
    Mit 19 hatte ich 30kg mehr und keinen Diabetes. Als Dicker ist man diabetesgefährdet und mehr nicht.

    In den Foren wird zwar viel Müll erzählt, aber es gibt auch Diabetiker, die sich ernsthaft mit ihrer Krankheit auseinandersetzen auf den neusten medizinischen Stand sind auch die blödesten Fragen höflich beantworten.
    Ich hatte auch hohen BZ und Ärzte sagen immer: mehr Insulin spritzen.
    In Foren werden verschiedene Ursache angegeben. Die Ursache bekämpfen ist letztendlich effektiver.

    mfg dipa








  • Thomas

    Rang: Gast
    am 12.08.2008 14:06:47
    Hallo,

    achso...es gibt ja mehrere Bücher zu Thema DM heilen, aber Du meinst Dr. med. dent. Johann Georg Schnitzer...
    Der Mann ist Zahnarzt!

    Er schildert von Fällen in denen sogar Diabetes Typ1 völlig geheilt wurde.

    An dieser Stelle ist die Diskussion für mich beendet, ich schliesse mich Tom's Ausführungen an. Dieser Mann spielt nicht nur mit den Ängsten von Kranken, er ist hochgradig gefährlich.

    Was Foren angeht, ja es gibt durchaus Leute die sich mit DM auskennen und auch auf die blödesten Fragen sachlich antworten. Das Problem ist nur das der Fragende die sachlichen richtigen Antworten herausfiltern muss.

    Gruss Thomas
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 12.08.2008 16:49:30
    DM lässt sich in vielen Fällen nicht sauber typisieren, und bei der ersten Einstufung gilt halt das Bild: Jung und schlank = Typ1, älter und rundlicher = Typ2. Auf diese Weise kommen z.B. schlanke Typ2 als Typ1 sofort in den Genuss von Insulin, während sich beleibtere Typ1 oft über Jahre mit Tabletten und recht ungesund hohen BZ-Verläufen quälen müssen, bis der Arzt sie endlich auf Insulin umstellt. Da auch manche Typ2 bei Diagnosereife nur noch 20% Betazellfunktion haben und andererseits das Vorhandensein aller Antikörper noch überhaupt keinen DM belegen muss.

    Und mit dem Begriff "geheilt" wird auch fachoffiziell in Bezug auf DM häufig Schindluder getrieben. So brauchst Du nur mal in die genauen Daten hinter den meisten Typ2-Langzeitstudien zu schauen. Da wirst Du sehen, dass die selben Leute im einen Jahr mit DM eingestuft werden, wenn sie mit nüchtern 125 getestet wurden, und im anderen als geheilt, wenn sie mit 115 getestet wurden. Und das machen in der Regel Diabetologen und keine Zahnärzte ohne Rücksicht darauf, dass die betroffenen Betazellen keine Erstantwort mehr ausschütten und einen hohen Anteil an intaktem Proinsulin (C-Peptid und Insulin sind noch nicht geteilt), das als erheblich Adipositas und Arteriosklerose fördernd gilt und nur etwa 10% der BZ-Wirkung von normalem Insulin hat. Das untersucht praktisch niemand.

    Auf der anderen Seite würde Dich mit Sicherheit wundern, wenn Du mal recherchierst, wie wenig Diabetologen über die gesunde BZ-Führung lernen. Da ist der Info-Vorsprung gegenüber Zahnärzten herzlich marginal. Zu weit über 90% beschäftigt sich die Diabetologen-Ausbildung mit dem fachgerechten Umgang mit diabetischen Komplikationen. Denn nach fester Fachauffassung muss auch der ordentlich behandelte Diabetes über kurz oder lang und für die längste Zeit einer Diabetiker-Laufbahn zu Komplikationen führen. Und bislang wurde noch niemand und auch kein diabetologischer Facharzt von der Fachärzteschaft herzlich begrüßt, der mit seinem eigenen oder/und dem Beispiel seiner Patienten lebendig das praktische Gegenteil belegt hat. von Jürgen
  • dipa

    Rang: Gast
    am 13.08.2008 00:25:42
    Hallo Thomas,

    ich meine den Zahnarzt!
    Im Gegensatz zu dir weiss ich, dass Ärzte in Deutschland eine umfassende Allgemeinbildung erhalten und erst spät die Spezialisierung erfolgt.
    D.h. fachlich sind im nur Diabetologen überlegen und das sind Fachidioten oder folgen blind der Meinung ihres Meisters.
    Obwohl Schnitzer angefeindet wird, habe ich nie eine Berechtigung herausgefunden.
    Im Gegenteil: Er hat Erfolg, wo Ärzte versagen.
    Zur Intensivkost
    Typ2 können es schaffen unter die Diagnoseschwelle (geheilt?) zu kommen. Typ1 können ihren Insulinverbrauch senken.
    Typ1 ohne Insulin, konnte ich auch nicht glauben.
    Im Buch wurde ein 5-jähriger Typ1 geheilt.
    Selbst bei der Intensivkost braucht man Insulin. Schlussfolgerung die Diagnose Typ1 war falsch. Typ2 wäre richtig gewesen.
    Bei Diabetes und 5 Jahre wird aber immer automatisch Typ1 diagnostiziert.

    Bevor du Schnitzer verteufelst, lies erst sein Buch und bilde dir eine eigene Meinung.

    mfg dipa

  • Sonja

    Rang: Gast
    am 13.08.2008 04:49:55
    Also, ich geh auch nicht in die chemische Reinigung wenn ich ein Pfund Butter kaufen will... von Sonja
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 13.08.2008 09:53:19
    In diesem Fred geht es doch in der Haupt-Sache um den Erfolg, wenn man den eigenen BZ mit möglichst wenig Medis so führt, dass man die meiste Zeit des Tages bei einer zufälligen Blutuntersuchung nicht einmal als diabetesverdächtig auffallen würde. Dazu lernt ein Diabetologe in seiner Ausbildung lediglich, dass das für Diabetiker nicht möglich und (daher) auch nicht notwendig sei.

    Wenn also jemand dazu anleiten kann, hat er sich das selbst angeknobelt. Das gilt für jede Arztrichtung ebenso wie für jeden - meistens selbst betroffenen - Laien. So hat mein Arzt meine damals HBA1c 7 als super und nicht mehr verbesserungsfähig gelobt, während ein alter Lada mir gerne gezeigt hat, wie er seinen um 5 hielt, und mich dazu angeleitet, wie ich das auch schaffen könnte. Ich werde diesem ehemaligen Fernfahrer immer dankbar sein, denn im Gegensatz zu allen, die mit mir 90/91 ihre Typ2-Karriere angefangen haben, habe ich heute z.B. noch keinen Wahrnehmungsverlust in den Füßen :-) von Jürgen
  • dipa

    Rang: Gast
    am 14.08.2008 10:07:02
    Hallo Sonja,

    wenn du Insulin brauchst, geh zum Onkel Doktor.
    Ist man wie ich unter der Diagnoseschwelle, machen die Ärzte keinen Finger mehr krumm.
    Will man seine Werte noch weiter senken, ist man auf Informationen anderer Diabetiker angewiesen.
    Es ist für mich irrelevant, welche Berufe die ausüben. Zahnarzt oder Fernfahrer ist mir egal.

    mfg dipa
  • Tom

    Rang: Gast
    am 14.08.2008 13:54:38
    Hi Dipa,

    woher weißt du, dass alles, was in dem Buch steht, auch wirklich wahr ist?
    Woher weißt du, dass es den vorgeführten geheilten Typ1 Patienten nicht nur auf dem Papier gibt?
    Ich hielt dich eigentlich nicht für leichtgläubig bisher.
    Wie gesagt, wenn das für dich alles richtig ist, fein. Aber bitte gesteh uns auch die Bedenken zu, die wir haben, was das Wecken einer falschen Hoffnung angeht.
    ich habe den Eindruck, du willst uns unbedingt bekehren.
    von Tom
  • dipa

    Rang: Gast
    am 14.08.2008 22:39:13
    Hallo Tom,

    alles wahr garantiert nicht.
    Schnitzer geht vehement gegen die herrschende Lehrmeinung vor und danach sind viele Sachen, die Schnitzer sagt, falsch!
    Wenn Schnitzer totalen Blödsinn reden würde, wäre ich nach Klaus sein größter Kritiker.

    Zum geheilten Typ1.
    Wie schon Thomas gesagt, halte ich die Diagnose für falsch. Typ1 ist ohne Transplantation nicht heilbar.
    Schnitzer gibt Ratschläge, aber behandelt keine Diabetiker. Deshalb stammt der Bericht auch von einem Dr. Weiss.
    Dieser Bericht ist in einem typischen Arztstil verfasst, stammt deshalb nicht von Schnitzer.

    Ich habe mich mit seinem Buch kritisch auseinandergesetzt und es sind mir bestimmte Sachen aufgefallen, die es für mich glaubwürdig machen.
    Die Patienten werden nicht anonymisiert, es werden sogar Eigenarten erwähnt wie z.B. Unwillen gegen die Intensivkost.
    Karl Ettwein schreibt "So konnte ich meine Zuckerkrankheit überwinden!", sehr persönlich. Er ist dankbar für die Intensivkost, er preist Schnitzer aber nicht als Heiland an.

    Bei den vielen Scharlatanen, selbst ernannten Wunderheiler ist Skepsis Pflicht.

    Tom, ich werde deine Bedenken nicht zerstreuen sondern verstärken.
    Lt. der von Dr. Weiss 1981 veröffentlichten Statistik sind die Erfolgschanchen utopisch hoch. Selbst wenn man von davon ausgeht, dass die Statistik zu 100% stimmt, ist die Datenmenge zu klein um ein signifikantes Urteil abzugeben. Des Weiteren entsprechen diese Diabetiker nicht dem Durchschnitt.
    Ich schätze, dass beim grossflächigen Versuch mindestens 50% der Diabetiker die Intensivkost gar nicht erst machen wollen oder nicht durchhalten. Damit relativieren
    sich die Erfolgschancen erheblich.

    Tom, ich kann dich nicht bekehren, da ich selbst nicht bekehrt worden bin. Ich habe meine Werte ohne die Intensivkost erreicht.
    Hätte ich hingegen am Anfang Schnitzers Buch gelesen, hätte ich es garantiert ausprobiert. Schnitzers Intensivkost ist aber selbst für mich hart.

    mfg dipa