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Definition Diabetes heilbar?
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dipa
Rang: Gastam 09.08.2008 00:55:00
Hallo Leute,
wie jeder in der Schule gelernt hat, ist Diabetes nicht heilbar.
Als Diabetiker sieht man die Sache differenzierter.
Die Transplantation steckt noch in den Kinderschuhen. Also T1 derzeit unheilbar!
T2 Vererbung dürfte auch klar sein, unheilbar!
T2 durch Übergewicht sieht anders aus.
Wie jeder mal gehört hat, gibt es Diabetiker, die durch Gewichtsabnahme ihre Werte in Ordnung gebracht haben. Aber keiner kennt diese.
Warum ich die Frage stelle?
Damit wir zu mir kommen.
Ich wurde diagnostiziert als insulinpflichtiger Diabetiker.
Mein Tagesdurchschnitt pendelt zur Zeit zwischen 95-105. HbA1c aktuell 5,4.
Das Ganze ohne Insulin und Medis.
Ich wurde deshalb öfters gefragt, ob Diabetes heilbar ist.
Die Frage beantworte ich ungern, denn ich bin zwar klar unter der Diagnoseschwelle, aber ich halte die Diagnoseschwellwerten für viel zu hoch.
Ich kann auf meine Werte stolz sein, aber ich betrachte mich nicht als geheilt.
Also, wann ist man vom Diabetes geheilt?
Wie definiert man es?
mfg dipa
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Thomas
Rang: Gastam 09.08.2008 01:34:54
Hallo,
Diabetes, egal ob Typ 1, 2, oder Sonderformen sind nicht heilbar, von Transplantationen mal abgesehen.
Wenn Du als Diabetiker, ob nun mit Insulin oder Tabletten, Deine Werte durch massive Gewichtsreduktion, regelmässigen Ausdauersport und gesunde Ernährung im Normbereich halten kannst, auch ohne Medis, bist Du immer noch ein Diabetiker.
Ein Gesunder, also nicht Diabetiker kann nämlich wieder ein paar Kilo zunehmen, den Sport ausfallen lassen und ein Kg Gummibärchen verdrücken und hat trotzdem BZ-Werte im Normbereich.
Gruss Thomas -
dipa
Rang: Gastam 09.08.2008 11:19:42
Hallo Thomas,
deine Meinung ist die vorherrschende Meinung.
Zu deinem Beispiel. Ich weiss was du damit sagen willst und welche Ergebnisse du erwartest.
Dieses trifft auf mich nicht zu!
1. Ich nehme im Winter immer ein paar Kilo zu, hat aber keine durchschlagende Effekte.
2. Aus beruflichen Gründen mache ich leider weniger Sport als ich vorhabe. Kein Sport wäre keine grossartige Veränderung.
3. Gummibärchen sind eine Zumutung für meine Geschmacksnerven, aber man könnte was anderes nehmen.
4. Wenn ich dies machen würde, blieben meine Werte im Normbereich, selbst wenn ich das mehrere Tage hintereinander machen würde. Mit hoher Wahrscheinlichkeit sogar Wochen. Monate mit extrem geringer Wahrscheinlichkeit. Jahre ausgeschlossen.
5. Ich habe kein Interesse herauszufinden, wann ich wieder die Diagnoseschwelle überschreite.
mfg dipa -
Thomas
Rang: Gastam 09.08.2008 13:02:33
Hallo,
ich hatte mit meiner Freundin (kein DM) vor einiger Zeit besagtes ausprobiert. Nämlich eine riesen Tüte Gummibärchen, Cola ohne ende und dann alle habe Stunde den BZ gemessen, sie ist nie über 117 mg/dl hinausgekommen.
Wenn Du mal ein insulinpflichter Diabetiker warst, was war denn zu der Zeit anders wie jetzt?
Es bestreitet ja niemand, auch die Schulmedizin nicht - ganz im Gegenteil, dass ein DM der sich durch massives Übergewicht und Bewegungsarmut manifestiert durch ändern der Lebensweise und Gewichtsreduktion, wieder unterhalb der Diagnoseschwelle drücken lässt.
Wenn es bei dir so gewesen ist, gratuliere ich dir und hoffe das es noch Jahrzehnte, besser für immer, so bleibt. Ob du dich nun geheilt nennst ist nicht wichtig. Für Deinen Arzt bist Du vermutlich im Augenblick gesund. Kann es sein das genau hier dein Problem liegt?
Gruss Thomas
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Goldmohn
Rang: Gastam 09.08.2008 13:43:19
Es soll auch schon Fehldiagnosen gegeben haben...
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dipa
Rang: Gastam 09.08.2008 14:25:59
Hallo Thomas,
was deine Freundin gemacht hat, schaffe ich auch, nur mit einem 1/2 kg Weintrauben und nur äußerst selten.
Deine Freundin ist mir haushoch überlegen,
andererseits bin ich "normalen" Diabetiker überlegen.
Ich werde immer noch als insulinpflichtiger Diabetiker geführt, denn ich habe Probleme mit dem Nüchternwert (Dawn-Syndrom). Und beim Hausarzt überschreite ich die sogar die Diagnoseschwelle. Zum Diabetologen gehe ich abends und da stehe ich mit 80-90 zu Buche. Wenn ich morgens hingehen würde, hätte ich dasselbe Problem wie beim Hausarzt.
Ich schaffe eher ein HbA1c von 5,0 als das ich beim Hausarzt beim Nüchternwert die Diagnoseschwelle unterschreite!
Ich bin seit Jahren theoretisch insulinpflichtig nur praktisch nicht.
Wenn du beweisen willst, dass ich nicht geheilt bin, beruf dich auf die Nüchternwerte bei meinem Hausarzt und du hast die Diskussion gewonnen!
mfg dipa
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Jürgen
Rang: Gastam 09.08.2008 15:20:52
Gesunde Menschen wachen mit max um 80 mg/dl auf, messen etwa ne halbe bis ne Stunde nach dem Input von vielen KHs an 120 oder knapp darüber (nie über 140) und sind nach 2 Stunden wieder zurück um 80.
UND im Blut gesunder Menschen findet sich so gut wie kein intaktes Proinsulin (C-Peptid und Insulin noch nicht gesund getrennt und super förderlich für Adipositas und Arteriosklerose) wie zunehmend in dem von angehenden Typ2 lange bevor erste BZ-Auffälligkeiten messbar werden.
Wer diese Bedingungen erfüllt, ist nach meinem Verständnis gesund. Wenn ein zuvor ordentlich diagnostizierter Diabetiker da hin kommt, war sein Diabetes heilbar.
Wer schafft, seinen BZ 1-2-3 Stunden nach jedem Futterinput im Rahmen von max 140-120-100 mg/dl zu halten, hat nach all meinen Recherchen gute Aussichten, nicht weiter krank zu werden und mit etwas Glück die eine oder andere schon eingetretene Folgekrankheit ein Stück weit zurück zu drehen, ist also gesünder, als er es mit höheren BZs wäre. Aber auch dabei wäre mir besonders wichtig, den gesünderen BZ mit möglichst wenig Belastung durch intaktes Proinsulin hin zu kriegen! Denn sonst hätte ich gute Chancen, trotz super guter BZ-Werte ein diabetisch bedingtes Herzkreislauf-Ereignis zu erleiden :-( von Jürgen -
Thomas
Rang: Gastam 09.08.2008 21:59:52
Hallo,
beweisen möchte ich überhaupt nichts, warum auch? Es hat ja niemand bezweifelt das es bei dir so ist.
Meine Frage hast Du aber trotzdem nicht beantwortet - was bei Manifestation des DM anders war wie jetzt? Es bekommt ja niemand einfach so Insulin weil der nüchtern BZ erhöht ist. Was also hat den Arzt dazu bewogen eine Insulintherapie zu beginnen? Schwanger? OP?
Was ist heute anders?
Wie ich schon schrieb ist es nicht wichtig ob Du dich nun Diabetiker nennst, oder nicht. Wichtig ist das es dir dabei gut geht und dein BZ im grünen Bereich bleibt. Wenn es z.Z. ohne Medis geht, um so besser. Wer wünscht sich das nicht?
Gruss Thomas -
dipa
Rang: Gastam 10.08.2008 00:12:08
Hallo Thomas,
ich hatte bei Diagnose 322, HbA1c 12,3.
Es wurde erst nur mit Tabletten versucht und dann mit Insulin.
Anders war etliche Kilo mehr und auf den Arzt gehört.
Heute arbeite ich try-and-error, lese Bücher wie "Diabetes heilen", hole mir Informationen und Ratschläge aus Foren und ignoriere Anweisungen der Ärzte.
mfg dipa -
Thomas
Rang: Gastam 10.08.2008 13:53:53
Hallo,
also hat eine Gewichtsreduktion, vielleicht noch mit Ernährungsumstellung, bei Dir Erfolg gehabt. Dazu kann man dir wirklich nur gratulieren, es schaft nicht jeder sein Leben einfach so radikal zu ändern nur weil er DM hat.
Um nochmal auf Deine eigentliche Frage zurückzukommen "ob man nun von Heilung des DM sprechen kann" ganz klar ja, wenn jemand sein Buch verkaufen möchte!
Ich habe das Buch nie gelesen, bin eh Typ1, kann mir aber gut vorstellen das genau das was jeder Diabetiker eh schon weiss drinsteht. Gewicht abbauen, gezielte Bewegung und wenig langsame Khs. Vielleicht hat der Autor auch noch ein paar zweifelhafte Radschläge parat den BZ zu senken wie Zimt oder ähnliches? Das ist auch grundsätzlich nicht falsch, wenn es den Diabetiker motiviert ein gesundes aktives Leben zu führen und er damit lange auf Medis verzichten kann.
Aber, bist Du nun vom DM geheilt? Du selbst schreibst ja nein, dass sehe ich genauso. Der Defekt den Du hast, also sozusagen die Veranlagung einen DM Typ2 zu entwickeln, der ist ja immer noch existent. Was ich ja in meinem Post weiter oben schrieb. Würdest Du die Situation von damals wieder herbeiführen würde der BZ wieder steigen. Diabetiker wird man ja nicht weil man Übergewichtig ist, sonst hätten ja alle Dicken Diabetes, haben sie aber nicht.
Einfach gesagt, wirkt bei dir das Insulin nicht so gut und schnell wie bei Gesunden. Durch deine Lebensumstellung aber durchaus noch ausreichend. Würdest Du jetzt an Gewicht wieder massiv zulegen, nicht nur 2-3Kg, würdest Du irgendwann wieder Medis/Insulin brauchen.
Was Foren angeht, so sollte man immer im Hinterkopf haben, dass hier Medizinische Laien schreiben und ich bei ernsthaften medizinischen Problemen immer einen Arzt um Rat fragen würde. Das es gute und schlechte Ärzte gibt ist nichts neues und das man in Foren so manches erfährt was der Arzt nicht weiss, oder einem nicht auf die Nase bindet, auch nicht. Nur alles hat halt seine Grenzen, ein Buch oder Foren werden dir bei zu hohem BZ nicht mehr helfen können.
Gruss Thomas