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Neuvorstellung mit diversen Fragen

  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 3
    Mitglied seit: 03.12.2021
    am 03.12.2021 22:20:33 | IP (Hash): 595779132
    Hallo Zusammen,

    Ich habe seit ca. 1 Jahr (bin 40) die Diagnose Typ2. War anfangs bei Hba1c von 10,6 und stehe jetzt bei 5,7. habe seit dem ca.15 kg abgenommen aber immer noch 20 kg von Normalgewicht entfernt.

    Mache aktuell 2-4 mal die Woche Sport und habe meine Ernährung umgestellt. Mein Hausarzt ist bislang mein Ansprechpartner und meinte ich bräuchte bei Typ 2 keinen Diabethologen.

    Habe aber immer mehr den Eindruck dass der nicht wirklich viel davon weiß, da ich irgendwie auf meine Frage immer nur pauschale Antworten bekomme.

    Er meinte z.B. dass eigentlich nur der Nüchternzucker wichtig ist und der Hba1c. Finde das komisch, da meine Werte nach den Mahlzeiten auch mal auf 160 hochknallen.

    Bekomme 500mg Metformin Abends.

    Nun meine eigentliche Frage, da mir Folgeschäden am meistens Angst machen:
    Wie merkt man erste Probleme an den Füßen?
    Habe manchmal den Eindruck(nach Sport oder lange Zeit Schuhe an), dass meine Kleinen Zehen an den Außenseiten kribbeln, bzw. sich wie mit ner Wachsschicht überzogen anfühlen.

    Könnten das erste Anzeichen für Nervenschäden sein, oder eher am Schuhwerk liegen?

    Bin für hilfreiche Tipps sehr dankbar!

    Gruß
    Chris
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    Mitglied seit: 18.11.2020
    am 04.12.2021 00:18:27 | IP (Hash): 633108556
    Hallo Chris,

    da hast du doch schon eine Menge erreicht dazu kann am dir nur gratulieren.

    So lange dein Langzeitwert so gut ist und der Nüchtern Wert auch hast du recht wenig zu befürchten. Und so 160 nach dem Essen ist auch noch im Rahmen.

    Sollte aber nach Möglichkeit nicht gerade bei jeder Mahlzeit sein denn dann besteht Mittelfristig wieder die Gefahr das auch Nüchtern und Langzeitwert wieder steigen.
    Wenn du also merkst das bestimmte
    Lebensmittel den BZ stark steigen lassen dann meide diiese so oft es geht.

    Ich persönlich war auch noch nicht beim Facharzt, fühle mich beim HA gut aufgehoben. Er hat auch schon mal meine Füße mit so einer Art stimmgabel auf Sensitivität geprüft.

    Es steht dir ja frei dir einen Diabetologen zu suchen, Termine dauern aber oft Monate.
    Wenn du das Gefühl hast du brauchst die Unterstützung vom Facharzt dann mache es auch.


  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 04.12.2021 09:14:22 | IP (Hash): 1068013575
    ChrisK84 schrieb:
    Er meinte z.B. dass eigentlich nur der Nüchternzucker wichtig ist und der Hba1c. Finde das komisch, da meine Werte nach den Mahlzeiten auch mal auf 160 hochknallen.

    Hallo Chris,

    du hast Recht, viel wichtiger sind die BZ-Werte nach den Mahlzeiten, wobei 160 allerdings - wenn sie nur gelegentlich auftreten - echt noch kein Problem sind. Das HbA1c und die Nüchternwerte zeigen dann praktisch an, wie gut du deinen BZ insgesamt im Griff hattest. Eine gute Anleitung zum Messen mit recht gesunden Zielwerten findest du hier:
    https://www.bloodsugar101.com/_files/ugd/32a606_db20057cf9b5496ea94c7d7d2d6f0cde.pdf
    (Quelle: https://www.bloodsugar101.com/download-the-lower-your-blood-sugar )

    Ob das Gefühl in den Zehen und Fußsohlen noch voll da ist oder ob sich bereits Neuropathien ankündigen, kannst du übrigens gut selbst testen. Lass jemand anderen mit einem spitzen Gegenstand die Zehen oder Fußsohlen berühren. Wenn du ohne hinzusehen erkennst, wo gepiekst wurde, dann sind deine Nerven an den Füßen noch voll in Ordnung.

    Wenn du einen Termin beim Diabetologen bekommst, wäre das nicht schlecht. Unbedingt notwendig ist es bei denen guten BZ-Werten eigentlich nicht. Gut wäre, wenn du bei dem Diabetologen eine Schulung angeboten bekommst. Falls nicht, dann mache dich weiter alleine schlau.

    Alles Gute, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.

    Bearbeitet von User am 04.12.2021 09:16:05. Grund: BBCodes
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    Mitglied seit: 03.12.2021
    am 04.12.2021 16:50:39 | IP (Hash): 755236954
    Vielen Dank für Eure Tipps.

    Habe in Kürze DMP da fühle ich dem ganzen nochmals auf den Zahn. Einen Stimmgabeltest hat er zuletzt vor ca. 1Jahr gemacht. Da war wohl alles in Ordnung. Dieses komische kribbeln habe ich auch erst seit kurzem.

    Habe echt mega Panik vor Langzeitfolgen, da ich erst 40 bin.

    Danke Euch vielmals!
    Bearbeitet von User am 04.12.2021 16:53:06. Grund: „
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    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 04.12.2021 17:59:04 | IP (Hash): 1249469706
    Sorry, aber die einzigen, die beim Diabetes genaue Antworten wissen, sind KEINER und NIEMAND.

    Das einzige, was beim Diabetes miese gesundheitliche Folgen machen kann, ist nach dem bisherigen Stand der medizinischen Erkenntnis höher als gesunder Blutzucker mit weiteren als gesunden Schwankungen.

    Gesund schlängelt sich der Blutzucker wie dieser hier durch den Tag mit 3 mal Essen https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/d/d8/Glucose-insulin-day-german.svg/660px-Glucose-insulin-day-german.svg.png
    Als gesunden Bereich hab ich vor vielen Jahren 50 bis 140 mg/dl gelernt mit einer wichtigen Einschränkung: Die Schwankungen zwischen Talsohlen und Bergkuppen sind gesund nur 40-50 mg/dl weit. Wer also normal nüchtern mit 50 mg/dl aufwacht, misst nach dem Essen von viiiiielen KHs in der Spitze danach maximal 90-100, und wer mit 90 aufwacht entsprechend 130-140. Wer also im gesunden Rahmen die ganze Weite für seine Schwankungen nutzt, bewegt sich schon in nem möglicherweise nicht mehr ganz so gesunden Bereich.
    Das hat weniger mit der direkten Ursache für Folgekrankheiten zu tun, als vielmehr damit, dass der bisher unbekannte Defekt sich verstärkt, der dafür sorgt, dass unser Blutzucker dazu neigt, zunehmend immer größere Schwankungen zu machen und immer höher zu verlaufen.

    Aber das ist weitgehend reine Theorie, denn dazu gibt es praktisch keine nennenswerten Studien und auch nur wenige veröffentlichte Einzelfälle.
    Generell orientiert sich unsere Typ 2 Behandlung an der des Typ 1. Und die ist mit dem Zielrahmen von HbA1c 6,5-7,5 auf einen alltäglich praktikablen Kompromiss zwischen erträglichem Aufwand und erträglichem Folgekrankheitenrisiko ausgerichtet.
    Praktisch keine Folgekrankheiten gibt es mit Hba1c bis 5,7. Wenige Folgekrankheiten bis HbA1c um 7 und ab um 8 mit zunehmender Krankheitsdauer halt zunehmend munter mehr.

    Für uns bedeutet das, dass die Ärzte unseren Diabetes praktisch meistens erst ab HbA1c 6,5 ernster zu nehmen beginnen. Und dass es KEINE fachoffizielle ärztliche Anleitung zum Zurückdrehen unseres Blutzuckers in den völlig gesunden Rahmen gibt. Häufig eher das Gegenteil. Und die meisten sind nach meinem Eindruck heute noch froh, wenn wir in unserer Typ 2 Karriere erst mit Insulin anfangen, unseren Blutzucker zu messen und Fragen dazu stellen.

    Nach so viel Vor"rede" zu Deinen Folgekrankheiten-Bedenken: Die meisten Langzeitdiabetiker haben Empfindungsstörungen in Füßen und Beinen. ABER die meisten Menschen mit Empfindungsstörungen in Füßen und Beinen haben keinen Diabetes. Will sagen, dass es neben zu ungesundem Blutzucker noch jede Menge anderer Gründe für diese Missempfindungen und ihre Nervenstörungen geben muss. Wenn man allerdings erst einmal einen Verdächtigen wie den Diabetes hat und der das aber tatsächlich nicht ist, braucht es meisten wenigstens einen zielführenden Zufall für die Entdeckung des wahren üblen Täters ;(

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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.