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Warum zu Insulin noch Tabletten?
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am 30.01.2022 11:25:07 | IP (Hash): 961817816
@biggi, natürlich auch Tas...
Bitte nicht immer vom Insulin wech! Du magst nicht spritzen, aber es ist die wirksamste und an Nebenwirkungen ärmste Medikation für gegen zu hohen Blutzucker.
UND so lange wir mit unserem Typ 2 nicht deutlich unter HbA1c 6 sind und die meiste Zeit am Tag unter um 100 mg/dl = 5,6 mmol/l, haben wir eine Menge zuviel vom eigenen Insulin in Umlauf, ABER viel davon BZ-unwirksam als intaktes Proinsulin. Das ist das Produktions- und Speicher-Insulin. Normal wird es bei der Ausgabe in Insulin und C-Peptid geteilt, und so geteilt hat das Insulin seine volle Zuckerwirkung. Aber unter Druck durch höheren BZ und dazu noch Typ 2 gestört gibt unser Pankreas immer mehr ungeteiltes eben Proinsulin raus. 5-10 Moleküle Proinsulin braucht es für die Zuckerwirkung von 1 Molekül ordentlich abgetrenntem Insulin. Gemein daran: Proinsulin hat zwar sehr viel weniger Zuckerwirkung, aber die selbe Fettwirkung wie das ordentlich abgetrennte Insulin.
Also ist gar nicht so unvernünftig, erst den BZ in den gesunden Bereich zu senken. Dann wird auch nicht mehr so viel vom eigenen ungeteilt als Proinsulin ausgegeben. Und dabei kann man schauen, wie man im immer gesünderen mit immer weniger Insulin aus dem Pen auskommt, mit der passenden Essenauswahl und Portionierung und dem passenden Einsatz von Bewegung.
Dabei hilft einmal die super Dosierbarkeit vom Insulin und dann auch die Tatsache, dass wir nur mit ICT so viele Teststreifen verschrieben bekommen, wie wir für die Erkundung unseres Diabetes und unser Einleben damit meistens wirklich brauchen.
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 30.01.2022 11:32:11 | IP (Hash): 1515891051
Jürgen, das ist klar, erst senken, aber die Tabletten zum jetzigen Zeitpunkt abzusetzen, ist nicht gut, dann erreichst Du bessere Werte kaum, im Gegenteil, die Medikamente helfen doch dabei. Nur, gleich voll auf Insulin zu gehen, verringert Deine Chance, irgendwann ganz ohne Insulin auszukommen. Aber ich habe auch nichts anderes gesagt. Siehe Absatz mit Ernährung. Damit kommt man in den Bereich, ohne Insulin auszukommen.
Im übrigen, wenn man gleich nur Insulin nimmt, ist die Gefahr groß, dass man zu früh immer mehr Insulin braucht.
Gruß,
Biggi -
am 30.01.2022 11:55:00 | IP (Hash): 961817816
biggi119 schrieb:
Im übrigen, wenn man gleich nur Insulin nimmt, ist die Gefahr groß, dass man zu früh immer mehr Insulin braucht.
Definitiv NEIN. Wer mit Insulin in den gesunden Bereich kommt, kriegt sogar super mit, wenn die eigene Regelnng mit weniger und manchmal sogar dann wieder völlig ohne funktioniert :)
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
Bearbeitet von User am 30.01.2022 11:56:02. Grund: . -
am 30.01.2022 12:02:05 | IP (Hash): 1515891051
Jürgen, genau das habe ich doch geschrieben. Erst senken und dann ohne Insulin probieren. Voraussetzung ist aber, dass man von vorneherein auch tabletten nimmt. Du irritierst nur die neuen User. Lass mal so, wie ich es anfangs geschrieben habe.
Gruß,
Biggi -
am 30.01.2022 15:02:06 | IP (Hash): 1626281313
biggi119 schrieb:
Hallo Tassaro,
die Messstreifen bekommst Du vom Arzt verordnet, da Du Insulin spritzt.
Banane geht überhaupt nicht, hat viel zu viel Fruchtzucker. Desgleichen Trauben, Rosinen usw., gut geht bis mittags ein mittelgroßer Apfel, Mandarinen.
Dein HbA1c-Wert ist viel zu hoch. Du musst Deine Ernährung umstellen auf viel Gemüse, weißes Fleisch und Wurst, fettarmen Käse und als Beilagen 1 - 2 Kartoffeln oder Vollkornnudeln und -reis. Als Brot oder Brötchen nur Vollkorn.
Schau, dass Du vom Insulin wegkommst.
Nachdem Dir Dein Arzt keine Teststreifen verordnet hat, gehe ich davon aus, dass Du bei Deinem Hausarzt bist und nicht bei einem Diabetologen. Und schaue, dass Du an einer Schulung teilnimmst. Da lernst Du alles.
Gruß,
Biggi
Hallo zusammen
Aber warum muss denn der Käse fettarm sein??? Ich dachte fette und Öle verlangsamen den BZ Anstieg!???
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am 30.01.2022 15:43:56 | IP (Hash): 1874582439
Wowan83 schrieb:
Aber warum muss denn der Käse fettarm sein??? Ich dachte fette und Öle verlangsamen den BZ Anstieg!???
Hallo Wowan,
das muss nicht sein, das kann jeder für sich entscheiden.
Öle, Fette und auch Eiweiß verlangsamen nicht nur den Anstieg, sie lassen auch den BZ viel weniger ansteigen. Manche Leute schwören nach wie vor auf fettarme und andere auf KH-arme Ernährung. Letzteres ist besonders für Diabetiker sinnvoll. Wer abnehmen muss, kann das mit beidem erreichen. Nicht sinnvoll ist lediglich die Kombination von vielen KH und viel Fett.
Die brandneuen Ernährungsempfehlungen für Typ2-Diabetiker der DDG kannst du dir übrigens hier herunterladen und ansehen:
https://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/behandlung/leitlinien?tx_wwt3list_recordlist%5Baction%5D=index&tx_wwt3list_recordlist%5Bcontroller%5D=Recordlist&tx_wwt3list_recordlist%5Bpage%5D=8&cHash=051e6aa32515873246d24ada2c917231#filtersSubmitted
Die Empfehlungen lassen eine breite Palette von Ernährungsmöglichkeiten zu, auch Low Carb und Intervallfasten. Sogar die gute Butter wird auf Grundlage der aktuellen Studienlage rehabilitiert und darf durchaus als mögliches Fett in der Ernährung vorkommen. Und den uralten Zopf, dass viel Eiweiß die Nieren schädigen könnte, haben sie in ihren Ernährungsempfehlungen auf Grundlage einer guten Studienlage auch gleich komplett abgeschnitten.
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Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 30.01.2022 18:06:57. Grund: BBCodes -
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am 30.01.2022 18:21:57 | IP (Hash): 961817816
biggi119 schrieb:
Voraussetzung ist aber, dass man von vorneherein auch tabletten nimmt.
Wir missverstehen einander immer noch ein bisschen.
Für alle Typen von Diabetes Mellitus gilt fachoffiziell HbA1c 6,5-7,5 als anzustrebender und zu erhaltender Zielrahmen. 7,5 ist die sogenannte Interventionsschwelle.
Wenn sich die mit Typ 1 nicht mehr halten lässt, der ja schon mit Insulin angefangen hat, bedeutet das mehr Insulin.
Wenn sich die mit Typ 2 nicht mehr halten lässt, der normal mit Metformin angefangen hat, muss ein Medikament dazu genommen werden. Und wenn das nach einiger Zeit nicht mehr reicht, noch eins und wenn… oder durch ein stärker wirkendes ersetzt oder die Dosierung erhöht werden.
Angefangen wird mit den billigsten Tabletten und da vor allem mit solchen Mitteln, die den Blutzucker nicht senken, sondern nur das Ansteigen bremsen. Und wenn schließlich alles nichts mehr zu unter HbA1c 7,5 hilft, dann kommt an der Spitze dieser Medikamenten-Pyramide auch für Typ 2 das Insulin. Gern zuerst Basal plus Tabletten oder auch CT mit Mischinsulin und schließlich auch ICT mit Langzeitinsulin und zu den Mahlzeiten Kurzzeitinsulin.
NICHTS außer rein wirtschaftlichen Gründen spricht für diese Reihenfolge. Tabletten sind entgegen Deiner Schreibe keine sachlich begründbare Voraussetzung für das Erreichen irgendeines Behandlungsziels. Und fachoffiziell ordentliches Behandlungsziel ist nach wie vor HbA1c 6,5-7,5.
In Rainers Link wird zwar die Remission auch genannt, also das Erreichen und vor allem Halten von HbA1c 6 und besser ohne Medis, ABER nicht als erstes Ziel, und dazu gibt es bislang KEINE EINZIGE fachoffiziell gesegnete Anleitung.
Weil Teststreifen ne Menge Geld kosten, aber in größerer Zahl notwendig sind, wenn man seinen BZ mit Typ 2 an den möglichst gesunden Bereich absenken und gewöhnen will, ist das halt ein sehr teurer Spaß.
Nicht so, wenn man einen Arzt hat, der einem schon sehr frühzeitig die ICT mit beiden Insulinen mit jeder Menge Teststreifen auf Rezept verschreibt. Und einen, der die völlig veraltete CT schon verschrieben hat, dazu zu bewegen, dass er dem zeitgemäßen Upgrade zur ICT zustimmt, ist da mit Sicherheit die Mühe wert. Also für Tassaro glatt sowas wie 6 Richtige im Lotto :)
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 30.01.2022 20:27:18 | IP (Hash): 1515891051
Fettarm deshalb, weil die meisten Diabetiker auch adipös sind. Außerdem greift man gerne durch die kohlenhydratarme Ernährung mal zu einem Stückchen Wurst, ein Stückchen Käse usw., Milch, Joghurt und was es alles noch gibt. Da ist die Gefahr groß, dass der Cholesterinspiegel zu hoch steigt. Nicht umsonst sollte man auch nur weißes Fleisch (also Geflügel) und Geflügelwurst essen. Das ist aber für jeden eine Sache zum Ausprobieren.
Gruß,
Biggi -
am 30.01.2022 20:28:30 | IP (Hash): 1515891051
Jürgen, das ist schon alles klar. Aber Du kannst einen Diabetes-Neuling mit einer einfachen Frage nicht gleich mit Deinen speziellen Fachinfos zuwerfen. Dann kapiert er nämlich gar nix. Lass es jetzt einfach so stehen.
Gruß,
Biggi