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Extreme Blutzuckerschwankungen
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Nicole
Rang: Gastam 23.07.2008 15:46:49
Wer kann mir helfen...
Meine Blutzuckerwerte schwanken trotz Insulinpumpe extrem (d.h.einmal bin ich auf 55, dann wieder auf 400). Meine Ärztin ist offensichtlich mit ihrem Latein am Ende. Da ich nun ziemich verzweifelt bin, bin ich nun auf eigene Faust auf der Suche nach einem Arzt (am liebsten ambulant, der mir helfen kann). Ich wohne in Bad Aibling... -
Hajo Janse
Rang: Gastam 23.07.2008 22:43:52
Hallo,
Habe ersttmal mehrere Fragen:
Ist Basalrate Test gemacht und stimmt die?
Wechselt die körperliche Belastung häufig?
Kennst du deine BE/IE verhältniss über den Tag?
Empfehlung 1. Basalrate Test machen unter gleichbleibende Anstrengung.
Stimmt diese, dann BE/IE für morgens/mittags/abends herausfinden.
(jedesmal daselbe essen und schauen wie dieselbe menge Insulin wirkt. ( zB 2 denselben Brötchen Käse)
Dan Testen wie körperliche Anstrengung wirkt.
Wenn du cortison nimmt, diese wirbelt so wie so alles durcheinander.
LG
Hajo Janse -
Helga
Rang: Gastam 24.07.2008 15:04:14
Hallo anonym da ganz oben....
ich habe auch täglich ziemliche Schwankungen. Allerdings keine Pumpe, intensivierte Injektion. Aber bei mir ist das einzig und allein auf Stress zurückzuführen. Ich bin ein sehr exakter, zuverlässiger Mensch (privat wie im Job) und da haftet mir das psychisch an.
Sollte daher eine Pumpe bekommen. Aber wenn ich das von dir lese, dann denke ich, macht das auch wenig Sinn.
Nun bin ich auch kein Mensch, der mit den Teststreifen durch die Gegend rennt und laufend misst. Außerdem verschreiben die HÄ eh kaum welche... jedenfalls nicht, wie man eigentlich messen sollte. Damit mache ich mich auch nicht verrückt.
Ich messe nur, wenn ich merke, dass der Wert irgendwie nicht stimmt.
Gruß Helga -
Jürgen
Rang: Gastam 25.07.2008 00:35:37
Dass man für einen möglichst flachen & niedrigen BZ-Verlauf jeden Tag viel messen und am Ende noch ne Menge Hypos in Kauf nehmen muss, ist ein hartnäckiger Mythos.
Es ist normal, dass die BZ-Kurve vor allem zwischen den Mahlzeiten sehr hohe Bögen beschreibt, wenn man schlicht BEs und IEs rechnet. Denn die BEs aus einer Mahlzeit sind meistens innerhalb von 30-60 Minuten nach dem Essen ALLE im Blut, während das Insulin 30-60 Minuten nach dem Spritzen häufig erst zu wirken anfängt und dann meistens wenigstens 1-2 Stunden und häufig deutlich länger braucht, bis seine Wirkung durch ist.
Wie lange das Insulin tatsächlich vom Spritzen bis zum Wirken braucht, ist auch bei ein und derselben Sorte von Mensch zu Mensch und dann noch von Tageszeit zu Tageszeit u.U. um Stunden verschieden, und ebenso, wie lange es dann wirkt. Das muss jeder von uns für sich selbst systematisch ergründen, und dafür muss man in der Tat für einige Tage deutlich mehr und systematisch messen und auch aufschreiben.
Wenn nach dem Frühstück der BZ erst ansteigt und dann absinkt, dann hat der Bolus dafür ausgewirkt, wenn das Sinken aufhört. Wenn man also in Halbstundenschritten misst und dann das zweite mal den selben Wert oder gar wieder einen höheren misst, hat die Wirkung etwa bis zur vorletzten Messung angehalten.
Wenn dann ein gleicher BZ wie vor dem Essen erreicht ist, hat der Bolus gepasst. Bei einem nierigeren war der Bolus zu groß, bei einem höheren zu klein.
Wenn der Bolus passt, kann man die BZ-Spitze etwa 1 Stunde nach dem Essen dadurch senken, dass man an den nächsten Tagen den Bolus in 5-Minuten-Schritten vor das Essen verlegt, also einen Spritz-Ess-Abstand aufbaut. Bei mir beträgt der z.B. zum Frühstück mit schnellem Analog-Insulin fast eine Stunde!
Der Spritz-Ess-Abstand ist optimal, wenn die BZ-Spitze nach dem Essen mit weiterem Vorziehen nicht mehr weiter absinkt oder wenn vor der Wirkung des Essens eine Hypo droht. Deswegen beim SEA-Ausprobieren unbedingt nach dem Spritzen in 10-Minuten-Schritten messen!
Und das Ganze nach und nach auch zu den übrigen Tageszeiten.
Wer seinen BZ-Verlauf so genau beobachten und kennen gelernt hat, lernt in ähnlich systematisch beobachtender Weise zusätzliche Bewegung (verstärkt das jeweils aktive Insulin um den Faktor 2 und mehr) ebenso ausgleichen (geplant mit weniger IEs und spontan mit mehr BEs), wie die Reaktion seines Organismus auf Stress :-) von Jürgen -
Nicole
Rang: Gastam 25.07.2008 12:22:49
Hallo Helga,
ich hoffe ich habe dich jetzt nicht von der Pumpe weggebracht. Sie bringt schon viele Vorteile. Versuchen würde ich es auf jeden Fall. Ich denke bei mir liegt viel daran dass meine Ärztin es nicht schafft mit mir meine Basalrate einzustellen,irgendwie interessiert sie das einfach nicht, hauptsache sie kann jede Sitzung mit mir abrechnen...und zur Zeit bin ich jede 2. Woche bei ihr. Habe es schon selbst versucht, kriege es aber leider nicht selbst in den Griff.
Zu den Verordnungen von Teststreifen: lass mir diese schon lange nicht mehr vom Hausarzt, sondern von der Diab-Praxis. erordnen.Da gibt es keine Probleme.
Diese stehen dir zu! (bestimmte Anzahl im Quartal).
LG Nicole -
Nicole
Rang: Gastam 25.07.2008 15:59:01
Hallo Jürgen,
vielen Dank für Deine Antwort. Da ich zu Hause kein Internet besitze wusste ich bisher gar nicht welch wertvolle Tips man sich in so einem Forum holen kann. Man kann dort erkennen dass mehr Leute Schwierigkeiten mit der Einstellung haben.
Leider habe ich nur noch nächste Woche die Möglichkeit jeden Tag ins Internet zu kommen weil ich in einme PC-Kurs sitze. Aber ich werde dann ab und an mal ins Internet-Cafe gehen und schauen ob es etwas neues gibt.
LG Nicole
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dipa
Rang: Gastam 28.07.2008 00:21:55
Hallo Nicole,
deine Ärztin ist natürlich überfordert, wenn sie nur davon ausgeht, dass nur Essen Einfluss auf die BZ-Werte hat.
Wie schon meine Vorredner erwähnt haben, kommt Cortison und Stress dafür in Frage.
Ich kenne aus eigener Erfahrung noch
Rauchen (auch passiv)
Medikamente
Krankheit
Also genau Buch führen und angepasst handeln.
mfg dipa -
Jürgen
Rang: Gastam 28.07.2008 21:00:46
Moin Nicole,
dass Dir Deine Ärztin keine ausreichende Anleitung gibt, ist bedauerlich. Aber niemand kann wirklich etwas besser bei Dir einstellen, als Du selbst. Das ist auch mit der Basalrate überhaupt keine Hexerei, sondern wie schon beim Bolus systematisches Beobachten und Ausprobieren.
Wenn Dein BZ ohne Bolus-Insulin-Wirkung und ohne unplanmäßiges Essen zwischendurch kurz vor dem Mittag- und kurz vor dem Abendessen und bei der Nacht zwischen 2 und 3 Uhr zwischen 70 und 90/100 mg/dl verläuft, stimmt Deine Basalrate.
ABER für die Beobachtung reicht nicht 1mal! Du brauchst für jede Zeit wenigstens 3 Beobachtungen und orientierst Dich am jeweiligen Mittel davon. Und wenn das im niegrigsten Fall, meistens in der Nacht, noch höher als beabsichtigt ist, kannst Du anfangen und mehr Basal spritzen. Aber vorsichtig z.B. 2IE, und dann an den folgenden Tagen/Nächten auch wieder nach jeder Änderung mehrfach beobachten, ob und wie viel der BZ damit absinkt, und ggf weitere 2 IE mehr spritzen.
Vorsichtig deswegen, weil schon Leute berichtet haben, dass sie mit 4 oder 6 IE auf einmal zusätzlich mächtig in den Keller gerauscht sind. Das muss man ja nicht unbedingt nachmachen.
Apropos Internet: Meine Ausrüstung besteht aus Apparaten, die meine Kinder sonst auf den Sperrmüll gegeben hätten. Reicht nicht für Filme, ist fürchterlich langsam bei Bildern, aber reicht mir völlig zum Lesen und Schreiben von Texten. Bleiben natürlich noch die Kosten für den Telefon- und Datenanschluss, die aktuell bei etwa 20 Euros pro Monat gehandelt werden.
Das Internet bietet in der Tat längst die besten Info-Möglichkeiten zu den meisten Themen. Man muss allerdings bereit sein, sich durch eine Menge Info bis zu der durch zu lesen, die man gerade braucht :-)
Bisdann, Jürgen -
a.meer
Rang: Gastam 07.09.2008 21:25:28
hast du deine Schielddrüsenwerte schon einmal kontrollieren lassen ? wenn nicht solltest du das raschest nachholen. ich habe zb keine SD mehr und hatte auch extreme Schwankungen (zwischen 30 und 450, abfall von 360 auf 55 in 18 minuten, usw. ?), was auf einen zu niedriegen hormonspiegel zurück zuführen wahr. seit der hormonspiegel halbwegs passt sind auch die schwankungen vorbei.
ich kann dir nur den einsatz einer pumpe nahe legen -> lebensstandart steigt
mfg
a.meer -
Astrid
Rang: Gastam 24.11.2008 19:10:54
Ich hätte eine Frage mit dem Spritz-Essabstand. Bin Typ1, seit Mai, 43 Jahre alt, Als Basal-Insulin spritze ich morgens um acht und abends um neun je 6 IE Levemir, und zum Essen Liprolog.
Läuft auch alles rund, komme gut zurecht, HbAc1 ist stabil bei 6,3, nur um 18.00 Uhr, da messe ich vor dem Abendessen, habe ich immer einen hohen Wert von 170- 290. Mittags esse ich gegen 12.00, also das kann doch gar nichts mit dem Mittagessen oder dem Essen überhaupt zu tun haben.
Eine Zwischenmahlzeit ist auch nicht. Man könnte meinen, daß die Wirkung des Basalinsulins dann schon nachläßt, aber nach 18.00 Uhr sackt der BZ wieder ab.
Mit Fasten und stündlich messen, das hab´ich auch probiert, da hab´ich keinen hohen Wert, sondern Unterzuckerungen.
Also doch das Mittagessen, 6 Std. nach dem Essen, wie kann das sein ( um 16.30 Uhr ist BZ noch ganz normal bei 130 ).
Soll ich Spritz-Essabstand ausprobieren, auch wenn mein BZ vor dem Mittagessen nur bei 70-90 liegt? von Astrid