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Time in Range.... Welche Bedeutung hat das für Euch?
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am 26.08.2022 23:25:06 | IP (Hash): 705993429
Mein libre-Sensor bietet mir u. a. auch die Angabe zur absolvierten Zeit in einer bestimmten Range (70 - 180 mg/dl)...
Wie wichtig ist euch die Einhaltung einer bestimmten Range?
Welche Range habt ihr euch gewählt?
Welche Prozentsätze erreicht ihr für eure Range?
Ich leg' mal vor: Range 70 - 180 , derzeit 94% innerhalb dieses Korridors.
Grüße.
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Wer die Sache ernst nimmt und grundsätzlich diszipliniert ist, den diszipliniert dieser Diabetes vermutlich weit mehr hin zur Gesundheit, als diese Krankheit dann noch vermag zu zerstören?! -
am 27.08.2022 00:03:22 | IP (Hash): 1682505950
Ich schaue mir sowohl die TIR als auch den HbA1C an. Ich halte beides für wichtig.
Bspw. ein HbA1C von 6,5% kann mit 100% TIR einhergehen oder mit gerade mal 20%, dafür ständige Unter- und Überzuckerungen.
Aber auch eine 100% TIR kann eine glatte Linie bei 170mg/dl bedeuten, genauso wie eine Linie bei 120mg/dl. Das zeigt wieder der HbA1C.
Die offizielle TIR liegt bei 70-180mg/dl.
Man kann diese aber auch selbst anpassen. Ich selbst habe momentan zwei TIR, 80-180 für den Tag und 80-160 für die Nacht. Beim Dexcom kann man zwei TIR-Zeiträume eingeben. Die 80mg/dl als Untergrenze deshalb, weil ich große Probleme mit Unterzuckerungen (Hypowahrnehmung, bereits hilfsbedürftige Hypos, fehlende Gegenreaktion durch fehlendes Glukagon,...) habe und diese unbedingt vermeiden möchte. Wichtig sind mir persönlich, dass die sehr tiefen Werte kleiner 54mg/dl und sehr hohen Werten über 250mg/dl möglichst nicht mehr als 1% der TIR ausmachen.
Meine TIR ist sehr unterschiedlich, je nach Zyklus, etc. über 90 Tage liegt sie meist bei 70-85%. Jedoch die Nacht-TIR ist schlecht, ca. 40-50% TIR. Das ist momentan ein riesen Problem bei mir leider. Gut letzte Nacht habe ich es selbst verschuldet, da ich den zweiten Teil vom Bolus vergessen hatte und die ganze Nacht am Korrigieren war und trotzdem bei 200-250 geblieben bin. Aber auch sonst ist es halt sehr schwierig, da aber die Einstellung jeden 2.Tag quasi passt, kann ich schlecht das Insulin dauerhaft erhöhen...
Hier ist noch ein interessanter Artikel über die TIR
https://www.mysugr.com/de/blog/5-dinge-die-du-ueber-time-range-wissen-solltest/
Mit 94% bist du definitiv gut dabei. Aber ja, du bist ja auch noch am Anfang. Ich hatte am Anfang nach Diagnose auch sehr gute TIR. Das hat sich leider letztes Jahr deutlich verschlechtert, als meine Restfunktion plötzlich ganz rapide abgenommen hat.
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am 27.08.2022 00:17:28 | IP (Hash): 705993429
Vielen Dank July für deine ausführliche Antwort.
Um vielleicht manches vorher abfangen zu können, was meinst Du auf was ich achten sollte, wenn absehbar ist, dass die Restfunktion langsam aber eben spürbar versagt?
Woran könnte die Verschlechterung liegen? Isst Du zu viel falsch oder ist die Insulineinstellung verbesserungsbedürftig? Was probierst Du derzeit aus, um die Werte zu verbessern?
Längere Zeit bei 200 - 250 zu verweilen, sehe auch ich als problematisch an....
Muss man nicht auf den Wegfall der Restfunktion reagieren und Bolus nachführen?
Ah ja, natürlich ist auch der HbA1c sehr wichtig, in dem Falle als GMI als Sensor-Konstrukt benannt... Der liegt bei mir derzeit bei 6,4. Wenn das auch mein neuer HbA1c werden würde, wäre ich erstmal zufrieden. Mal sehen was also die Blutuntersuchung Ende September dann ergibt?
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Wer die Sache ernst nimmt und grundsätzlich diszipliniert ist, den diszipliniert dieser Diabetes vermutlich weit mehr hin zur Gesundheit, als diese Krankheit dann noch vermag zu zerstören?!
Bearbeitet von User am 27.08.2022 00:23:00. Grund: Ergänzung -
am 27.08.2022 00:41:24 | IP (Hash): 1682505950
Hallo Thomas,
auf was du konkret nur achten kannst, ist dann rechtzeitig mit Bolusinsulin anzufangen, wenn die Restfunktion nachlässt.
Die Verschlechterung lag leider an der sehr stark nachlassenden Restfunktion bei mir. Wir haben dann natürlich die Basalrate deutlich erhöht und ich musste auch die Bolusfaktoren geringfügig anpassen. Bei mir ist das Essen nur ein Baustein. Zyklus, Stress/Emotionen und Bewegung wirken sich bei mir sehr stark auf den Blutzucker aus. Ein Bsp. gestern bekam ich eine sehr gute Nachricht über die ich mich sehr stark gefreut habe. Der Blutzucker war vorher bei ca. 100-110mg/dl und stieg dann ohne Nahrung! auf 180mg/dl nur aufgrund der Emotionen.
Solche Verläufe, wie ich sie habe, sind leider bei Typ1 Diabetes nicht ungewöhnlich. Besonders Frauen mit Typ1 haben z.T. ganz erheblich mit zyklusbedingten Blutzuckerschwankungen (Phasen mit starken Resistenzen und sehr sensible Phasen).
Ich erhoffe mir sehr viel von einer loopbaren Pumpe, die irgendwann in ca. 2-3 Jahren mein Nachfolgemodell werden soll. Bis dahin gebe ich so mein Beste, korrigiere häufig manuell und versuche meine Werte im bestmöglichen Rahmen zu halten.
Dass die 200-250mg/dl die Nacht überhaupt nicht gut waren, weiß ich. Ich habe leider die zweite Hälfte von meinem Bolusinsulin vergessen gehabt abzugeben und dadurch ist halt auch eine Resistenz entstanden. Ich habe dann zwischen 22 Uhr und 3:30 Uhr insgesamt 6x korrigiert, so dass schlussendlich um 6 Uhr mein Blutzucker endlich wieder im Zielbereich lag. Es dauert dann leider eine Weile bis der Blutzucker wieder runtergeht. Du darfst es dir nicht so vorstellen, Korrekturinsulin und 10min später bist du wieder im Zielbereich. Insb. bei Resistenzen durch die hohen Werte braucht man viel mehr Insulin als sonst um diese zu brechen. Gleichzeitig will ich aber auch nicht zu stark korrigieren, um nicht in eine richtig starke Hypo zu rutschen. Daher dauert es in solchen Momenten einfach einige Stunden, bis man wieder im Zielbereich ist.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 27.08.2022 10:48:10 | IP (Hash): 1270600489
Antwort auf Eingangsfrage:
Keine. Vom ersten halben Jahr abgesehen hab ich mich in den ersten gut 10 Jahren mit meinem Typ 2 am vierteljährlichen HbA1c orientiert und mich dabei immer an das Schülerlein bei der Zeugnisausgabe erinnert gefühlt.
Mit dem Abnabeln von der ärztlichen Einstellung war dann KEIN Durchschnitt mehr für mich wichtig, sondern jeden Tag zu jeder Zeit der BZ-Verlauf in dem Rahmen, den ich haben wollte.
Wenn das zu Anfang über längere Zeiträume nicht so funktioniert hat, wie ich das wollte, hat mich kein bisschen beruhigt, wenn mir die Diabetes-Assistentin aber einen tollen 1c attestiert hat.
Über längere Zeit hab ich das damals mit nem Typ 1 diskutiert, der das überhaupt nicht verstehen wollte. Der hat häufig auf jede Begrenzung nach oben gepfiffen und das dann mit dem Rest vom Tag aus meiner Sicht im Hungermodus ausgeglichen. Den hat immer tierisch amüsiert, wenn er wieder mal mitgekriegt hatte, wie ich für eins von meinen normalen Essen um den Verlauf gekämpft hab, bis der ohne Durchschnittsausgleich vom Rest vom Tag in meinen Rahmen passte.
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Es gibt keine organisch oder physiologisch erkennbaren Anfangspunkte. Deswegen sind Prädiabetes und vor allem Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 27.08.2022 12:04:05 | IP (Hash): 2093552547
Time in Range ist für mich einer von mehreren Parametern.
Standard-Range (70-180mg/dl): 96%
Meine Range (65-155mg/dl): 94%
dazu noch:
Glykämischer Variabilitäts Index (GVI): 1.27
Patient Glykämischer Status (PGS):4.82
Diese Parameter kucke ich mir etwa einmal in der Woche für die vergangene Woche an.
Zusammen mit dem Perzentil Diagramm entscheide ich dann, ob und wo ich schrauben muss.
Der HbA1c bestätigt mir alle 3 Monate, dass Sensoren und Messgerät richtig messen...
Bearbeitet von User am 28.08.2022 16:45:09. Grund: Korrektur -
am 27.08.2022 12:08:59 | IP (Hash): 705993429
@Jürgen.... Eigentlich sagt die TIR ja schon irgendwo auch aus, wie gut oder schlecht der Verlauf ist, auf den es Dir (und auch mir) ankommt?. ...Wenn ich Dich richtig verstanden habe?.
Keine massiven und langanhaltende Ausbrüche nach unten vorausgesetzt (würde ich auch ohnehin nie länger aushalten), zeigt mir die TIR vorallem an, wann ich u gesund nach oben gegangen bin. Wie gesagt, unter 70 kommt vergleichsweise sehr selten bei mir vor...
Hast Du auch einen libre-Sensor und wenn ja, wie ist denn deine Range?
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Wer die Sache ernst nimmt und grundsätzlich diszipliniert ist, den diszipliniert dieser Diabetes vermutlich weit mehr hin zur Gesundheit, als diese Krankheit dann noch vermag zu zerstören?! -
am 27.08.2022 12:28:19 | IP (Hash): 1722097037
HeikeOV schrieb:
Glykämischer Variabilitäts Index (GVI): 1.27
Hallo Heike,
mit diesem GVI bist du aber sehr gut unterwegs. Deine TIR von 94% im Bereich von 65 ... 155mg/dl finde ich auch ganz toll.
Für dich scheint sich das loopen ja sehr zu lohnen - natürlich nur in Verbindung mit deiner großen Erfahrung.
Glückwunsch, Rainer -
am 27.08.2022 13:52:40 | IP (Hash): 705993429
@Heike... Was sind der GVI und PGS, und wo finde ich diese beiden Werte? Danke vorab.
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Wer die Sache ernst nimmt und grundsätzlich diszipliniert ist, den diszipliniert dieser Diabetes vermutlich weit mehr hin zur Gesundheit, als diese Krankheit dann noch vermag zu zerstören?! -
am 27.08.2022 13:59:30 | IP (Hash): 705993429
@Heike... Was sind der GVI und PGS, und wo finde ich diese beiden Werte? Danke vorab.
Alles klar, hab's selbst gefunden... Werden die beiden Werte auch im libre-System berechnet/irgendwo angezeigt? Ich hab' nur die Glukose-Variabilität bei mir in % gefunden... Liegt bei mir derzeit bei 26%.
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Wer die Sache ernst nimmt und grundsätzlich diszipliniert ist, den diszipliniert dieser Diabetes vermutlich weit mehr hin zur Gesundheit, als diese Krankheit dann noch vermag zu zerstören?!
Bearbeitet von User am 27.08.2022 14:09:07. Grund: Ergänzung -
am 27.08.2022 14:05:59 | IP (Hash): 2093552547
ThomaS1968 schrieb:
Werden die beiden Werte auch im libre-System berechnet/irgendwo angezeigt? Ich hab' nur die Glukose-Variabilität bei mir in % gefunden...
!
Ich denke nicht. Die kommen ursprünglich von DEXCOM, und DEXCOM und Abbott streiten derzeit mal wieder um Patente...
Ich bekomme sie von Nightscout (#WeAreNotWaiting) berechnet. -
am 27.08.2022 14:11:13 | IP (Hash): 705993429
Ah okay, Danke. Ich habe hingegen eine Glukosevariabilität angezeigt bekommen, liege bei 26%.
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Wer die Sache ernst nimmt und grundsätzlich diszipliniert ist, den diszipliniert dieser Diabetes vermutlich weit mehr hin zur Gesundheit, als diese Krankheit dann noch vermag zu zerstören?! -
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am 27.08.2022 14:43:32 | IP (Hash): 705993429
Danke. Ich hab' mich jetzt auch mal in IQR und IDR eingelesen...
Es erschließt sich für mich immer mehr, dass sich die Qualität des Blutzuckerverlaufes und damit auch das Abschätzen des Folgeschäden-Risikos, zumindest als Erkrankter, von weit mehr Messgrößen in Kombination, als nur anhand des HbA1c eingeschätzt werden sollte.
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Wer die Sache ernst nimmt und grundsätzlich diszipliniert ist, den diszipliniert dieser Diabetes vermutlich weit mehr hin zur Gesundheit, als diese Krankheit dann noch vermag zu zerstören?!
Bearbeitet von User am 27.08.2022 17:02:02. Grund: Ergänzung -
am 27.08.2022 18:24:22 | IP (Hash): 1682505950
HeikeOV schrieb:
Time in Range ist für mich einer von mehreren Parameter.
Standard-Range (70-180mg/dl): 96%
Meine Range (65-155mg/dl): 94%
dazu noch:
Glykämischer Variabilitäts Index (GVI): 1.27
Patient Glykämischer Status (PGS):4.82
Diese Parameter kucke ich mir etwa einmal in der Woche für die vergangene Woche an.
Zusammen mit dem Perzentil Diagramm entscheide ich dann, ob und wo ich schrauben muss.
Der HbA1c bestätigt mir alle 3 Monate, dass Sensoren und Messgerät richtig messen...
Ganz großen Respekt an deine Werte. Besonders der PGS ist ja fantastisch.
Mein PGS liegt mindestens beim 10fachen, so bei 40. Diese Woche hatte ich viele schlechte Werte und der PGS liegt sogar bei über 70... :(
@Thomas und alle die es interessiert. Hier gibt es eine sehr gute Seite, die PGS und GVI erklärt. Leider in Englisch.
https://bionicwookiee.com/2020/02/26/cgm-metrics-gvi-pgs/
Laut dieser bin ich selbst mit einem PGS von 70 noch gut dabei. Wobei ich mich darauf nicht ausruhen würde. -
am 27.08.2022 18:49:37 | IP (Hash): 2093552547
Hallo July,
die vergangenen zwei (oder sogar 3?) Jahren waren bei dir ja auch echt heftig,
und der Diabetes ist nicht deine einzige und größte Baustelle...
Aber ich glaube, du bist auf einem guten Weg!
Bearbeite eine Baustelle nach der anderen, deinen Blutzucker fängst du dann auch wieder ein, wenn es dir insgesamt wieder gut geht.
Bei mir gab es auch schlechte bis ganz schlechte Zeiten...
Dir ist ja bestimmt bewusst, dass du über das Equipment verfügst, um zu loopen, oder?
Alle Loopsysteme - sogar die kommerziellen ;) - machen gerade die Nächte viel ruhiger... und eine ruhige Nacht macht schon ein Drittel des gesamten Tags aus.
Hoffentlich bezahlen die Kassen demnächst CamAPS auch für die Dana, falls AAPS nichts für dich ist.
PS: Ne 250 habe ich letzte Woche auch hinbekommen - einschließlich beginnender Ketoazidose. Kein Insulin mehr in der Pumpe... und das Ding sagt keinen Muckser...
Erst als ich das Reservoir getauscht habe, kam die Meldung....
Bearbeitet von User am 27.08.2022 19:34:10. Grund: . -
am 29.08.2022 17:37:19 | IP (Hash): 1682505950
HeikeOV schrieb:
Hallo July,
die vergangenen zwei (oder sogar 3?) Jahren waren bei dir ja auch echt heftig,
und der Diabetes ist nicht deine einzige und größte Baustelle...
Aber ich glaube, du bist auf einem guten Weg!
Bearbeite eine Baustelle nach der anderen, deinen Blutzucker fängst du dann auch wieder ein, wenn es dir insgesamt wieder gut geht.
Bei mir gab es auch schlechte bis ganz schlechte Zeiten...
Dir ist ja bestimmt bewusst, dass du über das Equipment verfügst, um zu loopen, oder?
Alle Loopsysteme - sogar die kommerziellen ;) - machen gerade die Nächte viel ruhiger... und eine ruhige Nacht macht schon ein Drittel des gesamten Tags aus.
Hoffentlich bezahlen die Kassen demnächst CamAPS auch für die Dana, falls AAPS nichts für dich ist.
PS: Ne 250 habe ich letzte Woche auch hinbekommen - einschließlich beginnender Ketoazidose. Kein Insulin mehr in der Pumpe... und das Ding sagt keinen Muckser...
Erst als ich das Reservoir getauscht habe, kam die Meldung....
Danke Heike.
Ja, mein Diabetes ist einfach eine Baustelle von vielen und leider beeinflussen sich ja viele meine Baustellen gegenseitig..
Ja ich weiß, dass ich mit Dana und Dexcom zwei Möglichkeiten zum Loopen hätte. Aber ein DIY-Loop über AAPS kommt für mich aus mehreren Gründen nicht in Frage und CamAPS kann ich mir momentan leider nicht leisten.
Meine Diabetespraxis hatte mir jetzt mal versprochen, sobald die Garantie meiner momentanen Pumpe abgelaufen ist, Februar 2023, wollen wir versuchen eine neue loopbare Pumpe (Ypsopump oder ggf. bis dahin ja die Dana-i) zu beantragen, mal schauen ob dann die Krankenkasse mitspielt. Wobei sich die Meinung bei der Praxis auch schnell mal ändern kann, leider.