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Mehr kgs machen mehr Insulinbedarf, oder etwa umgekehrt?

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    am 20.10.2022 10:21:53 | IP (Hash): 1197124173
    Die Diabetologie predigt für mit Typ 2 Abnehmen und dass der höher als gesunde BZ von den zuvielen kgs käme, die sich der Aufnahme von Insulin widersetzten.
    Die Predigt ist international und so stark, dass sich sogar Prof. Roy Taylor mit der DiRECT Study angepasst und das Abnehmen als entscheidend aufgenommen hat. Und das, obwohl seine Untersuchungen eindeutig erbracht hatten, dass höhere BZ-Verläufe mehr Fetteinlagerungen und mehr Gewicht machen.

    Tatsächlich hat Prof Taylor gefunden und in allen Einzelheiten durchgemessen, dass die Normalisierung des Insulinbedarfs auch bei den dicksten Menschen mit Typ 2 ne Woche nach ner bariatrischen OP mit oder ohne Skalpell(mit VLCD) von einem Tag auf den anderen eintritt, und damit lange vor jeder nennenswerten Gewichtsminderung.
    Und tatsächlich weist auch die verlinkte Metastudie https://jamanetwork.com/journals/jamanetworkopen/fullarticle/2777423
    aus, dass entgegen der diabetologischen Standardpredigt höhere BZ- und Insulinverläufe einer Gewichtszunahme vorausgehen. Übrigens auch, dass mehr kgs wenigstens häufig überhaupt nicht gefährlich sind und vielfach sogar positiv zur Gesundheit beitragen. - Fake, oder?

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    Es gibt keine organisch oder physiologisch erkennbaren Anfangspunkte. Deswegen sind Prädiabetes und vor allem Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
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    am 20.10.2022 11:19:09 | IP (Hash): 705993429
    So spektakulär diese Studie, die Du gefunden hast auch sein mag... Ich glaube nicht, dass Übergewicht grundsätzlich für irgendwas gut ist?!
    Bud Spencer und den Wildecker Herzbuben hat's wohl bei der Kariere geholfen, das wars dann aber auch schon, was mir dazu positiv einfällt...
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    Wer die Sache ernst nimmt und grundsätzlich diszipliniert ist, den diszipliniert dieser Diabetes vermutlich weit mehr hin zur Gesundheit, als diese Krankheit dann noch vermag zu zerstören?!
    Bearbeitet von User am 20.10.2022 11:20:09. Grund: Ergänzung
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    am 20.10.2022 13:48:03 | IP (Hash): 72970431
    hjt_Jürgen schrieb:
    Mehr kgs machen mehr Insulinbedarf, oder etwa umgekehrt?



    Das kommt doch wohl darauf. Mehr KG bedeuten nicht automatisch "schlechtere Gesundheit" und weniger Gewicht nicht gleich "bessere Gesundheit". Das alleine ist - für mich - zu undifferenziert betrachtet, als Schlagwort zwecks Initiierung einer Diskussion insofern durchaus passend wie ich meine.
    Ein Zugewinn an Muskelmasse durch regelmäßige Muskelaktivierung führt bekanntermaßen zu einem Anstieg des Lebendgewichts jener Biomasse in Menschenform, die da gerade auf ihr steht. In diesem (insulinsensitiven) Muskelgewebe speichert der Körper zuvor gegessene Kohlenhydrate als Glykogen zur späteren Verwendung. Gewissermaßen sind diese KHs (vorrangig) unser Treibstoff für Muskelarbeit (v.a. beim Krafttraining und anderen Bewegungsformen mit hoher Intensität). Muskelmasse ist also das (Zwischen)Lager für all die Teller Spaghetti, Käsebrote, Kartoffeln, Reis und co., die wir uns in unseren Breitengraden so gerne en masse zuführen.
    Eine Anzüchtung von Muskelmasse durch Bewegung und Sport zieht also grundsätzlich eine Verbesserung der Insulinsensitivität nach sich. Durch Aktivierung der Muskulatur verbrennt der Körper den in Speichern eingelagerten Treibstoff so dass nur noch wenig vorhanden ist und wieder "nachgetankt" werden kann.

    Die Gefahr, dass Kohlenhydrate zum Problem werden ergibt sich v.a. dann, wenn zu viel Fettmasse vorhanden ist. Wenn dann noch die Fettzellen krank werden, aufplatzen und in Organen wie Leber oder BSD eingelagert werden, entwicklen sich häufig - nicht immer! - schleichend Probleme (NAFLD, BZ, Herz-Kreislauf-Erkrankungen,...). Das wollen und sollen wir vermeiden. Aber kann mir die Waage beantworten, wie es um meine Gesundheit steht? Häufig nicht, da die Beurteilung zur Einstufung der allgemeinen gesundheitlichen Situation und dementsprechend ggf. vorhandenen Risikofaktoren individuell ist.

    Insofern ist ein niedrige(re)s Gewicht nicht per se ein selbst zurechtgeschnittener "Segen" und umgekehrt ein höheres Lebendgewicht kein "Fluch". Dies auch vor dem Hintergrund, dass jeder fünfte Diabetiker dem BMI nach schlank ist.
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    am 20.10.2022 13:54:07 | IP (Hash): 72970431
    Übergewicht - durch ein Übermaß an Körperfett verursacht - ist definitiv nicht gesund. Weder für die physische noch für die psychische Gesundheit.
    Aus meiner Sicht gibt es nichts, was daran schönzureden wäre und ich empfände es als einen Segen, wenn man die "Awareness" betreffend "großer Risikofaktor: Übergewicht / Adipositas" endlich einmal anhand wissenschaftlich begründeter und verständlicher Ratschläge zur prinzipiell denkbar einfachen Therapie in die Köpfe der BürgerInnen reinbekäme. Dies vor allem auch vor dem Hintergrund, dass wir immer dicker und potenziell ungesünder werden und uns damit selbst viel Lebensqualität rauben.
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    am 20.10.2022 14:51:37 | IP (Hash): 1197124173
    Mitglied schrieb:
    In diesem (insulinsensitiven) Muskelgewebe speichert der Körper zuvor gegessene Kohlenhydrate als Glykogen zur späteren Verwendung. Gewissermaßen sind diese KHs (vorrangig) unser Treibstoff für Muskelarbeit (v.a. beim Krafttraining und anderen Bewegungsformen mit hoher Intensität). Muskelmasse ist also das (Zwischen)Lager für all die Teller Spaghetti, Käsebrote, Kartoffeln, Reis und co., die wir uns in unseren Breitengraden so gerne en masse zuführen.


    Wenn dem so wäre, hätte die Muskelmasse eine aktive Rolle in der BZ-Steuerung UND dann müsste ein gesunder Mensch mit Beinbruch im Bett und viel tröstendem Bömse- und Schoki-Zuspruch munter BZs über 400 mg/dl entwickeln.

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    am 20.10.2022 14:57:28 | IP (Hash): 72970431
    Welche Antwort auf des Rätsels Lösung, die eingangs in den Raum gestellt wurde, hast Du parat?
    Bearbeitet von User am 20.10.2022 14:57:54. Grund: .
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    am 20.10.2022 15:00:11 | IP (Hash): 1197124173
    ThomaS1968 schrieb:
    So spektakulär diese Studie, die Du gefunden hast auch sein mag... Ich glaube nicht, dass Übergewicht grundsätzlich für irgendwas gut ist?!


    Zitat aus der Studíe
    Obesity is associated with a number of noncommunicable chronic diseases (NCDs), such as type 2 diabetes, coronary disease, chronic kidney disease, and asthma. Although obesity is also purported to cause premature death, this association fails to meet several of the Bradford Hill criteria for causation. First, the putative attributable risk of death is small (unter 5%). Second, the dose-response gradient between body mass index (BMI) and mortality is U-shaped with overweight (and possibly obesity level I) as the minima. Third, evidence from animal models comes largely from mice that have been fed high-fat diets; unlike humans, these animals did not normally have fat as part of their typical diet, and thus the experiments are potentially not analogous to those in humans. Fourth, evidence that people with obesity live longer than their lean counterparts in populations with acute or chronic conditions and older age is remarkably consistent. Therefore, it is possible that rather than being a risk factor for NCDs, obesity is actually a protective response to the development of disease.

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    am 20.10.2022 15:05:27 | IP (Hash): 385934857
    Naja, Jürgen. Das sind meines Erachtens zum Teil fragwürdige Aussagen....
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    am 20.10.2022 15:09:53 | IP (Hash): 1197124173
    vielleicht mal selbst inkl. Referenzstellen lesen, statt aus dem Bauch raus bewerten?

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    am 20.10.2022 15:19:45 | IP (Hash): 1197124173
    Mitglied schrieb:
    Welche Antwort auf des Rätsels Lösung, die eingangs in den Raum gestellt wurde, hast Du parat?


    Steht im Eingangsbeitrag: "Und das, obwohl seine Untersuchungen eindeutig erbracht hatten, dass höhere BZ-Verläufe mehr Fetteinlagerungen und mehr Gewicht machen."
    Dass also höhere BZ- und Insulinspitzen und Verläufe dem Zugewinn an Gewicht vorausgehen und dass als erstes BZ- und Insulinspitzen und Verläufe senken muss, wer mit gutem Erfolg Gewicht abschmelzen will:

    Nicht das Abschmelzen ist die Voraussetzung für weniger BZ und Insulinumsatz, sondern weniger BZ und Insulinumsatz ist die Voraussetzung fürs Abschmelzen.


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