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Schwarzwaldjunge HbA1c von 9,8

  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 55
    Mitglied seit: 25.01.2024
    am 25.01.2024 23:01:22 | IP (Hash): 1541338591
    @Schwarzwaldjunge:

    Du bist doch auf einem ganz guten Weg. Was Dein Gewicht angeht: Immer schön langsam angehen lassen. Führe Dir immer vor Augen, dass Du Dir die Kilos nicht in wenigen Wochen angefuttert hast, sondern über Jahre. Und so braucht es eben Geduld. Wichtig ist die Umstellung der Ernährung. Also bitte keine Crashdiät.
    Bei mir wurde nach einer Einlieferung ins Uniklinikum Anfang November 2023 Diabetes Typ 2 diagnostiziert. Mein Blutzucker lag bei 440 und der HbA1c bei 12,8%. Mein Gewicht lag im Krankenhaus bei 109 KG. Ich hatte allerdings während der Lockdowns auch schon 120 KG auf den Rippen.
    Ich war jetzt am Montag beim Diabetologen. Mein HbA1c ist auf 6,6% gesunken. Nüchtern liegt der Blutzucker zwischen 79 und 95.
    Ich habe allerdings meine Ernährung ganz konsequent umgestellt. In der Woche gibt es zum Frühstück ausschließlich Haferflocken, die ich am Abend mit Hfermilch ansetze. Wenn ich in der Kantine zu Mittag esse, dann entweder Salat oder häufig auch Gemüse. Gern mal mit einem mageren Stück Fleisch. Abends gibt es dann wieder Gemüse. Ebenfalls mit einer Eiweißbeilage. Das kann Hühner oder Putenbrust sein oder Tofu (ein Arbeitskollege hat vietnamesische Wurzeln und hat mir Tipps für die richtige Zubereitung gegeben). Ich bin jetzt bei 100,2 KG. 10 KG sollen in den nächsten 18 Monaten noch herunter.
    Führ Dir bitte die Wirkmechanismen beim Typ 2 Diabetes vor Augen: Problem ist, dass dem Körper über längere Zeit zuviel Nahrung und auch zuviel Zucker zugeführt wird. Der Körper regelt das durch eine vermehrte Insulinausschüttung. Irgendwann ziehen die Zellen dann die Insulinrezeptoren zurück. Man sprücht da von einer Insulinresistenz. Das ist der Weg zum Diabetes Typ 2. Die Bauchspeicheldrüse ist irgendwann nicht mehr in der Lage, die Insulinmenge zu erhöhen. Und dann steigt der Blutzuckerspiegel.
    Was ist der Weg daraus? Nun, Ziel muss es sein, die Insulinresistenz zu überwinden. Das erreicht man auf der einen Seite mit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung. Kohlenhydrate gehen, nur sollten diese komplex sein. Der zweite wesentliche Faktor ist Bewegung. Das muss kein Hochleistungssport sein. Hilfreich ist es schon, mehr Bewegung in den Alltag einzubauen, als Treppe statt Fahrstuhl und häufiger mal Strecken zu Fuß zurückzulegen.
    Abnehmen hilft natürlich. Und man nimmt dadurch ab, dass man dem Körper weniger Kallorien zuführt, als dieser verbrennt. Mein Grundumsatz liegt bei knapp 1.900 kcal pro Tag. Und meine Ernährung ist so auf 1900 bis 2000 kcal ausgerichtet. Ich verzichte aber weitestgehend auf Süßigkeiten. Allenfalls mal ein kleines Stück Schokolade als Nachtisch. Das aber auch nur ganz selten.
    Mein Tipp für Bewegung: Ich habe mir ein eBike gekauft. Der gesundheitliche Nutzwert ist recht hoch. Und der innere Schweinehund lässt sich damit leichter überwinden. Und mein Fahrrad-Ergometer im Schlafzimmer wird auch wieder regelmäßig genutzt und hat nun seine Funktion als Kleiderbutler verloren...