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Schwarzwaldjunge HbA1c von 9,8

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    am 25.06.2023 10:25:12 | IP (Hash): 2029186536
    ThomaS1968 schrieb:
    Hier oftmals zu lesende Appelle, dass die HbA1c-Werte von diagnostizierten Diabetikerin weit unter den Diagnosegrenzwerten anzustreben sind, würde ich ignorieren.
    Wenn Du irgendwann einmal dein BMI unter 27 bringst, wirst Du vermutlich nie wieder etwas von der Erkrankung Diabetes Typ II hören...


    Um die Hälfte der Teilnehmer*innen an der UKPDS, der weltweit ersten Typ 2 Studie, waren nicht adipös, und um 10 % nicht mal übergewichtig. Dazu sehen wir ja auch sehr schön in diesem Thread, dass die Idee, dass mehr Gewicht mehr BZ macht, so direkt schlicht nicht stimmen kann.

    Dazu die Deutung von Prof. Taylor: Jeder mit der Anlage zum Typ 2 hat seine eigene Gewichtsschwelle, die eine bei BMI 24 und der andere bei BMI 34 oder noch mehr. Darüber die sich selbst verstärkende Typ 2 Fehlsteuerung, darunter die Steuerung im gesunden Remissionsbereich. Und auch die zeichnet sich durch ne Art Selbstverstärkung aus, denn die hält postprandiale Spitzen von Portionen, die über der Schwelle noch 200 und mehr mg/dl verursacht haben, im Bereich bis um 140 - so lange solche eigentlich Überforderungen die Ausnahme bleiben.

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    7/24 mit wenigen Ausnahmen zwischen 60 und 140 mg/dl in der Form der blauen Kurve ( https://www.bloodsugar101.com/what-is-a-normal-blood-sugar ) sind für mich optimal. Trotzdem will ich gern respektieren, wenn andere anders für sich entscheiden.
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    am 25.06.2023 11:06:45 | IP (Hash): 1118005908
    Das mag gut sein Jürgen, dass das Gewicht vielleicht nicht die übergeordnete Rolle bei den Bemühungen ist, den Typ II zurückzudrängen... Allerdings dürfte sich eine Ernährungsumstellung, hin zu einer bewußteren Kohlenhydrataufnahme zumindest sekundär positiv auch auf das Körpergewicht auswirken?.
    Sehr wichtig wird vermutlich eine entfettete, intakte Leber sein....
    Grundsätzlich behaupte ich aber weiterhin, dass man einen Typ II in "Eigenleistung" wieder zurückdrängen kann, was eben bei einem Typ I so nicht möglich ist.
    Als Typ I kann ich (natürlich auch durch bewußte gute Ernährung und Bewegung) nur die Werte niedrig halten, Insulin ist dabei allerdings immer ein unabdingbarer Begleiter.
    Übrigens mein HbA1c, 1 Jahr nach LADA-Diagnosestellung, vor 1 Woche gemessen bekommen, 6,1
    Bin sehr zufrieden soweit, da ich mir auch so einiges kulinarisch gönne...
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    LADA Typ I... (Medikation: morgens 12,5 mg Jardiance+15 IE Toujeo, abends 16 IE Toujeo)
    Wer die Sache ernst nimmt und grundsätzlich diszipliniert ist, den diszipliniert dieser Diabetes vermutlich weit mehr hin zur Gesundheit, als diese Krankheit dann noch vermag zu zerstören?!
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    am 25.06.2023 12:07:41 | IP (Hash): 2029186536
    Doch doch, für uns betroffene spielt das Gewicht schon eine durchaus übergeordnete Rolle, aber nicht in der universellen One Size Fits All Variante, die uns die Diabetologie aufzwingt, sondern eben sehr individuell.
    Und das störende Leberfett scheint damit recht direkt zusammen zu hängen. Denn nach den Mess-Beobachtungen von Taylor ist die Leber mit dem individuell passenden Remissionsgewicht auch wieder passend entfettet.
    Deswegen ist nach Taylor auch egal, ob man mit seiner Newcastle-Diet schnell abnimmt oder mit schlicht jeden Tag entsprechend weniger Happen weniger essen in nem halben oder einem oder zwei oder so Jahren.

    Weil ich denke, dass unsere Typ 2 Störung wenigstens zu einem guten Teil von der Vorliebe unserer Lebern für eine möglichst schnelle und hartnäckige Fetteinlagerung kommt, neige ich aus meiner Erfahrung und Beobachtung hier zum Widerspruch.
    Denn langsam hatte ich die 2 oder 3 kgs schon häufiger, die nach meinen 8 Tagen VLCD gefehlt haben, als ich plötzlich statt 40 nur noch 10 Einheiten Basal für 24 Stunden brauchte. Aber mit langsamem Abnehmen hatte ich mit den 40-IE-Bedarf immer erhalten. Nicht die Spur einer Minderung.

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    7/24 mit wenigen Ausnahmen zwischen 60 und 140 mg/dl in der Form der blauen Kurve ( https://www.bloodsugar101.com/what-is-a-normal-blood-sugar ) sind für mich optimal. Trotzdem will ich gern respektieren, wenn andere anders für sich entscheiden.
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    am 12.09.2023 11:19:08 | IP (Hash): 42298029
    ThomaS1968 schrieb:
    Wenn Du irgendwann einmal dein BMI unter 27 bringst, wirst Du vermutlich nie wieder etwas von der Erkrankung Diabetes Typ II hören...
    Im Prinzip liegt alles in deinen Händen! Viel Erfolg!



    Ich muss zugeben, ich habe sehr lange an diesen Sätzen geknabbert. Ich bin froh, überhaupt von BMI 53 auf 48 runtergekommen zu sein. Ich kann mich auch nicht erinnern, in den letzten 25-30 Jahren überhaupt einen BMI von 27 gehabt zu haben.

    Wir reden hier nicht nur von 5-10kg... Aber nun gut.
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    am 12.09.2023 11:27:28 | IP (Hash): 42298029
    Es läuft nur noch so halbwegs.

    Ende Juli war ich bei 5,9 und 41,3 mmol (103 nüchtern). Und dann wollte ich jetzt schauen was passiert, wenn man es wieder etwas lockerer angehen lässt. Und der Stress gerade richtig derbe reinhaut, da ging es auf der Arbeit echt sehr schlimm ab. Die Quittung sind nun 6,1 bei 43 mmol und 100 nüchtern. Dies finde ich einerseits doof, andererseits heisst es jetzt für mich wieder konsequenter süßes zu meiden.
    Bewegungstechnisch bin ich eigentlich echt gut dabei, aber ich esse wohl wieder mehr, weil das Gewicht seit drei Monaten konstant geblieben ist.

    Meine Werte bisher:

    09.22 9,8
    11.22 7,8
    12.22 6,8
    01.23 6,3
    02.23 6,2
    03.23 6,2
    06.23 6,1
    07.23 5,9
    09.23 6,1

    Mal sehen wie es weitergeht im Oktober/November.
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    am 12.09.2023 13:04:19 | IP (Hash): 1177615933
    Also da würd' ich mir mal gar keine Sorgen machen! 5,9 und jetzt 6,1 ist sicherlich eine normale Bandbreite! Wenn's jetzt 7,1 wären, dann würd ich überlegen, wie ich wieder deutlich unter 7 komme...
    Wenn Du es schaffen würdest, dein restliches Leben unter 6,5 zu bleiben, hast Du sicherlich kaum bis gar nichts zu befürchten.
    Wichtig finde ich auch immer das mentale Befinden! Wenn Du dein Leben von negativem Stress frei hälst und bei 6,0 - 6,9 bleibst, ist das für die Gesundheit sicherlich deutlich förderlicher, als total verkrampft ein 5,9'er bleiben zu wollen, der von früh bis spät an "seinem Diabetes" rummacht.
    Diese Meinung teilen hier die wenigsten, weil es hier naturgemäß, in solchen Fachforen, sehr viele sehr genaue Mitstreiter gibt. Meiner Meinung nach werden daher auch viele übertriebenen Umgangsformen mit dieser Krankheit gepredigt...
    Musst Du aber selbst bewerten und deinen eigenen Weg finden.
    Ich find' 6,1 ein sehr gutes Ergebnis für einen Diabetiker!

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    LADA Typ I...
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    Wer die Sache ernst nimmt und grundsätzlich diszipliniert ist, den diszipliniert dieser Diabetes vermutlich weit mehr hin zur Gesundheit, als diese Krankheit dann noch vermag zu schädigen?!
    Bearbeitet von User am 12.09.2023 13:06:36. Grund: .
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    am 13.09.2023 21:03:42 | IP (Hash): 684823594
    ich würde mir da auch nicht allzuviel Sorgen machen, um die 6 ist doch gut.
    Ich vertraue da ein bisschen den Ärzten und die haben doch nicht umsonst diese 6,5 als pauschales Ziel und Grenze definiert.
    Zumindest ist es ein relistisches Ziel, dagegen ein Wert von 4,8 oder 5 ist nicht unbedingt für alle realistisch und machbar.
    Weiter runter als 6 ist bestimmt besser, aber irgendwann könnte der "Preis" dafür sehr hoch werden - das könnte eventuell bei manchen auch Lebensfreude kosten wenn praktisch alles was ein wenig den BZ hochtreiben könnte nicht mehr gegessen werden kann, und das schlechte Gewissen immer mit am Tisch sitzt.
    Dann besteht schon die Gefahr das man das Ganze auch wieder abbricht, das wäre schade und gar nicht gut.
    Vermutlich besser wenn man persönlich für sich ein gutes "Set" findet mit dem man gut leben kann, das zu einem und seinen Vorlieben passt und es trotzdem immer noch schmeckt.

    Ein BMI von 27 ist vermutlich auch kein realistisches Ziel von 50 ausgehend aber jedes Kilo weniger wird helfen.
    Ob es nun direkt den Diabetes hervorruft oder anfeuert oder nichts damit zu tun hat - Gewicht reduzieren hat eine Menge positiver Effekte, mindestens indirekt auf den BZ.
    Ich weiss wie es sich anfühlt alleine mit BMI 35 in den 4. Stock zu klettern oder einen kleinen Hügel im Wald hochzulaufen. Man vermeidet solche Aktivitäten ja automatisch weil sie kaum noch machbar sind, ich hatte immer das Gefühl oben angekommen dann fast zu kollabieren. Alles sehr schwierig.
    Mit BMI 24 bewegt man sich öfter und mehr und scheut auch keine Treppe - ganz einfach weil es wieder kann.
    Und wenn man sich mehr bewegt, hilft das auch wiederum dem BZ.



    Gruß
    Gunter


    DM Typ 2 - 2x täglich Metformin 1000 / Sitagliptin 50
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    am 14.09.2023 00:27:56 | IP (Hash): 1223179978
    Privatmeinung:

    Sofern Du mit dem HbA1c unter 7 % bist und bleibst, solltest Du primär die Gewichtsreduktion unter einen BMI von 40 in Angriff nehmen.

    Diabetes ist zwar gesundheitsschädlich, - aber ein BMI von 40 ist auch nicht besser.
    Oft kommt es bei erheblichem Übergewicht ab einem Alter von 50 - 55 zu einem zunehmendem körperlichen Abbau.
    Mit 65 können sich nicht wenige hochadipöse Menschen nur noch mit Mühe nach dem Toilettengang selbst den Hintern abwischen.
    Das ist dann eigentlich kaum noch mit einem selbstbestimmten Leben vereinbar.

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    am 06.12.2023 01:15:57 | IP (Hash): 739850944
    Der November war erfreulich. Bin wieder auf 5,9 runter mit 41 mmol. Ich habe versucht so wenig Streß wie möglich an mich ranzulassen, was nur bedingt geklappt hat. Corona hat mich dann auch sechs Wochen außer Gefecht gesetzt. Dafür ist der BMI jetzt bei 47.

    Sollte es so bleiben, dass das Gewicht langsam aber kontinuierlich runtergeht, dann wäre dies auch schön. Von meinem absoluten Höchststand habe ich in ca. 15 Monaten etwa 20 Kilo verloren.

    Trotzdem frage ich mich: Was ist ein realistischer HbA1c für mich? 5 scheint es ja wohl nicht zu sein. Mein Wunsch sind 5,7 oder gar 5,6. Dauerhaft. Zur Not auch dauerhaft mit Medis. Bei der nächsten Messung wären allerdings 5,9 schön und vielleicht im Frühling 5,8. Ich merke in jedem Fall, dass ich aktiver geworden bin. Gott, war ich doof... Ich dachte wenn man genug Zucker futtert, dann hat auch genug Energie. Was Diabetes anrichten kann und woher es kommt, war mir vor 15 Monaten gänzlich unbekannt.

    Nun heisst es also dranbleiben. Aber wenigstens ist mein Arzt nun zufrieden, dass ich das Niveau halte. Auch die anderen Blutwerte passen soweit und Urintest war auch unauffällig. Nur der Nüchternwert war auf 110, aber dies hat wohl weniger (keine?) Aussagekraft. Mal sehen was 2024 für mich bereit halten wird.

    Für uns alle hoffentlich viel Gesundheit. Und Frieden.
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    am 06.12.2023 16:09:25 | IP (Hash): 1057163650
    Hallo Schwarzwäldler,

    ich persönlich habe mir ein HbA1c um die 6,0% als Ziel gesetzt. Schwankungen um 0,1 oder 0,2 Prozentpunkte darfst du dabei nicht allzu ernst nehmen, auch bei der HbA1c-Bestimmung gibt es Toleranzen. Gedanken musst du dir erst machen, wenn der Wert von mal zu mal weiter ansteigt.

    Wenn sich Folgeerkrankungen ankündigen oder der HbA1c-Wert ohne Änderung in Ernährung oder Mediaktion weiter ansteigt, dann musst du dir einen niedrigeren Zielwert aussuchen. Bei mir war das bisher nicht der Fall (Diabeters seit 2002), deshalb passt das HbA1c-Ziel für mich gut.

    Beste Grüße, Rainer

    ____
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    Bearbeitet von User am 06.12.2023 16:09:52. Grund: BBCodes