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Angst vor Insulin
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am 23.09.2023 19:30:23 | IP (Hash): 667931167
Hallo,
ich bin neu in diesem Forum und eigentlich auch nur um endlich mit anderen Diabetikern Kontakt zu haben und zu merken, dass ich nicht allein bin in den Problemen von Diabetes.
Ich bin 22 Jahre alt und habe Diabetes Typ 3 seit meiner Geburt. Wir haben es früh herausgefunden, durch einen Zufall. Erstmal hat sich alles verändert, logisch, aber ohne große Probleme. Ich hatte kaum Unterzuckerung, bis ich in eine Essstörung geraten bin. Dort hatte ich öfters welche, aber es hat sich nie so angefühlt wie momentan.
Ich nehme jetzt seit neustem Insulin, und eigentlich mochte ich es sehr, weil es mir Freiheiten gab.
Aber plötzlich bin ich immer wieder stark am Unterzucker (50mg/dL und weniger) meistens waren dann meine werte vorher auch nicht schlecht (ca. 100-130mg/dL). Dann jetzt war ich letztens in der Notaufnahme deswegen. Davor hatte ich schon leicht Angst Insulin zu spritzen, weil ich nicht wieder Unterzuckern wollte. Habe dann immer weniger als eigentlich gespritzt, aber das ist auch keine Lösung.
Nach der Notaufnahme, merke ich, wie jedes Mal, wenn ich spritze, mein Körper direkt Panik kriegt. Mir direkt vorspielt, ich hätte eine Unterzuckerung, und ich habe dann auch wirklich Angst. Ich überlege mir mittlerweile immer doppelt, ob ich wirklich jetzt Insulin spritzen soll, oder nicht. Einfach aus der Angst Unterzuckern zu können, und wie mein Körper darauf reagiert.
Ich habe Unterzuckerungen auch nicht so schlimm in Erinnerungen, ich fühle mich danach noch stunden mies, und wenn es in der Nacht passiert, kann ich den nächsten Tag direkt vergessen.
Mein Herz rast dann auch extrem, ich zittere und fühle mich schummrig.
Alles eigentlich normale Symptome bei einer Unterzuckerung, aber irgendwie fühlt es sich zu stark an als vorher.
Meine Frage ist, wie kann ich diese Angst vor Insulin überwinden? Geht das überhaupt jetzt noch?
Oder hat sich mein Körper einfach so stark dagegen gestellt, dass ich es einfach lassen sollte?
Gibt es noch andere mit solchen Problemen?
Wie kann ich das irgendwie wieder zurück in den normalen Zustand bringen?
Danke, dass sie mir zugehört haben, und sich die Zeit genommen haben.
Liebe Grüße -
am 23.09.2023 21:52:48 | IP (Hash): 867332188
Wilkommen im Club :) Im insulinclub.de findest du wahrscheinlich eher Betroffene mit ähnlichen Herausforderungen. July95 wird dir hier sicher auch noch schreiben und auf Kliniken hinweisen, in denen bei Herausforderungen wie deiner gezielt dazu angeleitet wird, wie sich Essen und Dosieren möglichst passend aufeinander abstimmen lassen.
Allerdings sind die Termine für solche Anleitungen meistens nur sehr langfristig zu kriegen. Kurzfristig geht mit etwas Englisch hier jadediabetes.com . Meine persönliche Erfahrung ist super, wenn man sich die systematische Arbeit macht, die die Teilnahme dort erfordert. In jedem Falle Daumendrück!
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Schon im völlig gesunden Bereich können höhere Blutzuckerspitzen diabetische Beschwerden und Schäden verursachen. Wenn man davon betroffen ist, ist das zuverlässige Vermeiden solcher Spitzen die erste Wahl - geht meistens völlig ohne Arzt und Medis :)1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 24.09.2023 13:12:50 | IP (Hash): 667931167
Danke für die Antwort.
Ich gucke mal bei beiden, Englisch kann ich gut. Und danke für die Empfehlungen! -
am 26.09.2023 09:40:53 | IP (Hash): 1058733843
Snôw schrieb:
Hallo,
ich bin neu in diesem Forum und eigentlich auch nur um endlich mit anderen Diabetikern Kontakt zu haben und zu merken, dass ich nicht allein bin in den Problemen von Diabetes.
Ich bin 22 Jahre alt und habe Diabetes Typ 3 seit meiner Geburt. Wir haben es früh herausgefunden, durch einen Zufall. Erstmal hat sich alles verändert, logisch, aber ohne große Probleme. Ich hatte kaum Unterzuckerung, bis ich in eine Essstörung geraten bin. Dort hatte ich öfters welche, aber es hat sich nie so angefühlt wie momentan.
Ich nehme jetzt seit neustem Insulin, und eigentlich mochte ich es sehr, weil es mir Freiheiten gab.
Aber plötzlich bin ich immer wieder stark am Unterzucker (50mg/dL und weniger) meistens waren dann meine werte vorher auch nicht schlecht (ca. 100-130mg/dL). Dann jetzt war ich letztens in der Notaufnahme deswegen. Davor hatte ich schon leicht Angst Insulin zu spritzen, weil ich nicht wieder Unterzuckern wollte. Habe dann immer weniger als eigentlich gespritzt, aber das ist auch keine Lösung.
Nach der Notaufnahme, merke ich, wie jedes Mal, wenn ich spritze, mein Körper direkt Panik kriegt. Mir direkt vorspielt, ich hätte eine Unterzuckerung, und ich habe dann auch wirklich Angst. Ich überlege mir mittlerweile immer doppelt, ob ich wirklich jetzt Insulin spritzen soll, oder nicht. Einfach aus der Angst Unterzuckern zu können, und wie mein Körper darauf reagiert.
Ich habe Unterzuckerungen auch nicht so schlimm in Erinnerungen, ich fühle mich danach noch stunden mies, und wenn es in der Nacht passiert, kann ich den nächsten Tag direkt vergessen.
Mein Herz rast dann auch extrem, ich zittere und fühle mich schummrig.
Alles eigentlich normale Symptome bei einer Unterzuckerung, aber irgendwie fühlt es sich zu stark an als vorher.
Meine Frage ist, wie kann ich diese Angst vor Insulin überwinden? Geht das überhaupt jetzt noch?
Oder hat sich mein Körper einfach so stark dagegen gestellt, dass ich es einfach lassen sollte?
Gibt es noch andere mit solchen Problemen?
Wie kann ich das irgendwie wieder zurück in den normalen Zustand bringen?
Danke, dass sie mir zugehört haben, und sich die Zeit genommen haben.
Liebe Grüße
Hast du einen Mody Diabetes oder welche Typ3 Form?
Hast du einen Sensor? Am besten einen Dexcom, der hat deutlich bessere Alarmfunktionen als der Libre.
Das wäre der allererste Schritt und hier die Alarme hoch einstellen, damit du rechtzeitig gewarnt wirst.
Ansonsten ist Unterzuckerungsangst eine bekannte diabetesbezogene Angst. Hier gilt es dann zu schauen, ob die Angst normal oder krankhaft ist. Bspw. nach einer schweren Hypo ist Angst erstmal normal und es ist legitim den BZ ein kleines bisschen höher einzustellen. Aber wer aus Angst kaum noch Insulin spritzt, dann ist die Angst eine Krankheit (Angsterkrankung) und muss dringend angegangen werden.
Eine sehr gute Adresse zwecks Unterzuckerungsangsterkrankung, wenn man Hilfe braucht, ist die Diabetesklinik Bad Mergentheim. 2× jährlich bieten sie eine Gruppenschulung speziell für Unterzuckerungsangst. Du kannst aber auch außerhalb dieser Zeit vermutlich aufgenommen werden, die haben dort einige speziell geschulte Psychologen. Bei meinem Aufenthalt waren wir fünf oder sechs Patienten, die mit Hypowahrnehmung und/oder Hypoangst betroffen waren, da hatten wir an fünf Vormittagen die Hypos-Schulung, die sehr viel zu den körperlichen Vorgängen bei Hypos, Erkennung von Hypos, Behandlungsmöglichkeiten, ... erklärt und damit auch Angst nimmt.
Für die Diabetesklinik brauchst du nur eine Einweisung von deinem Diabetologen und eine ausgefüllte Check-Liste. Das ist keine Reha mit umständlicher Beantragung. Meist bleibt man 10-14 Tage in der Klinik, sie hat allerdings mittlerweile längere Wartezeiten.
Schau mal hier:
https://www.diabetes-klinik-mergentheim.de/schwerpunkte/spezielle-behandlungsgruppen/unterzucker-angst
https://www.diabetes-klinik-mergentheim.de/schwerpunkte/therapie-schwerpunkte/diabetes-und-psyche
Ansonsten falls du einen ambulanten diabeteserfahrenen Psychotherapeuten suchst, findest du hier Ansprechpartner:
https://www.diabetes-psychologie.de/Psychotherapeutensuche
Und hier findest du viele Infos generell zu diabetesbezogene Ängsten:
https://www.blood-sugar-lounge.de/coaching/podcast-diabetes-und-aengste/
Bearbeitet von User am 26.09.2023 09:42:09. Grund: .